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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-03-17 · 11 (17.3.1905) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
11 (17.3.1905)
Date
1905-03-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 172 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 11 Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler. Am 4. März fand die 22. ordentliche Plenarversammlung unter dem Vorsitze des Obmannes cand. med. H. Schlesinger statt. Vor der Berichterstattung hielt der Vorsftende einen tiefempfundenen Nachruf den im Laufe des Semesters verstorbenen Förderern: Hofrat R. v. Borkenau, kais. Rat Heinrich Klinger und Redakteur Alexander Scharf. Das Plenum ehrte das Andenken dieser Männer durch Erheben von den Sitzen. Nach d:m Rechenschaftsberichte wurde zur Wahl des neuen Ausschuffes geschritten, welche folgendes Ergebnis hotte: Präses: med. H. Schlesinger, I. Vizepräses: phi'l. A. Kürti, 2. Vizepräses: Phil. E. Kleinmann, 1. Schriftführer: jur. S. Schleuderer, 2. Schriftführer: jur. A. Brichta, 1. Kassier: jur. M. Salzberg, 2. Kassier: med. H. Beim. Zeitungsverweser: Phil. I. Silberschlag, Hausverweser: med. A. Wolfshaut, Bibliothekar: techn. A. Lampel. Jüdische Toynbee-Halle. Vortragsordnung: Sonntag, 19. März. H. Berliner: „Jüdische Solidarität." — Montag, 20. Marz. Doktor H. Stransky: „Deutsche Literaturgeschichte III." — Dienstag. 21. März. Dr. S. Werner: „Aus jüdischer Geschichte III." — Mittwoch, 22 März, Prof Dr. L. K ö n i g st e i n: „Unser Auge II." Donnerstag, 23. März. Dr. K. L i f c z i s: „Das Problem der Armut." — Freitag, 24. März. „Bibelerklärung." — Samstag, 25. März. Konzert. — Sonntag, 26. März. H. Jork-Steiner; „Vorlesung eigener Novellen." Erster Wiener jüdischer Turnverein. Der Erste Wiener jüdische Turnverein veranstaltet am 25. März d. I. ein Kostümkränzchen (ohn: Kostümzwang) im Ballsaale Ronacher- Herren: Ball- oder Soireetoilette. Karten zu K 2.— sind bei allen Vereinsmitgliedern oder im Turnlokale Wien, L, Mölkerbastei 5, zu haben. Weiters veranstaltet der Verein am 16. April im Deutschen Volkstheater zugunsten seines Turuhallenbaufonds eine Matinee. Zur Auffiihrung gelangt mit den ersten Kräften dieser Bühne das Lustspiel „Unser Käthchen" von Doktor Theodor Herzl. Kartenverkauf für diese Vorstellung bei Herrn Siegfried Beer, Wien, I., Zelinkagasse 3, Telephon 17155. Ferner sind Karten erhältlich durch sämtliche Vereinsmitglieder, am Turnplatz an den Turnabenden und an der Tageskasse des Deutschen Volkstheaters. Derem der Kobersdorfer. Die in Wien seßhaften Kobersdorfer haben behufs Unterstützung ihrer engeren Landsleute einen Verein, der den Namen .Humanitärer Geselligkeitsverein der Kobersdorfer", trägt, gegründet. Bei der jüngst stattgefundenen, konstituierenden Generalversammlung wurden nachstehende Herren in den Vorstand gewählt. Obmann: Samuel Daniel, Obmann-Stellvertreter: I. L. Z o l l s ch a u, Kassier: Jacob Fuchs, zu Schriftführern: Adolf L ö b l, Moritz N e u m a n n, zu Revisoren: Sigmund Daniel, Wilhelm G r ü n w a l d. Wien. Am 22. d. M. „ZebuLedau Purim“ begeht das seltene Fest der goldenen Hochzeit der Herr Samuel Weiß mit seiner Gattin Regine, geb. Pott; Herr Weiß ist 75 Jabre alt, ein gebürtiger Kolincr, seit 48 Jahren jedoch in Wien, seine Frau ist eine Preßburgerin, 71 Jahre alt, die Jubilare sind bei voller Geistesfrische und physisch ganz rüstig, dem Feste werden 5 Söhne und 2 Töchter (von 14 Kindern) und sonstige nahe Verwandtschaft nebst 17 Enkeln beiwohnen; möge dem lieben Jubelpaare das Glück beschieden sein, die diamantene Hochzeit feiern zu können. Zunzflistung! Die Zunzstiftung unterstützt ausnahmslos nur solche Arbeiten, welche inhaltlich und methodisch die Wissenschaft des Judentums fördern. Nur Anträge, welche mit vollständigen, ein Urteil ermöglichenden Unterlagen versehen sind, werden berücksichtigt. Dieselben sind im Laufe des Monats Juli dem Unterzeichneten Vorsitzenden einzureichen. Für das Jahr 1905 sind überhaupt 1500 Mk. verfügbar. Berlin, im März 1905. Das Kuratorium der Zunzstiftung: Dr. S. Neumann, Prof. Dr. F. Liebermann, Vorsitzender, Schriftführer. Kurfürstenstraße 