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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-07-07 · 27 (7.7.1905) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
27 (7.7.1905)
Date
1905-07-07
Page
– (sequence 15)
Language
German
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nr. 27 Dr. Llocd s MocbenscbrM. Sette 431 „Aber, gnädiger Herr Oberst, meine Familie, meine arme, unglückliche Familie!" „Auch ich habe Familie", erwiderte der Oberst teilnehmend, „die ich jetzt verlassen muß. Der war nie ein braver Soldat, der nicht fähig ist, wenn es nötig sich zeigt, seine Familie dem allgemeinen Wohle zu opfern — das Vaterland ruft nach uns, fügen Sie sich, lieber Freund und halten Sie sich bereit zum Abmarsch!" Mit diesen Worten winkte uns der Oberst freundlich zu, so daß er uns jeden weiteren Einwand und jede weitere Widerrede unmöglich machte. Gebrochenen Herzens verließen wir das Bezirkskommando. Wie es kam, weiß ich selber nicht mehr, aber wir rannten in unserer Verwirrung zum roten Regierer, zu unserem Peiniger und Quäler. Weiß es das gehetzte Wild, das den Giftpfeil un Herzen trägt, wohin es die flüchtigen Schritte lenkt? Es läuft zumeist dem Geschoße entgegen, das sein armes, gebrochenes Leben vollends vernichten soll . . . Den roten Wölfele fanden wir nicht zu Hause, auch sein Weib war diesmal verhindert, uns mit den klingenden Schlüsseln zu empfangen, weil sie auf dem Sterbebette lag. Wir wurden von dem Dienstboten vor der Türe abgefertigt. Gerade beim Ausgang des Tores kam uns der rote Wölfele von der Gasse entgegen; als er mich erblickte, trat er hart an mich heran und zischte mir wie eine Schlange die Worte zu: „Die weitere Rechnung ist also auch schon beglichen — wird find quitt!" und ohne sich umzusehen, rannte er bie Stiege hinauf. (Fortsetzung folgt.) Kiteratur. Altsemitische Inschriften in Südafrika. Der bekannte Arabienforscher Dr. Eduard Glaser teilt mit, daß Dr. Karl Peters ihm aus Windahgil bei Macequeac (Südafrika) von einem interessanten Fund berichtet habe. Dr. Peters habe in Windahgil undbei Umtali eine Reihe von Inschriften auf Felsen gesunden, die nach seiner Ansicht unzweifelhaft altfemitischen Charakters sind. Das wäre, wenn sich der Fund bestätigt, eine der wichtigsten Entdeckung für die Geschichte Südafrikas. ''Auch eine Kupfer- und Goldmine will Dr. Peters in Windahgil gesunden haben. _ Neue Bücher. Marie von Glaser. Ihr Leidundsie. Novellen und Skizzen. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin, 1905. Elias Friedwann, Vag-Ujhely, Ungarn. Der Zionismus im Geiste des Judentums. Preis 1 Krone (1 Mark). Selbstverlag. Avraham Galgvezi. Der Wunderrabbi. Drama aus dem jüdischen Volksleben im nordöstlichen Ungarn. Im Selbstverläge des Verfassers Galgocz 1905. The New Era lllustrated ».agazine. Published monthly by The New Era lllustrated Magazine Company, Tribüne Building, New-York, City. Vol. VI. Juni 1905. Nr. 6. Contents: D. Wasserzuz: Mediaeval Jewisb Statesmen. Naphtali HeiH Imber: How J. Became a Heretic. CoraM. Cratty: A Dewdrop. (Poem). Ezra S. Brudnv: The Raid. I. D. Eisenstein: Topics of the Day in the Talmud. Max Cohen: Josef Süß Oppenheimer. Blanche Goodman: A Question of Race. A. B. Morgenster n: What is Theosophy? Mary D. McLean: Miscea Elman. Berthold Auerbach: Leather-Heart. Lawrence O liphant: The Jew and the Eastern Question. Prof. Richard Gottheit: In Ancient Footsteps. Russin and Biblival Prophecy. Harry L. Lewis: The Spiritual Drift of Anglo-Jewry. ln Stageland. Books and Bookmen. Notes and Comments. Nekrology. Of Interest to Jewish Readers. | Kriefkasterr. A B. C. O. Krohn in Borszegow ist kein Rabbiner, sondern ein ^Hochstapler, der sich nur darauf verlegt, Schnorrbriefe unter verschiedenen Borwänden abzuschicken, um die Mildtätigkeit reicher und ■ hochgestellter Personen auszunutzen. Dieses Individuum war schon mit einigen