Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 13 (31.3.1905)
- Date
- 1905-03-31
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 13 Dr. Mocb's MocbenscbrM. Seite 303 Ullmann 10.—, Leopold Herzog 10.—, Julius Stern 5.—. Zusammen Kronen 45.—. Anläßlich des Ablebens des sei. Wilhelm Stern: Von Rothberger 20.—, Philipp Frankl 20.—, Ignatz Frankl 20.-, Heinrich Neurath 10.—, Dr. Benies und Frau 20.—, Dr. Walter Zweig und Frau 20., Dr. Karl Hamburger und Frau 20.-, Gustav Stern und Frau 20.—, Otto Stern 20.-. Zusammen Kronen 170. — . Anläßlich des Ablebens des sel. Ignaz L u st i g: Von Frau M. L. Kronen 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Deborah B r a u n st e i n: Von Dr. Vogel 20.— . Der Leopoldstädter Kranl'en-Unterstützungsverein „Nächstenliebe" (Wien, II., Schwarzingergaffe 6) feiert im Monate April d. I. den 25jährigen Bestand. Der löbliche Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde hat dem Vereine in munifizenter Weise die Abhaltung eines Festgottesdienstes, verbunden mit einer Predigt, bewilligt und findet diese Feier am 2. April 1905, 5 Uhr abends, im israelitischen Tempel, II., Tempelgasse statt. Abends 7 Uhr findet im Prachtsaale des Hotels „Bayrischer Hof", II., Taborstraße 39, ein Subskriptions-Bankett (Menu beigestellt von M. Winternitz' Neffe, S. Loewy „Hotel de l'Europe") mit Konzert und nachfolgenden Vorträgen hervorragender Theater- und Kunstkräfte und anschließendem Tan,kränzchcn statt. Wien. In der am 24. März d. I. abgehaltenen Vollversammlung des „Vereines zur Hebung der Gewerbe" wurde nach Abhaltung eines mit Beifall aufgenommenen Vortrages des Herrn Professor Richard Singer über „Unsere Kredit- und Zahlungsverhältnisse" folgende Resolution an die Nieder-Oesterr. Handels- und G e w e r b ek am m er beschlossen.: Behufs Regulierung unserer desolaten Produktionsverhältnisse, welche dazu führen, daß der Warenkredit im Allgemeinen in irrationeller Weise gehandhabt wird, erscheint die Unterstützung eines soliden Zwischenhandels unumgänglich notwendig. Das gegenwärtig ungeordnete Zahlungs- und Kreditwesen, dem eine gewisse Unsicherheit im Verkehre zuznschreiben ist, erfordert eine dringende Reform, die im Einvernehmen mit allen Handels¬ und Gewerbe brauchen anzustrcben ist. Auch dem Gewerbe stände angepaßte Kreditquellen sollen eröffnet werden. Die verehrte Handels- und G e w e r b e k a m m e r für Oesterreich unter der Enns wird ersucht, die in diesen Richtungen dringlich notwendigen Schritte einznleiten. In derselben Versammlung wurde auch der Zusatz-Antrag des kais. Rates Herrn Adolf R u z i c z k a angenommen, daß die Giltigkeit der Fakturen im Geschäftsverkehre durch deren Bestätigung gesetzlichen Wert erhalten sollten. Wien. Rabbinatskandidat Herr Aron Fürst. Sohn Seiner Ehrwürden des Herrn Rabbiners S. Fürst (Lchiff-Synagoge), wird am Samstag den 1. April (Lar 8alroÜ68eb), präzise Hab 10 Uhr vormittags. über Einladung des Vorstandes im orthodoxen Pethanse, XIV., Storchengasse 21, Lmnvag Awes, einen Vortrag (Drascha) halten. Wien. Der israelitische Synagogenverein „Beth Israel" nach polnisch-jüdischem Ritus, Wien, II., Leopoldsgasse 