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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-04-14 · 15 (14.4.1905) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
15 (14.4.1905)
Date
1905-04-14
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 236 Dr. Llocb's Mocbenscbrttt. Nr. 16 Wien. (Die Ausstellung für berufliche Frauentätigkeit.) Die Ausstellung bietet ein interessantes Bild mannigfacher Frauentätigkeit in humanitärer, gewerblicher und künstlerischer Beziehung. Das meiste Interesse erweckt der linksseitige Saal, in dem hauptsächlich humanitäre Einrichtungen ausgestellt sind. Der segensreich wirkende Verein „Kaiser Fra nz Josefs-Ferienheim" bringt seine humanitäre Wirksamkeit in Wort und Bild in anschaulicher Weise zur Darstellung. Eine statistische Tabelle veranschaulicht die gesamte Tätigkeit des Vereines, der seit seinem dreizehnjährigen Bestände 5541, im letztverflossenen Jahre 540 Kinder in seine Kolonien entsendete. Besondere Beachtung findet ein von der altrenommierten Firma Würthle & Sohn, I., Kärntnerstraße 12, in hochherziger Weise gespendetes, nach einer kleinen Photographie hergestelltes und bedeutend vergrößertes Bromsilberbild, welches das eigene Heim des Vereines in Vorkloster-Tischnowitz und eine reizende Kindergruppe auf dem Spielplätze darstellt. Wie«. (Spende.) Herr und Frau M. Steiner aus Horazdiowitz haben aus Anlaß eines glücklichen Familienereignifies eine Spende von K 100.— für die unglücklichen ruffischen Juden uns zugesendet. Wir haben den Betrag seiner Bestimmung zugeführt. Museum für jüdische Altertümer. Das der „Gesellschaft für Sammlung und Konservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums" unterstehende Museum für jüdische Altertümer, II., Praterstraße 28, bleibt bis auf Weiteres geschloffen. Wieu-Füushaus. Die Vorbereitung für die diesjährige Konfirmation im Tempel XV., Turnergaffe 22 beginnt am Samstag den 29. April d. I. im Lokale der Talmud Thoraschule, XV., Turnergasse 22. Wie«. Von einem herbett Schicksalsschlage ist die Familie des Herrn Öskar Ä ü e r b a ch, k. k. Oberrechnungsführer in Wien, durch den Tod ihres einzigen O'/.^jährigen Kindes, Bertha ereilt worden. Der trauernden Familie wenden sich ällgeüieine Sympathien zu. Wie». (GästezumSederabend.) Wer im Sinne des Festes und der Humanität solche Gäste aus den Reihen der verwaisten oder verlaffenen Kinder einzuladen gewillt ist, wird gebeten, seine Adresse an Direktor Mautner, II., Castellezgasse 2, einsenden zu wollen. Auf daß auch diesen Armen Licht werde bei den Kindern Israels! Wien. Der Verein „Tefi1a8 Haneorim“ veranstaltet am Pessachfeste im Bet-Hamidrasch, II., Tempelgasse, einen Gottesdienst ausschließlich für die Jugend. Beginn des Gottesdienstes: Abends um 6'/4 Uhr. Morgens um 8 Uhr Wien. (Trauung.) Sonntag den 16. April l. I.,- um 11 Uhr vormittags, findet im Tempel der Seitenstettengaffe die Trauung des Fräulein Anna Brill mit Herrn Moriz Siegmann, Abteilungschef bei der Versicherungsgesellschaft „New-Dork", statt. Wien. (Trauung.) Sonntag den 9. April l. I., um 1 Uhr nachmittags, sand im Tempel der Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Fanny Hirsch, Tochter des Herrn Carl Hirsch, mit Herrn Alfred I a r a y aus London statt. Wie«. Sonntag den 16. April d. I., 1 Uhr mittags, findet im Stadttempel die Trauung des Frl. Dora T e l t s ch e r, Tochter des verblichenen Kultusvorstehers Heinrich T e l t s ch e r, mit Herrn Ignaz Reich statt. Wie«. (Prediger Mannheimer-Vere in.) Am 17. Oktober d. I. gelangen die Zinsen des „Prediger Mannheimer-Vereines" zur Verteilung. Anspruch auf diese Unterstützung haben Rabbiner, Prediger und Lehrer in Oesterreich-Ungarn, welche dienstunfähig geworden sind, oder deren Witwen und Waisen. Die Bewerber müssen in einer Gemeinde, welche mindestens 50 Mitglieder zählt, wenigstens durch 10 Jahre das Amt in würdiger Weise verwaltet baden. Beamte großer, notorisch reicher Gemeinden sind ausgeschlossen. Die Würdigkeit der betreffenden Beamten, sowie die Dienstunfähigkeit sind nachzuweisen. Ungestempelte Gesuche sind längstens bis am 30. Juni d. I. unter der Adresse: ..Vorstand des Prediger Mannheimer-Vereines" in Wien, I.. Eßlinggaffe 7 zu übersenden. Wien. Der Unterrichtsminister hat eine Rötelzeichnung des Profeffors David K o h n, den Kopf eines polnischen Juden darstellend, für die Moderne Galerie angekauft. Kohu, der wiederholt von Sr. Majestät den Kaiser ob seiner künstlerisch ausgeführten Porträts belobt und ausgezeichnet wurde, ist durch seine meisterhaften künstlerischen Arbeiten in Röteltechnik in früheren Ausstellungen bereits ausgefallen. Die