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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-04-07 · 14 (7.4.1905) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
14 (7.4.1905)
Date
1905-04-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 214 Dr. Blortz's Wochenschrift. Nr. 14 Was da seine besondere Aufmerksamkeit erregt haben mag, wird im Text nicht angegeben. Jedoch Raschi bemerkt erklärend, den König habe an der Grabstelle eine auffällige Erscheinung gefesselt; dieselbe sei itämlid) auf einer Seite voller Dornen und Disteln und auf der anderen voller Myrtven und Blumen bewachsen gewesen. Dornen und Disteln auf der einen, Blumen und Myrthen auf der anderen Leite, so stellt sich dem Reisenden von Jaffa nach Jeruscholaim der Gegensatz vor den Augen. Jaffa undUn gebung zeigt sich jedoch dem genau Beobachtenden als die Zukunft und Jeruscholaim mit seinen es umringenden verkarsteten Bergen als die Vergangenheit des Landes. Jaffa und Jeruscholaim, so nabe anemander liegend, so fern sind sie von einander in ihrer äußeren Erscheinung, beider Stadt und Umgebung sind sich ganz unähnlich und die Stadt Ramleh ist es, wo diese genaue Scheidung vor sich geht Mit der Eisenbahn Jaffa verlaffend, sieht man rings um der Stadt ein Bild strotzender Fruchtbarkeit in allen Farben leuchtend. Ausgedehnte Orangerien, aus denen zu ungezählten Tausenden die lichtgelben Kugeln hervorglänzen, Weingärten mit auf der Erde hinkriechenden Weinstöcken, hochragende Palmen ihre Strähnen in den Lüsten wiegend, Olivenwälder mit ihrem dunkeln Laub, Feigenbäume mit weithin sich ausstrcckendeu Aesten, Felder mit hochstehenden Aehren, Wiesen mir roten, gelben und blauen Blumen, so geht es dort von Station zu Station bis Ramleh. der größten auf der Strecke nach Jeruscholaim. Belebt wird dieses Bild von reisendem Volk in verschiedenen Trachten, von Karawanen, die eben ausruhen oder im Wandern sind. Arbeitendes Volk auf den Anpflanzungen, lagernde Heerden, tränkendes Vieh und ein lebhaftes Treiben, welches sich auch in lauten Zurufen und Gesängen kund gibt. Die Luft kühl und angenehm, obwohl es Mittagszeit ist. Es ziehen an uns vorbei kleinere und größere jüdische Kolonien. Gleich links nach der Ausfahrt aus Jaffa die jüdische Kolonie „ Newell Zedek“, von Einheimischen gegründet, weiterhin die Kolonien Pessach tikwa rechts und nach weiteren Ausblick rechts „Mikweh Israel“, die von der „Alliance" gegründete Ackerbauschule, und noch weiterhin im Hintergründe die schönste und angesehenste „Risckcm le zion“ mit ihrer großen Kellerei, die drei Millionen Franks gekostet und einen geschäftlichen Betrieb von 50 Mill. jährlich aufzuweisen hat, von der „Jca" gegründet. Weiter kommend sieht man bereits die Berge Juda's vor sich lagern, weiß vom Sonnenlicht beschienen, die Meinung erweckend, sie seien von Schnee bedeckt. Man kommt zur Station Lydda. Da zeigen sich ringsum alte Qlivenwälder. rechenweise geschichtet, zwischen den Bäumen überall der Boden aufgeackert, um die Feuchtigkeit in der Regenzeit aufzunehmen und zu behalten, wie es die Bibel sagt, der Boden Palästinas „tischteli majim“, „er trinkt das Wasser". Diese ausgedehnten Olivenwälder sind uralte Anpflanzungen, sie sind noch zu den Römerzeiten angelegt worden. So geht es fort bis Ramleh, eine große Station, das, seitdem es zur Bahnstation geworden ist, das früher größere Lydda überflügelt hat; es vräsenliert sich als eine volkreiche Stadt, mit hervorragenden Gebäuden und weißgrau leuchtenden Kuppeln. Bis hieher zeigen sich die Zeichen der Wiedergeburt Palästinas. Von Ramleh weiter ändert sich das Bild und wird immer rauher, wilder, unfruchtbarer bis zu den Toren Jeruscholaims. Nach Ramleh wird der Boden steinig, verkarstet, geht immer aufwärts, cs wird immer kühler, ja sogar kalt. Es mehren sich auch die Zeichen der Vergangenheit aus der Geschichte Israels. Nach der kleinen Station Daraban, links auf einem höheren Berg, ist ein Mausoleum sichtbar, mit einzelnen Palmen daneben, nach der Sage der Araber ist es das Grab Simsons. Noch vorher wird rechts eine ausgedehnte Fläche gezeigt, welche jenes Feld sein soll, auf welchem Simson die 300 Füchse, mit den zusammengebuudenen Schwänzen, als brennende Fackeln umhergetrieben haben soll, um die Felder der Philister anzuzünden. Ueberhaupt herrschen auf der ganzen Strecke die Denkmäler vor, die auf Simsons Leben und Tod Bezug haben. Links von der genannten Station steht man weiterhin von dem angeblichen Grabe Simsons eine kleine Kolonie, die von bulgarischen Juden bewohnt ist, sie heißt Arduff. Die bulgarischen Juden haben sie von der englischen Mission erworben, die nicht reüssierte und jetzt dennoch-sich erhält. Auf der Höhe mitten unter ansteigenden Bergen, zeigt sie wieder fruchtbares Gefilde. Aber es ist nur ein einzelner Lichtpunkt, der bald wieder verschwindet. Ringsherum ist weit und breit kein Baum zu sehen. Nicht weit von dieser kleinen Kolonie ist in einem Berge die Höhle Simsons zu sehen, wo er gehaust haben soll. