Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 28 (14.7.1905)
- Date
- 1905-07-14
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Är. ®locb s MocdenscbrM. «SetU 447 >Jtr. 28 Ben Abraham: Die letzten Judenkrawalle in Wien. Schalom Asch: Meines Vaters erste Träne. O. Rosenfeld: Eisik Schefftel. -I. L. Perez: „Wenn nicht noch höher". Bücher¬ und Zeitungsschau. Korrespondenzen. Rundschau. Dr. M. Altschüler. Vierteljahrsschrist für Bibelkunde. Talmudische und patristische Studien unter Mitwirkung von zahlreichen namhaften jüdischen und christlichen Gelehrten. Verlag von S. Calv ary u. Co., Berlin NW. 7. 2. Jahrgang, Heft 3, Juni 1905. Inhalt des III. Heftes: Hans Bahr (Berlin): Der Prophet Amos I. I. C. M a t t h e s (Amsterdam): Das Buch Sirach.und Kohelet in ihrem gegenseitigen Verhältnis. August Wünsche (Dresden): Der Schöpfungsbericht nach Auffassung des Midrasch. II. Jalkut Simeoni. I. L a nz und L i e b e ns el s (Wien): Anthropozovn Biblicum, Biblio-Exegeticon 111. Der Bund. Miszellen: H. P. C h a j e s (Florenz): Ehrlich A. B.: Die Psalmen, neu übersetzt und erklärt. Bibliographische Notizen. Taschenwörterbuch der hebräischen und deutschen Sprache zu-den gelesensten Teilen des Alten Testaments von Pros. Dr. K. Feyerabend, kl. 8", VIII, 306 Seiten. Berlin- Schönebcrg, Langenscheidt'sche Verlagsbuchhandlung (Prof. G. Langenscheidt). Preis elegant gebunden 2 Mark. Krieflrasterr. K. P. Der Baron von Rosen, der gegenwärtige Bevollmächtigte der russischen Negierung bei den Friedensverhandlungen in Washington, früher russischer Gesandter in Japan, ist der Sohn eines Inden, des früheren russischen Staatsrats Rosen. Philipp Kiefrpndorf, Jerusalem. Zu entscheiden, was im Sinne des jüdischen Religionsgesetzes rechtens ist, sind bloß Juden besagt und befähigt und Toleranz brauchen wir uns heutzutage von „Ariern" nicht predige» lassen. Rabbiner B. Winter in CH. Die eventuelle Besetzung des Lektorpostens nach dem verstorbenen Gelehrten Eisig Hirsch Weiß erfolgt durch das Kuratorium des Wiener Beth-Hamidrasch, dessen Präsident Herr Rabbiner Dr. S ch m i e d l ist. Im Herbst dürfte diese Frage spruchreif und die Stelle ohne Ausschreibung eines Konkurses besetzt werden. Einsender „Prag." Berichte willkommen. Leser in Prag. Sie senden uns folgenden Beitrag zur „Svuj k svömu-Hetze": In den jüngsten Tagen kann man beim Passieren von Geschäftsläden in lebhafteren Straßen Prags an den Schaufenstern Siegelmarken angeklebt finden mit dem agitatorischen Inhalte: „Kupujte jen <>d cesbych krestanu“. (Kaufet nur bei tschechischen Ehrmeu.) Unseres Erachtens ist dies eine weithin sichtbare und wohl zu beherzigende Warnung, solchen Kaufläden in großem Bogen auszuweichen u. zw. nicht nur seitens unserer Glaubensgenossen. Die Wirkung werden die „tschechischen Christen" bald zu spüren bekommen. Kr S „Die Anhänglichkeit an die Traditionen ihrer Väter, an die Religion, in der ihre Ahnen gelebt und für die sie so viel gelitten haben: Diese Pietät, welche nicht notwendig von einem sehr starken Glauben begleitet lst, ist das letzte Gut, welches den russischen Israeliten, nachdem man ihnen alles geraubt, übrig bleibt. Das ist der Ehrenschatz, welcher bei ihnen oft die Stelle der moralischen Erziehung oder der geistigen Bildung vertritt. Diele Unglücklichen, der Gegenstand einer so ungerechten Verachtung, welche ihre Feinde zu beschimpfen suchen, indem sie sie als Materialisten bezeichnen, geben vor dem Angesicht der Welt ohne Widerrede den Beweis eines exaltierten Idealismus. Es ist leicht, in den Ländern, wo die Duldung den rettglösen Stolz abgestumpt hat und wo man nicht mehr an viel glaubt, diese teuer bezahlte Hartnäckigkeit zu verspotten. Aber wenn man es recht betrachten will, dann erscheint die Anhänglichkeit der Verfolgten an ihren angestammten Glauben nicht nur der Achtung, sondern auch der Bewunderung wert. Die Menschen, welche für eine so erhabene Sache so zu leiden verstehen, können wohl erniedrigt, aber nie herabgewürdigt werden; sie tragen einen ungeheueren Vorrat an Sittlichkeit in sich, um ihn der Zukunft zu überliefern." Das sind herzliche, schöne Worte, die uns ein Christ zuruft und die wir tief in unser Herz schreiben mögen. Dr. I. K. in Budweis. Wo denken Sie nur hin? Wie können Sie nur glauben, daß eine Anstalt, an deren Spitze der hochwürdigste geistl. Rat Pfarrer L e p s ch i und der Herr Franz D ö l l stehen, jüdische Kinder in Pflege nehmen würde? Ein solcher Fall ist noch nicht worgekommen! Ja, Spenden nimmt das Komitee auch von Juden gern entgegen; allein