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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-05-12 · 19 (12.5.1905) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
19 (12.5.1905)
Date
1905-05-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr 19 Dr. Dlocb's WocdenscbrM. L>:uk 399 tötet, sechzig schwer verwundet. Viele Moskauer Juden erhielten von ihren Verwandten in Schitomir die telegraphische Bitte, um ausreichenden Schutz bei den Behörden nachzusuchen, da für den 9. Mai a. St. schreckliche Ereignisse befürchtet werden. Einwanderung russischer Juden nach Kuba. Aus Paris wird berichtet: Der kubanische Konsul in Nürnberg, Herr Max Lehmann, ist soeben aus der Durchreise aus Kuba in Paris angelangt und teilt hier interessante Details über die Rolle mit, welche das nunmehr befreite Kuba in der Frage der Plazierung der russischen und rumänischen Auswanderer jüdischen Glaubens spielen könnte und welche die Regierung dieser jungen aufblühenden Replupik zu übernehmen bereit ist. Konsul Lehmann hat in Regierungskreisen von Kuba die Idee angeregt, dem Mangel an Arbeitskräften, der in Kuba herrscht, durch die Begünstigung der Einwanderung von Juden aus Rußland und Rumänien abzuhelfen. Der Krieg hat die Zahl der ihr Vaterland verlassenden Juden vermehrt, das strenge Judengesetz in Rumänien vertreibt die Juden aus der alten, immer ungastlicher werdenden Heimat. Die russischen Juden, welche ihre Heimat und in vielen Fällen auch die russischen Waffen verlassen, sind zumeist landwirtschaftliche Arbeiter, und die aus Südrußland stammenden Juden sind Zuckerfabriksarbeiter, die rumänischen Juden sind Handwerker. Die kubanische Regierung hat rasch die angeregte Frage ausgegriffen und sich überzeugt, daß die Einwanderung dieser arbeitsamen Elemente von Nutzen für Kuba sein könnte. Die Ziffer des Exports aus Kuba hat im abgelaufenen Jahre 130 Millionen Dollars erreicht — zumeist wurde Zucker und Tabak exportiert. Die Bevölkerung des Landes ist kaum 1l/., Millionen Seelen auf einer Bodenfläche, mehr als genügend, um 20 Millionen Menschen zu ernähren. Seit der Befreiung von den spanischen Stiefmutterlande hat die Produktion auf Kuba einen enormen Aufschwung genommen. Derselbe wird in seiner weiteren Entwicklung durch den Arbeitermangel gehemmt. Die kubanische Regierung hat sich deshalb bereit erklärt, die Einwanderung der russischen und rumänischen Juden nach Kuba zu begünstigen und dafür auch materielle Opfer zu bringen. Das neue Eiuwanderungsgesetz, welches das Parlament soeben berät, wird die gesetzliche Basis für die Immigration beschaffen. Die Regierung wird für die Seefahrt der Einwanderer aus einem europäischen Hafen — wahrscheinlich Hamburg — aufkommen. Kubanische und amerikanische Finanzinstitute, welche große Interessen in Kuba haben, sollen die Eisenbahnsahrt bis Hamburg oder dem zu bestimmenden europäischen Abfahrtshafen zdhlen. Konsul Lehmann hat den Finanzinstituten seinen Plan entwickelt und prinzipielle Geneigtheit gesunden, die Ausführung desselben sicherzustellen. Es sollen zunächst 10.000 Juden aus Rußland und Rumänien nach Kuba gebracht werden. In St. Jago, wo die jüdischen Arbeiter in Minen arbeiten sollen — es sind keine tiefliegenden Bergwerke — sind Häuser für 1500 Familien bereit. Die Arbeiterhäuser für Fabriks- und landwirtschaftliche Arbeiter sind leicht herzustellen, da Holz in Masse vorhanden ist. Die kubanische Regierung verspricht sich große wirtschaftliche Erfolge von dem Einwanderungsgesetze und der Einführung der jüdischen Arbeiter. Bei der Organisierung der Einwanderung soll hauptsächlich auf geschulte Arbeiter und Handwerker Gewicht gelegt werden, da nur die Einführung dieser Elemente von Nutzen für die Insel ist. vermischtes. Kranzablösungsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa I., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sel. Sarah Horu: Von R. G. Leuchtag, Breslau X 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Moriz I e l l i n e k: Von I. Tänzer K 5.-, Max Niesenfeld, Brünn 10.—, I. Taussig 10.- , Ernst Singer 20.—, Salo und Julius Fischer 10.—, Jacques Walter 10. , Gabriel Bader 20.—, Heinrich Groß, Jägerndorf 10.—, Benedikt Kolliner 10.—, Ludwig Kolliner 10.—, Arnold Mandl 20—, Eduard Braun X 20.—. Zusammen K 155. . Anläßlich des Ablebens der sel. Amalia B a ch r a ch : Von ,Statt eines Kranzes für die teuere Mutter" X 100.