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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-04-28 · 17 (28.4.1905) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
17 (28.4.1905)
Date
1905-04-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 17 Dr. Dlocb's MocbenscbrtN. Seite 367 drohender zu werden beginnen, hat ein Teil der jüdischen Bevölkerung Vorkehrungen zur Gegenwehr getroffen. Die Sicherheitsbehörde, welche hievon Kenntnis erhielt, ließ bei zahlreichen Juden Hausdurchsuchungen vornehmen, und der Gouverneur hat den Kaufmann Moses Silbermann, in dessen Laden und Wohnung in sünfunddreißig Fässern verborgen gehaltene Revolver gefunden wurden, in administrativem Wege zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Jüdische Bürger von M o h i l e w wenden sich an die Presse mit der Bitte, zu veröffentlichen, daß sie eine Organisation zur Veranstaltung einer Judenhetze in Mohilew aufgedeckt hätten. Selbst in der dortigen Filiale der Reichsbank gingen hetzerische Aufrufe von Hand zu Hand. In der Stadt sammeln sich große Massen von Zigeunern, die besonders unverschämt auftreten. Da beim Gouverneur rechtzeitige Hilfe nicht zu erwarten ist, wird das Schlimmste befürchtet. Für die Juden in Rußland sind für Anfang Mai schlimme Tage zu befürchten. Samarkand (Kaukasus). (Die väterliche Fürsorge derRegierung s ü r d a s W o h l der Juden.) Der Gouverneur erteilte den Bürgern das Recht, Waffen zu halten zum Zwecke der Selbstverteidigung; ausgeschlossen von diesem Rechte werden nur die Juden. Hierzu bemerkt die Zeitung „Samarkand", es wolle ihr nicht einleuchten, warum die Juden von diesem Rechte aus geschlossen worden sind. Wer solle denn in der gegenwärtigen Anarchie die Juden verteidigen, deren Leben sicherlich doch am ehesten gefährdet ist? Es sei doch gar nicht denkbar, daß die Regierung, die, wo es sich um die Ehre Rußlands handelte, 40.000 Juden auf den mandschurischen Kriegsschauplatz schickte, Bedenken haben sollte, ihnen Waffen anzuvertrauen. Juden auf dem Schlachtfeld. Aus Newyork wird geschrieben: Auf Ellis Island, wo während der letzten Monate Tausende von Einwanderern eintrafen, die die alte Heimat verließen, da sie sich nicht als Kanonenfutter benutzen lassen wollten, erregte ein Ankömmling Aufsehen, der nicht weniger als sechs Kriegs- und Tapferkeitsmedaillen auf der Brust trug. Der mit den vielen Abzeichen Dekorierte war Elias Leiser, ein Israelit, der unter britischer Flagge in drei Weltteilen gedient hat. Leiser traf im Zwischendeck der „Oceanic" ein und begab sich zunächst nach dem jüdischen Jmmigrantenheim, 402 Cherry Str. Der 42jährige Mann ist in Manchester in England geboren. Schon sein Vater war in Amerika und auch er fand, wie der Sohn nach ihm, am Kriegshandwerk Gefallen. Leiser sen. machte, wie der Sohn durch dokumentarische Belege bewies, vor mehr als einem halben Jahrhundert den Krieg gegen Mexiko mit. Die eine der Medaillen, die Elias Leiser auf der Brust trug, ist ein prächtiges goldenes Kreuz mit einem großen Diamanten in der Mitte. Das Kreuz trägt die Aufschrift: „For Bravery, Kimberley". Während des Krieges im Transvaal holte Leiser die Leiche seines Regimentsobersten aus dem dichtesten Kugelregen heraus. Der Held wurde dabei von nicht weniger wie fünf Kugeln getroffen. Auch in Indien hat Leiser schweren und gefahrvollen Dienst versehen. „Ich war keineswegs der einzige Israelit, der im Transvaal für England kämpfte", erklärte Leiser. „Bei unserem Truppenkörper waren es fünfzehn Mann, die am Verföhnungstag sich zum ARottesdienst vereinigten. Am nächsten Tage ging es ins Treffen, und am Abend war ich von den Fünfzehn der Einzige, der noch am Leben war." Leiser ist von großer, stattlicher Figur, und die Jüdische Hilfsgesellschaft hat ihm ihre Dienste bei der Erlangung von Arbeit hier angeboten. Vermischtes. Kranzablösungsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa Wien, l., Seitenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Viktor Ku ffl e rr Bon Julius Hellmann Kronen 40.-, S. Otte 20.-. Isidor Mautner 20.—, Arnold Mandl 20.—. Zusammen: Kronen 100.