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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-05-12 · 19 (12.5.1905) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
19 (12.5.1905)
Date
1905-05-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 19 Dr. Llocb s MocbenscbrM. Seite 393 gezollt, daß der Verein bei seinen beschränkten Mitteln Außerordentliches leiste. Herr Direktor Hecht machte auf das Mißverhältnis aufmerksam, das zwischen den Kosten des Inkasso und den Mitgliederbeiträgen bestehe. Die Anregung, statt der monatlichen die vierteljährige Einforderuvg der Einzahlungen durchzuführen, fand daher fruchtbaren Boden, dagegen wurde der Antrag, den Jahresbeitrag von K 7.20 auf K 8.— zu erhöhen, nach lebhafter Debatte abgelehnt. Die Hauptversammlung beschäftigte sich sodann eingehend mit den von der Vereinsleitung vorgeschlagenen Satzungsänderungen. Zu eingehenden Erörterungen gab der Vorschlag Anlaß, der Vereinsleitung das Recht zur Kooptierung von Beiräten unbeschränkt einzuräumen und wurde schließlich der Antrag des Oberrevidenten S t r a ch, der Vereinsleitung das Kooptionsrecht auf 5 Beiräte mit Sitz und Stimme in der Vereinsleitung zuzugestehen, angenommen. Die Beiräte sollen ständige Referate in besonderen Fragen zugewiesen erhalten. Die Nominierung der Herren Direktor Hecht, Doktor Schick, Dr. Friedländer, Oberrevident Strach und Karl L a n d e i s wurde mit lebhaftem Beifall begrüßt. Bei den vorgenommenen Wahlen wurden die ausscheidenden Vereinsleitungsmitglieder Jakob Herzog, Moriz Oesterreicher, Moriz Stärk und Ludwig Spitzer wiedergewählt. Der Antrag, dem Obmanne Dr. G r u n w a l d für seine tatkräftige, von Erfolgen gekrönte Leitung den Dank des Vereines auszusprechen, wurde von der Versammlung mit lebhafter Zustimmung angenommen. In der am folgenden Tage ebenfalls zahlreich besuchten Hauptversammlung des Armen-Unterstützungsvereines „Nuskil e 1 d o 1“ erstattete Obmann Herr Samuel Mohr den Rechenschaftsbericht. Der Mitgliederstand ist von 152 auf 184 gestiegen, überdies zählt der Verein 36 Förderer. K 2222.— wurden im Berichtsjahre wahrhaft bedürftigen Glaubensgenossen zugewendet. Sein Aufblühen hatte der Verein hauptsächlich der Mitwirkung des Damenkomitees zu danken, an dessen Spitze Frau Rabbiner Dr. G r u n w a l d stand und der tatkräftig die Damen Frau Sophie Duschinsky, Frau A. G r a bkowicz, Frau S. Hirsch. Frau Oberkantor S. Jurberger, Frau N. K i r s ch m a n n, Frau Dr. I. Markovicz, Frau Dr. S. N a tz l e r, Frau Dr. L. P o l l a k, Frau Doktor H. R i e g e r, Frau Dr. S. Schick, Frau S. Stern und Frau Oberrevident S t r a ch Mithilfe leisteten. Ein unter reger Beteiligung der Familien des Damenkomitees ins Leben gerufener, während der Wintermonate abgehaltener Kegelabend, um dessen Leitung sich Herr Oberrevident Hermann S t r a ch als Obmann und Herr Dr. Heinrich Friedländer als Kegelwart und Herr Weinberger bemühten, hat den Vereinszwecken in den wenigen Monaten seines Bestandes K 300.34 ein gebracht. Die israelitische Kultusgemeinde Wien hatte dem Vereine eine Subvention von K 300.—, Baronesse Sprin ger eine Spende von K 400.—, Herr Kommerzialrat Gottlieb Taussig K 100.— und Frau M. S ch ö n m a n n K 200.— zugewendet, wofür den Spendern der Dank votiert wurde. Bei Besprechung der Satzungsänderungen wurde über Antrag des Oberrevidenten S t r a ch beschlossen, einer Dame stets Sitz und Stimme in der Vereinsleitung einzuräumen. Der Antrag des Obmannes der Chewra-Kadicha Neufe ld, der Verein solle eine Verschmelzung mit dem im Bezirke bestehenden Frauenverein anbahnen, wurde nach lebhafter Debatte dem Vorstand zur Prüfung überwiesen. In die Vereinsleitung wurden gewählt die Herren: Jakob Duschinsky, Isidor Gelbard, Max Haas, Karl L a n d e i s, Adolf L ö w e n st e i n, Samuel Mohr, Alexander Simon, Siegfried Stein, Hermann S t r a ch, Hermann W e i n b e r g e r, die Damen: