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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-07-07 · 27 (7.7.1905) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
27 (7.7.1905)
Date
1905-07-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette 424 Dr. JSlocb s Mocbens irirr. Nr. 37 Auch in der Tragik des Endes hatte Irma viel Gemeinsames mit David. Beide haben kein hohes Alter erreicht und Beide haben ihre Augen in der Fremde für immer geschlossen. Aber mit ihrem Wunsche für die Art ihrer Bestattung war sie nicht in Uebereinstimmung mit dem Geiste Kaufmanns und mit unseren Wünschen. Aber wir wollen der Unglücklichen wegen dieses ihrer Eigentümlichkeit entsprechenden Wunsches nicht grollen. Sie war ja sonst so charaktervoll, fest und treu in dem Eingehen auf die Wünsche ihres unendlich geliebten Gatten, und sie war ja auch sonst stets so lieb, so gut und so anhänglich an uns, den Angehörigen ihres Gatten! Uns wird daher ihr Andenken wie das des David Kaufmann immer teuer und heilig bleiben. Wir liebten sie beim Leben; wir werden sie weiter lieben. Wir und viele alte Freunde und Verehrer des unvergeßlichen David Kaufmann, welche zugleich Freunde und Verehrer seiner vortrefflichen Gattin waren, nehmen innigen Anteil an der Trauer der verehrungswürdigen Mutter und ihres ausgezeichneten Familienkreises. Auch das Andenken der teuren Toten wird von allen gesegnet sein. Dr. Rosenthal. „Ei« antisemitischer Stationsvorstand." Mit Bezugnahme auf den Artikel in Nr. 23 der „Oesterr. Wochenschrift" unter gleicher Ueberschrift sendet uns Frau Ludmilla Wellisch nachstehende Zuschrift der Direktion der Aspang- Eisenbahn: Wohlgeboren Frau Ludmilla Wellisch Wien, I., Schottenring 14. Den uns mit Ihrem Geschätzten vom 9. d. M. übermittelten Ausschnitt aus der „Oesterr. Wochenschrift" haben wir zum Gegenstand einer Untersuchung gemacht und hiebei — wie wir übrigens voraussetzen konnten — festgestellt, daß unser Statronsleiter in Seebenstein von dem im besagten Blatte kommentierten Inserate der „Deutschen Zeitung" gar keine Kenntnis hatte. An den Stationsleiter in Seebenstein wurde seitens des dortigen Verschönerungsvereines s. z. lediglich das Ersuchen gestellt, auf Anftagen über Sommerwohnungen Auskünfte zu erteilen, was von demselben begreiflicherweise nicht abgewiesen werden konnte. Die Wohnungsinserate in Zeitungen und dgl. besorgte natürlich der Verschönerungsverein selbst, ohne daß hierauf seitens des Stationsleiters Einfluß genommen worden wäre. Hochachtungsvoll Der Direktor: W. Herrdegen. Ei« jüdischer Rektor an einer deutschen Universität. Ein nicht unbedeutendes Ereignis hat sich an der Czernowitzer Universität vollzogen. Bei der am 24. v. M. abgehaltenen Rektorswahl wurde der Professor der allgemeinen Geschichte Dr. Sigmund Herzberg-Fränkel, ein Jude, zum Rektor für das Studienjahr 1905/6 gewählt. Es ist dies ein Fall, der sich nicht allzuoft an einer österreichischen, namentlich aber nicht an der Czernowitzer Universität ereignet. Denn obwohl an dieser Universität die Juden 50 Perzent der gesamten Hörerschaft ausmachen und diese ihren deutschen Charakter nur den Juden zu verdanken hat, weil unter den 361 Hörern deutscher Muttersprache nur 80 Arier sind, während die übrigen 281 Juden sind (weil die Nation der Juden nicht anerkannt wird), so kann doch das Verhalten dieser Universität in manchen die Juden betreffenden Fragen nichts weniger als judenfteundlich genannt werden. Dr. Sigmund Herzberg-Fränkel ist am 7. März 1857 zu Brody als Sohn des Handelskammersekretärs Leo Herzberg- Fränkel, des Verfaffers der „Jüdischen Erzählungen aus Galizien", geboren. Seit 1874 studierte er Jura an der Wiener, dann Geschichte an der Leipziger und Berliner Universität. Nach dem Erhalte des Doktordiploms im Jahre 1880 wurde er Mitglied des Instituts für österreichische Geschichtsforschung. Nachdem er sich im Jahre 1887 als Privatdozent für Geschichte des Mittelalters an der Wiener Universität habilitiert hatte, wurde er im Juli 1893 