Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 5 (3.2.1905)
- Date
- 1905-02-03
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 Dr. Vlocb's MocbenscbrM. Seite 79 neue Frage: Ob denn heute keine Wunder geschehen, aufmirft, und sie mit der Antwort: Wunder geschehen nach wie vor, nur seien sie wie ehedem lediglich dem Auge bes Gläubigen sichtbar, zu einer befriedigenden Lösung bringt. Die 5. Rede erblickt «Israels Bestimmung" in der ewigen Zeugenschaft für das Dasein Gottes, und wendet sich dann geschickt an die Mitglieder der vormals als Pflanzstätte jüdischen Religionswissens bekannten Leipniker israel. Gemeinde mit der Ermahnung, daß sie dieser Bestimmung tren bleiben und namentlich die Jugend zu diesem Zwecke erziehen sollen. Mnstergiltig kann ferner die letzte gelegentlich der Einweihung des Betsaales in dem von Gutimann aus seinem Elternheim errichteten Siechenhause gehaltene „Weiherede" hingestellt werden, wo an der Hand eines einzigen kurzen Bibelsatzes die vielfache fromme Betätigung des Guttmann'schen Stammhauses aufgezeigt und dessen einstiger Sitz als zu einem jüdischen Gotteshause würdig nachgewiesen wird. In der 4. Rede „Die Notwendigkeit der Offenbarung Gottes auf dem Berge Sinai" vermißt man zwar eine strengere Durchführung des Grundgedankens. Auch ist das letzte von Kischinew handelnde Dritteil zu lose angehängt, so daß man das Gefühl hat, als ob dem Verfasser hierbei noch ein anderes Thema, etwa: Der Vorzug unseres Volkes liegt in seiner Heilighaltung des Dekalogs, vorgeschwebt habe. Das fällt um so schwerer in die Wagschale, als die Märtyrer jener Stadt eine besondere Besprechung wohl verdienten. Indessen kann man sich hierüber leicht hinwegsetzen, wenn man bedenkt, wie selten nur homiletische Vorträge gleichzeitig und in gleichem Maße Kopf und Herz zu befriedigen pflegen, und daß hier eben der Herzenston beiweitem überwiegt. Auch weitere unbedeutende Verstöße, die etwa in den anderen Teilen Vorkommen, wird man gern mit in den Kauf nehmen. Denn alle diese Reden sind Von einer Weihe der Empfindung und von einer unverfälschten Ueberzeugung getragen, wie wir sie bei neueren Predigten nicht zu häufig antreffen. Das Büchlein kann daher jedem Glaubensgenossen, der seine Freude im Worte Gottes sucht, bestens empfohlen werden. Besonders aber dem angehenden Prediger, der es nicht ohne Nutzen lesen wird. Schließlich möchten diese Zeilen den geehrten Herrn Verfasser anregen, dem vorliegenden Hefte andere folgen zu lassen. Witkowitz (Mähren), den 27. Jänner 1905. Dr. Rubin Faerber. Kopf und Schweif. Gegenüber der Einsendung des Herrn Rabbiner Stark, daß die in dem herrlichen, in Nummer 2 der „Oesterreichischen Wochenschrift" publizierten Gedicht „Kopf und Schweif" verwendete Fabel „sich schon im Midrasch-rabbah findet", haben wir zu konstatieren, daß im Begleitschreiben des Dichters ausdrücklich bemerkt war, „daß die Pointe einem Midrasch entlehnt sei". Die Redaktion hielt es nicht für notwendig, diese Bemerkung hervorzuheben, weil die betreffende Midraschstelle ohnehin hinlänglich bekannt ist. Selbst die größten Dichter holten sich die Fabeln und die Motive ihrer Dramen und sonstigen Dichtungen aus Volksbüchern. Unser Dichter wählte zum Unterschied vom Midrasch den Hund, weil dessen ungewöhnliche Intelligenz und Sinnesschärfe allgemein bekannt, das Wesen und Leben der Schlange hingegen in unsern Gegenden ziemlich unbekannt ist. Der Hund pflegt ruhend, mit der Schnauze den Schweif zu berühren und um sich im Kreise drehend, nach der Spitze des Schweifes zu schnappen, um ihn zu erhaschen. Eine gleiche Situation kommt bei der Schlange gewöhnlich nicht vor. Auch ist die Schlangenklugheit mehr legendär als wirklich. Die alte Versefizierung der Fabel durch Dr. Karl Kr afft läßt sich wohl kaum ernstlich dem schönen Gedichte in Nummer 2 an die Seite stellen. Nene Bücher. Oft und Weft. Illustrierte Monatsschrift für modernes Judentum. Verlag Ost u n d W e st, G. m. b. H., B e r l i n, NW. 23, Altonaerstraße 36. V. Jahrg. Nr. 1. Jänner 1905. Inhalt: Zur jüdischen Volkskunde. A. Benesra: Philosophie der Zerstreuung. M. R a p