29, veranstaltet Sonntag den 2. April d. I., präzise 3 Uhr nachmittags, im Sitzungssaale II., Leopoldsgasse 29, die ordentliche Generalversammlung. Der „Brigittenaner israelitische Unterstützungsverein" hielt Heuer seine obligate Purim-Maskenredoute Dienstag, den 21. d. M., im Prachtsaale des „Hotel Continental" ab. Der Obmann des Vereines, Herr Adolf Schreiber, eröffnete den Abend mit einer Ansprache, indem er alle erschienenen Gäste, insbesondere aber den schönen Damenkranz, herzlichst begrüßte. „Es ist eine schöne jüdische Sitte" - so führte er aus — „niemals sich zu freuen, ohne der Armen und Notleidenden zu gedenken, und darum sei Allen für die Opfer, welche sie auf den Altar edler Menschlichkeit niedergelegt, der innigste Dank gesagt". Unter den Klängen der Kapclle Emil Bauer begann hierauf der Tanz. Gegen 1 Uhr nachts wurde ein Kotillon arrangiert, der in einer sinnigen Ovation für Herrn Schreiber kulminierte, welcher für sein humanitäres Wirken lebhaft akklamiert wurde. Sodann gelangten drei Schönheitspreise und 7 Gruppenpreise zur Verteilung. Den ersten Preis, eine goldene Damenuhr, errang Frl. Regine Beck, der zweite Preis, goldenes Armband, fiel dem Frl. Bertha Löwy, der dritte, goldener Ring, dem Frl. M. Klamper zu. Von den hierauf mit je L 20, 10 und 5 prämiierten 7 Gruppen sind besonders die musizierende Gruppe „Esvaniola" (6 Herren und 1 Dame) erster Preis und „Wach- und Schließgesellschaft" (5 Damen) zweiter Preis, ihrer Originalität wegen zu erwähnen. Nicht unerwähnt darf auch die hübsche Damenspende bleiben. Alles in allem, war dies ein überaus schönes und recht animiertes Purimfest. Wien. Der I. Wiener Jüdische Turnverein veranstaltet Sonntag den 16. April d. I. zugunsten seines Turnhallen-Baufonds eine Nachmittags-Vorstellung im Deutschen Volkstheater. Zur Aufführung gelangt mit den ersten Kräften dieser Bühne das Lustspiel „ll n s e r K ä t h ch e n" von Theodor H e r z l. — Zentralstelle für den Kartenverkauf: Siegfried Beer. I.. Zelinkagasse 3. Telephon 17155. Ferner sind Karten zu haben: durch alle Vereinsmitglieder, im Cafe de France und an der Tageskaffe des Deutschen Volkstheaters. Wien. (Geselligkeitsverein der Boskowitzer in Wien.) Das am 24. d. M. im Saale „Hotel Post" veranstaltete Kostümfest bot ein prächtiges Bild der Jugend- und Lebensfreude und gab lebhaftes Zeugnis für die allgemeine Beliebtheit dieses Vereines in der mährischen Landsmannschaft. Was dem Balle ein besonderes Relief gab, war die Entsendung eines Delegierten derKultusgemeinde Boskowitz, indem diese in Anerkennung des humanen Wirkens des Vereines ihren Sekretär Herrn Adolf Weiß mit einer Spende hieher delegierte. Ein Vereins-llsoctsL-vous im Cafe Hiüer beschloß den prächtigen Abend. Jüdische Toynbee-Halle. Vortragsordnung: Sonntag, 2. April. Dr. H. K o h n : Moral und Recht — Montag, 3. April. Dr. I. Jerusalem: Geschichte der Arbeit. — Dienstag, 4. April. Dr. I. Samuely: Beethoven. — Mittwoch, 5. April. Professor Dr. I. P o l l a k: Körper und Seele. — Donnerstag, 6. April. Prof. Dr. S. E h rm n n ii: Die Kunst im Völkerleben. — Freitag, 7. April: Bibelerklärnng. — Samstag. 