jüdische Kinder aufnehmen, wäre ein arger Verstoß gegen die „christliche" Nächstenliebe. Nein, Herr Dr.! In der „Knabenbesch'äftigungs- und Verpflegsanstalt Breitenfeld" und in der Erholungsstätte Wien, XVI. Bezirk, Steinhofstraße 70, werden Sie kein Judenkind erblicken! Treue Abonnentin. Eine koschere Restauration dort ist uns unbekannt. Studiosus in Prag. Das charakterlose Renegatentum ha sich seit je durch besondere Gehässigkeit gegen die früheren Stammes¬ und Glaubensgenossen ausgezeichnet. Aus der Zeit der Osmanenherrschaft werden grauenvolle Verfolgungen berichtet, welche die zum Islam „bekehrten" Christen gegen ihre früheren Glaubensgenossen veranstaltet haben. Die Natur der menschlichen Gemeinheit hat sich nicht geändert. Ignaz Klepetasch Heirats-Ausstattungs - Stiftung. Vom Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde in Wien wird hiermit bekanntgegeben, daß die Zmsen obiger Stiftung im Betrage von Kr. 200.— für arme verwaiste Mädchen jüdischer Konfession, die sich zu verehelichen im Begriffe sind, als Ansstattungsbeitrag zur Verleihung gelangen. Die mit einem Geburts-, Armuts- und Sittenzeugnisse, wie auch mit einem Verwaiiungs- und Brautstands-Nachweise versehenen Gesuche sind dis 31. Juli 1905 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, l., Seitenstettengasse 4. I Stock, woselbst auch in den Amtsstanden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, einzureichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultnsgenieinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Therese Wertheim'sche Heirats-Ausstattungs-Stiftung. Der Vorstand der israel!tischen Kultusgemeinde Wien bringt zur Kenntnis, daß die Zinsen der obigen Stiftung per Kr. 300.— an ein arme s, mütterlicher oder beiderseits verwaistes Mädchen der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, das sich zu verehelichen im Begriffe ist, als Ausstattungsbeitrag zu verleihen sind. Die Bewerberinnen haben ihre, mit einem Geburts-, Armuts- und Sittenzeugnisse, sowie dem Nachweise, daß ihre Mutter oder beide Eltern verstorben seien, und dem Brautstandszengniffe belegten Gesuche bis Li. Juli 1905 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, l., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Knltusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. M. 8. Biedermann-Waisenstiftung. Es wird hiermit verlautbart, daß aus den Zinsen der obgenannten Stiftung für das Jahr 1905 ein Betrag von L 5900 zur Verteilung gelangt. Um Beteilung aus diesen Stiftungserträgnissen können sich hilfsdedürftige Waisen bewerben, welche das 20. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und direkte Nachkommen der ursprünglichen Stifter: der Herren M. L. Biedermann, Simon Biedermann, Josef Biedermann jun., Hermann Biedermann, Anton Biedermann, Josef Biedermann sen., Samuel Biedermann, I. Golk-schmidt, S. I. H. Goldschmidt, I. L Hofmann Edler von Hofniannsthal, Aron Hermann, R. M. Kaula, Jakob Löwy, I. H. Mannheimer, M. Stroß, H. Eoler von Wertheimstein und der Frau Amalie Lang, sind. Um den nach Verteilung an diese Nachkommen etwa verbleibenden Rest des Stiftungserträgnisses können sich hilfsbedürftige israelitische Waisen bewerben, welche das zwanzigste Lebensjahr noch nicht erreicht haben und deren verstorbene Väter Mitglieder der israelitischen Kultusgemeinde in Wien waren. Die mit dem Geburts-, Verw andtsch afts-, Armuts- und S itt enz eug nisse, sowie dem Nachweise der Verwaisung belegten Gesuche sind bis längstens 31. Juli 1005 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Eitel Goldschmidt'sche Fromme-Stiftung. T echniker- Stipendiu in. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien bringt hiemit z .r Kenntnis, daß aus der von Herrn Moritz Ritter v. Goldschundt zum Andenken an seine Mutter, Frau Ettel Goldschmidt gegründeten Stiftung ein Stipendium von IC 200.— an einen in Frankfurt a. M. oder im österreichischen Kaiserstaate gebürtigen Hörer der Wiener technischen Hochschule israelitischer Konfession zur Verleihung gelangt. Die Bewerber haben ihre mit den S t u d i e n z e n g n i s s e n, dem Armutszeugnisse und dem G e b u r t s s ch e i n e' belegten Gesuche bis längstens 31. Juli 1005 im Einreickungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Verwandte des Stifters, Herrn Moriz Ritter von Goldschmidt oder dessen Gattin, Frau Nanette geb. Landauer, genießen ein Vorzugsrecht. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht, bezw. wie hoch der Betrag desselben ist. Auszüge aus den Matriken der israel. Kultusgemeinde Wien