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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-08-04 · 31 (4.8.1905) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
31 (4.8.1905)
Date
1905-08-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 31 Sette 487 WWl'.ySaagatb»^^»jaWat»Ma5W^I«MMia«B» :js Dr. Dlocb s Mocdenscbritt. Nach einer mehr als sechsstündigen Sitzung nahm die Generalversammlung der jüdischen Nationalbank die vorgeschlagene Aenderung der Bankstatuten an, wo nach die Tätigkeitder Bank sich nur auf Palästina und dessen Nebenländer erstr ckt. 2200 Stimmen wurden für, 540 gegen die Statutenänderung abgegeben. Die Verkündigung des Abstimmungsresultates riest wiewohl es nicht überraschend kam, ungeheure Erregung hervor. In der Schlußsitzung wurden die Wahlen vorgenommen und in das engere Aktionskomitee gewählt: W o l f s o h n (Köln), Prof. Marburg (Berlin)' U s s i s ch k i n (Jekaterinoslaw). Dr. K o h a u-B e r n st e i n (Charkow), I. H. Kann (Haag), Greenberg (London), Dr. Al. Marmorek (Paris). Ussischkin und Dr. K o h a n-B e r n st e i n übersiedeln nach Berlin. Der Vorsitzende D. W o l f s o h n resümiert in kurzen Worten die Arbeiten des Kongresses und erklärt die Sitzung für geschlossen. Unter Hochrufen verlassen die Delegierten den Saal. In einer sofort abgehaltenen Komitee-Sitzung wurde W o l f s o h n (Köln) zum Präsidenten der Partei gewählt, und der Sitz des großen Aktionskomitees von Wien nach Berlin verlegt. Der Mangel an Religionslehrer«. Der Si.dur als Schulbuch. In jüngster Zeit wird die Frage eifrig ventiliert, woher die Religionslehrer für Volks- und Bürgerschulen genommen werden sollen, nachdem die staatlichen Lehrerbildungsanstalten seit Dezennien von keinem israelitischen Kandidaten besucht werden, und wenn einzelne vielleicht doch die Lehrerbildungsanstalt verlaßen, so weifen sie ein so minimales Maß von Kenntnissen in der hebräischen Sprache, in der biblischen und uachbiblischen Geschichte auf, daß sie kaum mit Erfolg als selbständige israelitische Religionslehrer zu wirken vermögen. Man will nun sogenannte Präparandenanstalten zur Heranbildung israelitischer Religionslehrer ins Leben rufen. Allein es ist zu bezweifeln, daß dies der richtige Weg ist, um dem Mangel an geeigneten Religionslchrern abzuhelfen. Denn der Grund, warum keine intelligenten jungen Leute israelitischen Glaubens sich dem Lehrberufe überhaupt widmen, liegt ja darin, daß sie keine Aussicht haben, irgend eine gut dotierte definitive Stelle zu erhalten, da ja Juden an öffentlichen Schulen nicht ankommen können, etwa bestehende jüdische Schulen aufgelassen oder reduziert werden. Es handelt sich daher hauptsächlich um die Heranbildung von Religionslehrern für die Volks- und Bürgerschulen. Sollen diese allen Anforderungen, die an einen würdigen, leistungsfähigen, in religiöser Hinsicht vorbildlichen, pädagogisch gebildeten Religionslehrer zu stellen sind, genügen und tn hinreichender Anzahl vorhanden sein, so ist es vor allem unerläßlich, daß sie nicht nur materiell so gestellt werden, damit sie frei von hemmenden Nebengeschäften ihre ganze Kraft dem Berufe widmen und auch eine Familie den örtlichen Verhältnissen gemäß erhalten können, sondern auch in der Gemeinde eine unabhängige, geachtete Stellung einnehmen, die andererseits wohl jeder selbst sich erringt, wenn er seine Führung darnach einrichtet. Erst wenn die Gemeinden in dieser Hinsicht Wandel geschaffen haben und ihnen eine gesicherte Lebensstellung werden bieten können, so werden sich auch intelligente junge Leute dem Berufe eines Religionslehrers zuwcnden und notorisch große, wohlsituierte Gemeinden in den Großstädten werden bei Gewährung von Stipendien auch Zöglinge für ihre Bilduugsanstalten erhalten. Sonst sind ihre Mühe und alle Opfer vergeblich, es wird der Mangel an Religionslehrern nach wie vor bestehen. Es gibt wohl noch jüdische Volksschullehrer, die zur subsidiarischen Erteilung des Religionsunterrichtes behördlich befähigt sind; aber in der Regel erhielten diese Kandidaten ihrer geringen Anzahl wegen keinen ausreichenden, geregelten Religionsunterricht und das Mitglied der Prüfungskommission für den Religionsunterricht an Volks- und Bürgerschulen ist in der Zwangslage, einem jeden Kandidaten die Lehrbefähigung zuzusprechen, wenngleich es auch in seinem Innern ein mächtiges Sträuben empfindet. Die maßgebenden Vorstände dürsten daher die Notwendigkeit