Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 20 (19.5.1905)
- Date
- 1905-05-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 20 Dr. JSlocb’s Mlocvenscbrltt. Seile 809 Korrespondenzen. Aus der öffentlichen Sitzung des israelitischen Knltnsvorftandes vom 14. d. M. unter dem Vorsitze des Präsidenten Dr. Alfred Stern. Im Einlaufe werden folgende Spenden bekannt gegeben: Bon den Hinterbliebenen nach dem jel. Herrn Direktor Moriz Bauer zur sofortigen Verteilung an Arme. . K 2.000.— ., Herrn kaiserl. Rat Leopold Sachs, zum Andenken an seine verstorbene Schwester Frau Sophie Prager für das Versorgungs-und Siechenhaus derKultusgemeinde „ 1.000 - „ Herrn Michael Sonnenfeld, zur Errichtung einer Michael und Hedwig Sonnenfeld-Widmung . ... „ 1.000.— „ Herrn Ignaz Wolf, anläßlich der Vermählung seiner Tochter für die Armenanstalt . . .K 2' 0.— „ „ Waisenanstalt.. 200.— „ „ Speiseanstalt und Religionsschule .„ 200.- für das Wöchnerinnenheim . ... „ 100.— „ „ Kaiser Franz Josef-Ferienheim „ 100.— zurVerfügung des Vertreter-Kollegiums „ 200.— „ 1.000,— „ Herrn Carl Hirsch, anläßlich der Vermählung seiner Tochter für die Armenanstalt.. 500.— „ Fran Louise Kuffler, anläßlich des Ablebens des Herrn Viktor Kuffler, zur Verteilung an Arme . . „ 400.— „ Herrn Moritz Edlen von Kuffner, für die Armenbeteilung anläßlich der Osterfeiertage K 200.— für Mazzotbeteilnng an Arme des XVI. und XVII. Bezirkes . . . . „ 200.— „ 400.- „ Herrn Salo Landau, anläßlich des Todestages seines Sohnes Dr. Moriz Landau für das Siechenhaus und für Arme.„ 400.— „ Herrn Maximilian Paul-Schiff, für die Armenanstalt „ 4<>0.— „ Fran Josefine Wölfler, aus deren Nachlasse zur Verteilung an Arme, welche im Sprengel der ehemaligen- Kultusgemeinde Währing wohnen.„ 4«>0 — „ Frau Josefine Wölfler, aus deren Nachlasse für das von der Gemeinde errichtete und verwaltete Versorgungshaus . „ 400.— „ Herrn Moritz Edlen von Kuffner, anläßlich des Sterbetages seines Vaters, zur Verteilung an Arme des XVI. und XVII. Bezirkes .„ 280.— „ Herrn Dr. Moriz Adolf, für das hiesige israelitische Spital.„ 200.— „ Herrn Dr. Josef Langer, als Legat der Fran Berta Spielmann, für das israelitische Versorgungshaus .K 100.— für das israelitische Waisenhaus . . . ., 100. - „ iOo.— „ Herrn Hermann Freistadtl, zur Verteilung an wahrhaft bedürftige Arme am Sterbetage der Frau Minna Freistadtl. 200.- „ Frau Rosalie Winter, anläßlich des Todestages ihres seligen Gatten Herrn Ignaz Winter, zur Verteilung an Arme . 100.— „ Herrn Emil Horner, noo. des Hauses Rothschild, zugunsten der armen Insassen des Jaiteles-Stiftungshauses.„ 100.— „ Von Herrn Dr. Jakob Engel, für das Siechenhans.. . . . K 25.— für das Ferienheim.„ 25 — für den Studenten-Unterstützungsverein . „ 25.— 75.— „ Herrn I. B., f/'r den Handlungskrankenverein ..K 25.— für die Ausspeisung armer Schulkinder - im XX. Bezirke.. . . „ 25.— „ 50.— „ Herrn Dr. Gustav Kohu, Vize-Präsidenten der israel. Kultusgemeinde, zur Verteilung an 4 Arme. ... „ ' 28.— „ Anonymus „CH", für Arme. 20.— „ den Herren Heinrich Engel, E. Ka., F. G. Hoffmann, I. Kapoczi, Bernhard Mandelbaum, Samuel Brandt und I. Horwath für den Betpavillon im k. k. Allgeineinen Krankenhause.„ 13.— „ Anonymus, zur Verteilung an Arme.„ 10.— „ Herrn F. Frankl, für einen armen, jüdischen Erblindeten .„ 4.— Entnahme der Sammelbüchse int Leopoldstädter Tempel (kleiner Tempel).