Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-04-07 · 14 (7.4.1905) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
14 (7.4.1905)
Date
1905-04-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3020846-3021602-3021617--14406-3039113
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Sette 218 Dr. Dlocb's MocvenscbrM. Nr. 14 Wohltätigkeitsverei» „Fides" für den III. Wiener Gemeindebezirk. Das Präsidium des Vereines, Herr S. Gottlieb und Dr. L. Straßer mit dem Kassier I. Popper und dem Schriftführer L. Schwarz, überreichte am 2. d. M. den um den Verein hochverdienten Henen Direktor Dr. M. Brunner, Ph. Popper und I. Friedl das Ehrenmitglieds-Diplom. Die Gefeierten versprachen, auch fernerhin ihre schätzenswerten Kräfte in den Dienst des für die Armenpflege im III. Bezirk unentbehrlichen Vereines zu stellen. Akademie des Vereines zur Bekleidung armer alter Männer israelitischer Konfession. Samstag den 25. März fand im „Hotel Continental" die Wohltätigkeits-Akademie des „Vereines zur Bekleidung armer alter Männer" statt, die einen glänzenden Verlauf nahm. Nach den exakt ausgeführten Musikpiecen der Kapelle Hoch- und Deutschmeister Nr. 4, unter Leitung des Kapellmeisters Wilhelm Wacek, wurde das Programm mit dem von Rabbiner Dr. Adolf Schmied! anläßlich des letzten Bcklcidungsfestes dieses Vereines verfaßten und dem Vereine gewidmeten reizenden Gedicht „Der erste Schnee", von Fräulein Olga Fuchs innig vorgetrogen, eingeleitet. Darauf folgte eine Violinpiece, von Fräulein Mizzi Ceranke, einer vielversprechenden jungen Dame, mit vielem Verständnis gespielt. Der k. k. Hof-Schauspieler Herr Karl v. Zeska trug einige heitere Deklamationen mit der ihm eigenen liebenswürdigen Art vor. Dann trat Meister Ignaz Brüll, stürmisch begrüßt, ans Klavier und spielte zwei Kabinetstückchen eigener Komposition und Wagner-Liszt's „Spinnerlied" aus „Der fliegende Holländer" mit vollendeter Meisterschaft. Für die plötzlich erkrankte Frau Elizza erschien Fräulein Kittel von bei k k. Hofoper und ersang sich mit „Eros" von Grieg, „Liebeslust" von Liszt und „Nachtigall" von Goldmark stürmischen Applaus. Fräulein Tini Senders vom k. k. Hofburgtheater trug einige Ueberbrettl-Lieder vor und mußte, durch jubelnden Applaus bestürmt, immer weitere Zugaben leisten. Die zweite Abteilung des Programmes eröffnete Fräulein Claire Wallentin vom Deutschen Volkstheater mit einigen Deklamationen und die liebenswürdige Künstlerin erntete mit ihrer formvollendeten Vortragsweise stürmischen Beifall. Hierauf folgte Herr Bela G'.rttmann, stürmisch begrüßt, mit drei Liedern: Brüll „Der Steinhauer", Rich. Strauß „Traum der Dämmerung" und Hans Hermann „Drei Wanderer"; fein mächtiges herrliches Organ und sein künstlerisches Verständnis brachte er zur vollen Geltung, wofür er rausch-nden Beifall fand. Nach einem von Herrn Julius Singer komponierten reizenden Tanz- Divertiffement, von neun herzigen Kindern ausgeführt, trat Herr Theodor Weiß vom Deutschen Volkstheater aufs Podium und riß das Publikum mit seinen heiteren Gedichtchen zu stürmischer Heiterkeit hin. Herr Theodor Weiß, dem die großartige Zusammenstellung des Programmes zu danken ist, wurde mit besonderem Beifall ausgezeichnet. Zum Schluffe erzielten die komischen Vorträge der Frau Pohl-Weiser und des Herrn Karl Schmidt vom Theater in der Josefstadt großen Erfolg. Mit einem animierten Tanzkränzchen, vom .Tanzmeister Julius Singer geleitet, welches bis in den Morgen hinein währte, schloß diese äußerst gelungene Veranstaltung, die dem Vereine nebst einem beträchtlichen Reinertrag ehrende Anerkennung brachte. Verein zur Hebung der Gewerbe. Der Verein hat als Ergebnis einer am 5. Jänner a. e. abgehaltenen Expertise folgenden Vorschlag an den Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemeinde unterbreitet: „Der jüdische Gewerbestand in Wien, insoweit er in dem „Verein zur Hebung der Gewerbe" seine Vertretung findet, glaubt einem langjährigen Bedürfnisse in einer am fi. Jänner a. c. vom „Ve.ein zur Hebung der Gewerbe" einberufenen Expertenversammlung Abhilfe zu schaffen, indem er feststehende Normen vorschlägt, nach welchen in Zukunft öffentliche Arbeiten und Lieferungen von der Wiener israelitischen Kultusgemeinde zur Vergebung gelangen sollten. a) Es möge im Kultusvorstande eine eigene Sektion ins Leben gerufen werden, die den Namen „Wirtschaftssektion" führt. Dieser Sektion soll unter anderem auch d i e Aufgabe zufallen, Arbeiten und Lieferungen für die Gem inde zur Vergebung zu bringen. Diese Arbeiten und Lieferungen sind in zwei Kategorien zu sondieren und bei Vergebung auch dementsprechend zu behandeln, und zwar: 1. Arbeiten und Lieferungen im M i n i m a l b e t r a g e von 400 Kronen. Diese sind im schriftlichen Offertwege auf Grund eines fachlich