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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-08-04 · 31 (4.8.1905) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
31 (4.8.1905)
Date
1905-08-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Dr. Dlocb's Mocbenscbritt. Seite 493 »1*7? a:* Nr. 31 Anläßlich des Ablebens des sel. Heinrich Sachs: Von Markus Munk K 5.—, Heinrich Friedmann X 20.—. Zusammen K 25.—. Anläßlich des Ablebens des seligen I s a k Bild: Von Ungenannt X 2.—., Anläßlich 'des Ablebens des sel. E manuel Zwieback: Von Adolf Stern X 10.—, Dr. Jakob Engel 10.—, Josef Miskolczy 20.—, I. Z. Schütz X 20. Zusammen X 60.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Hermine Fischer: Von Familie Schnabl X 20.—. Gedenkfeier für Dr. Herzl. Donnerstag den 27. v. M. vormittags um halb 9 Uhr fand am Grabe Dr. Theodor H e rz l's eine würdige, von dem hiesigen zionistischen Distriktskomitee veranstaltete Gedenkfeier statt. Eine zahlreiche Trauergemeinde hatte sich bereits vor der festgesetzten Stunde in der Zeremonienhalle des Döblinger Ortsfriedhofes eingefunden. Von dort aus begaben sich die Teilnehmer mit dem Oberkantor Schorr und einem Quartett aus dem Chor des türkischen Tempels zum Grabe Dr. Herzls. Zunächst trug Oberkantor Schorr die rituellen Gesänge vor, worauf Dr. M. T. Schnirer vortrat und eine kleine Ansprache hielt, in der er ankündigte, daß namens der Versammelten das Komitee ein Telegramm an den ebenfalls heute beginnenden Zionistenkongreß absende. In dem Telegramm wird dem Kongreß ein glückliches Wirken und Einigkeit im Sinne der von Herzl aufgestellten Satzungen gewünscht. Mit einem kurzen Trauerchoral schloß die Feier. Wien-Ottakring. Herr Baron Albert v. Rothschild hat aus dem Legate des verstorbenen Barons Nathaniel v. Rothschild dem Vereine zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder des XVI. und XVII. Bezirkes die Summe von 2000 Kronen zugewendet, wofür demselben im Namen der Aermsten der Armen innigst gedankt ward. Dieser Verein, der seit 7 Jahren in den armen Bezirken wahrhaft segensreich wirkt, wird am 15. September 1905 im XVI. Bezirke ein eigenes Heim eröffnen und bitten wir unsere verehrten Glaubensgenossen um Unterstützung dieser edlen Institution sowohl mit Geld als mit Naturalien, um unsere Jugend vor Not und Hunger zu schützen. Dören. (Predigt.) Herr Oberrabbiner D. L. Salzer aus Homona (Ungarn) wird Samstag den 5. August 10 Uhr vormittags im Bethause „Marpe Lanefesch", II., Glockengasse 4, eine Derascha abhalten. Budapest. Die letzte Mitteilung über den Modus bei der Rabbinerwahl in Budapest bedarf noch einer Ergänzung. Nach den Statuten der Pester israelitischen Religionsgemeinde sind die von der Gemeinderepräsentanz nominierten Rabbiner erst dann als endgültig gewählt zu betrachten, wenn der Wahlbeschluß der Repräsentanz mittels namentlicher allgemeiner Abstimmung sämtlicher Gemeindemitglieder gutgeheißen wird. Infolgedessen fand am 18. v. M. die allgemeine Gemeindeabstimmung über die jüngst in der Repräsentanz nominierten Rabbinerkandidaten Dr. Julius Fischer und Dr. Simon Händler statt. Die Abstimmung erfolgt mittels auf Namen lautender Wahlzertifikate, die in der Gemeindekanzlei verabfolgt wurden. Für jeden der beiden Kandidaten wird separat mit „Ja" oder „Nein" abgestimmt. Natürlich wurden die beiden genannten Herren gewählt. Aber der Wahlmodus ist überall zu empfehlen. Pardubitz. Am 22. v. M. verschied Herr Jakob Weiß aus V i e l a k o r bei Hlinsko nach längerer Krankheit im Alter von 78 Jahren. Welch allgemeiner Beliebtheit sich der Verblichene in allen Kreisen der Bevölkerung erfreute, bewies die riesige Teilnahme bei dem am 24. v. M. stattgefundenen Begräbnisse, zu welchem sich eine unübersehbare Menschenmenge aus Nah und Fern einfand. Herr Rabbiner Hoch aus Czaslau pries in formvollendeter Rede die guten Eigenschaften des Verstorbenen und gerührt verließen die Trauergäste