jetzige Frühjahrs-Ausstellung im Künstlerhause enthält auch mehrere hervorragende Arbeiten des Künstlers. Zur Nachahmung empfohlen. Bei der am 5. d. M. in der Familie des Herrn Rudolf Kraus, Ober-Offizials der israel. Kultusgemeinde, stattgefuudeuen Sude, veranstalteten die Festgäste eine Sammlung zu Gunsten armer Wöchnerinnen. Das Ergebnis im Betrage von K 21. - wurde dem Verbände zur Unter st ützung armer israelitischer Wöchnerinnen, I., Seitenstettengasse 4, überwiesen. Erster Wiener Jüdischer Turnverein. Am 25 März d. I. veranstaltete der Erste Wiener Jüdische Turnverein im Ballsaale Ronacher sein diesjähriges Kostümkränzchen. das außerordentlich gut besucht war und einen glänzenden Verlauf nahm. Als Eröffnung wurde von 20 in Blumen gekleideten Turnerinnen ein abwechslungsvoller vom I. Turnwarte Herrn Rudolf Pollak komponierter graziöser Reigen vorgeführt, der vielen Beifall fand. Die Teilnehmerinnen am Reigen erhielten zur dauernden Erinnerung an dieses schöne Fest große Bouquets mit Fächern, auf denen das Vereinsabzeichen in Handmalerei — eine hübsche Arbeit des Vereinsmitgliedes Herrn Ingenieur Türkl — angebracht war. Zum ersten Male, wenn auch noch in geringer Zahl, konnte man auf diesem Feste historlsche jüdische Kostünie an jüdischen Mädchen bewundern und ist es besonders erfreulich, daß es Turnerinnen waren, die in dieser Richtung mit io schönem Beispiele vorangingen, das aller Nachahmung in jüdischen Kreisen wert wäre. Wie bei Turnerkränzchen nicht anders zu erwarten, wurde mit Ausdauer und Lust bis in den frühen Morgen hinein getanzt und noch beim letzten Galopp war der schöne Saal von tanzenden' Paaren gefüllt. Das Fest war ein schöner Erfolg des rührigen, aller Förderung würdigen Vereines, der seinem Ziele, der gesellschaftliche Sammelpunkt der jüdischgesinnten jüdischen Kreise Wiens — ohne Unterschied ihrer Parteistellung — zu werden, durch solche Veranstaltungen immer näher kommt. Hoffentlich wird auch die Matinee, die dieser Verein zu Gunsten seines Turnhallen-Baufondes im Demschen Volkstheater am 16. d. M. veranstaltet, von gleichem moralischen und materiellem Erfolge begleitet sein! Die Matinee bringt die erste Aufführung eines Herzlichen Stückes seit dem Tode des Autors. Zur Aufführung gelangt mit den ersten Kräften dieser Bühne das Lustspiel „Unser K ä t h ch e n" von Theodor Herzl. Zentralstelle für den Kartenverkauf: Siegfried Beer, I., Zelinkagasse 3. — Telephon 17155. Kranken-, Witwen- und Waisen-Unterftütznngsverein „Chesed sollet Emes“. Sonntag den 9. d. M. fand im Saale des Restaurant Guth die diesjährige ordentliche Generalversammlung dieses Vereines statt. Der Präsident Herr Siegfried Beer eröffnete die Generalversammlung, indem er in erster Linie der im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder in pietätvoller Weise gedachte. Der Präsident richtete ferner einen warmen Appell an die Versammelten üm Zuführung neuer junger Mitglieder, indem er den Verein mit einem alten Baume verglich, der zu seiner Regeneration frischer Säfte bedürfe. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes wurde dem Vorstande einstimmig das Absolutorium erteilt und hierauf zur Neuwahl des Vorstandes geschritten. Es wurden die statutengemäß alljährlich ausscheidenden Vorstandsmitglieder, und zwar die Herren: Fantl Wilhelm, Groß Moritz, Hupka Adolf, Lustig Max. Krasny Philipp, Mittler Jakob, Schickler Sigmund, Schlesinger Moritz, Wachster Jakob, Weiß Hugo und Wiener Daniel per aeelawationsm wieder- und die Herren Guido Fuchsgelb und Josef Petersilka — Beide Beamte der israelitischen Kultusgemeinde — in den Vorstand neugewählt; zu Revisoren wurden die Herren Oskar Mautner und Jakob Felberbaum ernannt. Hierauf folgte die Verlesung des neuen Statutenentwurfes durch den Referenten Herrn Adolf Popper, der sich durch die Redigierung der neuen Statuten besonders verdient gemacht hat, und wurde der Entwurf, welcher zahlreiche Begünstigungen zum Vorteile der Mitglieder enthält, 6n bloe angenommen. Nachdem das Vereinsmitglied Herr David Steinhardt im Sinne der Versammlung dem Vorstande, insbesondere dem Präsidenten Herrn Siegfried Beer, den Dank für die Mühewaltung und umsichtige Leitung des Vereines in warmen Worten ausgesprochen hatte, wurde die Generalversammlung geschlossen. Prag. In der am 2. April 1905 in Prag abgehaltenen Sitzung der Repräsentanz der Landes-Judenschaft des Königreiches Böhmen wurde Herr JUDr. Jacob S a ch s l, Advokat in C h r u d i m, zum Obmann und Herr Dr. Friedrich Guttm a n n, Advokat in T a b o r zu dessen Stellvertreter gewählt.

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