„ 23.51 Von Frau Camilla Cohn, 1 Fauteuil für das Versorgungshaus. „ Frau Julie und Clara Glückstal ein Thoramanterl und Wickelband. „ Frau Anna Reimann einen weißen, goldgestickten Tbora-Seidenmantel. Von Herrn kaiserl. Rat Wilhelm Pollak, 900 Liter Wein für israelitische Arme der Bezirke XII—XV. „ Herrn Moriz Weiß, 100, Liter Wein für israelitische Arme der Bezirke Xlt-XV. Vor Uebergang zur Tagesordnung hält der Präsident dem jüngst verstorbenen Budapester Rabbiner Dr. M. Kayserling einen warmempfundenen Nachruf, hebt dessen hervorragende Leistungen auf wissenschaftlichem Gebiete und als Kanzelredner hervor. Die Wiener israelitische Kultusgemeinde war bei dem Leichenbegängnisse durch den 1. Sekretär kais. Rat Dr. Lieben und durch den Rabbiner Dr. F e u ch t w a n g vertreten, toelch letzterer am Grabe in ebenso ergreifender als formvollendeter Weise der Trauer um den Verewigten Ausdruck gab. Der Präsident verfügt unter Zustimmung der Anwesenden, welche sich zum Zeichen der Trauer von ihren Sitzen erhoben hatten, die Einverleibung dieser Trauerkundgebung in das Protokoll. Rechnungsabschluß. Vizepräsident kaiserl. Rat Dr. Hirsch erstattet das Referat betreffend den Rechnungsabschluß: Der vorliegende Rechnungsabschluß für das Jahr 1904 schließt — ich werde alle Ziffern mit Hinweglassung der Heller nennen — mit einem Aktiv-Saldo von X 83.741° — Dieser gegenüber dem Präliminare günstige Abschluß er-' klärt sich daraus, daß, wie es einer vorsichtigen Budgetierung entspricht, einzelne Einnahmsposten geringer, dagegen Ausgabsposten höher eingestellt wurden, daß weiters einzelne Präliminar-. Posten, so zum Beispiel die Reserve für die Renovierung der Mikwah per X 6000. -, der für ein Krankenpflegeriunen- Jnstitut eingestellte Betrag von X 10.000°—, endlich ein größerer Teil der allgemeinen Reserve per X 60.000°—, nicht zur Ausgabe gelangten. Nicht so günstig wie im Vergleiche mit dem Präliminare stellt sich der diesjährige Abschluß im Vergleiche zum Ergebnis des Vorjahres, welches mit einem Reinvermögen von Kronen 86.271°— schloß. Es resultiert daher für das Jahr 1904 eine Verminderung des Gemeindevermögens um X 2530°—. Die Kapitel „Bethausverwaltungen Leopoldstadt, Fünfhaus und Währing" weisen gegenüber 1903 eine Erhöhung der Ausgaben deshalb auf, weil im Jahre 1904 die Rabbiner-Bestellungen bereits vorgenommen rvaren. Das Bethaus Ottakring erforderte im Berichtsjahre für durchgreifende Renovierungen einen Betrag von X 6074.—, eine Ileberschreitung von X 4074.— gegenüber dem Präliminare. — Weitaus bedeutender werden die Kosten sein, welche zu den Adaptierungen des Leopoldstädter Tempels erforderlich sein werden. Ich kann heute bereits sagen, daß der Vorstand es sich mit den behördlich vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen nicht wird genügen lassen, daß er sogar — und ich sage dies im Namen .er weitaus überwiegenden Majorität — weit über diese Anforderungen hinauszugehen entschlossen ist. Hierzu kommt noch die gebotene Rücksichtnahme auf den großen künstlerischen Wert des Tempels, und ich glaube nicht fehlzugehen, wenn ich annehme, daß mit dem im Präliminare eingestellten Betrage im Hinblicke auf die vorliegenden neuen Projekte das Auslangen nicht gefunden werden wird. Den ungünstigsten Abschluß unter allen Zweigen der Gemeindeverwaltung weist das Kapitel „Fleischregie" auf; bei einer Steigerung der Ausgaben von X 88.090°— auf K 89.346 — sind die Einnahmen von X 66.714.— auf K 57.285°— gesunken, so daß sich der Zuschuß auf X 31.674°—, das ist um X 10.299°— erhöht hat. Ich hebe dies ausdrücklich hervor, um ein bei der gegenwärtigen Schächthetze sehr beliebtes Argument unserer Gegner, daß nämlich die Juden auf die Aufrechthaltung des Schüchtens nur deshalb so großen Wert legen, weil es eine große Einnahmsquelle für die Gemeinde bedeute, an der Hand von Ziffern authentisch zu widerlegen. Zum Kapitel „Mikwah" habe ich bereits eingangs meiner Ausführungen bemerkt, daß die für die Renovierung derselben eingestellten X 6000°— nicht zur Ausgabe gelangten. Eine