Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-04-07 · 14 (7.4.1905) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
14 (7.4.1905)
Date
1905-04-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3021602-3021617--14404-3039111
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 216 Dr. Llocb's Mlocdenscbrtn. Nr. 14 die israelitische Kultusgemeinde Marienbad ist der Ortsgruppe als Mitglied beigetrcten. Aus dem Kassaberichte des Kassiers Herrn Siegmund Schneider, Obmann deS Handelsgremiums hiersclbst, geht hervor, daß in diesem Jahre 225 X an die Zentrale in Wien abgeführt wurden und daß der derzeitige Kassastand 134 K 22 h beträgt. Schriftführer Herr Rabbiner Dr. Goldberger bringt die Protokolle der letzten Generalversammlung sowie der stattgefundenen Vereinsabende zur Verlesung und verweist darauf, daß durch die Diskussion nach dem Vortrage des Herrn Dr. Löwy, an welcher Herr Dr. Lang und der Schriftführer sich beteiligten, der Antrag der letzten Generalversammlung, betreffend die Heranbildung von Dienstboten durch den galizifchen Hilfsverein, gegenstandslos, respektive die bezüglichen Anfragen beantwortet worden sind. Sämtliche Berichte werden mit Beifall genehmigt; ebenso wird der Rechnungsausweis der Zentrale zur Kenntnis genommen. Zum Delegierten für die Generalversammlung des Hauptvereines in Wien wird der Obmannstellvertreter Herr Emil Baruch, Vorsteher der Kultusgemeinde Marienbad, vorgeschlagen und gewählt. Die Wahlen in die Ortsgruppe werden auf Vorschlag des Mitgliedes Herrn Steiner per Akklamation vorgenommen. Dieselben ergaben folgendes Resultat: Obmann: JUDr. Josef Steiner, Advokat; Obmannstellvertreter: Emil Baruch, Hotelbesitzer, Vorsteher der KultuSgemeinde; Schriftführer: Phil.-Dr. Goldberger, Rabbiner; Schristführerstellvertreter: Heinrich Goldmann, Kaufmann; Kassier: Siegmund Schneider, Kaufmann, Obmann des Handelsgremiums; Kaffierstellvertreter: Siegfried Fischl, Hausbesitzer. Auf Antrag des Vorstandes wird die Anzahl der Beiräte' mit Rücksicht auf die gesteigerte Mitgliederzahl um einen männlichen und zwei weibliche Beiräte vermehrt. Zu Beiräten wurden gewählt: 1. für Marienbad: Franz Beck. Kaufmann, Hugo Flcifchner, Fleischhauer, Paul Löwenthal. Weinhändler. Max Stingl, Kaufmann. Frau Jda Beck und Frau Rosa Stingl; 2. für Königswart: Wilhelm Löwy, Kaufmann, Vorsteher der Kültusgemeinde Königswart; 3. für Dürrmaul: Siegmund Doktor, Kaufmann, Vorsteher der Kultusgemeinde Dürrmaul; 4. für Tepl: Siegfried Buxbaum, Vorsteher der Kultusgemeinde Pauten-Tepl; 5. für Plan: Albert Kraus, Kaufmann, Vorsteher der Kultusgemeinde Kuttenplan- Plan; 6. für Tachau: der Vorsteher der Kultusgemeinde. Mit Dankesworten für die Tätigkeit der Vorstandsmitglieder fand die Versammlung, da keine weiteren Anträge Vorlagen, ihren Abschluß. Josefftädter Kleiukinder-Bewahrauftalt in Prag. Bei der am 19. März unter Vorsitz des Herrn Emil Ritter v. P o r t b e i m abgebaltenen Generalversammlung wurde der die Jahre 1903 und 190t umfassende Rechenschaftsbericht vorgetragen. Derselbe gedenkt in erster Reihe der schweren Verluste, die der Verein durch das Ableben seines verdienstvollen langjährigen Direktor-Stellvertreters Herrn kais. Rates Siegmund Beer, der langjährigen treuen Gönnerin der Anstalt Frau Rosa v. Port he im, endlich durch das Hinscheiden seines Protektors und Direktors, Herrn Josef v. P o r t h e i m, der durch jahrzehntelanges, opferwilliges Wirken an der Spitze der A: stalt unvergängliche Verdienste um letztere sich erwarb, erlitten bat. Der Bericht hebt hervor, das; zum Andenken an Herrn kais. Rat Siegmund Beer dessen Hinterbliebene der Anstalt K 500.