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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-07-14 · 28 (14.7.1905) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
28 (14.7.1905)
Date
1905-07-14
Page
– (sequence 14)
Language
German
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C?eue 446 Dr. jßiocb s Mocvens.-ritt. Hl ü8 Feuer in den Augen brannten. „Wir 'werden noch unser süßes Kind groß werden sehen. . . Rachele, Du zerbrichst mir ja das Herz", unterbrach er sich, als sie noch immer schluchzend in seinen Armen lag und mit beiden Händen sich an ihn klammerte, als wollte sie ihn nie, nie mehr von sich lassen . . . „Ich bin ja schon gefaßt, ich bin ja schon gefaßt..." brachte sic mit herzbrechender Stimme unter Tränen hervor; „aber ich muß mich ja ausweinen, so recht mir alle Tränen aus dem Kopfe weinen..." So ist's recht, Rachele. Weine nur! Wir werden noch viele, viele Freudentränen vergießen, wenn wir unser Kind wachsen' gedeihen und emporblühen sehen. . . Nicht wahr, mein Herz...?" „Ja, Jankele, Gott wird uns dazu helfen", erwiderte sie ihr Haupt zu ihm emporhebend, während sie zu lächeln versuchte. — O, es war ein trauriges, herzzerreißendes Lächeln! . . Einige Stunden später kam Jankele wieder ins Zimmer zu seiner Rachele, es galt Abschied zu nehmen. Das Kind schien sich leichter gefühlt zu haben, es lag an der Brust der Mutter, und als Jankele vor sie hintrat, ließ es wie mit Absicht die Brust los, wandte das Köpfchen um, sah mit den seelenvollen Kindcraugen zu dem Vater empor, lächelte und vergrub dann wieder das Köpfchen an der Brust der Mutter. „Siehst Du, Rachele", begann Jankele, „Gott allein ließ jetzt das Kind so süß lächeln, weil er uns damit ein gutes Vorzeichen geben wollte, daß ich bald wieder zu Euch zurückkehren werde. Aber wenn ich zurückkomme, dann mußt Du, mein liebes Herz, das schöne weiße Kleid anlegen, das Du immer an allen Feiertagen trägst. . . Du siehst allerliebst darin aus und unser Goldele wirst Du schön ausstatten und mit ihm mir entgegenkommen . . . Nicht wahr, liebes Herz? .. ." Rachele wurde totenbleich, sie versuchte zu antworten, aber sie vermochte es nicht. „Du antwortest mir nicht, mein Lieb?" fragte er und zwei große Tränen hingen an seinen Winipern. „Du wirst mir doch entgegenkommen?!" wiederholte er mit erlöschender Stimme, als sie sich an seine Brust warf und laut schluchzte. „Sag. Herz, wirst Du mir mit dem Kinde entgegenkommen?" „Ich werde kommen", hauchte sie, „ja, ich werde kommen!" „So bist Du mein gutes, mein herzliebes Rachele!" ries er, sie und das Kind leidenschaftlich küßend und an sein Herz drückend. Dann riß er sich gewaltsam los und stürzte zur Türe hinaus. Meine Frau und ich begleiteten ihn zur Kaserne hinaus. Gesenkten Hauptes ging er eine Strecke Weges neben uns her. Mit einem Male wandte er sich um, rannte wie wahnsinnig nochmals unserem Hause zu. An der Türe jedoch blieb er stehen, schüttelte einige Male das Haupt und rief sich selber zu: „Nein, nein!", worauf er sich wieder mit schnellen Schritten, ohne sich umzusehcn, vom Hause entfernte und uns zueilte. Ich weiß wirklich nicht, wie wir armen Leute Alles das überlebt haben, allem das menschliche Herz ist stark, es kann Alles überdauern... Von der Kaserne kehrte meine arme, in Tränen zerfließende Frau nach Hause zurück, während ich meinem Sohn bis eine Meile außer der Stadt das Geleit gab. (Fortsrtzung folgt.) Neue Bücher. Dr. Wilhelm Bücher, Professor an der Landes- Rabbinerschule zu Budapest. Die Bibel- und Traditionsexegetische Terminplogie der Amorär. Preis Mk. 11'—. Verlag I. C. H i n r i ch s'sche Buchhandlung. Leipzig, Blumengasse 2. 