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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-06-23 · 25 (23.6.1905) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
25 (23.6.1905)
Date
1905-06-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 25 Dr Klocb's Mocbenscbritt. Sette 397 gezeigt wird, daß sie noch heute vom Gesetz geächtet, von der Menschheit ausgestoßen wären, wenn das alte Regime noch fortdauerte? Und prägt sich nicht der Respekt vor dem Recht, die Pflicht der Gerechtigkeit, der Kultus der Vernunft den jungen Gemütern in desto schärferen Zügen ein, wenn sie sich überzeugen, daß die gegenwärtige Zivilisation nur auf die Verwirklichung unserer historischen Ideale hinzielt, daß man sich ihr aber auch ohne Rückhalt hingeben müsse, wenn man das Werk der Ahnen fortsetzen und ein guter Israelit sein will? Im Geschichtsunterricht begrüßen wir eine neue Quelle moralischer Energie innerhalb der Gemeinde. Auf dem Gebiet der Lehrlingsausbildung arbeitet in Algier seit Langem der Verein „Le Travail“. Die Alliance widmet ihm eine beträchtliche Subvention. Die Ausbildung von weiblichen Lehrlingen wurde jedoch erst von der Alliance begonnen. Werkstätten für Wäschenähen, Strickerei und Schneiderei wurden geschaffen und haben glückliche Erfolge gezeitigt. In Constantine war überhaupt noch alles zn tun. Im Jahre 1904 hatte die Alliance daselbst 27 Lehrlinge unter ihrem Schutz: 13 Tischler, 11 Schmiede, 1 Sattler. 1 Photograph, 1 Steinmetz. Für die Mädchen wurden 2 Werkstätten für Schneiderei und für Wäschenähen eröffnet. Ein Zeichen des neuen Geistes ist die im Jahre 1903 zu Algier gegründete „Vereinigung für gegenseitige Unterstützung" (La Praternelle). Sie bekämpft auf mehr direktem Wege das alteingewurzelte Bettlerunwesen. Es ist zu wünschen, daß die Opferwilligkeit der französischen Juden die Alliance bald in die Lage bringe, ihr Werk auch auf andere größere Gemeinden, wie Oran (mit über 10.000 Seelen) und Tlemeen (mit 5000 Seelen) auszudehnen. Vermischtes. - Wien. (Generalmajor Ritter vonSchweizer.) Entgegen der Meldung eines Frankfurter Blattes können wir auf Grund von verläßlichen Informationen, die wir von einer Persönlichkeit erhalten, welche mit dem Herrn Generalmajor von Schweizer seit einem Vierteljahrhundert intim befreundet ist, erklären, daß die Mitteilung, wonach Generalmajor Ritter von Schweizer seinen Austritt aus dem Judentum erklärt hat, unwahr ist und jeder Grundlage entbehrt. Wien. Geehrte Redaktion! Unter Bezugnahme auf die in Nr. 18 Ihrer geschätzten Wochenschrift unter der Spitzmarke „Dr. Moritz Topolanski" dargestellte Angelegenheit bitten wir über neuerlich erfolgte Anfragen feststellen zu dürfen — wiewohl dies schon in Nr. 19 von beteiligter Seite geschah — daß der bekannte ausgezeichnete Primarius und Dozent Dr. Alfred Topolanski in keinem Zusammenhang mit dem in Rede stehenden Dr. Moritz T. steht. Hochachtungsvoll Verein zur Abwehr des Antisemitismus. Der neue Dekan der Wiener medizinischen Fakultät. In der am 17. d. M. stattgehabten Sitzung des Profefforen-Kollegiums der Wiener medizinischen Fakultät wurde für das Studienjahr 1905/06 der ordentliche öffentliche Professor der Anatomie Hofrat Dr. Emil Zuckerkandl zum Dekan der Wiener medizinischen Fakultät gewählt. Kaiser Franz Josephs-Ferienheim. In der abgelaufenen Woche hat der Verein „Ferienheim" seine ersten diesjährigen Kolonien expediert. Nach dem Jodbade Hall wurden zu sechswöchentlichem Kuraufenthalte zwölf mit schwerer Skrophulose behaftete Mädchen entsendet, wärend 135 Kinder in das „Kaiser Franz Joseph-Ferienheim" nach Tischnowitz abgegangen sind. Es find dies teils rekonvalescente, teils Mt Herz- oder Lungenaffektionen behaftete Kinder, die ihres Gesundheitszustandes wegen schon