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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-08-18 · 33 (18.8.1905) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
33 (18.8.1905)
Date
1905-08-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 33 Seite 523 JÜMÖllitE 2&Ui&2^^QMHlE5C3*K.ICfcKS*33i? -!;a.'eKif».M=IK»KJ Dr. Bloch's Wochenschrift. Regierungsantritt des General Kochanow bestanden hat, möge im Kaukasus wiederhergestellt werden. Bezeichnend für die Herzlosigkeit des russischen Tschinowniktums ist, daß die von einem schurkischen Gouverneur willkürlich rechtlos gemachten Bergjuden, bei der alljährlichen Rekrutierung 807» der im Gouvernement Terrek gestellten Soldaten liefern, da nur sie und die wenigen dort angesessenen Christen zum Militärdienst herangezogen werden, während die mohammedanischen Bergstämme einstweilen von der russischen Regierung zum Militärdienst nicht herangezogen werden. Kein russischer Tschinownik mag einen Juden leiden, die jüdischen Soldaten - nimmt er aber gern. Kairo. Die andauernden Kämpfe zwischen Türken und Arabern haben die jüdischen Bewohner der südarabischen Landschaft Jemen, deren Zahl an 35.000 betragen mag, in die äußerste Not gebracht. In ihrer Niedrigkeit und Schwäche find sie der Willkür der beiden kriegführenden Parteien schutzlos preisgegeben. Gegen 15.000 Juden — wohl eine Uebertreibung — sollen bereits dem Hunger zum Opfer gefallen sein. Besonders schwer wurden die Juden der Hauptstadt Sanaa, die von den aufrührerischen Arabern besetzt gehalten wird, betroffen; sie suchen quer durch die Wüste die Hafenstadt Aden zu erreichen. Viele von ihnen erliegen den Anstrengungen des Weges. Bis jetzt sind mehr als 2000 Jemeniten in Aden eingetroffen und bemühen sich um Reisegelegenheit nach Egypten. Die ersten 30 haben Suez erreicht. Die herrschende Ansicht bei den Juden Egyptens geht dahin, daß es verhängnisvoll wäre, den Strom der Flüchtlinge nach dem armen Palästina zu lenken, daß man vielmehr den Versuch machen müsse, sie in Egypten imtergu* bringen. Jedoch werden die egyptischen Juden nicht die ganze Last der Kosten des Transportes von Suez aus und des vorläufigen Unterhalts zu tragen vermögen. Die Alliance Israölite Universelle hat den Direktor ihrer Schule in Kairo mit der Bildung von Hilfskomitees in Alexandrien und Kairo betraut und ihm fürs erste 2000 Franken zur Verfügung gestellt. Philadelphia. Der am 8. Juli Hierselbst verstorbene Moses A. Dropsie hat nicht weniger als 160.000 Lstr. 3'/^ Millionen Mk. zur Errichtung einer Anstalt für das Studium der Bibel und der hebräischen Literatur hinterlassen. Als Sohn armer Eltern im Jahre 1821 in Philadelphia geboren, arbeitete er zunächst in einem Komptoir für die Uhrenbranche, um sich später dem Studium der Jurisprudenz zu widmen und Rechtsanwalt zn werden. 1856 trat er an die Spitze der Antisklaverei-Bewegung und leitete als Abolitionist den Wahlkampf der Republikaner in Pennsylvanien. Obgleich so mit politischen Organisations-Arbeiten vollauf beschäftigt, nahm er dennoch an dem geistigen Leben seiner Glaubensgenossen lebhaften Anteil. Er war Verwaltungs-Mitglied fast aller jüdischen Wohltätigkeits-Vereine, einige Jahre hindurch auch Vorsteher der jüdischen Gemeinde. Lebhafteste Sympathien brachte er jedoch der jüdischen Literatur entgegen und betätigte dieselben, indem er jahrelang Vorsitzender der hebräischen Unterrichtsgesellschaft und hervorragendes Mitglied des „Grätz-College" war. Leider verlor er i. I. 1890 gänzlich das Augenlicht und war so genötigt, sich allmählich von jeder öffentlichen Tätigkeit, sowie von der Wirksamkeit als Rechtsanwalt zuriickzuziehen. Da er unverheiratet war, hinterließ er den größten Teil seines Vermögens dem obengenannten Zwecke. Aus dem betreffenden Abschnitt seines Testamentes teilt „Jewish Exponent“ mit: „Seit langer Zeit macht sich in den Vereinigten Staaten der Mangel einer gründlichen und systematischen Ausbildung im jüdischen Gesetze immer mehr fühlbar. Da das Studium der hebräischen und rabbinischen Literatur auf den allgemeinen Universitäten, meiner Ansicht nach, nicht ernstlich genug betrieben werden kann, so bestimme ich, daß eine spezielle Anstalt für den Unterricht der hebräischen und semitischen Sprachen, sowie des rabbinischen Schrifttums begründet wird. Sollten die Mittel es erlauben, so können in dem Kollege noch andere Sprachen und wissenschaftliche Disziplinen betrieben werden. Dieselben dürfen jedoch in keiner Weise den Hauptzweck der Anstalt, den hebräischen Unterricht, in den Hintergrund drängen. Das Kollege soll von 5 Vorstehern und höchstens 21 von ihnen zu ernennenden