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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-02-24 · 8 (24.2.1905) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
8 (24.2.1905)
Date
1905-02-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 8 Dr. Dlocb's Mocbenscbritt. Seite 11" nehmen die Propheten im alten Israel im Namen des Monotheismus eine entschiedene, protestierende Stellung ein. Jsajas, der Adler unter den Propheten, ist es, der zuerst mit flammenden Worten denselben entgegentritt. In seiner Zeit begann das babylonische Reich unter Maradah Babdadon sich zu vergrößern und auszudehnen. Sein Stern stieg am Himmel der Zeitgeschichte leuchtend empor. Seine Stadtgötter Lol und Nebo gewannen große Verehrung und wurden als Gottheiten höchster Ordnung proklamiert. Sternpropheten und Planetendeuter verkündeten glückbringende Orakel, prophezeiten eine hellstrahlende Zukunft für Land und Bewohner. Die Kundgebungen der Staatspropheten wurden durch obrigkeitliche Manifeste allen Provinzen mitgeteilt, sie wurden als eine frohe Botschaft weit verbreitet. Es konnte nicht fehlen, daß auch die Länder, welche mittelbar zur Machtsphäre des aufstrebenden Großstaates gehörten, von den prophetischen Offenbaruagen erfuhren und infolgedessen von den höchsten seelischen Verwirrungen heimgesucht wurden. Dazu kam noch, daß man in Palästina die Keilschrift der Assyrier und Babylonier lesen und schreiben konnte. (Vergl. F. E. Peiser der Prophet Habakuk S. 9.) Die Anhänger der Babylonier unterließen es gewiß nicht, Abschriften von den prophetischen Botschaften zu verfertigen und sie in Jsrael-Juda zirkulieren zu lassen. Der monotheistische Seher stellt das allgemein verbreitete Stern-Orakel vor die Massen seiner jüdischen Volksgenossen, die sich um ihn versammelten und protestiert im Namen Gottes gegen die babylonische Prophetverkündigung. Er ruft: „Lai ist gefallen, Nebo ist zerschmettert. Ihre Standbilder werden den wilden und zahmen Thieren aufgeladen. Die Ihr umhertraget, sind jetzt eine Last den müden Trägern. Ja sie sind zerschmettert und gefallen, sie können sich selber nicht retten, sie müssen in Gefangenschaft gehen". (Jesajas K. 46, 1—3.) „Steige herunter und setze dich aus die Erde, du Jungfrau, Tochter Babels. Du hast keinen Thron mehr, Tochter der Chaldäer, man wird dich nicht mehr nennen Zarte und Edle. Nimm eine Mühle und mahle Mehl, löse dein gescheiteltes Haar, befreie den Fuß, recke deine Glieder, ziehe durch die Gewässer. Höre dieses o Fürstin, die sicher thronet, du sprichst in deinem Herzen, ich und keine mehr. Ich werde keinen Witwenstand und kein Verlassensein kennen. Aber es werden beide über dich an einem Tage kommen, Witwenstand und Verlassensein, wegen der Menge deiner Zauberer und deiner Sterndeuter. Deine Weisheit und deine Wissenschaft haben dich irre geführt. Tritt nun auf mit deinen Sternpropheten und mit deinen vielen Zauberern. Vielleicht kann es Dir nützen. Vielleicht kannst Du erstärken. Lasse sie nun hertreten, die die Himmel erforschen, die in den Sternen -lesen a'aaaa aninn, die die Zukünftige verkünden, sie sollen Dir nun helfen. Sie sind wie Heustoppeln, die das Feuer verzehrt, sie können sich vor der Flamme nicht retten. (Ds. C. 47 V. 1—3, 8—14.) Zur Zeit des Propheten Jeremijas wurden erregende Himmelsorakel verbreitet, welche Schrecken und Entsetzen überall in Palästina hervorriefen. Der monotheistische Seher tritt denselben entgegen und ruft: „Höret das Wort, das Gott über Euch spricht, Ihr die aus dem Hause Israel seid: So redet der Ewige. Die Weise der Völker sollet Ihr nicht lernen und vor den Zeichen am Himmel sollt Ihr nicht zittern, mögen die Völker vor ihnen erschrecken. Denn die Lehren der Völker sind Nichtigkeit. (Jeremijas C. 10, 1—3.) Die Enunziationen der Propheten sind aufrüttelnd, ergreifend, packend, subjektiv, drohend, züchtigend. Ganz anders ist die Weise der Psalmdichtung. Auch sie nimmt Stellung zu der Zeitrichtung und Zeitströmung. Auch sie zieht die Gedanken und Ideen, von welchen die Menschen in jener Epoche bewegt wurden, in den Kreis