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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-04-07 · 14 (7.4.1905) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
14 (7.4.1905)
Date
1905-04-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 14 Dr. Bloch's Wochenschrift. Sette 313 nisse bringt der Schüler ins Gymnasium gewöhnlich mit, wieviel Schüler haben Sie, wieviel Stunden unterrichten Sie wöchentlich?" AuS der Beantwortung dieser Fragen könnte man sich ein Bild des Ganzen schaffen. Es gibt Gymnasien — in denen in jeder Klasse zwei Stunden Religion unterrichtet wird, eS gibt Mittelschulen — in denen zwei Klassen nur eine Stunde wöchentlich haben — von den anderen kombinierten will ich nun gar nicht reden. Aus diesem einen angeführten Beispiel springen die Schwierigkeiten schon jedem denkenden Laien in die Augen! Der Vorstand des Verbandes hat seinMöglichstes geleistet. Einen positiven Grund haben die Beratungen gezeitigt, alle Teilnehmer sind sich wohlbewußt der Schwierigkeiten, die sich immer solchem Plane in den Weg stellen. Allein je größer die Schwierigkeiten, desto mehr wachst der Eifer, sie zu überwinden. Zur zweiten Beratung werden wir eben bester vorbereitet zusammenkommen, gründlicher auch schon alle Maßregeln getroffen haben, um doch endlich auch einmal einen einheitlichen Plan im Unterrichte zu besitzen, der jedenfalls eine gute Grundlage sein wird für den Lehrer sowohl als auch für den Schüler. Dr. Brettholz. Vom Aabrmarkt des Lebens. Einiges über die zionistische Ostafrika-Expedition. London, 2. April. Major Gibbons, der mit Professor Kaiser und Dr. Wilbusch das den Zionisten von der englischen Regierung angebotene Land bereist hat, teilte dem Bureau Reuter Einiges über seine Erfahrungen mit. Die Expedition ging von Mombassa aus, von wo die Ugandabahn zunächst bis Nairobo benutzt wurde. Dort rüsteten sich die Reisenden zur weiteren Expedition aus und fuhren sodann bis Nakaru. Dies ist die Station, die dem Lande der Zionisten am nächsten liegt. Von dort bringt ein viertägiger Marsch den Reisenden in das zur Ansiedlung reservierte Gebiet. Der Marsch der Expedition ging erst durch einen dichten Gürtel Urwald, der sich schnell auf Berge von 7000 bis 8000 Fuß Höhe erhob. Sechs Tagereisen von Nakaru entfernt schlugen die Reisenden ein Lager auf, um von diesem aus das ganze Gebiet Zion zu bereisen. Die Aufgabe der Expedition war die, festzustellen, ob das Gebiet für eine weiße Ackerbaukolonie geeignet ist, und außerdem die natürlichen Grenzen des Landes zu suchen. Das Gebiet hat eine Ausdehnung von 5000 Quadratmeilen. Es ist 95 englische Meilen lang und 55 englische Meilen breit. 45 Meilen laufen parallel der Uganda-Eisenbahn, von der das Gebiet 20 bis 40 Meilen entfernt ist. Das Land ist ein Höhenplateau ohne eine fest angesessene Bevölkerung. Vor etwa 25 Jahren wurde es von einem Stamm der Massai besetzt. Die einzige weiße Bevölkerung besteht augenblicklich aus drei Afrikandern. Nach Gibbons' Ansicht gibt es in ganz Afrika kein gesünderes Land. Das Plateau sei geradezu ideal für eine Ansiedlung Weißer. Moskitos gibt es nicht und fettes Weideland ist in Ueberfluß vorhanden. Daß jedoch auch Gründe gegen die Niederlassung vorhanden sind, geht aus der Bemerkung Gibbons' hervor, daß er mit den Argumenten für und gegen die Niederlassung augenblicklich noch zurückhalten müsse. Im Süden hat das Land in den Nandis unangenehme Grenznachbarn, die gelegentlich Raubzüge in das reservierte Gebiet unternehmen. Zweimal griffen sie die Farmen der vorerwähnten Afrikander an, und einmal machten sie aus dem Urwald heraus einen Angriff auf Gibbons' Karawane. Es gelang ihnen, einen Teil des Gepäcks zu rauben. Die Nandis unternehmen ihre Angriffe stets aus dem Urwald heraus. Gibbons hält es für durchaus notwendig, daß ihrem Räuberhandwerk ein Ende gemacht wird, damit die Eingeborenen anderer Stämme nicht auch zum Räuberhandwerk verlockt werden. Er ist der Ansicht, daß die Ansiedler nur dann sicher sein können, wenn diese Nandis durch eine Expedition zur Vernunft gebracht worden find. Dr. Wilbusch hat sich nach Palästina begeben, während Professor Kaiser in die Schweiz zurückkehrt. „Jüdische Werkelleute." Geehrter Herr Redakteur! Ich erlaube mir zum Artikel in der „Oesterreichischen