Duschinsky Sofie, Grabkowicz Mizzi, Grunw ald Margarete, Hirsch Fritzi, Jurberger Klara, Kirschmann Berta, N a tz l e r Frieda, P o l l a k Gisela, Schick Olga, Stern Betty, S t r a ch Stefanie. Bei den konstituierenden Sitzungen der beiden Vereine wurden als Funktionäre gewählt: Für den Talmu d-T hora- Verein: Obmann Ebrw. Dr. G r u n w a l d, I. Stellvertreter Kommerzialrat Herr Taussig, II. Stellvertreter Herr Herzog, Schriftführer Herr Gelbard, Kassaverwalter Herr Stärk, Für den Jsraeletischen Armen-Unterstützungsverein Maskil el dol: Präses Herr Sam. Mohr, I. Vizepräsidentin Frau Margarethe Grunwald,!I. Vizepräses Herr Hermann Weinberger, mit besonderen Funktionen wurden die Herren Duschinsky, Frau Dr. Schick, Herr G e l b a r d, Herr Ober-Rev. S t r a ch, Herr Haas und Herr Simon betraut. * * * St ... . Am 24. April 1905 fand die 40. ordentliche Generalversammlung der Chewra-Kadischa Fünfhaus unter starker Beteiligung der Mitglieder statt. Erschienen sind: Kultusvorsteher kais.Rat Herr Wilhelm Pollak. Obmann der Bezirks-Kommission Herr Samuel Mohr, Obmann des Bethausvorstandes, Herr Samuel Steiner, Dr S. Schick, Ehrenpräses Herr Adolf Grün spann. Der Präses Herr Heinrich N e u f e l d eröffnet die vierzigjährige ordentliche Generalversammlung und begrüßt die Erschienenen auf das Herzlichste. Hierauf wurde der Rechenschaftsbericht zur Kenntnis genommen, dem Vorstande das Absolutorium erteilt und dem gesamten Vorstand für seine aufopfernde Mühewaltung und Tätigkeit der Dank und die vollste Anerkennung seitens d r erschienenen Mitglieder ausgesprochen. Der Revisor Herr S. Hönigsberg sprach in Worten vollster Anerkennung dem Kassier Herrn Anton Stern, sowie dem Sekretär des Vereines Offizial Herrn Moritz Knrzw e i l, für ihre Tätigkeit den vollsten herzlichsten Dank aus. In dem Rechenschaftsberichte wurde die hochherzige Spende des Präsidenten der Chewra-Kadischa in Wien Herrn Kullusvorsteher Salo Cohn freud'gst zur Kenntnis genommen. Nach verschiedenen Beratungen in Chewra-Angelegenheiten wurde die Ergänzungswahl vorgenommen und wurden die Herren Jakob Duschinsky, Leopold Land eis, Alexander Simon, wieder- und Herr Arnold Landsberger und Josef L ö w y neugewählt. Herr Arnold Landsberger dankt für die auf ihn gefallene Wahl, verspricht das ihm geschenkte Vertrauen vollstens zur Geltung zu bringen und seine Tätigkeit der Chewra-Kadischa nach bestem Wissen und Können zu widmen. Bei der hu rauf stattgefundenen Konstituierung des Vorstandes wurde Herr Jakob Duschinsky zum Präses-Stellvertreter wiedergewählt. Nunmehr ermahnt der Präses den Vorstand, voll und ganz für die Chewra zu wirken, das Ansehen derselben in jeder Bestehung zu fördern. Korrespondenzen. Der Polenklub gegen das Schächtverbot. Die Abgeordneten Dr. Byk und Genossen bringen folgende Interpellation an den Minister des Innern ein: „Der Wiener Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung den Beschluß gefaßt, daß sämtliche in den Wiener städtischen Schlachthäusern zur Tötung kommende Schlachttiere, bevor ihnen das Blut entzogen wird, durch Stirnschlag vollständig zu betäuben find. Dieser Beschluß gleicht vollständig dem Verbote der nach jüdischem Ritus bestehenden Schächtung, weil der Stirnschlag und die Betäubung des Tieres vor Vornahme der Schächtung als rituell unzulässig den rituellen Charakter des Schächtens aufhebt und der Genuß des Fleisches eines solchen Tieres für die Juden nach den Satzungen ihres Kultus untersagt ist. Die Schlachthäuser der Stadt Wien sind öffentliche und mit dem Schlachthauszwange ausgestattet, was die gesetzliche Konsequenz hat, daß in der Stadt Wien gewerbsmäßig anderswo als in den öffentlichen Schlachthäusern eine Schlachtung nicht vorgenommen werden darf. Das „Schächten", die rituelle Schlachtung des zum Genuffe durch israelitische Glaubensgesetze bestimmten Viehes,

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