jetzt vom Schulbesuche befreit wurden und nun in der frischen, würzigen Luft, bei kräftiger Kost und unter fürsorglicher Pflege Genesung oder doch Linderung ihrer Leiden finden sollen. Insgesamt wird der Verein „Ferienheim" in diesem Jahre 550 Kinder in Heilbäder und Kolonien entsenden. Eine seltene Ehrung wurde der Präsidentin und Begründerin dieser eminent segensreich wirkenden Institution Frau Sofie Grünfeld beim Beginn des diesjährigen Kolonienbetriebes von Seite der Vorstandsmitglieder ihres Vereines zuteil, indem die letzteren aus eigenen Mitteln eine „Sofie Grünfeld-Widmung" ins Leben riefen. Das Widmungskapital wurde von der Wiener israelitischen Kultusgemeinde in Verwahrung und Verwaltung übernommen und hat die Bestimmung, daß aus dem Erträgnis nach Maßgabe desselben für immerwährende Zeiten alljährlich ein oder mehrere Kinder in das „Kaiser Franz Josephs-Ferienheim" entsendet werden. Das Vorschlagsrecht für die „Sofie Grünfeld-Widmungsplätze" ist der verdienstvollen Präsidentin und falls diese das Recht nicht mehr ausüben könnte oder wollte, deren Kindern zuerkannt. Das Widmungs-Promemoria nebst einer die unvergänglichen Verdienste um den Verein „Ferienheim" würdigenden Adreffe wurde der Präsidentin Frau Sofie Grünfeld vom Vereins- Vorstände korporativ überreicht. Friedland bei Mistek. Am 24. d. M. feiert Herr Sigmund Wechsberg mit seiner Gattin Rudolfine geb. Löw das Frst der silbernen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich ob seiner vornedmen Gesinnung und seltenen Herzensgute allgemeiner Wertschätzung und Hochachtung. Herr Wechsberg, der seit 30 Jahren an der Spitze des hiesigen Syuagogen-Vereines steht, bringt für die Erhaltung desselben große Opfer. Wir wünschen vom Herzen, daß das verebrte Ehepaar auch die Goldene Hochzeit in voller Rüstigkeit feiern möge. (Kraz. Statthalter Graf Clary hat dem Rabbiner der hiesigen Kultusgemeinde Dr. Mühsam der vor einigen Tagen sein 40jähriges Amtsjubiläum im engsten Familienkreise feierte, die Ehrenmedai l le für 40jährige treue Dienste zuerkannt. Slratznitz. (Trauung.) Dienstag den 4. Juli l. I. um 1 Uhr nachm, findet in der Synagoge der israel. Kultusgemeinde zu G a l a n t h a die Trauung des Fräulein Bertha Friedmann, Tochter des Herrn Rabbiners Dr. A. Friedmann in Straßnitz, mit Herrn Sanni Schlesinger, Sohn des Herrn Oberrabbiners Josef Schlesinger in Rajka, statt. Witkowitz (Mähren.) Der beim hiesigen Tempelvereiu seit I. d. M. neu eingetretene — früher bei der Kultusgemeinde in Golisch- Jenikau gewesene —' Kantor Herr Bernhard B o ch n e r hielt am Samstag, den 3. d. M., den ersten Gottesdienst ab, der einen sthr schönen Verlauf nahm und bei den zahlreich erschienenen Vereinsmitgliedern durch die angenehme, schöne Stimme und vornehm-windige Vortragsweise allgemeinen Beifall und wohlverdiente Anerkennung fand. Banjaluka. In der am 11. d. M. stattgefundenen Generalversammlung der hiesigen „Oesterr.-ung. israel. Kultusgemeinde" wurden die Herren Dr. Jur. Max Frank zum Präses, Moritz G r ü n w a l d zum Präses-Stellvertreter, die Herren B. Neubach, Moritz Jellinek, Isidor Herzler, Moritz Herzog und Julius Schnitzler in den Ausschuß und die Herren L. Kohn und V. Grünfeld als Ersatzmänner gewählt. Das Wahlergebnis hat große Befriedigung in unserer Gemeinde hervorgerufen. Am vergangenen Samstag ist der ganze Vorstand zur Thora gerufen worden, wobei unter den anderen Spendern auch der Präses K 20 und der Vizepräses K 100 für das zu erbauende Gemeindehaus mit einem Schulraume gespendet haben. Paris. Die Generalversammlung der I e w i s h Colonisation Association findet Sonntag den 2. Juli um 10 Uhr Vorm, im Sitzungssaale der Gesellschaft, 2 nie Pasquier, statt.

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