ihrer Betrachtung. Auch sie betrachtet den Himmel, das Firmament, den Wandel von Tag und Nacht und kennt die ominöse Bedeutung, die ihnen zugeschrieben wird. Auch sie lehnt die altorientalische Weltanschauung entschieden ab und protestiert gegen dieselbe. Aber sie tut dieses in ruhiger, sanfter, gelassener Weise. „Die Himmel", so ruft der Psalmist, „erzählen nur die Ehre Gottes und das Firmament verkündet das Werk seiner Hände. Ein Tag sagt es dem andern Tag und eine Nacht tut es kund der anderen Nacht. Es ist keine Sprache, es sind keine Worte, es wird keine Stimme vernommen. Durch die ganze Erde ziehen sich Saiten, am Ende der Welt wird ihre Rede vernommen, dort wo er der Sonne das Zelt aufgeschlagen hat. Die Lehre Gottes allein, die ist vollkommen, sie labt die Seele, die Zeugnisse Gottes sind wahrhaftig, sie wachen weise der Einfältigen. Die Befehle Gottes sind gerade, sie erfreuen das Herz, die Gebote Gottes sind lauter, sie erleuchten die Augen. (Ps. 19, 1—10.) Nicht am Himmel und in den Gestirnen, meint der Psalmist, ist der Wille der Vorsehung zu lesen, sondern nur in der Lehre und im ewigen Sittengesetz. Der Psalmendichter ist belehrend, betrachtend, erhebend, objektiv, erbauend. Daß unter der Weise der Volker die orientalische Astralweltanschauung verstanden wird, ist auch die Ansicht des Midrasch und des Talmud. In Genesis Rabbah, 0. 44. heißt es: Rabbi Jehuda sagt im Namen des R. Jvchanan: Gott brachte ihn (Abraham) über die Himmelsdecke, denn er sprach zu ihm: Schaue nun zum Himmel. Dieses Schauen ist ein Sehen von Oben nach Unten. Die Rabbinen sagen, er sprach zu ihm: Du bist ein Prophet und kein Astrologe. Zur Zeit des Jeremias wollte Israel diese Weise erreichen, aber Gott ließ es nicht zu. Da es heißt: Die Weise der Völker sollt Ihr nicht lernen und vor den Zeichen am Himmel sollt Ihr nicht zittern, re. n’b nasn sin rpn.n na'aa nbyab ims nbrn pnr n asa min" n ns s'a: ,'nas j;an .naab nbyaba sbs naan ps na*asn s: aan sbi it ma H'b sab bsns' ispa ,ra^’ ’a'a "2 pnb-nacs rs psi ..Tapn anb nan So stark war die Macht der altorientalischen Weltanschauung, daß sie spater selbst in streng monotheistische jüdische Kreise eindrang, nur suchte man sie der Schöpfungstheorie zu akkommodieren. Im Traktat Sabbath, p. löö a, heißt es: Es steht geschrieben in dem Buche des Rabbi Josua ben Lewi: Wer am ersten Tage der Woche geboren wird, der wird kein Mensch von einer einzigen ausgesprochenen Sinnesrichtung sein. Weshalb? Denn an diesem Tag sind Licht und Finsternis erschaffen worden. Wer am zweiten Tag der Woche geboren wird, der wird ein Jähzorniger sein, weil in ihm die Gewässer auseinandergetrieben wurden. Wer am dritten, der wird reich und produktiv fein, weil in ihm die Gräser erschaffen wurden. Am vierten, klug und erleuchtet, wegen der Erschaffung der .Himmelslichter. Am fünften wohltätig, wegen der Erschaffung der Fische und der Vögel (die durch die göttliche Wohltat ernährt wurden, (Raschi). Am Vorabend des Sabbath, Gesetze beobachtetld. «Da man am Freitag für die Sabbathbeobachtung sorgt.) Am Sabbath, heilig. Den von ihm heißt es: Und er heiligte ihn. ta"a ,T2 snn sbi na: s.t sasa nnan jsa 'sn b-am n'cprss ama -'sn a“a pn na: sn' sasa 'nnan jsa ’sn -prm n s n'a na'sn ina*sn aua is:n n-nj? na: sn' sasa snbnan jsa ’sr sa n'a s'bs n'a ibn'sn tra n',n:i c*an na: sn* sasa 'nan jsa 'sn .easy ia n'a na’sn B"a anen bai: na: sn' sasa ssanan jsa 'S,n nnixa b snasa jsa 'sn jnin na: sn* sasa ■ 'yaan jsa *snn*3 iy aan 0“sn) G'.nsnpn -s:s smpi s:-s s,ts; —pn' sa"' ss'np Rabbi Chaniua stellt folgende Konstellation auf: Im Sternenbild der Sonne: ein Erleuchteter :c. „ „ der Venus: ein Reicher und Produktiver re. „ „ des Kochab: ein Weiser re. „ „ des Mondes: ein Unglücklicher re. „ „ des Saturnus: ein Planloser re. „ „ des Jupiter: ein Gerechter re. „ „ des Mars: ein Blutvergießer re. Entweder ein Schächter oder ein Aderlasser oder ein Räuber oder ein Operateur. .ja jnin n-; nn' nanan jsa *sn .ia 'S”' n'ry n:i: aaiaan .ia a'am nva aaiaan .ia j'yna biao n:aban

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