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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-02-03 · 5 (3.2.1905) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
5 (3.2.1905)
Date
1905-02-03
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 80 Dr. Dlocv's MlocvenscbrM. dir. 6 „Leser." Dem Antisemiten schaden die ärgsten Spitzbübereien nMt an seiner Reputation. Orlowski hat schon im September 1894 unter der Anklage der Wechselfälschung/des Betruges, der Veruntre ung und der leichtsinnigen Krida vor den Krakauer Geschwornen gestanden. Und noch ein Jahr vorher hatte sich ein Krakauer Journalist öffentlich bereit erklärt, Orlowski einige Diebstähle und Veruntreuungen vor Gericht nachzuweisen. Trotz alledem blieb er der Schützling der Klerikalen. Zwei Erzbischöfe haben ihn dem Papst empfohlen. Kardinal Jsakowicz und Kardinal Gruscha rühmten seine Tugenden, sein Wirken für den heiligen Glauben, seine Bemühungen um die Rettung der Seelen armer Arbeiter. Sie lobten die Erbauungsschriften, die er „zur Verteidigung der Wahrheit und Religion" verfaßt hatte. Noch im Jahre 1904 wurde er päpstlicher Geheimkämmerer — eine Auszeichnung, die, wie wir in einem klerikalen Blatte lesen, nur um den Preis von Spenden für den Peterspfennig oder für Verdienste um die Kirche zu erhalten ist. Ritter Orlowski hat die Würde sicher nicht bar bezahlt — das ginge gegen seine Grundsätze — also muß sie ihm um seines gottgefälligen Lebenswandels verliehen worden fein. Konkurs. In der israelitischen Knltusgemeinde in LundenbUFg gelangt die Stelle eines zweiten Kantors zur Besetzung. Derselbe muss geprüfter Schächter, Religionslehrer und musikalisch gebildet sein, einen Tempelchor selbstständig leiten können (p*TOi 12N1V Klip). Mit dieser Stelle ist ein vorläufiger Jahresgehalt von fix 1800 Krouen nebst nicht garantiertem Nebeneinkommen verbunden. Bewerber um diese Stelle, welche, österreichische Staatsbürger sein müssen, das 3o. Lebensjahr nicht überschritten haben, wollen ihre Gesuche nebst Zeugnissen an den gefertigten Kultusvorstand übersenden. Die Anstellung erfolgt sofort, und werden nur dem Akzeptierten die Reisespesen vergütet. Lunden bürg, 30. Jänner 1905. Israelitische Kultusgemeinde Lundenburg Josef Holländer, Obmann. Nachruf! Der Stifter und Leiter unserer Anstalt Herr Konsul Moritz Simon zu Hannover ist an den Folgen eines beklagenswerten Unfalls nach nur eintägigem Leiden heute früh aus diesem Leben abberufen. Durchdrungen von dem Bestreben, unsere Glaubensgenoffen zur Bodenkultur und zum Handwerk zurückzuführen, und von einem edlen Wohltätigkeitssinn erfüllt, hat der Verstorbene sich an dem Ausbau der von ihm gegründeten Anstalt mit rastlosem Feuereifer und uneigennützer Opferwilligkcit hervorragend betätigt und sie zu einer solchen Höhe cmporgehoben, daß sie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus vorbildlich dasteht und bahnbrechend gewirkt hat. In diesen idealen Bestrebungen erblickte der Verstorbene seine Lebensaufgabe. Wir betrauern auf's Tiefste sein unerwartetes Hinscheiden; durch den Tod des edlen Mannes hat unsere Anstalt einen unersetzlichen Verlust erlitten. Wir werden suchen, sie in seinem Geiste weiterzuführen und dadurch sein Andenken lebendig zu erhalten« Hannover, 29. Jänner 1905. Vorstand und Kuratorium der israel. Erziehungsanstalt zu Ahlem. Die Trauerfeier fand Mittwoch den l. Februar 1905, vormittags halb 10 Uhr, in Hannover, Nienburgersttaße 17 (Parkhaus) statt und im Anschluß daran die Ueberführung der Leiche nach dem israelitischen Friedhofe an der Strangriede. Kundmachung. Die Privatisten-Prüfungcn aus israelitischer Religion für Schüler (Schülerinnen) an Volks- und Bürgerschulen finden für das I. Semester des Schuljahres 1904/5 nach folgender Einteilung statt,': Für Schüler 1 (Schülerinnen)! wohnh.i. Bez.j Tag und Stunde der Prüfung Ort der Prüfung I., II., XI. XX. Freitag, 10 Febr. lv. '/412 „ 17. „ } bis „ 25. .. j V,lh I. , Seitenstettengasse 2, II. St. (Religionsschule) III.