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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-02-10 · 6 (10.2.1905) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
6 (10.2.1905)
Date
1905-02-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette 86 Dr. Blvch's Wochenschrift. Nr. 6 Korrespondenzen. Aus der Plenarsitzung des Kultusvorstandes vom 2. Februar 1905 unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn Dr. Alsred Stern. Beginn der Sitzung 10 Uhr vormittags. An Spenden sind eingelausen: Von Herrn Dr. Norbert Klinger noe. der Verlassenschaft nach Herrn kais. Rat Heinrich Klinger je K 500.- zu dem Zwecke, daß gemäß der erblasserischen letztwilligen Verfügung dieser Vermächtnisbetrag in Verwahrung und Verwaltung des betreffenden Vereines fruchtbringend anzulcgen ist, die Zinsen und nur diese für die Vereinszwccke zu verwenden und alljährlich als Erträgnis aus dem Legate auszuweisen sind, und zwar an folgende acht Wohltätigkeitsinstitute: 1. Chewra-Kadischa, 2. Israelitische Armen- und Speiseanstalt, 3. Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten, 4. Verein zur Erhaltung einer israelitischen Kinderbewahranstalt in Wien, 5. Verein zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studierender, 6. Israelitisches Taubstummen-Jnstitut 7. Israelitisch-theologische Lehranstalt 8. L. D. Königsberg'sches Mädchen Erziehungs- Institut zusammen K 4000. - „ Herrn Dr. Norbert Klinger uoe. der Verlassenschaft nach Herrn kais. Rat Heinrich Klinger zur Errichtung einer Heinrich Klinger Gedächtnis-Stiftung beim Wiener Bet-ha-Midrasch-Verein „ 500.— „ Herrn Dr. Norbert Klinger noe. der Frau Charlotte Klinger für 33 Institute und Vereine „ 1570.— „ Herrn Louis Ortlieb für den Verein zur Verpflegung Brustkranker auf dem Lande K 600.— für das Spital „ 200.— für das Versorgungshaus „ 200.— „ 1000.— „ Anonymus für das Altersversorgungshaus K 200.— für die Talmud-Thora „ 100.— „ 300 — „ Frau Arnold Rosenthal zur Verteilung an aus dem Spitale entlassene bedürftige rekonvaleszente Frauen „ 100.— „ Herrn Bruno Steiner für den Präsidialfond für Armenbeteilung „ 100.— Herrn kais. Rat Leop. Sachs für die Brigittenauer Schulküche „ 50.— „ „Ausbildungsschülerinnen Frl. Fr." für die Brigittenauer Schulküche „ 44.— „ Frau Elise Löbel zur Verteilung an Arme der Bezirke XVI—XVII anläßlich der Beerdigung des sel. Herrn Oskar Löbel „ 10.— „ Herrn Ignaz Weinstein für die Brigittenauer Schulküche .. 2.— Aus der Sparbüchse der kleinen Johanna Löwy Hotzenplotz für die Brigittenauer Schulküche „ 2.— Ergebnis der Entnahme aus den Sammelbüchsen und Opferstöcken im Gemeindetempel Stadt: für die Armenanstalt L 73.14 „ „ Chewra-Kadischa „ 70.74 „ „ armen russischen Juden „ 84.28 „ Armen der österreichischen Gemeinden im heiligen Lande „ 27.68 „ 255.84 Ergebnis der Entnahme der Sammelbüchsen im Gemeindetempel Leopoldstadt: für die Armenanstalt K 24 3 „ „ Chewra-Kadischa „ 41.24 „ „ armen Glaubensbrüder im heiligen Lande (Jerusalem) „ 9.35 „ 74.96 Im Einlaufe gelangen zur Verlesung: Ein Erlaß der Statthalterei, mit welchem das Ergebnis der am 9. Dezember 1904 stattgehabten Wahlen in den Kultusvorstand und die am 6. Jänner 1905 vollzogene Konstituierung des Kultusvorstandes zur Kenntnis genourmen werden; weiters eine Zuschrift des Herrn Baurates Max Fleischer, in welcher derselbe dem Kultusvorstande für die Bekundung der Teilnahme anläßlich des Ablebens seiner Gattin, der seligen Frau Regine