Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 13 (31.3.1905)
- Date
- 1905-03-31
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 13 Dr. Dlocb s MocdenscvrM. Seit« 201 wärtig wird zwischen der Augarten- und der Stephaniebrücke die zweite Schleuse und ein bewegliches Wehr nach den Plänen Taussig's gebaut, und ein zweites Wehr und eine dritte Schleuse sollen noch vor der Ausmündung des Donaukanals hergestellt werden, damit das Programm der Verkehrskommission, dem Handel und der Industrie im Zentrum der Stadt eine Stätte ungehinderten Verkehres zu schaffen, in Erfüllung gehe. Aber jüngere Kräfte werden berufen sein, das Werk zu vollenden. Die Anerkennung aller Fachmänner, der aufrichtige Dank seiner Vorgesetzten, die innige Anhänglichkeit und Liebe seiner.Untergebenen begleiten Hofrat Taussig und bleiben ihm erhalten, wenn er aus dem Amte scheidet." Hofrat Taussig ist Bethausvorsteher, Mitglied des israelitischen Kultusvorstandes und des jüdischen Museums; eine der liebenswürdigsten Gestalten der Wiener jüdischen Gesellschaft, hat er jederzeit sich trotz seiner hohen Beamtenstellung als treuer Sohn des Judentums gefühlt und gegeben. Möge es ihm vergönnt bleiben, noch lange Jahre im Dienste des Judentums zum Wohle seiner Brüder zu wirken. Bortrag über Josef Israels im Jüdischen Museum. Ueber Einladung der G e s e l l s ch a f t für Sammlung von K u n st d e n k m ä l e r n des Judentums hielt der bekannte Maler und K u n stschriftsteller A. I. S e l igmann am 27. d. M. einen Vortrag über den berühmten holländischen Maler Josef Israels, gleichsam eine Nachfeier des achtzigsten Geburtstages des großen Meisters. Eine glänzende Gesellschaft erfüllte den F e st s a a l des N -O e. Gewerbevereines. Wir bemerkten unter den Anwesenden die Maler: Direktor des kunsthistorischen Hofmuseums Negierungsrat August Schaeffer, Professor Leopold Horowitz. Isidor Kaufm a n n; den gesamten Kultusvorstand mit dem Präsidenten Doktor Stern und Dr. Gustav K o h n, weiters die Herren Rudolf Auspitz, Wilhelm K u f f n e r, Schulrat Heit. Major von K l u m b e r g, Maximilian Paul-Schiff, ferner die Mitglieder des Kuratoriums des Museums Hofrat Siegmund Taussig, welcher an Stelle des erkrankten Präsidenten Baurates Stiaßny die Versammlung eröffnete, sowie die Kuratoren Professor Brüll, Abraham Epstein, Baurat Theodor von G o l d s ch m i d t, Dr. Taussig u. v. A. Der Vortragende gab erst einen kurzen biographische» Abriß, wobei er das Hauptgewicht auf dessen künstlerische Entwicklung legte. Wie er ursprünglich, klassisch-französische Schulung genießend, dann alle Traditionen brach und sich seine eigene Art schaffte. Sehr lehrreich waren die durch das Skioptikon vorgeführten Beispiele. Da Israels, allerdings überschwänglich, als moderner Rembrandt gefeiert wird, zeigte der Vortragende einige Rembrandt- Bilder und sohin entsprechende Darbietungen Israels; erläuterte an diesen Exempeln die Art der Effekte, insbesonders die der Beleuchtung. So gestaltete der Redner seinen einstündigen Vortrag, weit über das Persönliche hinausgehend, zu einem äußerst instruktiven über die moderne Malerei und ihren glänzendsten Vertreter Israels. Das kunstsinnige Publikum quittierte auch die dargebotenen Genüsse mit lebhaftem Danke und lautem Beifall. Verein zur unentgeltlichen Verpflegung Brnstleidender auf dem Lande. Sonntag, den 18. d. M., halb 8 Uhr abends, fand im „Ankerhof" die Generalversammlung des „Vereines zur unentgeltlichrn Verpflegung Brustleidender auf dem Lande" statt. Nach Begrüßung der Anwesenden entwickelte der Vorsitzende, Präsident Dr. Med. Adolf Hoffman n, ein umfassendes Bild von der segensreichen Tätigkeit des Vereines und wies auf die mannigfachen Schwierigkeiten hin, mit welchen dieser dem Wohle armer Glaubensgenossen gewidmete Verein zu kämpfen hat. Vor bereits 35 Jahren ist von ihm die erste Anregung zur Bekämpfung der schrecklichen Krankheit der Tuberkulose ausgegangen und bis heute ist es ihm, in Ermanglung der nötigen Mittel, nicht gelungen, das projektierte „Wölflerheim" in Roznau zu aktivieren. Diese Tatsache ist umsomehr zu bedauern, als z. B. der zwei Jahrzehnte später gegründete Verein „Alland", wie in der jüngst stattgehabten Generalversammlung berichtet wurde, bereits an eine bedeutende Vergrößerung seines Bestandes schreiten kann und hiebei seitens jüdischer Wohltäter die munifizenteste Unterstützung gefunden hat. Nach Vortrag des Kassaberichtes durch den Kassier Herrn Banquier Sigmund W ö