Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 14 (7.4.1905)
- Date
- 1905-04-07
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3020846-3021602-3021617--14407-3039114- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 14 Dr. Llocv's MocvenscdrM. Leite 219 Jubiläumsfeier des Leopoldstädter Kranken- Unterstützungsvereines „Nächstenliebe". (II., Schwarzingergasse 6.) Sonntag den 2. April d. I. beging der Leopoldstädter Kranken- Unterstützungsverein „Nächstenliebe" im Tempel II., Tempelgasse in überaus würdiger Weise die Feier seines 25-jährigen Bestandes. Lange vor Beginn des Festgottesdienstes hatten die Mitglieder des Vereines und deren Familien, sowie Abordnungen fast aller jüdischen Wohltätigkeitsvereine den großen Tempel bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Der Feier wohnten unter anderen an: die Herren Bezirksvorstelier Georg Ni e b auer, Kultusvorstand Dr. Markus Spitzer, Dr.Josef S. Bloch, der Gesamtvorstand des Leopoldstädter Kranken-Unterstützungsvereines „Näch stenlieb e" unter Führung des Obmannes Herrn Moritz Rosenblatt und seines Stellvertreters Herrn Adolf Schrämet. Von den jüdischen Kranken-Unterstütznngsvereinen waren vertreten : ..M ontefiore" durch den Obmann Herrn Josef Pollak, Allgemeiner Kranken-Unterstützungsverein „Näch stenlieb e" durch den Obmann Herrn Dr. Weiß, „ChesedZehelümes" durch den Obmann Herrn Siegfried Beer, „Gomle Chesed" durch das Vorstandsmitglied Herrn Kornfeld, „Livias Chen" durch den Obmann Herrn Leopold Gold, „Selbsthilfe" durch den Obmann Herrn Leopold F e l d b a u e r u. v. a Die Festgebete brachte Herr Oberkantor Bela G u i t m a n n unter Begleitung des trefflichen Chores in feierlichster Weise zum Vortrage. Se. Ehrwürdeu Herr Rabbiner Dr. Schmied! sprach die Festpredigt, in der er in beredten Worten das humanitäre Wirken des Vereines würdigte. Mit der Abfindung der Volkshymne schloß die erhebende Feier. Abends fanden sich im „Bairischen Hofe" der Vereinsvorstand mit den Damen, die Vertreter der Humanitätsvereine, sowie die Herren Bezirksvorsteher N i e b a u e r, Oberkantor Bela G u t t m a n n, Dr. I. S. Bloch und zahlreiche Gäste beim Festbankette ein. Der Obmann Herr Rosenblatt eröffnete den Neigen der Toaste. In der Festrede, die der Obmann mit großer Gewandtheit zum Vortrage brachte, wies er auf eine kleine Schaar wackerer Männer hin, die den Verein „N ä ch st e n l i e b e" gründeten und Zeugen dieses Festes waren. Mit einem Hoch auf den Kaiser, in das die Festgäste begeistert einstimmten, schloß seine Festrede, die reichen Beifall erntete. Launige Toaste wechselten mit froher Musik, was Wunder, wenn rosigste Stimmung den Saal beherrschte. Einem vom Schriftsteller Heinrich Glücksmann verfaßten und von Herrn Guttmann jun. schwungvoll zum Vortrage gebrachten Festprolog folgten Akademie und Tanzkränzchen. Die Jubiläumsfeier des Leopoldstädter Kranken-Unterstützungsvereines „Nächstenliebe" wild allen, die ihr beiwohnten, in steter Erinnerung bleiben, würdig und erhebend ward sie begangen. Floridsdorf. (C h e w r a-K a d i s ch a.) Sonntag den 26. März l. I., abends 6 Uhr, fand im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde die diesjährige Generalversammlung der Chewra-Kadischa, unter Leitung des verehrten Obmannes Herrn Max N e u m a n n, statt. Herr Gabriel Dukes, der mehr als 18 Jahre als Kassier und Schriftführer überaus verdienstvoll fungiert, wurde zum Ehrenmitgliede dieses Vereines ernannt, ebenso der Präses der Gemeinde Herr Dr. Jakob König, dessen Fürsorge die Chewra-Kadischa viel zu verdanken hat. Neuhans. (Verlobung.) Herr Siegfried Adler, Gesellschafter der Firma A d l e r & <3 i n g e r, hat sich mit Fräulein Olga Fürth, Tochter des Herrn Albert S. Fürth in Schüttenhofen, verlobt. Jungbunzlarr. Anläßlich der vierzigjährigen Jubiläumsfeier unseres sehr verdienstvollen Lehrers H. I. H o f fm a n n und seiner Frau als Jndnstrielehrerin, fanden Samstag am 1. April in unserer Kultusgemeinde mehrfache Ovationen statt. Um halb 9 Uhr wurde die auf dieses Fest bezughabende Schulfeier in dem festlich geschmückten Schulzimmer des israelitischen Schulgebäudes in Gegenwart der jüdischen Vorstandsmitglieder und vieler Damen abgehalten. Herr Rabbiner und Schulleiter Dr. Hoch hielt eine ergreifende Ansprache an das Jubelpaar, schilderte dessen rühmliche Eigenschaften und forderte die Jugend zur Liebe, Dankbarkeit und Anhänglichkeit auf. Mit einer kurzen Ansprache des Jubilars und der Volkshymne endete diese schöne, erhebende Schulfeier. Um halb 10 Uhr begann in dem festlich geschmückten Gotteshause bei imposanter Beleuchtung der solenne Gottesdienst