8. April: Konzert. — M i t d e m Samstagkonzertewird das diesjährige Winter- (Vortrags) Seme st er geschlossen. Die Kurse, die im Februar begonnen haben, dauern weiter fort. Kranken-, Witwen- und Waisen-Unterstützungs" Verein Chesed scbel eines (Wohltätigkeit aus Pietät). Die Generalversammlung des Kranken-, Witwen- und Waisen-Unterstützungs-Vereines „Chesed schel eines“ findet Sonntag, 9. April 1005, präzise halb 3 Uhr nachmittags, im Restaurant Guth, Wien, II., Stefaniestraße 14, statt. Sollte diese ordentliche Generalversammlung nicht beschlußfähig sein, so wird um 3 Uhr eine außerordentliche Generalversammlung abgehalten. Am 27. April l. I., um 10 Uhr vormittags, als am letzten Tage Pesach wird, wie alljährlich, im kleinen Betsaale des Leopoldstädter Tempels, II., Tempelgasse, ein Maskir- Gottesdienst für das Seelenheil der verstorbenen Mitglieder dieses Vereines abgehalten. St. Pötten. (Jüdischer Literaturverein.) Am 26. März abends fand die Schlußsitzung statt, die sich durch den Besuch des Herrn Rabb. Dr. Feuchtwang aus Wien und seiner Frau Gemalin zu einer wahrhaft feierlichen gestaltet hat. Herr Doktor Feuchtwang hielt einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über „Raschi und seine Zeit". Am Schluffe desselben dankte der Vereinspräsident Rabbiner Dr. Schächter Herrn Dr. Feuchtwang für seine geistreichen Ausführungen und schloß den Vereinsabcnd mit dem Bewußtsein, daß der Verein nicht nur seine Daseinsberechtigung bewiesen habe, sondern sich immer mehr als eine vornehme Stätte der Belehrung und Erhebung bewähre. Leitomischl. Vom Vorstände der israelitischen. Kultusgemeinde Leitomischl wird uns gemeldet: Am 19. d. M. starb hier Herr Moritz Stolz, Direktor der Leitomischler Schuhwarenfabrik der bekannten Firma S. E. H. Michelstädter in Wien, nach langem und schweren Leiden im Alter von 43 Jahren und hinterließ eine Witwe mit vier unversorgten Kindern. Die Trauerkundgebung um diesen geachteten und allgemein beliebten Mann war geradezu rührend. Unabsehbar war der Leichenzug, dem die Veteranen vorangingen. An der Bahre hielt unser ehrwürdiger Herr Rabbiner Dr. I. Folkmann einen ergreifenden und tiefempfundenen Nachruf. Er würdigte in beredten Worten die Verdienste des Mannes als Beamten, als Freund, als hingebungsvoller Gatte und zärtlicher Vater. Er hob besonders die edle und humane Handlungsweise der Firma S. E. H. Michelstädter gegen ihren verstorbenen Direktor hervor. Fast ein Jahr war der Mann ans Krankenlager gefesselt und konnte somit sein Amt nicht versehen. Die genannte Firma zahlte ihm nicht nur seinen vollen Gehalt, sondern erwies sich in jeder Weise gegen die hart geprüfte Familie edelmütig. Die Firma Michelstädter sandte einen ihrer Vertreter zum Leichenbegängnisse, der der tiefbetrübten Witwe in der schwersten Stunde den Trost und die Botschaft der Firma überbrachte, daß sie an Stelle ihres verstorbenen Gatten mit der weiteren Leitung der Fabrik betraut werde. Noch während des Leichenbegängnisses wurde die edle Hundlungsweise der Herren Michel st ädter bekannt und rief bei der Trauerversammlung Kundgebungen aufrichtiger Genugtuung und Dankbarkeit gegenüber den edelmütigen Chefs dieser Firma hervor.