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Alexander Deutsch: Von Hermann Frankl Kronen 1.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn David Deutsch: Von Karl Schnabl Kronen!0.—, Joses Cchrenreich, Brünn 10.—, Max Deutsch 2. . Zusammen Kronen 22. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Cbarlotte Prochnik: Von Friedrich Schiller Kronen 10.—, Jacques Fi chl 10. . Zusammen Kronen 20.-. Anläßlich des Ablebens der sel. Katharina L r ch t e n st e r n : Von Emil Fürth Kronen 20.—, Moriz Tonreich 5.— , Dr. Alois Friedjung 10.—, Berthold Fischer 10.-, Caroline Lichtenstern l0.-, Michael und Serafine Lichtenstern 10. J»g. Zuckermann 10.—, Heinrich Sonnenfeld 10.—, Dr. Hugo Lichtenstern 10.—. Zusammen Kronen 95.— . Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Ignaz L u st i g: Bon Frau M. L. Kronen K'.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Isidor Vogel: Von Joses Paunzen Kronen 10.--, Architekt Lindner 10.—, Emil Morgenstern 10 —, Tr. Wolfgang Hansa 10. -. Zusammen Kronen 40.- . Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Martha Chat: Von Herr und Frau Jonas Weil Kronen 00.—, Heinrich Bäck 10.—, Markus Fischer und Frau 10.—. Zusammen Kronen 50.-. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Betti Landauer: Von Isidor und Auguste Kanitz Kronen 20.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Josefine Reschovsky: Von Richard Skal Kronen 2.—, Gnuav Deutsch und Frau 5.—, Moriz Lustig und Frau 5.—, Josef Reschovsky 5.—. Zusammen Kronen 17.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Wilhelm L ö b l: Von Ludwig Rosenzweig Kronen 10.-. Anläßlich des Ablebens des sel- Herrn Josef Reubrunn: Von Adolf Steiner Kronen 2.—, Theodor Reiser 2.—. Zusammen Kronen 4.—. Wien. (I s r a e l i t i s ch e K u l t u s g e m e i n d e.) Der Kultusvorstand bringt hiermit zur Kenntnis, daß in Gemäßheit des § 91 des Statutes der israelitischen Kultusgemeinde Wien die Rechnungsabschlüsse über die Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde und sämtlicher unter Gemeindeverwaltung stehender Fonde und Anstalten für das Jahr 1904 vom 24. April ab, durch 14 Tage im Sekretariate (I., Seitenstettengasse 4, II. Stock) zur Einsicht der Gemeindemitglieder aufliegen. Die Gemeindemitglieder sind berechtigt, innerhalb dieser Frist ihre Erinnerungen schriftlich einzubringen. Die öffentliche V o r st a n d s s i tz u n g zur Erledigung der Rechnungsabschlüsse wird auf Sonntag den 14. Mai 1905, vorm. 11 Uhr, (Sitzungssaal der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, II. Stock) anberaumt. Wien. („ O e st e r r e i ch i s ch - I s r a e l i t i s ch e U n i o n".) Samstag den 29. April 1905, abends */„ 8 Uhr, findet im Restaurant Guth, II., Stefaniestraße 14, die Zwanzigste Generalversammlung der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" statt. Tagesordnung: 1. Mitteilungen des Vorstandes. 2. Rechenschaftsbericht. 3. Kassabericht. 4. Wahlen in den Vorstand. 5. Anträge und Interpellationen. Wien. Der israelitische Wohltätigkeits- und Krankenunterstützungs-Verein „Mazmiach Jeschua" — „Hilfe und Heil", Wien, II., Leopvldsgasse 29, veranstaltet am Sonntag, den 30. April 1905, um 3 Uhr nachmittags, im Sitzungssaale der Synagoge, II., Leopoldsgasse 29 die ordentliche Generalversammlung. Wien. (Verlobung.) Fräulein Stephanie F i a l l a, Tochter des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Hermann Fialla in Wien, hat sich mit Herrn Karl Forchheimer, Mitchef der Firma Hugo Forchheimer in Frankfurt a. M. und Neworleans, verlobt. Wien. (T r a u u n g.) Dienstag den 2. Mai l. I. um 1 Uhr mittags findet im Bethause I!., Große Schiffgasse 8 die Trauung des Fräulein Elsa Kunstadt, Tochter des Herrn Hermann K u n st a d t, mit Herrn Emanuel K o h n aus München statt. Wien. (Trau u n g.) Sonntag den 30. April l. I., um 3 Uhr nachmittags, findet im Tempel IX., Grüne Thorgasse 13 die Trauung des Fräulein Helene W i l h e l m, Tochter des kaiserl. Rates Herrn Ignaz Wilhelm, mit Herrn Doktor Gustav H a y, Sohn des kaiserl. Rates Herrn Moriz H a y, statt.

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