und Herr Rabbiner Dr. Hoch schilderte die schweren Berufspflichten eines jüdi'chen Lehrers, beleuchtete die schönen Eigenschaften des Jubilars als geschickten, gewissenhaften und tüchtigen Schulmannes, sowie die rühmlichen Charaktereigenschaften des Jubelpaares. Nach Schluß des Gottesdienstes begaben sich die Spitzen der Kultusgemeinde in die Wohnung des Jubelpaares, und Herr Dr. Steinreich als Kultusvorsteher richtete an dasselbe eine herzliche Ansprache und überreichte demselben eine namhafte. Ehrengabe, ebenso überraschten dasselbe die jungen Mädchen mit einem Ehrengeschenke; Glückwünsche und Telegramme liefen in großer Menge an dasselbe ein. Am Abend fand zu Ehren des Jubelpaares eine gesellige Zusammenkunft im „Hotel Lamm" statt, bei welcher Frau Dr. Steinreich und Fräulein S t r e n i tz sehr gelungene poetlsche Ansprachen an den gefeierten Jubilar hielten, denen verschiedene Toaste, Musikpiecen und Deklamationen abwechselnd folgten, und mit einem gemütlichen Tanzkränzchen schloß dieser gesellige Abend. So ehrt und schätzt unsere Kultusgememde die Verdienste eines braven, fleißigen und gewissenhaften Schulmannes. Straßnitz. (Verlobung.) Fräulein Berta Friedmann, Tochter des Herrn Rabbiners Dr. A. Friedmann in Straßnitz, hat sich mit Herrn Samu Schlesinger, dem Sohne des Oberrabbiners Joses Schlesinger in Rajka, verlobt. Meran. (Totenfeier.) Verehrer des vor zwanzig Jahren hier im besten Lebensalter verstorbenen hebräischen Dichters Peretz Smolensky veranstalteten heute an seinem Todestage eine solenne, ergreifende Gedächtnisfeier. An seinem von einem neuerrichteten, reich verzierten Geländer umschlossenen, mit blühenden Blumen geschmückten Grabe versammelte sich ein großer Kreis von ernstgesinnten Herren und Damen, unter denen man die hervorragendsten jüdischen Gäste Merans sah. Um 12 Uhr eröffnete Rabbiner Dr. Tänzer die Feier durch ein Gebet, worauf zwei Männer aus der früheren Heimat Smolensky's ihm in hebräischer Sprache huldigten und seine Verdienste hervorhoben. Dann ergriff Herr Dr. Tänzer das Wort zur Gedächtnisrede. Er sprach kurz, gut und markig über das Leben und Bestreben dieses in einem dumpfen russischen Ghetto geborenen, zum Lichte emporgestiegenen Mannes, der regenerierend auf seine Landsleute und befruchtend auf die hebräische Literatur wirkte, in gleicher Weise die Reaktion wie Assimilierung bekämpfte, das nationale Bewußtsein weckte und den zeitgemäßen Fortschritt förderte, sowie die Kenntnis und den Gebrauch der von ihm verjüngten hebräischen Sprache in Rußland so sehr verallgemeinerte, daß sie dort fast zur Umgangssprache wurde. Der Gedanke des Zionismus entsprang dem Gehirn Smolensky's, den Dr. Herzl später als Adoptivkind hätschelte und pfkegte. — Die Rede des Dr. Tänzer, knapp in der Form, war reichhaltig und eindrucksvoll. L. H. F. Kolomea. Allgemeine Trauer erregte das Hinscheiden des greisen Herrn Jakob B r e t t l e r, welcher im Alter von 85 Jahren in ein besseres Jenseits berufen worden. Jakob Brettler war ein einfacher Mann, aber von innigster Frömmigkeit und hingebender Menschenliebe. Er hatte mit großem Fleiß ein reiches Vermögen erworben, welches er auch zum Wohle seiner armen Mitmenschen verwendete. Er genoß allgemeine Verehrung und viele Tausende begleiteten seine Bahre. Friede seiner Asche! Budapest. Die israelitische Gemeinde Csurgü (Komitat Somogy) hat den erst vor wenigen Wochen am Budapester Landes-Rabbinerseminar absolvierten Dr. Ludwig K o h n zu ihrem Rabbi erwählt. Budapest. (50 jähriges Jubiläu m.) Die Chewra-Kadischa von Körmöczbünya feierte dieser Tage das 50jährige Jubiläum ihres Präsidenten Adolf Roth. Die Verdienste des Jubilars würdigten Gemeindepräses Dr. Wildmann und Rabbiner Reichardt in begeisterten Reden. Abends fand ein Bankett statt, bei welcher Gelegenheit Bürgermeister Palkovits eine schöne Rede hielt, in welcher er den Wohltätigkeitssinn und den Patriotismus der Juden lobte. Agram. Hier ist Joses H o ch st ä d t e r, Chef der Firma „Josef Hochstädter und Söhne", im hohen Alter von 92 Jahren gestorben. Hochstädter war Gründer und langjähriger Präsident der hiesigen autonomen, orthodoxen israelitischen Kultusgemeinde, zuletzt deren Ehrenpräsident und hat sich um das Gedeihen dieser Gemeinde besondere Verdienste erworben. Mit dem Verstorbenen scheidet einer der angesehensten ältesten Handelsleute unserer Stadt, der sich in allen Kreisen der wärmsten Sympathien erfreut hatte, aus dem Leben. Banjaluka. Am Schuschan-Purim-Abend veranstaltete die hiesige österr.-urgar. israelitische Kultusg.meinde zu Gunsten ihres Tempelbaufondes eine äußerst gelungene Purimfeier, »erkunden mi!