Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 9 (3.3.1905)
- Date
- 1905-03-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Dr. Blocb’s Mocbenscbrttt. Seite 135 Pitom, der aus der Achselhöhle redet. Jidoni das ist ein solcher, der einen bestimmten Knochen in den Mund tut, der von selbst redet." yrr D2tj7 i'32i it '3ijn»i vipe 12121 dh'e ii rix bj?2 (Mischnah.) .vbx2 1212 xi.ii rar Ein Totenbefrager das ist ein solcher, der eine Hungerkur vornimmt, darauf einen Leichenacker aufsucht, dort übernachtet, damit ein unreiner Geist auf ihm ruhe. 'ir nropn 1*22 [bi "[bim irsrr S'jnan nr n'121 bx ann .1x2112 nn vbi? mm© Ein Zeitendeuter das ist ein solcher, welcher Stunden und Zeitteile berechnet und sagt: Heute ist günstig auszugehen, morgen ist günstig einzukaufen, am Vorabend des Offenbarungsfestes sind Waizenkerne günstig, ausgerissenes Gemüse wird nicht wurmstichig. (Siehe Raschi z. St.) 12' 112 nxxb 12' EVI 121X1 1W1 DTIJ? 2L'N21 11 pltfE .11171 ni'12 1V32p 'lip’J? 112' ['21 11'37'2L' '21V 112b np'b Ein Beschwörer das ist ein solcher, welcher sagt, sein Brot ist ihm aus dem Munde gefallen, sein Stab ist ihm aus der Hand gerutscht, sein Sohn hat ihn von rückwärts gerufen, ein Rabe hat ihm nachgeschrieen, ein Hirsch lief ihm über den Weg, eine Schlange steht ihm zur Rechten und ein Fuchs zur Linken. Der zum Steuereintreiber spricht, fange nicht bei mir an, denn jetzt ist Frühmorgen, heute ist Neumond, jetzt ist Sabbathausgang. ib XHp 132 W2 lb£3 bp2 V22 lbß3 1f|2 121X1 ,T L'132 (Sanhedrin 65) ,-|ii2 ip'csi '23t ib xnp 2119 vinx2 Daß die Zauberworte, wie es in den Keilschrifttexten heißt, im Flüstertöne gesprochen werden, geht auch aus Jesajas 29. 4 hervor: „Du wirst erniedrigt werden, von der Erde wirst du reden und aus dem Staube deine Worte murmeln, deine Stimme wird der des Ob-Zauberers aus dem Boden Hervorkommen, und aus dem Staube wirst du deine Worte flüstern." Jesajas erhebt seine Stimme gegen das Zauberwesen, indem er ruft: „So sprach Gott zu mir mit erschütternder Gewalt, indem er mich warnte, nicht zu wandeln in den Wegen dieses Volkes. Nennet nicht das einen Bund, was dieses Volk einen Bund nennt, fürchtet und zaget nicht vor ihm. Nur den Ewigen den Herrn der Heerschaaren sollet ihr als heilig feiern, er sei euere Furcht und euer Schrecken. Wenn man aber zu euch saget, suchet auf die Zaubereien des Ob und Jidoni, welche fl ü stern und welche murmeln, sehet das Volk, fragt doch seiner Gott, betet für die Lebenden zu den Toten. Fürwahr, bei der Lehre und bei dem Zeugnis reden sie nicht etwas, welches kein Licht hat? Wer aber so wandeln wird, der wird hart bedrückt sein und hungern, und wenn er Hunger leidet, so wird er zürnen und fluchen seinem König und seinem Gott, er wird sich nach oben wenden. Und dann wird er auf die Erde schauen und siehe, da ist Not und Finsternis, kraftraubende Angst und trübe Düsterkeit" (Das. 8. V. 11—13, 19—22). Der Prophet tritt gegen das Zauberwesen auf, mahnend, warnend, zürnend, strafend. Dasselbe Thema behandelt der 91. Psalm. In ihm kommen viele Momente des altorientalischen Zauberwesens zur Sprache, ja, er ist in Betreff der Einzelheiten viel ausführlicher als die prophetischen Redner. Aber die Motive und die Darstellung desselben gehen von anderen Gesichtspunkten aus. Er kennt die Furcht und Angst des Volkes vor dem Zauberwesen, kennt seine Nichtigkeit und bezeichnet die Mittel, wodurch sie unfehlbar verscheucht werden können. Diese sind die Gottesliebe und Gottesverehrung. „Wer unter dem Schutze des Höchsten sitzt, im Schatten des Allmächtigen weilt, der spricht: Gott ist mein Schirm und meine Feste, mein Herr, aus den ich vertraue. Er wird dich retten vor umstrickenden Netzen, vor verheerender Pest, mit seinen Fittigen wird er dich beschützen, unter seine Flügeln wirst du dich bergen. Panzer und Schild ist seine Treue. Du wirst dich nicht fürchten vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeil, der am Tage dahinfliegt. Vor dem Verderben, das im Finstern einherschleicht, vor der Seuche, die am Mittag vernichtet. Denn