Lehrern geleitet werden. Als erste Vorstandsmitglieder ernenne ich die Herren Richter Meyer Sulzberger, Dr. Aron Friedenwald, Dr. Cyrus Adler, S. Strauß und William B. Hackenburg. Spätere Mitglieder dürfen nur Männer jüdischen Glaubens sein, welche ihre Sympathien mit meinen Ansichten über die Notwendigkeit des Hebräischen bekundet haben. Es ist mein lebhafter Wunsch, daß das Kollege möglichst bald eröffnet wird und daß in dasselbe alle Menschen ohne Unterschied des Glaubens, der Farbe, der Rasse oder des Geschlechtes ausgenommen werden mögen." Vernuscbles. Kranzablösungsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa I., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. Heinrich Sachs: Von Adolf Wellisch K 25.— , Anna, Hans und Fritz Sachs X 50.—. Zusammen X 76.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Paula Kantor: Von Emil Feigl K 20.—, M. Ehrenreich, Prag 20.—, Katharina Kantor 10.— , S. Steiner 5.—, David Bürstein 10.—, Theodor Feigl 10.—, Berthold Kraus 10.— , Karoline Brillant 10.-, Laura Humburger 10.—, Alexander Salzer 10.—, Karl und Fritz Engel 30.-, Dr. Ludwig Feigl 40.—, Benno Strobeim 10.—, Robert Kern 30.—, Karl Friedrich Weiß 20.—, Adolf Fried 10.— , Robert Beck 10.—, Ernst Götzl K 20.—. Zusammen X 285.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Bertha Eisner: Bon Dr. S. Bruckner K 10.—, Julie Bruckner 6.—, Friedrich Baß, Brünn 5.—, Jgnc» Haas K 3.—. Zusammen K 24.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Albert Liebner: Von Leopold Piowati K 20.—, Sigmund Liebner, Budapest 10.—, Theodor Piowati X 20.—. Zusammen K 50.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Josef Spitzer: Von Samuel Frey X 10.—, Emil Spitzer 10.—, Michael Neurath 10.— , A. Herrn. Frankl Söhne 20.—, Ella Koller 20.—, Bernhard Bachrach X 20.—. Zusammen X 90.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Helene Kerpal: Bon Adolf Löwenthal X 5.—, Robert Eckstein 5.—, Eduard und Klementine Wiener X 20.-. Zusammen X 30.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Alexander Pollak: Von Jaques, Julius und Josef Neumann K 30.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Wilhelm Meller: Von Julius Fürth X 10.—, Dr. Rudolf Fürth 10.—, Berthold Fürth 2.—, Emil Meller, Reichenberg 20.—, Sigm. Meller. Reichenberg 20.—, F. Funk 2.—, Rich. Baumgarten 5.—, Ignaz Paschka 5.-, Wilhelm Strauß X 10.—. Zusammen X 84.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Albert Paul: Von A. E. G. D. K 50.—, I. Kleiner X 5.—. Zusammen X 55.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Ignaz Lustig: Von M. L. X 10.—. Wien. (C h e w r a - K a d i s ch a, W i e n, I) In der Zeit vom 1. Jänner Äs 30. Juni 1905 wurden seitens der Chewra-Kadischa Kurbeiträge und Unterstützungen im Gesamtbeträge von 21.696 Kronen gewährt. Wetters wurden 504 Parteien orthopädische und medizinische Behelfe (künstliche Füße und sonstige Prothesen, Stützapparate, Stützmieder, Bandagen, Augengläser rc.) bewilligt und 10.240 Medikamente auf Rechnung der Chewra-Kadischa verabfolgt. Wien-Fünfhaus. Freitag Abend 6'/r Uhr findet im Gemeindetempel, Turnergasse 22 zur Feier des 75. Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers ein Festgottesdienst statt. Wien. Freitag den 18. August l. I, abends l/2 7 Uhr, findet in der Synagoge, IX., Müllnergasse 21 zur Feier des 75. Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers ein Festgottesdienst statt. Wien-Mariahilf. Freitag den 18. d. M., 3/47 Uhr abends, findet aus Anlaß des Allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers im Tempel, VI., Schmalzhofgaffe, ein Festgvttesdienst statt. Professor Dr. Salomon Klein. Der Profeffor der Augenheilkunde an der Wiener Universität, Dr. Salomon Klein, beging Samstag seinen 60. Geburtstag. Doktor Klein, der schon als Student große Neigung zur ophthalmologischen Wissenschaft zeigte, in der er sich bei Arlt eifrig betätigte, war erster Assistent des Profeffors Eduard Jäger Ritter v. Jaxthal. Im Jahre 1883 habilitierte er sich als Privatdozent für Augenheilkunde an der Wiener Universität und erlangte im Jahre 1902 die außerordentliche Profeffur. Als ausgezeichneter Lehrer hat Profeffor Klein eine stattliche Zahl Schüler herangebildet, und viele von ihnen find bekannte, tüchtige, praktische Augenärzte. Professor Klein ist Abteilungsvorstand an der Wiener Allgemeinen Poliklinik und Augenarzt des Rothschild-Spitals sowie des Blindeninstitutes auf der Hohen Warte. Aus Anlaß des 60. Geburtsfestes fand sich in derWohnung des Gelehrten eine Abordnung des Vereines der Kurärzte in Baden

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