126. Floridsdorf. (Todesfall.) Samstag den 4. März l. I. verschied hier Herr Michael K o h n, Vater des Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Amstetten Herrn B. Kohn, im Alter von 84 Jahren. Der Verblichene, durch großes talmudisches Wissen ausgezeichnet, gehörte zu den noch sehr wenig vorzufindenden Schülern des Rabbi Moses Sofer s. A.. Herr Bezirks-Rabbiner Doktor Rosenmann hielt dem Verblichenen einen ergreifenden Nachruf, in welchem er die Tugenden und die Gelehrsamkeit des Verstorbenen feierte, ebenso hatte Herr Ignaz L ö w, Oberlehrer der Talmud-Thora in Wien, von seinem Lehrer warmen Abschied genommen. Budapest. (A u s z e i ch n u n g.) Frau Sophie v. Wechselmann, geb. Neuschloß, Witwe nach dem verstorbenen Philanthropen Ignaz Ritter von Wechselmann, ist vom Kaiser mit dem goldenen Verdienstkreuz mit der Krone ausgezeichnet worden. Frau Sophie v. Wechselmann hat an den humanitären Werken ihres verstorbenen Gatten mit Freude mitgearbeitet und waltet jetzt noch weiter als Wohltäterin der Armen und Bedürftigen im Geiste des verstorbenen Gatten. Tyrnau. (Hochherzige Spende.) Frau Karoline Rosenbaum Wien, hat zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten, weil. Herrn Adolf Rosenbaum, der ein Sohn unserer Gemeinde war und dessen greise Eltern hier leben, zu Händen des Knltnsvorstandes für das hier zu gründende Armen- und Greisenasyl den Betrag von 500 Kronen gewidmet. Infolge dieser hochherzigen Spende wird der Name des Dahingeschiedenen in der Reihe der Stifter verewigt werden. Ferner hat dieselbe der hiesigen Chewra-Kadischa eine Widmung von 500 Kronen gemacht, wofür dem Dahingeschiedenen eine Laskaro. und ein Loren Lajemea bewilligt wurde. Kultus- und Chewra-Kadischa- Vorstand statten der hochherzigen Spenderin auch auf diesem Wege den wärmsten Dank ab. N. Königsberg in Pr. Herr Dr. F. Peyser, Privatdozent für Assyriologie an der hiesigen Universität, ist zum außerordentlichen Professor ernannt worden. Greifswald. Herr Dr. Oskar Minkowski, bisher Professor an der Akademie für praktische Medizin und Oberarzt am Angusta^Hospital zu Köln, ist zum ordentlichen Professor an der hiesigen Universität ernannt worden. Karlsruhe. Herr Rabbiner Dr. Kramer in Wien ist als Nachfolger des nach Hamburg berufenen Herrn B. Blumgrund Hierselbst zum Stiftsrabbiner gewählt worden. Herr Dr. Kramer hat seine Ausbildung an dem Rabbiner-Seminar zu Berlin erhalten. Stuttgart. Anläßlich seines Geburtstages hat der König Herrn Kirchenrat Dr. Kroner das Ritterkreuz I. Klasse des Friedrichsordens und Herrn Lehrer Straßburger in Buchau die Verdienstmedaille des Kronenordens verliehen. Tokio. Herr Hugo Lißner, Begründer und Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Nagasaki, der ersten in Japan, ist im Alter von 88 Jahren verschieden. New York. Herrn Jakob H. Schiff ist vom Kaiser von Japan der Orden vom heiligen Schatz verliehen worden. Feuilleton. Zwei Krmder. (Fortsetzung und Schluß.) Zehn Jahre waren vergangen, seit das vorliegende Blatt in die niedere Stube der armen Sarah flog, da verbreitete sich plötzlich das Gerücht, daß ein ausgezeichneter, junger Klaviervirtpos, Schüler des berühmten G. nach F., zu kommen und daselbst ein Konzert zu geben beabsichtige. Musikalische und andere Zeitungen hatten den Namen Giacomo S. schon durch ganz Deutschland getragen; über feine ausgezeichnete Technik herrschte nur eine Stimme, und noch neuerdings ward das Interesse für den jungen Künstler im hohen Grade gesteigert. erfuhr nämlich, daß er in einem Konzert, das er in Krakau gegeben, das Herz einer sehr reichen Russin gewonnen und diese mit ihm bereits vermählt sei. Man bestellte im Voraus Billets; das Konzert versprach überfüllt zu werden. Eines Abends fuhr ein eleganter Reisewagen am Hotel B. vor, dem vornehmsten Gasthause der Stadt, ein kleiner Herr stieg aus und hob langsam eine schlanke, in Pelz gehüllte Dame heraus. Die Zimmer waren schon im Voraus bestellt, also geheizt und erleuchtet für den sehnlichst erwarteten Herrn Giacomo S. mit seiner Gemahlin. Kaum im Salon eingetreten, warf Giacomo

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