56. Bericht der Lese- und Redehalle der deutschen Studenten in Prag. 1904. Beilage: Unser Haus (mit Lichtdrucken). Selbstverlag. Im Verlage „Z i o n", Wien-Leipzig soeben erschienen: A. Coralnik: 2. Jüdische Zeitfragen. Palästina oder Territorium. Preis 40 Heller. AK Berkowiez: Hervorragende jüdische Männer. Perez Smolensky. Preis 30 Heller. Die israelitische Kultusgemeinde in Bielitz, 1865—1905. Ein geschichtlicher Rückblick, zusammengestellt von Dr. A r o n s o h n, Mitglied des Kultusvorstandes. Selbstverlag. „Palästina?' Soeben geht uns das Schlußheft des II. Jahrganges dieser Zeitschrift zu, die damit ihr Erscheinen einstellt. (An Stelle von „Palästina" erscheint laut Abkommen mit der „Kommission zur Erforschung Palästinas" seit 1904 die Monatsschrift „Altneuland".) Der stark verspätete Erscheinungstermin wird durch reichen Inhalt (136 Seiten) und durch eine Menge vorzüglicher Illustrationen ausgeglichen. Das Heft enthält folgende Aufsätze: Palästina oder Autonomie, Davis Trietsch; Solange es Zeit ist, Dr. Nathan Birnbaum; Ueber Oliveukultur in Palästina nach Dr. Leo Anderlind; Der Baumwollbau in Egypten, Konsularbericht; Abrahams Weinberg bei Jerusalem; Ein Krieg gegen Heuschrecken, H. A. D; Einiges über Bienenzucht, Louis Brisch; Palästinakurse, Jng.Klasmer; Die egyptische Zigarettenindustne, Konsularbericht; Aus Kleinasien und Syrien, Dr. Rudolf Fitzner; Das jüdische Kolonisationsprogramm, Dr. Alfred Nossig Samiel; l^68 puissaneos 6trau»6re3, F. W.; Bevölkerungsziffern der Muselmanen und Inden in der Levante nach Berney und Dambmann; Die Viehzucht in Mesopotamien, K. H. Z.; Neue Vereine zur Kolonisation Palästinas, F. W.; außerdem eine Menge kleiner Notizen und 15 Illustrationen nebst einem Schlußwort des Herausgebers.—^ Ein besonders aktuelles Interesse dürfen die Artikel „Palästina oder Autonomie", „Solange es Zeit ist" und „L1-4.riseb" beanspruchen. Von wirtschaftlichem Interesse sind besonders die Konsularberichte über Baumwollbau und Zigarettenindustrie in Egypten. Alles im Allem enthalten die nunmehr abgeschlossenen beiden Jahrgänge dieser ersten Palästina-Zeitschrift, die sich mit den Fragen unserer Kolonisation befaßt, eine beträchtliche Menge wertvoller Materialien. Sie können allen Freunden einer jüdischen Kolonisation und besonders den Kolonisationsvereinen zur Anschaffung nur empfohlen werden. — Die jüdische Kolonisationsliteratur ist heute noch so wenig umfangreich, daß die beiden Bände „Palästina" zusammen mit der neuen Zeitschrift „Altueuland" fast die einzige namhaftere Materialiensammlung darstellen. Oft und West. Illustrierte Monatsschrift für modernes Judentum. Verlag Ost und West, G. m. b. H., Berlin, NW. 23, Altonaerstraße 36. V. Jahrg. Nr. 6. Juni 1905. Inhalt: Die Taufseuche in Wien. M. Horodischz, Paris: Eine jüdische Künstlersamilie (Israel Rouchomovsky und seine Söhne. (Mit 31 Illustrationen.) Rabbiner Dr. F. P e r l e s, Königsberg: Maimonides. (Schluß.) Rabbiner Dr. M. Kayserling. (Mit Portrait.) Kapellmeister E. L e v y, Berlin: Richard Wagner und Felix Mendessohn-Bartholdy. Arsöne Cahen, Paris: Baron Alphonse de Rothschild. (Mit Portrait.) Michael Wurmbrand, Sadagöra: Greis und Kind. B. Hirsch: Praktische Lebensweisheit im jüdischen Sprichwort. I. Vom Büchertisch. Miscellen: Henryk Glicenstein. Wesselys Todestag. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Inden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden, Berlin-Halensee, Westfälische Straße 46. Redaktion: Dr. Arthur Ruppin. I. Jahrgang. Heft Nr. 6. Juni 1905. Inhalt: I. Abhandlungen. B. Goldberg, Wilna: Ueber die sprachlichen Verhältnisse der Juden Rußlands. Doktor Arthur Ruppin, Berlin: Das Wachstum der jüdischen Bevölkerung in Preußen. II. Statistisches Archiv. Sterbefälle in Berlin im Jahre 1903. — Juden mit nichtdeutscher Muttersprache in Berlin. — Jahresbericht des Deutsch-Israelitischen Gemeindebuudes. — Ein deutsches Dorf mit überwiegend jüdischer Bevölkerung. — Etat und Besteuerung der israelitischen Religionsgemeinschaft in Baden. — Die höheren Lehranstalten in Elsaß-Lothringen. — Die soziale Herkunft der jüdischen Studierenden. Frequenz der Universitäten und technischen Hochschulen in Oesterreich im Jahre 1901/02. — Die Bewegung der Bevölkerung in Oesterreich im Jahre 1901. — Armenpflege in Amsterdam. — Statistische. Daten über die Juden in New-Iork. — Die jüdischen Kolonien in Argentinien. II'. Literatur. Felix Pinkus: Studien zur Wirtschaftsstellung der Juden. — Berichtigung. Unsere Hoffnung. Monatsschrift für die reifere jüdische Jugend, Redaktion und Administration: Wien, 111/2, Untere Viaduktgasse 25. II. Jahrgang. Heft 7, Juli 1905. Inhalt: Josef Meist: Unsere Studenten. M. H e n e s: Raschi.

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