— spendeten; daß Frau Rosa v. Portheim letztwillia derselben ein Legat von K 1003.— znwendcte und dass anläßlich des Ablebens des Herrn v. Portheim in seinen Intentionen dessen Töchter einen Betrag von K 5000. - der Anstalt überwiesen. Tie dabingeschiedene Wohltäterin der Anstalt, Frau Betty Fuchs, vermachte dem Vereine ein Legat von K 200. -. das dahingeschiedene Vereinsmitalied Herr Dr. Ferdinand Eg er ein solches von X >00.—. Der Bericht hebt noch hervor, daß zum Andenken an Herrn kais. Rat Seligman E l b o g e n, in welchem der Verein einen treuen Könner verlor, dessen Kinder eine Spende von L 1000. — der Anstalt widmeten. Zur Ehrung des Andenkens aller verstorbenen Könner und Mitglieder fand eine Trauerkunögebung der Generalversammlung statt. Ans dem Rechenschaftsbericht ist noch zu erwähnen, daß die fortschreitenden Arbeiten im Assanierungsrayon dem Vereine in doppelter Richtung Schwierigkeiten machen, einerseits, indem die Demolierung der alten Baulichkeiten diejenigen Bevölkerungsschichten, welche ihre Kinder der Anstalt zuführen, der bisherigen in der Nähe der Anstalt liegenden Wohngelegenheit beraubt, andererseits, indem für einen nicht zu fernen Zeitpunkt mit der Demolierung des jetzigen, dem Vereine eigentümlich gehörigen Anstaltshauses gerechnet werden muß. Günstig gestaltet sich der GesnndheitSzustand der Zöglinge, so daß, abgesehen von einer lltägigen Unterbrechung, die Anstalt während der zweijährigen Berichtsperiode ohne Störung durch infektiöse Krankheiten geöffnet bleiben konnte. Zur Winterszeit erhielten die Zöglinge in der Anstalt die Mlttagskost, und es wurden im Jahre 1903 6573 Portionen und im Jahre 1904 6977 Portionen an dieselben verabreicht. Alle Zöglinge erhielten Kleidungsstücke geschenkt, besonders bei Herannahen der Winterszeit, wozu reiche Gaben von Frau Rosa v. Portheim, bezw. deren Töchtern, ferner von Herrn kais. Rat Robert Fuchs und Herrn Arthur T-uchs gewidmet wurden Geldspenden zu gleichen Zwecken widmeten: Herr Otto B o n d y, Frau Simonette B o n d y Frau Auguste Frankl, Herr Kommerzialrat Richard E l b o g e n, kais. Rat Moritz Hahn. Herr Emil Freiherr v. K u b i n z k y und Wilhelm Ritter v. K u b i n z k y, Herr Siegmund N e u st a d t l und Herr Ritter v. P o r t h e i m. Namhafte jährliche Subventionen gewährten dem Vereine: die israelitische Kultusgemeinde-Repräsentanz, die Direktion der Sofie v. Lämml'schen Krippenstiftung und die Böhmische Sparkasse. Der Rechenschaftsbericht spricht allen, welche die Bestrebungen des Vereines gefördert haben, den wärmsten Dank aus und gibt noch bekannt, daß über Ansuchen des Vorstandes Herr Gustav v. Porth c i m die Protektorstelle übernommen hat. Nach Genehmigung des