ousgearbeiteten. keinem Mißverstädniffe Raum gebenden Kostenvoranschlages auszuschreiben. Die bis zum festgesetzten Termine eingelaufenen versiegelten Offerte werden in der Wirtschaftssektion geöffnet. Die Endsummen der eingelangten Offerte werden eventuell unter Anwesenheit der Offerenten bekanntgegeben. Unterhandlungen über fernere Nachlässe sind vollständig ausgeschlossen. Der Bestbietende unter den Offerenten ist der Erstehen Die Sektion hat nun das Ergebnis der Offertverhandlungen dem Plenum des Vorstandes mitzuteilen, dem sodann die endgültige Entscheidung zufällt. Es bleibt dem Gesamtvorstande Vorbehalten, falls gegen die Leistungsfähigkeit des Erstehers Bedenken vorliegen, ohne Angabe der Gründe den Bestbieter unberücksichtigt zu lassen und diese Arbeiten oder Lieferungen dem Nächstbilligen zu überweisen. 2. Arbeiten und Lieferungen, die nicht den Wert von 400 Kronen über st eigen, also sogenannte Kurrentarbeiten, in sich fassen. Für diese Kategorie von Arbeiten und Lieferungen werden von Jahr zu Jahr oder von zwei zu zwei Jahren Kontrahenten nach vorher fixierten Normen von der Sektion dem Kultusvorstande in Vorschlag gebracht. b) Der Wirtschaftssektion fällt endlich auch d i e Aufgabe zu, sämtliche in Wien bestehende Bethaus-Stiftungs- oder Wohltätigkeits- Institutionen zu beeinflussen, daß auch diese alle in ihren Ubikationen sich ergebenden Arbeiten und Lieferungen unter den gleichen vorgeschriebenen Normen abgeben." Wien. (Schönlatern-Bethaus.) Am Samstag den 15. d. M. N2L' hält Herr Rabbiner Friedmann daselbst einen Vortrag (Ouraseba.) und wird aus diesem Anlässe der Morgengottesdienst nur einmal um 8 Uhr früh beginnen. Kranken-, Witwen- und Waisen-Wohltätigkeits- Berein „Chesed schel Emes“. Wie alljährlich, so auch Heuer veranstaltet diefir V rein zur Kräftigung seiner Fonds eine Wohltätigkeits-Vorstellung. Dieselbe findet den 8.' d. M., abends halb 8 Uhr, im Carl-Theater statt uud gelangt Lehar's zugkräftige und neu umgearbeitete Operette „Göttergatte" unter persönlicher Leitung des Komponisten zur Aufführung. Der wackere Schriftführer des Vereines Herr Jakob Wachster, sowie auch das eifrige Vorstandsmitglied Herr Leopold Blaß haben sich um das Zustandekommen dieser Vorstellung besonders verdient gemacht und wäre ein vollständiges Gelingen dieses Unternehmens im Interesse dieses Vereines besonders wünschenswert. — Vergangenen Sonntag sprach eine Deputation dieses Vereines, bestehend aus den Herren Wilhelm Fantl, Leopold Weinwurm und Julius Wottitz, beim Präsidenten der Kultusgemeinde Herrn Dr. Alfred Stern vor, um demselben das ihm vom Vorstande einstimmig zuerkannte Ehrendiplom des Vereines zu überreichen. Der Herr Präsident nahm das Diplom mit warmen Worten des Dankes für die Ehrung entgegen und versicherte die Deputation seines besonderen Wohlwollens für den Verein „Chesed schel Emes.“ Schulinspektion im jüdischen Schulverein des IX. Bezirkes. Wie alljährlich wurde auch heuer die Schule des jüdischen Schulvereines für den IX. Bezirk, Glasergasse 24, einer genauen und eingehenden Inspektion unterzogen. Vorigen Sonntag, den 26. März, erschien der Inspektor für den israelitischen Religionsunterricht Herr Professor M. Kanitz in der erwähnten Schule und nahm in der II. Abteilung, die gerade unterrichtet wurde, in den verschiedenen Lehrgegenständen als: Pentateuch, Gebetübersetzen, hebr. Grammatik und Biblische Geschichte, eine nahezu einstündige Prüfung vor, worauf dann die III. Abteilung in ebenso gründlicher Weise examiniert wurde. Die Schüler beantworteten die an sie gerichteten Fragen in exakter Weise und verließ Herr Inspektor Professor Kanitz nach fast zweistündiger Anwesenheit sichtlich befriedigt die Schule. Wien. Eine Deputation des Vorstandes der israelitischen Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen — bestehend aus dem Obmanne Rabbiner Dr. Feuchtwan g, dem Obmann-Stellvertreter Prof. Dr. Ad. Weiß und den Ausschußmitgliedern Prof. M. Kanitz und Prof. Dr. H. Pollak — begab sich Samstag den 1. April in das Ministerium für Kultus und Unterricht, um in einer Audienz von Sr. Exzellenz dem Herrn Minister Dr. W. v. Härtel empfangen zu werden und ihm eine vom Ausschuß des Verbandes ausgearbeitete Petition zu überreichen. Die Deputation sprach auch bei Herrn Sektionschef Dr. v. B e r n d t, sowie bei Herrn Hofrat Dr. H u e m e r und Herrn Sektionsrat Dr. K r a p p e l vor. Wien. (S P e n d e.) Für die israelitische Kultusgemeinde in Petschau, in welcher am 23. November v. I. ein Brand zum Ausbruch kam, durch welchen auch der Tempel, vier Thorarollen und der größte Teil der Einrichtung ein Raub der Flammen wurden, sind uns laut Aufruf in der vorigen Nummer u. Bl. vom Herrn H. S. Funkelstern in Budapest K 2.— zugekommen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.