s i l b e r: Leffer Ury-Ausstellung im Salon von Keller & Reiner (mit 16 Illustrationen). S. Freidkin: Das große Los (Novelle). M. S . . n. Maurice Heymann „Symphonies d’ expressione" (mit 26 Illustrationen). Bar Ami: Aus der jüdischen Sagen- und Märchenwelt. M. A. Klausner: Was der Magid erzählte (mit Originalzeichnung von Judith Klausner. H. Liwschütz: Jüdisches Volkslied (Noten, nach einer Volksmelodie bearbeitetes). Dr. E. Finkel: Sabbatai Z'wi (mit 5 Illustrationen). Prof. Dr. August W ü n s chG: Das Wasser im Bilderschmucke der alttestamentlichen Dichter und Propheten. Bemerkungen zum „Jüdischen Volkslied". Eingegangene Bücher. Le livre des Psaumes. Traduit du texte original et publi<3 sous la Direction de M. Zatfoc Kahn, (Irand ßabbin. Extrait de la Bible du Rabbinat Fran^ais Librairie Durb a c h e r, Löon Kaa n. 83 bis, rue Lafayette, Paris 1905. Dr. Jtteob Spira, Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde. Mährisch Ostrau. Rede, gehalten bei der Einweihung des israelitischen Tempels in Odersurt. In Druck gegeben vom „Israelitischen Tempelverein" Odersurt am 30. Oktober 1904. & 8ttttdau, Docteur es lettres. Epitre Histol'ique du R. Sehe rira G a o n. Traduite de l’höbreu moderne—arameen et coinmentee avec une introduction. jmp. Löon B a r y, rue du Pölican. Auvers 1904. -Sammlung Göschen Nr. 231. Lie. Dr. I. Benzinger, Geschichte Israels bis auf die g r i e ch i s ch e Z e i t. G. I. Göschen'sche Verlagshandlung in Leipzig. > Morgentändische Bücherei. Verlag von Th. Grieben (L. Fern au), Leipzig. Nr. 3: Talmud- Katechismus von Dr. Erich Bischofs. Mit Abbildungen von seltenen Originalen. Nr. 4: Der Koran von Dr. Erich Bischofs. Mit 10 Abbildungen. A1tne»land. Monatsschrift für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas. Organ der zionistischen Kommission zur Erforschung Palästinas. II. Jahrgang, Heft Nr. 1, Jänner 1905; Herausgegeben von F. Oppenheimer, S. S o s k i n, O. Marburg, Inhalt: Dr. S. Soskin: Zum neuen Jahr. „Bezalel", Gesellschaft zur Begründung jüdischer Hausindustrie und Kunstgewerbe in Palästina, Projekt. Palästina und Nachbargebiete. Die Mission in Palästina. Vermischtes. Jüdische Kolonien. The New Era lllustrated Magazine. Published monthly by The New Era lllustrated Magazine Company 38 Park Row, N e w - Y o r k, City. Vol. VI. January 1905. Nr. 2 Contents: Blessing the Sabbath Candles. Paiting by J. S n o w m a n. D r. Israel Friedländer: Moses Maimonides. Kischenew — Port Arthur: Poem. Israel Cohen: The Art of Isaac Snowman. D r. Isidore Harris: „Esperanto“ and Its Originator. George A. Kohut: The 8ong of Songs: Poem. Bertha Wiernik: „Uncle Toms Cabin“, Judaized. Dr. Samuel Krauß: Jesus in History and Legend. (Conclusion.) Dr. Abram S. I ßa a c s : The Semi Centennial at Breslau. Mordecai Spektor: The Two Companions. The Nathan Brothers and Great Britain. Bernard G. Richards: The Russianization of the American Jews. Benjamin Disraeli. „Little Years, Fair Years“: Poem. Hon. Julius M. Mayer: The Treatment of Young Offenders. Sigmund Krauß: Characteristic Oddities of Russia. A Statement from Dr. Abbott The Editorial Survey. Rev. Dr. Max Schlesinger: An Anthology from Rabbinical Literature. Of Interest to Jewish Readers. A Review of Jewish Reviews. KrirfkaÜe«. K. L. Die rumänischen Hammeldiebe »nd Jndenbedränger find ebenso ans den Geldschränken jüdischer Großkapitalisten unterstützt worden, wie die antisemitische Stadtverwaltung Wiens unter Lueger, als sie in Geldnot waren. F. R. Wir Juden haben nur die schlimmen Folgen der jüdischen Hochfinanz zu tragen, den antisemitischen Neid, die Begehrlichkeit und Mißgunst, welche die Anhäufung ihrer kolossalen, manchmal recht skrupellos erworbenen Reichtümer wecken, den Widerwillen und die Abneigung, welche ihr streberhaft ehrgeiziges Herandrängen an exklusiv christliche Kreise hervorruft und welches dann, zu Unrecht ver« allgemeinert, der Gesamtheit der Juden zur Last gelegt wird, aber Unterstützung und Hilfe in jüdischen gemeinsamen Angelegenheiten haben wir dort nicht zu erwarten. _, , E. P. Zabreh. Das Jahr 1870 war ein lüdisches Schaltjahr.