zum außerordentlichen und im November 1895 zum ordentlichen Professor für allgemeine Geschichte an der Franz Josef-Universität in Czernowitz ernannt. Rabbiner-Verband in Böhmen. Am 12. Juni d. I. fand in Prag im Sitzungssaale des jüdischen Rathauses, den das löbliche Präsidium der Kultusgemeinde freundlichst zur Verfügung stellte, die diesjährige Generalversammlung des Rabbiner-Verbandes in Böhmen statt. Der derzeitige Präsident Prof. Dr. Kurrein (Teplitz) eröffnete die Sitzung mit einer Ansprache, die in ein Hoch auf Se. Majestät dem Kaiser ausklang, in welches die Anwesenden begeistert einstimmten. Vor dem Berichte über die Tätigkeit des Ausschusses begrüßt der Präsident das jüngste Mitglied des Rabbiner-Verbandes Dr. Arje, Rabbiner in Dobkis, den Gast Dr. Oppenheim, Rabbiner in Olmütz, und gedenkt in rühmender Weise des verstorbenen Gelehrten I. H. Weisz in Wien und des Verbandsmitgliedes Adam Wunder, Kreisrabbiner in Budweis. Hierauf berichtet der Präsident von den unternommenen Schritten zur Hebung der Stellung der israelitischen Religionslehrer an den Mittelschulen, die zum Teil von Erfolg begleitet waren, da bereits mehrere Religionslehrer den Professor-Titel erhielten. Im Namen des Ausschusses reftriert Prof. Dr. Kisch (Prag) über die zu inaugurierende Prüfungskommission für das Amt israelitischer Religionslehrer an Volks-, Bürger- und Mittelschulen, mit deren Einsetzung ein Elaborat der Prager Kultusgemeinde- Repräsentanz sich beschäftigt und zu welchem auch der Rabbiner- Verband sich zu äußern aufgefordert wurde. In einer vom Präses- Stellvertreter Dr. Bendiener, Mitglied des Landesschulrates, einberufenen Vollversammlung präzisierte nun Prof. Dr. Kisch den Standpunkt des Rabbiner-Verbandes dahin, daß nicht mehr Laien als Rabbiner Mitglieder der Prüfungskommission sein sollen, daß diese Rabbiner nur theologisch-rabbinisch und wissenschaftlich qualifizierte Rabbiner sein dürfen, die der Rabbiner- Verband vorzuschlagen hätte, und daß das Präsidium der Prüfungskommission vom Plenum der Kommissionsmitglieder zu wählen sei. Hierzu wurde noch ein weiterer Vorschlag des Gefertigten angenommen, daß die Prüfungskommission für Volks- und Bürgerschulen außer drei Mitgliedern, die die Prager Kultusgemeinde, und drei Rabbinern, die der Rabbiner-Verband Vorschlägen solle, noch drei geprüfte israelitische Religionslehrer, die an Volks- oder Bürgerschulen wirken, zuziehen möge. Diese und noch andere Angelegenheiten von Wichtigkeit, die sich auf das religiöse Wirken der Rabbiner in den Gemeinden und auf ihre Stellung nach außen beziehen, wurden behufs Erledigung dem Ausschüsse überwiesen. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat für 1905—1906: Präsident: Dr. A. Kurrein-Teplitz; Vizepräsidenten: Dr. S. Stern- Saaz und Dr. A. Kisch-Prag; Beisitzer: Dr. A. Biach-Brüx und Dr. Hoffmann-Reichenberg; Kassier: Dr. K. Thieberger- Komotau. Prag-Karolinenthal. Dr. I. Hirsch dz. Schriftführer. Reisemomente aus Ungarn. Von Prof. E. N. Ich habe mich vom garstigenLied der Politik — in Ungarns Kapitale, wo man auf die Verhältnisse nach Kossuth noten schimpft, zn befreien gewußt und ging landeinwärts nach einem wenig gekannten Orte S z o l n o k (lies Solnok mit scharfem S). Wo ist Szolnok höre ich Sie, vielleicht auch viele Leser des Blattes fragen. Gestatten Sie mir, zu entgegnen: Wo der Ort ist, das ist nicht von Belang, ich lege ein Schwergewicht darauf wie ist er, und davon zu erzählen ist die Aufgabe meiner Zeilen, die nicht so zart empfunden sind, daß sie nicht den Druck ertragen könnten. Doch Scherz beiseite. Es ist mir ferne, hier ein magyarisches Städtebild zu entwerfen, item ich weile hier, und das kam so. Beim Ausgangspunkt der Lebensbestrebungen knüpfte ein gemeinsam sympathisches Fühlen ein Band zwischen mir und einem jungen Genossen, der seine eminente Feder in Themis Dienst gestellt, und schon dazumal — es mögen an dreißig Jahre sein — des bedeutenden Rechtslehrers

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