l f l e r und Wahl der Vereinsleitung widmete der anwesende Vertreter der Kultusgemeinde Herr Baurat Ritter v. Goldschmidt dem Vereine und besonders duffen Präsidenten Herrn Doktor Adolf H o f f m a n n Worte wärmster Anerkennung, die von der Versammlung lebhaft akklamiert wurden. Mit schönen Worten, wenn sie auch noch so gut gemeint sind, ist aber weder dem Vereine, noch den armen jüdischen Kranken gedient, es müssen vielmehr die weitesten jüdischen Kreise mit werktätiger Förderung Eingreifen, um die edlen Intentionen des Vereines der Verwirklichung,näher zu bringen. Freilich müßte die Bereinsleitung eine etwas energischere Propaganda betreiben und einen größeren Wageniut dadurch bezeugen, daß sie, wenn auch die nötige Bausumme noch nicht vorhanden ist, mit dem Bau des „Wölflerheims" vielleicht in beschränkterem Ausmaße, als ursprünglich projektiert war, beginnt. Aehnliche Institutionen haben das Wagnis unternommen und sind durch die Aktivierung rascher zu ihrem Ziele gelangt. Die Lose des I. israelitischen Rekonvaleszentenheim in Wien, V I ., Nendeggergasse 14. Löbliche Redaktion! _ Unter Höft. Bezugnahme auf die in Nr. 12 (Seite 186 Ihres geschätzten Organes erschienene Notiz, worin Herr Prof. Ehrmann mitzuteilen ersucht, daß er nicht mehr dem Ausschüsse unserer Vereinigung angehört und nicht in Kenntnis des Umstandes war, daß unsererseits auch im Auslande Sammlungen, beziehungsweise Losversendungen vorgenommen wurden, ersuchen wir Sie gütigst, was den letzten Paffus anbelangt, zur Kenntnis der Oeffentlichkeit bringen zu wollen, daß wir nach dem Auslande, den diesbezüglichen Gesetzen entsprechend, niemals Losversendungen Vornahmen. Es liegt uns sehr viel daran, eine derartige Berichtigung veröffentlicht zu wissen, da wir der Behörde für eine derartige ungesetzmaßige Manipulation verantwortlich wären. Wien, am 27. März 1905. Mit bestem Danke zeichnen wir mit bekannter Hochachtung Erstes Wiener israelitisches Rekonvaleszentenheim, i. A.: Schulhof. Wien. (Der Mädchen-Unter st ützungs- Verein) versendet seinen 38. Jahresbericht. Wir entnehmen demselben, daß die von dem Vereine erhaltenen Privatschulen im abgelaufenen Jahre von 278 Schülerinnen besucht waren. Die Umgestaltung der von der Kommune verwalteten gewerblichen Fortbildungsschulen für Mädchen in Fachschulen für Lehrmädchen hat einen großen Andrang an die Fortbildungsschule und den Handels-Lehrkurs des Vereines zur Folge gehabt; in diesen wie in den Arbeitsschulen waren die Ergebnisse sehr zufriedenstellend. Die bedürftigsten Schützlinge wurden mit Mittagskost, Kleidung und Fahrgeld versehen und die Institutionen des Schularztes, des Schulzahnarztes und der Schulbäder haben sich sehr gut bewährt. Der Verein, dessen unzulängliche Mittel durch Veranstaltungen, Subventionen und dergleichen ergänzt wurden, dankt allen seinen Förderern und Gönnern und erbittet für seinen Zweck: armen jungen Mädchen Weiterbildung und Vorbereitung für einen Beruf zu gewähren, die fernere Unterstützung aller Menschenfteunde. Brünn. In der ordentlichen Generalversammlung des Mährisch-jüdischen Waisenhilfsvereins gedachte der Vorsitzende Vizepräsident Leopold Löw Beer der Verdienste seines Vorgängers, des kaiserl. Rates Mandl, der dieses Amt bisher bekleidete und es wegen seines vorgerückten Alters zurücklegte. Die Versammlung sprach Herrn Mandl Dank und Anerkennung aus und ehrte das Andenken der verstorbenen Mitglieder Adolf Pollak, Emil Sorer, Josef Feiwel und Heinrich Abeles durch Erheben von den Sitzen. Von der Verlesung des Jahresberichtes wird Umgang genommen, der Rechnungsabschluß pro 1904 wird vorgetragen und beide genehmigend zur Kenntnis genommen. Stadtrat Feldmann regt eine stärkere Heranziehung neuer Mitglieder an und wünscht, daß die Errichtung einer Waisenanstalt nicht aus dem Auge gelassen werde. Dr. F i a l l a bemerkt hierauf, daß weder das eine, noch das andere bisher vernachlässigt wurde, daß die Anwerbung neuer Mitglieder hier durch die Konkurrenz zahlreicher Wohltätigkeitsvereine erschwert werde und daß die Errichtung eines Waisenhauses ein Ziel bilde, das wohl anzustreben, aber vorläufig nicht zu erreichen ist. Der Voranschlag pro 1905 wird angenommen. Derselbe beziffert die Einnahmen und Ausgaben mit 26.192 K, darunter die Kosten der Waisenpflege mit 26.000 K, die bei dem wünschenswerten Anwachsen der Einnahmen erhöht werden können. In den Vorstand werden die ausscheidenden Herren Julius Ritter v. Gomperz und Leopold Löw Beer wieder- und