—X. und XIX. Freitag, 10 Febr. 2 — 4 h Dienstg.14. „ y44-'/45„ .. 21. „ y44-y45„ Freitag,24. „ 2 — 4 „ Dienstg.2?. „ V44-y45„ Freitag, 3. März 2 — 4 „ dto. XII.-XV. Montag, 6.Februar 12—l h Freitag,24. „ 11—12,, XV., Turnergasse 22 (Gemeindehaus) XVI. u. XVII. Donnerstg 23.Febr.l0—12 h Freitag. 24. Febr. 10-12,, XVI., Hubergasse 8 (Gemeindehaus) XVIII. Sonntag, 19. Febr. 10 —12 h Mittwoch,22. „ 5-6 „ XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Gemeindehaus) Die Prüfungstaxe beträgt K 6.- und wird im Vorhinein an der Kasse der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4. oder bei der entsprechenden Amtsleitung im XV., XVI. oder XVIII. Bezirke zwilchen 9 und 12 Uhr vormittags entrichtet. Die Quittung ist dem Examinator vorzulegen. Der im I. Semester gelöste Erlagschein über die Priifungstaxe gilt auch für das II. Semester des laufenden Schuljahres. Der Vorstand _der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Spiele des Zufalls In Ballsälen, Kurorten, an Strassenecken und auf Landpartien -finden sich durch die Verkettungen des Zufalls oft zwei Herzen; warum sollten sich nicht auch zwei gleiche Seelen aus Sems bedrohtem Geschlechte in den Zeitungsspalten finden? Ein junges, fesches Mädchen von grosser, vorteilhafter Erscheinung, welches Bildung, Gemüt, Temperament besitzt und einen Mann wünscht, welcher seinerseits Geist, Charakter und gute Position im Leben zu bieten hätte, nimmt durch diese Zeilen einen Anteilschein an der grossen Glückslotterie des Lebens. Anonymes unberücksichtigt. Briefe unter „Bestimmung 8905“ befördert Rudolf M o s s e, Wien, I., Seilerstätte 2. Ein Mittelschüler Gymnasiast oder Realschüler, welcher fachmännischer Leitung bedarf, findet diese, sowie Unterricht in allen Gegenständen bei erprobtem Pädagogen in günstig und gesund gelegener Provinzstadt. Bewilligung des Uebertritts in andere Anstalt bei Beginn des II. Semesters wird erwirkt. Offerte sub „Erziehung“ an . die Administration des Blattes. Hoch prima! _== Hoch prima! osterbrode sind bei der Ersten Gödlnger JTEftt Nlazzes-Bäckerei des Bernhard Glaser, Gödlng. Balmstrasse 62, zu haben. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, offeriert in reichster Auswahl Professor Kampfs allgemein beliebte BrautgebetbBdier und deutsche ftndachtsbncher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borten. Im Verlage von Samuel W. Pascheies, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, in neuer Auflage und prachtvoller Ausstattung erschienen das berühmte Prachtwerk prof. Ir. Mus FärsV? illustr. fünf Bücher jtöoscs mit deutscher Uebersetzung, erläuternden Erklärungen und über 230 Illustrationen. Ein Geschenkwerk ersten Ranges! Preis in hochelegantem Prachtband ö. W. fl. 6—. Die f rüftei*e Auflage ist gänzbich ausverkauft. Versendung erfolgt gegen Einsendung des Betrages. Herausgeber rmd verantwortlicher Redattenr: Dr. Jofef ®. Bloch. — Druck^vou L. Beck & Sohn, Wien, VIÜ,

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