Monaten Kerkers für solch betrügerische Briefe und Fälschung von AmtSsiegelu verschiedener Kultusgemeinden bestraft. Dr. K. Bon 11 Millionen Juden in der ganzen Welt lebt heute schon ein Siebentel, etwa 1'/, Millionen in den Vereinigten Staaten, die nur noch von Rußland und Oesterreich mit 2 Millionen übertroffen werden; die Stadt New-Pork allein — auf der Ostseite ist ein richtiges Ghetto entstanden - besitzt heute 200.000 Juden mehr als m ganz Deutschland. Bon 75.000 Juden, die im Jahre 1v03 nach Amerika kämm — 50.000 aus Rußland, 25.000 aus Rumänien und Oesterreich-Ungarn — blieben 5ü.u00 allein in New-I>ork F. &. Der Kriegsberichterstatter der „Now. Wremja" schreibt in seinem Buche „Die Wahrheit über den Krieg" Seite 232: „Welche Anekdoten werden nicht von den Juden erzählt! Dennoch haven sich nicht wenige von ihnen während dieses Krieges prächtig ausgezelchner, als tapfere und überlegene Soldaten. Nicht wenige wurden von ihnen mit dem Georgskreuz geschmückt; viele tragen zwei und drei solche Kreuze an der Brust! Man beachte, daß dies Ehrenzeichen durch Stlmmabgaoe der Mannschaften einer Kompagnie und nicht durch die Vorgesetzten vergeben wird! Und wie werden die Juden von den andern Soldaten geliebt. Auch die Offiziere konnten lie nicht genug loben. Beim russi'chen Soldaten gibt es weder nationalen, noch religiösen Fanatismus." S. Auf die Anfrage eines Newyorker jüdischen Blattes teilte der japanische Kriegsminiiter mit, daß bis zum 1. April d. I. insgesamt 811 jüdische Soldaten in japanische Gefangenschaft geraten sind, von denen sich 415 ui Hamadera, 145 in Matsuyama, 93 in ylmedy, 48 in Ukuschiana, 28 in Ukurka und 2 in Tojohashi vefinden. Die Llite ist vor der Schlacht bei Mukden zusammengestellt; es dürfte anzunehmen sein, daß die Zahl der jüdischen Kriegsgefangenen nach derselben gestiegen ist. „Terratorialist". Nach einer Depesche vom 12. Juni rüstet sich bereits eine Deputation zum Kaiser von Japan, um den Juden das Riederlassungsrecht m der Mandschurei und Korea zu verleihen. «., LLien, Gottesdienst in Innsbruck und Meran. Es wird Sie niemand hindern, im Touristengewand am Gottesdienste teilzunehmen.?)♦ Z Eine Besprechung aus der Feder des Herrn Prof. Dr. Samuel Kraus zu pubtlziren, sind wir gerne bereit. „eifriger Leser 10V". Sie wünschen Auskunft über folgende Anfrage: „Die Dame hat nämlich keinen Bater und war Jude und Ihre Mutter ist Ehristin. Sie ist bis zum 10. Lebensjahre jüdisch erzogen worden und dann zur Ehristlicheii Glauben von Ihrer Mutter gelaust worden. Ich stelle nämlich an die werte Redaktion die Anfrage, ob dteselbe noch einmal die Religion lernen muß, da dieselbe dann heiraten will." Antwort: Die betreffende Dame muß beim Rabbinat in die jüdische Gemeinschaft förmlich ausgenommen werden. Wir ersuchen unsere geschätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der laufenden MbonnemLntsgebütir, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man sich der betgelegten Posterlagscheine bedienen. Die Administration der „Oesterr. Wochenschrift^ itrandeis’ illustr. isr. Volkskalender für das Jahr 5666, 25. Jahrgang, soeben erschienen, bietet nebst zwoi spannend geschriebenen Erzählungen auch noch eine Jahresrevue, Biographien und Bildnisse des Theodor Ritter «on Taussig, des niederländischen Staatsministers Karl As er, des k. u. k. Generalmajors Eduard Ritter von Schweitzer und einen dem verstorbenen Babbmer Dr. M. Kayserling gewidmeten Nachruf. JACOB B. BRANDEIS, Buchhandlung, Prag. Stotterer Erwachsene und Kinder, werden geheilt. Ferialkurs samt Pension im Zigeunerwald bei Bielitz. Beginn 7. Juli. — Dauer 4—6 Wochen. — Anerkennungsschreiben der k. k. Schulbehörden liegen vor. Oberlehrer GOLDBERGv Leiter der städtischen Heilkurse, sowie des Instruktionskurses an der Lehrerbildungsanstalt in Bielitz, Schlesien.

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