den kleinen unlängst eröffneten jüdischen Friedhof in Hlinsko. Friede seiner Asche! Ehre seinem Andenken! Olmütz. Sehr geehrter Herr Redakteur! Bezugnehmend auf die unter dem Titel „Fund eines alten Grabsteines mit jüdischer (!) Inschrift in OlmÜß" in Nummer 28 Ihres geschätzten Blattes veröffentlichte Notiz bitte ich um Aufnahme nachstehender Zeilen: Die von Ihrem Referenten Stößler angegebene Leseart der in Rede stehenden Inschrift ist falsch. Die meisten der von ihm angeführten Buchstaben sind mühelos und ohne Tastgefühl zu erkennen. Der erkennbare und noch zu rekonstruierende Teil der Inschrift dürste etwa so lauten: pan ->v(u) (n)KTrt (n)D8 (b) (n) apm Hier dürste der Name der Be- »<* ö — rr« vertrenenden gestanden haben. mutlich. Hier dürste der Name ihres Mannes gestanden haben rwst (n)ra vw Die von mir ergänzten, durch Einklammerung erkennbaren Buchstaben sind verwittert oder fehlen gänzlich, da der Stein in der Mitte ausgehöhlt und wahrscheinlich zu einer Schießscharte verwendet worden war. Die daran geknüpfte „gelehrte" Capistrano-Historie ist durch nichts begründet. Se. Ehrwürden Herr Dr. I. Günzig, Rabbiner in Loschitz, hat bei feiner zufälligen Anwesenheit hier durch das liebenswürdige Entgegenkommen des städtischen Kustos Herrn Kup den Stein besichtigen können und diese meine Erklärung bestätigt. Weitere Nachforschungen müssen noch angestellt werden, und hoffe ich noch darauf zurückzukommen. Für die freundliche Aufnahme dieser Zeilen bestens dankend, zeichne ich hochachtend Dr. B. OPPenheim. Rabbiner. Pisek. Herr Karl Spitz, Sohn des Fabrikanten Herrn Markus Spitz aus Pisek, hat sich mit Fräulein Alice Goldschmied, Tochter des Herrn M. Goldschmied, Fabrikant aus Nachod, verlobt. Kalwaria (Gouv. Suwalki). Am 25. v. M. verschied hier Herr Abraham W i l k o w i t s ch im Greisenalter von 81 Jahren. Sein ganzes Sein weihte er dem Talmudstudium. Der Verblichene hinterläßt fünf Söhne. Vier bekleidm angesehene Kantorenstellen und zwar: Herr Israel Wilkowitsch, erster Chasan und Schachet der Orthodoxengemeinde Preßburg; Herr Sigmund, Oberkantor in Warasdin; Herr Erwin, Oberkantor in Boston, und Herr Armin, Oberkantor in Gewitsch. Feuilleton. Aus finstern Zeiten. Eine Erzählung aus dem jüdischen Leben Galiziens vor fünfzig Jahren. Von Nathan Samuely. (Schluß.) Sie stand, wie man ihren Mann in die Grube gesenkt, starr, tränenlos, versteinert; das Grab, das sich über Jankele geschlossen, konnte nicht starrer und stummer bleiben. . . . Sie saß neben mir die sieben Trauertage auf der Erde, bleich, stumm, unheimlich, wie eine Wachsfigur. Ihr riesengroßer Schmerz bannte das einzige Zeichen des Lebens, die Träne, von ihren Lidern weg. Die Nachbarinnen kamen und suchten sie zu trösten, sie' stierte sie an und schwieg. . . . Einmal nur — etwa drei Wochen nach jenem furchtbaren Tage — schien es, daß eine günstige Veränderung mit ihr vorging. Eine Nachbarin fragte sie nämlich, warum sie sich nicht etwas zu schaffen mache, ihr Mann, seliger Friede sei mit ihm, sagte ja immer, die Arbeit verleihe Kraft zum Leben. Kaum waren diese Worte ausgesprochen, da wich die Starrheit ihres Wesens einem hastigen Zucken, das ihr durch alle Glieder fuhr, und jäh blitzte es in ihren Augen. Des nächsten Tages geschah etwas Unerwartetes — Rachele saß schon früh morgens bei ihrem Arbeitstischchen und nähte emsig. . . . Was sie nähte — Niemandem fiel es ein, darnach zu sehen. Genug, daß sie sich wieder zu schaffen macht. Die Nachbarin flüsterte mir mit unverhohlener Freude zu: „Rachele ist gerettet, sie näht schon wieder, heute darf sie Niemand durch ein Wort stören, sie soll nur erst zu sich kommen, die arme gute Rachele." Es störte sie auch Niemand; man überließ sie ganz ihrer Arbeit, die sie mit vieler Emsigkeit betrieb, als gelte es, keine Zeit zu verlieren. Mitten in der Nacht erst erfuhr ich, was ihr so eifrig zu schaffen gab.

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