Wochenschrift": „Gibt es jüdische Werkelleute" einen kleinen Beitrag mitzuteilen. Am Tage nach Purim ging hier in VöSlau ein alter Mann, bekleidet mit einer alten Militärblouse darauf die jkriegsmedaille und Jubiläumsmedaille, mit einem Werkel hausieren, er wurde als alter Soldat auch reichlich beschenkt. Abends als ich in den Tempel ging, die Megilla zu hören, wie erstaunte ich, meinen alten Werkelmann schon dort im eifrigen Gebete zu finden. Ich interessierte mich für denselben und erfuhr folgendes. Derselbe stammt aus Böhmen, heißt Salomon Hayek, diente 12 Jahre beim Militär und wurde 1866 in Italien verwundet und erhielt als Invalide eine Gnadengabe von 180 fl.; er heiratete und hat 3 Kinder, wovon ein Sohn taubstumm in einer Anstalt in Budweis ist, ein zweit r Sohn ist verheiratet, eine Tochter ist in Wien im Dienst. Nachdem seine Frau vor 3 Jahren starb, und die Kinder ihn verlassen mußten, nahm er eine Audienz beim Kaiser, um, da er mit 180 fl. nicht leben kann und infolge seines Alters erwerbsunfähig ist, die Konzession als Leiermann zu erhalten; er wurde sehr gnädig ausgenommen und an Minister Koerber gewiesen, wo ihm richtig die Konzession für ganz Oesterreich im Gnadenwege verliehen wurde, er befindet sich recht gut dabei und verdient ganz anständig, nur Samstag und die Feiertage ruht sein Leierkasten und er besucht regelmäßig das Gotteshaus, das heißt, wenn ein solches auf seiner Wanderung anzutreffen ist. Von hier zog er nächsten Tag wieder weiter gegen St.-Pölten zu, und dürfte er wahrscheinlich auch anderen Lesern der „Oesterr. Wochenschnft" begegnet haben. Seine Papiere habe ich alle durchgelesen und sind selbe vollkommen i>! Ordnung. Hochachtungsvollst Sieamund Hollos. Photograph, VöSlau. Kaiser Friedrich und der Antisemitismus Ueber die Stellung des Kaisers Friedrich zum Antisemitismus wird der „Vossvchen Zeitung" „von authentischer Seite" geschrieben: „Im Winter lfe80/öl trat die Judenhetze mit verstärkter und erneuerter Kraft auf, hervorgerufen durch einige absichtliche Aufreizungen in der Oeffentlichkeit durch fanatische Antisemiten. Die Sache hatte auch die Lehrerschaft Berlins ergriffen; der damalige Stadtschulrat Dr. Cauer nahm Stellung zu der Frage, sowohl in der Stadtverordnetenversammlung, wie in einer Erklärung, daß er diejenigen Lehrer entlassen würde, welche die Judenfrage in die Schule hineintragen würden. Seine klare und unzweideutige Holtuna regte nicht allein die damaligen noch mächtigen Stöckerianer aus, sondern rief auch den Widerstand jener Lehrer hervor, die sich nicht mit der Toleranz des Stadtschulrats dem Judentum gegenüber einverstanden erklärten. Im Einverständnis mit dem Oberbürgermeister Forkenbeck erfolgte ein festes und entschiedenes Votum der Lehrerschaft gegenüber, daß der Grundsatz, die Schule frei von jeglicher Agitation zu halten, mit aller Energie durchgeführt werden würde. Auf Wunsch von mehreren Seiten entschloß sich Dr. Cauer, trotzdem er sich schon leidend fühlte, in einem Vortrage die Gedanken Leffing's in „Nathan dem Weisen" im Hinblick auf Christentum und Judentum dem Publikum wieder einmal an's Herz zu legen. Einige Tage vor dem Vortrage erhielt Dr. Cauer die Nachricht, daß der Kronprinz mit seiner Gemahlin und seiner Umgebung dem Vortrage beiwohnen würde. Jedermann empfand die Ankündigung als das, was sie auch sein sollte, als eine Kundgebung gegen die herrschende Hetze, die bis in die höchsten Kreise hinein von der Stöcker'schen Clique vollführt wurde. Das kronprinzliche Paar erschien zu dem Vortrage Sowohl der Kronprinz wie seine Gemahlin drückten ihre Zustimmung zu dem Verhalten des Stadlschulrates aus und gaben der Hoffnung Raum, daß die Lessing'schen Ideen Gemeingut des Volkes werden möchten." Eine jüdische Gesellschaftsreise nach Palästina Von Rabbiner W. Reich, Baden b. W. Von Jaffa nach Jeruscholaim! Der König Joschijahu, welcher die Regeneration Judas mit Eifer und Energie in die Hand nahm, ließ auch die Gräber zerstören, die einen dem Götzendienst gewidmeten Platz umgaben. Da sah er ein Grab, welches seine besondere Aufmerksamkeit erregte, so daß er seiner Umgebung zurief: „Ne hazion dalos?“ „Was bedeutet dieses hervorragend bezeichnete und ausgezeichnete Grab?"

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