er sendet dir seine Engel, um dich zu behüten auf allen deinen Wegen. Auf Händen werden sie dich tragen, daß dein Fuß an keinen Stein sich stoße. Ueber Schakal und Otter wirst du einherschreiten, Löwe und Drachen wirst du zertreten. Wenn er mich liebt, so will ich ihn retten, ich tvill ihn erheben, weil er meinen Namen hochhält." (Vers 1—7, 11—14.) Der Satz: „Er wird dich retten vor umstrickenden Netzen, vor verheerender Pest" ist entgegengesetzt dem Ausspruche des Keilschrifttextes: „Mich wie mit Seilen zu fesseln, mich wie mit Stricken zu binden, mich wie in einem Netze zu überwältigen, mich wie in einer Schlinge zu umschlingen." Der Satz: „Du wirst dich nicht fürchten vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeil, der am Tage dahinfliegt, vor dem Verderben, das im Finstern einherschreitet, vor dem Unheil, das am Mittag vernichtet, dich zu hüten auf allen deinen Wegen, kontrastiert dem Ausspruche des Keilschrifttextes: „In der unendlichen Tiefe wurden sie aufgezogen, Mitleid und Erbarmen kennen sie nicht, auf Bergen aufgezogene Rasse sind sie, Unheil auf dem Wege zu erregen stellen sie sich auf der Landstraße auf." Der Psalmist sucht das Sinnen des Volkes durch guten Rat und wohlgemeintes Zureden zu beeinflussen. Bestrebt sich seine in die Irre geratenen Gedanken in richtige Bahnen zurückzulenken, rechnet mit den Schwächen des menschlichen Herzens, mit der Fehlerhaftigkeit des menschlichen Erkennens. Weist auf den Punkt hin, von dem aus die Wiedererstarkung und Kräftigung des Seelenvermögens gewonnen werden kann, denn die lautere Gottesliebe ist die Sonne, von deren Strahlen die Wolken des Aberglaubens verschwinden. Auch diese Seite der altorientalischen Weisheit ließ im Judentum tiefe Spuren zurück. Josephus reklamiert sie für König Salomon und' erzählt, daß sie noch zu seiner Zeit in Israel vorhanden sei. Er schreibt: „Selbst von der Geisterwelt gab Gott ihm zu Nutzen und Dienste der Menschheit Kunde. Er hinterließ Sprüche, um Krankheiten zu beschreien, und Beschwörungsformeln, womit man den bösen Geistern eine solche Gewalt antun kann, daß sie nie mehr wiederkehren. Die Kunst ist bis zur Stunde unter uns im Schwünge. Ich habe zum Beispiel erfahren, wie ein gewisser Eleazar aus unserem Volke in Gegenwart Vespasians und seiner Söhne sowie seiner Obersten und einer Menge von Kriegsleuten, alle die von bösen Geistern besessen waren, von diesen befreite." (Altertümer VIII. 2. 4.) Mit der Götter- und Dämonenverehrung stand der Bilderkultus im engsten Zusammenhänge. In ältester Zeit verehrte man die Sterne selber als Gottheiten. Später unterschied man zwischen den Himmelskörpern und ihren göttlichen Bewohnern. Man dachte sich nämlich die planetarischen Gottheiten als einzelne mäcktige Wesen, welche in den Sternen ihre Behausungen haben. Als Götter hatten sie andere Namen und als Planetenbewohner gab man ihnen andere Benennungen. Benus als Stern hieß im assyrischen Dil-bat, die Göttin Venus wurde Jstar oder Betis benannt. Auf einem Syllabar des Königs Asurbanipal lautet eine Inschrift: Dil-bat ina sansi äsi Istar kakabi, Dil-bat ina sansi arabi Beltuv ili. „Die Venus beim Sonnenaufgang, die Jstar unter den Sternen, die Venus beim Untergang der Sonne die Biltis unter den Göttern." (Siehe Schräder in Schenkels Bibel-Lexikon, Bd. 5, S. 394). Aber nicht nur in den Sternen, auch in anderen Körpern hatten die Götter ihre Wohnungen. In Tempeln, auf Bergen, in Wäldern und in Bäumen. Auch in den Leibern von lebenden Tieren und in Menschenkörpern. Wenn ein Mensch oder ein Tier göttlich verehrt wurde, so dachte man sich, daß diese oder jene Gottheit in bestimmten Zeiten in ihnen ihren Aufenthalt genommen hat. Ebenso konnten die überirdischen Wesen in Malsteinen, in Säulen und in Bildern von Metall, Stein oder Holz wohnen. Die Bilder waren dann nicht etwa bloß Symbole der jeweiligen Gottheit, sondern ste waren die Gottheit selbst. Es konnten auch zuweilen zwei oder mehrere Götter eine Behausung haben. Die Götter selber mußten auf den Denkmälern notwendig nicht abgebildet oder hinein-