— , Familie B. Bachrach 40.—, Brüder Schütz 40.—, Moriz Kohn und Frau 10.—, Dr. Emil Schwarz und Frau, Brünn 20.- , Emil Ornstein 20.—, Dr. Isidor Schnabl 20.—, L. Kandl 10.—, Tr. Adolf Stein und Frau X 20.—. Zusammen X 280 —. Anläßlich des Ablebens des sel. Friedrich Musitzky: Von Hermine und Adolf Egger, Budapest X 25. - , Rudolf Adler X 10.—. Zusammen K 35.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Hermann R e i s n e r: Von Max Bienenfeld X 10.-, Sigmund Aufrichtig 10.—, Adolf Aufrichtig 10.—. Dr. Brunner, Brünn 5.—, Limo» Kohn 5.—, Max Oberländer 10. , Josef Hauser, Mißlitz 10.—, I. Goldmann 5.- , Dr. Moriz Spitzer, Brünn 10.—, Leopold Spitzer, Mißlitz 10. — , Prof. Josef Baß'5.-, Dr. Alfred Spitzer X 10.—. Zusammen K 100.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Ladislaus Specht sen. :Von Julius Stern X 25.—, Isidor Mautner 30.—, Wilhelm Kuffner 40.—, Eleonore Schoßberg 10.—, .Hermine Waschmann 10.—, Witwe Abeles und Komp. 30.—, Georg Weiß 30.—, Theophile Knepler 14. , Josef Offer 10.—, Rudolf Pichler 2u. , Leopold Renda 2<>.—, O-kar Bondy 30.—, Dr. Spitzer .0.-, Simon Spitzer X 20 —. Zusammen X 309.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Mathilde B i e l i tz: Von S. Bielitz X -0.—, B. Stein 5.—, S. Beer 10.—, Wilbelm Bell 20.—, A. Pick 10.—, Jakob Kohn X 10.—. Zusammen X 75.— . Anläßlich des Ablebens des sel. B. D.: Von D. X 10.—. Die Sitzung des Bundestages des „Allgemeinen Oesterreichifch-Jfraelitifchen Bundes" findet Montag den 15. d. M., 10 U h r vormittags, im Sitzungssaale der Wiener Kultusgemeinde statt. Wien. (Israelitische Kultusgemeind e.). Die öffentliche Plenarsitzung des Kultusvorstandes findet Sonntag, den 14. Mai 1905, 11 Uhr vormittags, I. Seitenstettengasie 4, 2. Stock, statt. Tagesordnung: Rechnungsabschluß pro 1904 Wien. Der Verein zur Unterstützung ifrael. Handwerker und Kleingewerbetreibender, I., Krugerstraße 8, veranstaltet am Samstag, den 13. Mai 1905, präzis" ' ..7^ Uhr abends, im Sitzungssaale der israel. Kultusgemeinde,!., S-eitenstettengasse 4, 2. Stock, die XVI. ordentliche Generalversammlung. Herr kaif. Rat L i ch t e n st a d t hält einen Bortrag über „Jüdische Arbeit in Rumänien". Privat-Religionsschnte der „Adass JiSFOel“, II., Regerlgasse 2. Am 21. April fand an dieser Schule die Prüfung statt. Herr Rabbiner Fürst leitete dieselbe in Anwesenheit des Gesamtvorstandes der Adass Jisroel. Herr Professor M. Kanitz wohnte der Prüfung bei als Inspektor des Religionsunterrichtes und in Vertretung des Kultusvorstandes. Eltern der Schüler waren in großer Zahl anwesend Die Prüfung nahm den Verlauf, an den wir nunmehr seit sechs Jahren gewohnt sind: Sehr ausgedehnter Lehrstoff aus Pentateuch, Propheten, Hebräische Grammatik, Gebete-Uebersetzen, jüdische Geschichte und Religionslehre — vollständige Beherrschung dieses Lehrstoffes seitens der Schüler, was aus den ebenso raschen als präzisen Antworten klar hervorging. Die Anerkennung war demnach auch eine lebhafte. Herr Professor Kanitz würdigte in warmen Worten die Leistungen der Anitalt und besonders die aufopfernde Tätigkeit Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Fürst. Herr Rabbiner Fürst dankte und pries in schwungvollen Worten die Tätigkeit des Lehrkörpers und Vorstandes und ermahnte die Kinder, sich der vielen Opfer würdig zu zeigen durch eifriges Lernen und noch eifrigeres Befolgen der empfangenen Lehren. Die Frequenz beträgt 150 Zöglinge. Wien. Am 16. April fand die ordentliche Generalversammlung des Vereines „Beth Hamidrasch Thora Ez Chaim" im Vereinslokale, II., Große Schiffgaffe 8, statt. Obmann Herr Philipp Back begrüßte die Versammlung und speziell Herrn Adjunkten Julius Braun als Vertreter des Kultusvorstandcs. Er verlas den Rechenschaftsbericht, aus dem sich stetig steigende Ausgaben ergeben, und richtete einen dringenden Appell an die^Mitglieder, für den Verein Propaganda zu machen, damit derselbe auf der seit nahezu 50 Jahren befolgten Bahn zur kräftigen Förderung des Thorastudiums fortschreiten könne. Ter Jahresbericht wurde genehmigt, die turnusmäßig ausscheidenden Herren Adolf Bernfeld und Wilhelm Kritzler wieder-, Herr Isidor Frommer neugewählt. Wien. (Spende). Laut Aufruf in der vorigen Nummer unseres Blattes find uns für den Tempelbau in Innsbruck vom Herrn H. S. Funkelstern X 2.— zugekommen.

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