Fleischer, und für die derselben erwiesene letzte Ehre den Dank ausspricht. Dem Anträge des Vertreter-Kollegiums, es sei für den verewigten vormaligen Präsidenten kais. Rat Heinrich Klinger eine Gedächtnisfeier im Stadttempel zu veranstalten, schließt sich die Versammlung einmütig an. Die Bestimmung des Zeitpunktes und der Modalitäten hat durch das Präsidium im Einvernehmen mit dem Bethausvorstande zu erfolgen. Als Vertreter des israelitischen Religionsunterrichtes im Wiener Bezirksschulräte wird auf die Dauer der mit 1. Juli 1905 beginnenden neuen Funktionsperiode dieser Schulbehörde der Kultusvorsteher phil. et jur Dr. Markus Spitzer, welcher dieses Mandat bereits seit einer Reihe von Jahren versieht, einhellig wiedergewählt. Ueber Vorschlag des Vorstandes der „Chewra-Kadischa" wird die Berufung des Herrn Karl Lang als Vorstandsmitglied der „Chewra-Kadischa" im Sinne der statutarischen Bestimmungen genehmigt. Gnadengaben an Personen, welche im Dienste der Gemeinde beschäftigt waren, bezw. an deren Hinterbliebene werden für das Jahr 1905 mit dem Gesamtbeträge von K 30.229.75 bewilligt. Folgende vom Vertreter-Kollegium bezw. von den berufenen Kuratorien erfolgte Stiftungsverleihungen werden zur Kenntnis genommen: Die Salomon Horwitz-Widmung für Arme (2 Plätze a K 50.— und K 20.—). Die Fanny Güdemann - Stiftung für weibliche Kranke (1 Platz mit K 80.—). Die Freiherrlich von Rothschild-Künstler-Stiftung (1 Platz mit K 2000.—, 1 Platz mit K 1200.—, und 3 Plätze a K 800.—). Die Rosalie Mintz-Stiftung für Witwen (4 Plätze ä K 180). Die Lori Baumgarten-Stiftung für Herzkranke Frauen (1 Platz mit K 30.—). Die Dr. Adolf Schmiedl-Stiftung für Talmudschüler (2 Plätze a K 100.—). Die Dr. Adolf Jellinek - Stiftung für Talmudschüler (1-Platz mit K 100.—). Die Max Ritter von Gutmann-Spende für Talmudschüler (4 Plätze ä K 100.—). Die Dr. Ignaz Lemberger-Ausstattungs-Stiftung (1 Platz mit K 260.—). Die Dr. Max Friedländer-Ausstattungs-Stiftung (1 Platz mit K 118.—). Die Widmung des Komitees der aufgelösten Abendbörse für Lehramtskandidaten (1 Platz mit K 100.—). Die Ignaz Eisler von Terramare-Widmung für Arme (2 Plätze a K 12.—). Die Bernhard Friedmann-Widmung für Arme (5 Plätze a K 16.—). Die Jakob Fischl-Stiftung für arme Verwandte (5 Plätze mit K 200—, K 80—, K 50.—, K 40—, K 30.—). In Betreff der Behandlung der Austritte aus dem Judentum wird beschlossen, daß die Einsichtnahme in das Austrittsregister über Verlangen Jedermann zu gestatten sei. Nach Erledigung von Kultussteuer-Angelegenheiten wird die Sitzung um halb 2 Uhr nachmittags geschloffen. Wien. Ueber Veranlassung des Kultusvorstandes wird Sonntag den 12. Februar d. I. um 4 Uhr 15 Minuten nachmittags im Stadttempel eine Trauerfeier für den ehemaligen Präsidenten der Wiener israelitischen Kultusgemeinde Herrn kais. Rat Heinrich Klinger abgehalten. Beratung über den einheitlichen Lehrplan für den Religionsunterricht an Mittelschulen. In den von mir in der vorigen Nummer vom 3. Februar rnitgettilten Verzeichnisse der Teilnehmer an dieser Beratung ist durch ein unliebsames Versehen der Name des hochverehrten Herrn Rabbiners M. Friedmann (Linz), Mitgliedes des k. k. oberösterreichischen Landesschulrates, weggeblieben. Indem ich dieses Versehen sehr bedauere, glaube ich es durch die nachträgliche Mitteilung des Namens wieder gut zu machen. Hochachtungsvoll Dr. Adolf Weiß, k. k. Professor.

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