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenzen. Aus der Plenarsitzung des Kultusvorstandes vom 3. April 1905 unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn Dr. Alsred Stern. Beginn der Sitzung 10 Uhr vormittags. Im Einlause befindet sich die Mitteilung des Bezirksgerichtes Josefftadt über folgende von Frau Josefine Wölfler testamentarisch errichtete Legate: a) Zur Errichtung einer Graberhaltungswidmung für den seligen Herrn Elias Wölfler 400 Gulden; b) zur Errichtung einer Graberhaltungswidmung für die selige Frau Ester Wölfler 400 Gulden; e) für den israelitischen Frauenverein in Wien 200 Gulden; ä) für den Theresien.Kreuzerverein in Wien 200 Gulden; e) für die israelitische Kinderbewahranstalt in Wien 200 Gulden; t) für die „Chewra-Kadischa" in Wien 200 Gulden; g) für die israelitische Armenanstalt in Wien 200 Gulden; h) für den Verein zur unentgeltlichen Verpflegung Brustleidender auf dem Lande 5t,0 Gulden; i) für das israelitische Blindeninstitut in Wien 400 Gulden; k) für die israelitische Kultusgemeinde in Währing zur Verteilung an Arme 20«) Gulden; l) für das Bürgermeisteramt Währing zur Verteilung an Arme i00 Gulden; in) für das Altersversorgungshaus der israelitischen Kultusgemeinde in Wien 200 Gulden; ein Bericht des Kultusvorstehers Salo Landau über die Generalversammlung des kaufmännischen Unterstützungsvereines „Osten" in Wien, in welchem die außerordentliche humanitäre Tätigkeit des Vereines hervorgehoben wird; ein Dankschreiben des Herrn Wilhelm Kuffner für die ihm anläßlich des Hinscheidens seiner Mutter ausgesprochene Teilnahme des Kultusvorstandes; ein Dankschreiben des Fräulein Dr. Amalie Pollak für die ihr anläßlich ihrer Promotion ausgesprochenen Glückwünsche des Vorstandes. An Spenden sind eingelausen: Von Herrn Wilhelm Kuffner, als Testamentslegat seiner verstorbenen Mutter Frau Nanette Kuffner zur Verteilung an jüdische Arme mit besonderer Berücksichtigung der im Gebiete der ehemaligen Gemeinde Döbling wohnhaften .; . . . .X 1500.— „ Entnahme der Sammelbüchse für Arme der Kultusgemeinde im Gemeindetempel Ottakring - - . X 295.08. „ Herrn Hermann Freistadtl zur Verteilung an wahrhaft dürftige Arme am 2. April, dem Sterbetage der Frau Mina Freistadtl ..K 200.— „ Herrn Simon Fleischer je X10.— als Jahresbeitrag für das Blinden-Jnstitut, „ die Kinderbewahranstalt. „ den Mädchen-Unterstützungsverein, „ den Studenten-Unterstützungsverein, „ das Tanbstummen-Jnstitut, „ den Waisenverein, „ den Wöchnerinnenverband, „ die Armen-Anstatt, „ den Leopoldstädter Frauen-Wohltätigkeitsverein, „ den Handwerkerverein . . . zusammen X 100,— „ Herrn Ing. Fritz Golwig zur Verteilung an Arme . X 100.— „ Herrn Dr. Heinrich Benies als Purimspende für jüdische Arme .' ... .X 60.— „ Herrn Moriz Ornstein für jüdische Arme ... . X 50.— „ Frau Hermine Robitschek für jüdische Arme . . . K 25.— „ Frau Hedwig Kohn für jüdische Arme . . . . . X 10.— „ Herrn Michael Herzfeld für das Bethaus der Versorgungsanstalt eine Thora-Rolle samt Zubehör, „ Frau Fanny Bücher diverse Krauken-Utensilien für das Versorgungshaus. „ Herrn Dr. M- Passauer diverse Kranken-Utensiliesi für das Versorgungshaus. Zum Sekundararzte an der gynäkologischen Abteilung des Spitales der Kultusgemeinde wird ab 1. April 1905 Dr. Julius L e w i t h, zum Sekundararzte der israelitischen Versorgungsanstalt ab 1. April Dr. Erwin Rosenberger ernannt. Dem Plenum wird die Errichtung folgender Stiftungen, bezw. Widmungen zur Kenntnis gebracht: 1. Kais. Rat Dr. .Bernhard Wölfler'sche Grabausschmückungs- Widmung X 20«).—, zur Vergrößerung der bereits bestehenden Widmung per X 500.—; 2. Bernhard Reicher'sche Allianz und Frauenverein-Widmung K 600.—; 3. Wilhelm Turnowsky'sche Widmung, errichtet von Olga Pascka geb. Turnowsky und Hugo Turnowsky für das Altersversorgungshaus der israelitischen Kultusgemeinde Wien X 500.—; 4 Notar Emanuel Schiffmann'sche Widmung zur Unterstützung eines mittellosen israelitischen Studierenden an einer Wiener Hochschule X 200.—, österreichische Kronenreute zur Vermehrung des Widmungskapitales; 5. Rosa Jahscich geb. Singer-Graberhaltungswidmung X 1060.—;

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