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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-02-10 · 6 (10.2.1905) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
6 (10.2.1905)
Date
1905-02-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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■ acgw ®ett« 2 Dr. JBIocb s Mocvenscvrm. »*• 6 M. B. 10.—, Antal und Frau Theres«- Neurath 20.—, Familie Julius Wolf 20.—, V. Broda 10.—, Bertha und Hermann Cornelius 6.— . Zusammen: Kronen 156.—. Jüdische Gefangene in Japan. In Matzujama, Provinz Jjo, Japan, sind gegen 100 jüdische Gefangene interniert, die von der japanischen Regierung überaus gut behandelt werden. Sie haben eine provisorische Gemeinde gebildet, der es jedoch mit Ausnahme des Gemeindevorstehers. den die Gefangenen in der Person ihres Mitgefangenen Pinchos Rachewsky sich gewählt haben, so ziemlich an allem mangelt. Es fehlt an Talessim, T'fillin, Gebetbücher und allem andern. Da die Gefangenen nicht zur Arbeit angehalten werden, so langweilen sie sich sehr und bitten alle Redaktionen jüdischer und hebräischer Zeitungen, ihnen ihre Blätter als Lektüre zu senden. Da das Passahfest naht, so fürchten sie, in Japan keine Mazzoth zu finden. Der „Gemeindevorsteher" bittet alle Juden, seinen Mitgefangenen Mazzoth zu spenden. Seine Adresse ist: Ville Matzujama, Provinz Jjo, Russiam Prisnory, Pinchos Rachewsky, Japan. Das betreffende, an den in Petersburg erscheinenden „Fraind" gerichtete Schreiben ist vom 18. Dezember 1904 datiert. Israelitische Gesellschaftsreise nach dem Heiligen Lande. Die von einem internationalen Komitee initiierte Gesellschaftsreise der Israeliten nach dem Heiligen Lande hat besonders in Oesterreich-Ungarn und Deutschland großen Anklang gefunden und haben besonders aus Deutschland so zahlreiche, angesehene Persönlichkeiten ihre Teilnahme gesichert, daß für die Gesellschaft ein Separatdampser gechartet wurde. Der Rendezvousplatz der Teilnehmer ist die schöne Hauptstadt Ungarns, Budapest, die Pforte des internationalen Verkehres nach dem Orient. Trotzdem sich der Zentralsitz des Komitees aus technischen Gründen in Budapest befindet, besteht die 120 Teilnehmer zählende Gesellschaft kaum zum dritten Teile aus Ungarn. Das weitaus größte Kontingent lieferten Deutschland, Oesterreich, Bosnien, Belgien, Holland, Dänemark re. Die israelitische Pilgerfahrt wird demnach einen internationalen Charakter haben und wird die Gesellschaft sowohl in Budapest, als auch in Alexandrien, Jaffa, Jerusalem, Damaskus, in den jüdischen Kolonien, Kairo rc. festlich empfangen werden. Der Anmeldungstermin wurde beim Komitee bis 15. Februar verlängert. Anmeldungen nimmt entgegen die Direktion des Fahrkarten-Zentral-Bureaus der königlich ungarischen Staatsbahnen, Budapest IV. Wien. Ueber Veranlassung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Wien findet Donnerstag, den 16. Februar 1905, präzise halb 8 Uhr abends, im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines, Eschenbachgasse 9, eine Vorlesung des Herrn Adolf Weiße, Direktor des Deutschen Volkstheaters, statt. Thema: „Jüdische Poesien". Eintritt frei ohne Karten. Wie«. (Tempelbau-Verein des VIII. Bezirkes der Stadt Wien.) Bezüglich unseres letzten Berichtes über die Generalversammlung des Tempelbau-Vereines des VIII. Bezirkes der Stadt Wien wird uns nachträglich vom Präses Herrn Hermann Beck mitgeteilt, daß nicht bloß vom Vorsitzenden der Versammlung, sondern auch von den nachfolgenden Rednern Dr. Goldberger und Architekten Modern in ihren Berichten der besonderen Verdienste des verstorbenen Herrn Michael S t r a ß e r um die Erbauung des neuen Tempels in eingehender, pietätvoller Weise gedacht worden ist und daß dem Herrn Salo Cohn für die Kreierung einer auf den Namen des Herrn Michael S t r a ß e r lautenden, milden Stiftung per K 6800, ferner der gesamten Familie S t r a ß e r und dann den hochherzigen Spendern Baron König sw arter und Frau Josefine Adler, Witwe des Herrn Abraham Adler, der Dank des Vereines öffentlich ausgesprochen worden ist. Diese Kundgebungen wurde von den Anwesenden mit großer Teilnahme und