cinsehen, vor Kreierung der BildungSanstalten für Religionslehrer vorerst an die gut dotierten Stellen gehen zu müssen. Ist dies mindestens in gut situierten Gemeinden geschehen, dann könnten die Vorkenntniffe festgestellt werden, welche zum Eintritte in solche Präparandenanstalten befähigen, und auf Grund dieser Voraussetzung müßte ein sorgfältig durchdachter, unseren Verhältnissen angepaßter Lehrplan aufgestellt und diesem entsprechend auch die erforderlichen Lehrbehelfe geschaffen werden. Den so herangebildeten Religionslehrern würde auch die ebenso dankenswerte als lohnende Aufgabe zufallen, für die verschiedenen Kategorien der Volks- und Bürgerschulen Lehrbücher für Religion, biblische und nachbiblische Geschichte und hebräische Sprache zu verfassen. Es sind wohl manche verwendbare Lehrbücher vorhanden, aber sie sind lange noch kein Ideal, wenn auch der strebsame, zielbewußte Religionslehrer die eingeführten seinen Zwecken dienstbar machen kann. In diesen Blättern sind schon von mehreren Lehrern berücksichtigungswerte Ansichten über die verfügbaren Lehrbücher und Gesichtspunkte aufgestellt worden, von denen man bei Herausgabe solcher Lehrbücher ausgehen müßte. Es sei hier noch der hebräischen Lehrbücher gedacht. Für die Leselehre gibt es schon eine stattliche Anzahl hebräischer Fibeln, die bei richtiger Anwendung in kurzer Zeit zum Ziele führen. Nur wäre hier zu erwähnen, daß die im Verlage von Josef Schlesinger erscheinende Fibel des ehemaligen mähr.-schles. israelitischen Lehrerverein s dringend einer Durchsicht und Verbefferung bedarf, da die Punktation viele Fehler aufweist. Die im Schulgebrauche stehenden Gebetbücher des mähr.-schles Lehrervereines, von Fuchs, Königsberg und insbesondere die vom Lehrervereine Eirah in Wien wurden im Hinblick auf die alten Gebetbücher ungarischer und polnischer Provenienz wegen ihrer bessern Ausstattung, was Papier und Druck anbelangt, steundlich ausgenommen. Dennoch würden wir eine unseren Schulverhältnissen anpaffendere Ausgabe dieser Gebetbücher empfehlen, welche mit Rücksicht auf die Leichtigkeit ihrer Ausführung schon vom Beginne des neuen Schuljahres in Gebrauch kommen könnte. Ziehen wir die Kinder der Unterstufe, die Schüler des II. und III. Schuljabres, in Betracht, so haben sie, vorausgesetzt, daß sie im ersten Schuljahre die Fibel bewältigt haben, vollauf zu üben, um nur der Gebete für Wochen- und Sabbattage kundig zu werden, d. h. sie geläufiger zu lesen. Nun erhalt ein solcher Schüler von 7 bis 8 Jahren ein Kompendium, das Gebetbuch, in die Hand, das alle anderen Bücher an Größe und Schwere übertrifft, von dem jedoch der weit größere Teil während des Schuljahres kaum aufgeschlagen, geschweige gelesen werden kann. Es würde sich daher empfehlen, das Gebetbuch für die Unterstufe als Lehrbuch für die II. und III. Volksschulklasse in der Weise herauszugeben, daß es bloß die Gebete für Wochentage, Sabbat und Neumond enthält, und damit eS von diesen Kindern auch als Gebetbuch für das ganze Jahr gelten könne, so sollte dieser Teil bei Hinweglasfung der heute seltener gelesenen Gebete wie mrjf joipü für Montag und Donnerstag (rrr, tri.ni u. a. m. nebst Tisch- und Nachtgebet auch die bezeichnenden Absätze für die übrigen Festtage enthalten wie -pba stk. xb jnm für ,n"n einige Sätze ira» 138'vni 2°' für bno stk ub snni aus san bv für die Mittelstufe 4. u. 5. Schuljahr wären die Gebete und einige wenige Sätze für die Festtage aufzunebmen, aber ohne daß die Kinder dieses oder jenes bereits vorgekommene Gebet aufsuchen müßten und die Oberstufe erhält das ganze, gebräuchliche Gebetbuch, mit dem sie nun vertraut gemacht werden muß. Dadurch würden die Kinder kein so voluminöses Buch erhalten, der Preis desselben sich billiger stellen und die Ausstattung könute eine sehr gute sein. Bei dieser Gelegenheit soll auch nicht unerwähnt bleiben, daß speziell im Gebetbuche apy bip die Punktierung mit >a siV in einer Weise gehäuft wurde, wie sie weder in dem Heidenheim'schen, noch im Mannheimer'ichen Gebetbuche vorkommt, bei uns nicht üblich ist und auch den Kindern keine Erleichterung gewährt; hier wäre die Rückkehr zu der ursprünglichen gebräuchlichen Bezeichnung wünschenswert. Auch manche geänderte Ausdrücke dieses Gebetbuches erscheinen nicht gerechtfertigt; so ist beispielsweise die in allen Gebetbüchern vorkommende imvipi irrxi richtiger als die Ausdrucksweise

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