Rechenschaftsberichtes wurde der Kafsabericht für 1903 und 1904 vom Herrn Kommerzialrat Richard E l b o g e n vorgetragen und von der Versammlung genehmigt. Nach den Ergebnissen der hierauf vorgenommenen Wahl besteht der Vorstand aus folgenden Mitgliedern: Emil Ritter v. P o r t h e i m, Direktor, MUDr. R K u h und Siegmund N e u st a d t l, Direktorenstcllvertreter, Kommerzialrat Richard E lbogeu, Henriette v. Port heim, kais. Rat Moritz Hahn, Hofrat Professor Dr. Pdibram, Siegfried Liebers, JUDr. Max Loipen. In den Beirat wurde Frau Auguste v. P.ortheim gewählt. Cger. Bei der am 12. März 1905 stattgehabten Neu" wähl der Kultusgemeindevertetung wurden folgende Herren gewählt. In den engeren Vorstand, die Herren: Jakob Zuckermann, Med. Dr. Adolf Bäumel, Heinrich Lang, Edmund Kohn, Elias Kohn, Bernhard Kohn, Max Frankl, David Brunner. In den erweiterten Vorstand, die Herren: Eduard Reicht, Karl Epstein, Ferdinand Koretz, Hermann Bäumel, Heinrich Kohn, Emil Spitz, Jsmar Hein, Jul. Gottlieb. — Bei der am 26. März stattgefundcnen Konstituierung wurden gewählt die Herren: Jakob Zucker mann zum Vorsteher, Med. Dr. Adolf B äumel zum Vorsteher-Stellvertreter, Elias Kohn zum Kassier und Protokollführer, die Herren Bernhard Kohn und Edmund Kohn zu Tcmpelvorstehern, Heinrich Lang zum Rechnungssührer, David Brunner, Max Frankel zu Beisitzern. Das Jubiläum David Popper s. Der berühmte Cellist ist anläßlich seines vierzigjährigen Künstlerjubiläums in feinem Wohnorte Budapest der Gegenstand begeisterter Huldigungen gewesen. Ueber das große Konzert und Bankett, die sich an eine akademische Feier des vorhergehenden Tages anschloffen und die eigentliche Feier bildeten, schreibt man uns aus der ungarischen Hauptstadt: Popper ward bei dieser Gelegenheit mit einer Herzlichkeit gefeiert, wie sie noch selten einem Künstler beschicden war. Das Podium des Festsaales war in einen wahren Lorbeerhain verwandelt, und als der Jubilar vor dem übervollen Saale erschien, tönten laute Eljenruse ihm entgegen; Kränze reichte man ihm zu, und zahllose Blumensträußchen flogen ihm zu Füßen, von zarten Frauenhänden geworfen. Popper war so ergriffen, daß es ihm unmöglich war, ein Wort des Dankes zu sagen; statt aller Dankestvorte begann er sein Cello zu spielen und entzückte seine Zuhörerschaft mehr denn je. Aber auch bei dem Bankett, das diesem fast nur Popper'sche Kompositionen bringenden Konzerte folgte, redete der Jubilar nicht; für ihn sprach sein Sohn, indem er eine Dankesrede Popper's vom Blatt las, für den Vater um Entschuldigung bittend, der infolge der Aufregung der Festtage außer Stande sei, persönlich zu sprechen. Den festlichen Veranstaltungen wohnten die ganzen Künstlerkreise Pests, die vornehmste Gesellschaft der Hauptstadt und neben dem Kultusminister auch noch viele andere hohe Persönlichkeiten und Staatsbeamte bei. Die Bibliothek der jüdischen Gemeinde in Berlin. Eine hochherzige Schenkung hat der Bibliothek auf Veranlassung des Herrn Buchhändlers Louis Lamm in Berlin Herr Albert Wolf iy Dresden gemacht. Dieser Herr besitzt eine Sammlung von jüdischen Urkunden, jüdischen Kunstblättern und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.