lebhafter Zustimmung zur Kenntnis genommen. Wie«. Sonntag den 12. Februar 1905 um 11 Uhr vormittags findet im Sitzungssaale oes Tempels, VIII., Neudeggergasse 12, die V. ordentliche Generalversammlung des israelitischen Frauen - Wohltätigkeitsvereines im VIII. Bezirke der Stadt Wien statt. Wie«. Der israelitische Tempelverein für den XIX. Bez. in Wien hält seine ordentliche Generalversammlung Sonntag, den 12. Februar 1905, 10 Uhr vormittags im XIX. Bezirk, Döbling, Hauptstraße 39 („Cafö Döbling", Souterrain) ab. Wien. Die 39. ordentliche Generalversammlung des Kranken-Unterstützungs- und Humanitäts-Vereines „G o m l e C h e s e d" (Wohltätigkeit aus Pietät) findet Sonntag den 12. Februar 1905, präzise 3 Uhr nachmittags, im Sitzungssaale der Jsraelitischeu Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, statt. Wien. Im „Jüdischen Musen m" gelangen in dieser Woche zur Ausstellung: 1. Eine Serie von künstlerisch angefertigten Handzeichnungen, Ansichten der Synagoge zu Worms und der Raschi-Kapelle daselbst, nach den Angaben des Herrn A. Epstein als Studien zu seinem Werke: „Jüdische Altertümer in Worms und Speier",nach der Natur ausgenommen; dem Museum gespendet von dem Mitgliede des Kuratoriums Herrn A. E p st e i n. 2. Preis-Konkurrenzen um die Freiherrlich Rothschild'schen Künstler st ipendien von den Bildhauern Arthur Immanuel Löwenthal, Geza Salzmann, F. C. Becher, Fritz Herlinger, Richard Haal. Wien. (Trauung.) Sonntag den 12. Februar l. I. um halb 3 Uhr nachmittags findet im Tempel VI., Schmalzhofgasse 3 die Trauung des Fräulein Paula Hof mann, Tochter des Herrn Adolf H o s m a n n, Obmann des israelitischen Tempelvereines für Wieden und Margareten, mit Herrn Hermann Schlesinger statt. Wt?n. (Konfirmation.) Herr Max Markus begeht am Sonntag, den 11. Februar l. I. im Tempel, III., Unt. Viaduktgasse 13, die Feier der Konfirmation seines Sohues George. Wien. Der „Jüdische Schulverein für den IX. Bezirk" hat den I. Vizepräsidenten der Wiener Kultusgemeinde, Herrn Hof- und Gerichtsadvokaten Landesschulrat Dr. Gustav Kohn, zum Ehrenpräsidenten gewählt, und Herr Dr. Kohn hat sich bereit erklärt, diese Wahl anzunehmen. Der „Jüdische Schulverein" ist in seine neue Lokalität, IX. Bezirk, Glasergasse 24 übersiedelt. Jüdische Toynbeehalle. Vortragsordnung. Sonntag, 12. Februar. Dr. I. S a m u e l y: Das Telephon. Montaa, 13. Februar. Akad. Maler Otto He rsch el: Einiges über Kunst. Dienstag, 14. Februar: Diskussion. Mittwoch, 15. Februar. Felix Salten: Vorlesung. Donnerstag, 16. Februar. Max Racher: Gerbart Hauptmann. II. Freitag, 17. Februar: Bibelerklärung. Samstag, 18. Februar. Konzert. Sonntag, 19. Februar. Dr. Leopold Kahn: Messianit'ät und Judentum. — Die Kurse der Toynbeehalle haben Montag, 6. Februar begonnen. Vorläufig finden folgende Kurse statt: Jeden Montag, halb 8 Uhr abends : Schnittzeichnen (Fräulein Jiabella K o h n). Jeden Dienstag, viertel 8 Uhr abends: Englisch (Frau Jda Berliner). Jeden Donnerstag, viertel 8 Uhr abends: Französisch (Fräulein Rosa S p i e l m a n n). Ort der Kurse: Religionssckmle der Israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 2. Wien. (Leichenbegängnis.) Am 6. d. M. wurde Herr Adolf Kohn, Vorsteher des Bethausvereines im IX. Bezirke, zu Grabe getragen. Eine große Zahl von Leidtragenden aus allen Kreisen der Wiener Gesellschaft war erschienen. Der Vorstand des genannten Bethausvereines hat sich vollzählig eingefunden. In der Zeremonienhalle hielt Gemeinderabbiner Dr G e l b h a u s eine Trauerrede, in welcher er den tiefgewurzelten Gottesglauben, die Familienliebe, die religiöse Lebensführung des Verewigten preisend hervorhob und sie als mustergeltend und erweckend für die Hinterbliebenen wie für weitere Kreise darstellte. Die Rede war von tiefer und eindrucksvoller Wirkung. Hierauf trat Herr Obmann Gottlieb B e t t e l h e i m an die Bahre und nahm in bewegten Worten im Namen des Vorstandes und der ganzen Tempelgemeinde von dem Verblichenen wehmütigen Abschied. Oberkantor Kläger trug die Trauergesänge mit Chorbegleitung in ergreifender Weise vor.

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