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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-02-03 · 5 (3.2.1905) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
5 (3.2.1905)
Date
1905-02-03
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 76 Dr. Mocb's Mocbenscbritr. Nr. 8 Wie«. Samstag, den 28. Jänner, starb hier Frau Regine G o l d e n b e r g. im 72. Lebensjahre. Sie war die Witwe des im Jahre 1898 verstorbenen Tarnopoler Gelehrten Bensch Goldenberg und stammte aus einer der edelsten jüdischen Familien in Galizien. Wien. (Todesfall.) Herr Maximilian K a e m p f, Beamter im Bankhause S. M. v. Rothschild, und seine Gattin haben einen schweren Verlust erlitten, da ihnen ihr einziger, mit außerordentlichen Talenten ansgestatteter Sohn Franz im jugendlichen Alter von 16 Jahren nach längerem Leiden in ein besseres Jenseits abberufen wurde. Der verblichene Knabe war ein Enkelkind des berühmten Gelehrten und Kanzelredncrs Regierungsrat Professor Dr. I. S. Kaempf in Prag. Vermöge seiner angeborenen seltenen Veranlagung für Poesie, Malerei und Modellierkunst hat der Verewigte, trotzdem er darin keiner Anleitung teilhaftig wurde, wirklich Beachtenswertes geleistet, so daß ihm eine glänzende Zukunft prognostiziert werden konnte. Zu dem Leichenbegängnisse, welches Freitag den 27. v. M. vom Traueihanse aus staitfand, haben sich zahlreiche Trauergäste eingefunden, welche dem so jung aus dem Leben Geschiedenen, den letzten Gruß entboten In der Zeremonienhalle hielt Se. Ehrwürden Herr Prediger und Rabbiner Dr. Feuchtwang dem Verblichenen einen überaus warm empfundenen Nachruf. Am offenen Grabe nahm der Großvater niütterlicherseits Herr S. Deiches, Obmann des Synagogenvereincs Beth-Jsracl, vom Verstorbenen in ergreifenden Worten herzlichen Abschied. Wie«. Am 29. Jänner d. I. fand die Beerdigung des am 27. ö. M. verstorbenen Herrn Richard Schüller, Gesellschafter der Firma Josef Schüller u. Söhne und langjähriger Schriftführer des israelitischen Humanitätsvereines für die westlichen Bezirke, aus dem Zentral-Friedhofe statt. Daselbst hielt in der Zeremonienhalle Rabbiner Dr. Taglicht eine die außerordentlich zahlreich erschienenen Trauergäste tiefergreifende Trauerrede, worauf die Herren Dr. Carl Löwy namens des genannten Humanitätsvereines und Dr. Schönwald namens der „Humanitas" dem Dahingeschiedenen warme Nachrufe widmeten. Auf Anordnung des Vorstandes des Humanitätsvereincs waren sämtliche im Freitische des Vereines beköstigten Kinder auf dem Friedhofe erschienen und bildeten zu beiden Seiten des Sarges Spalier. Sie gaben ihrer innigen Trauer um den Verlust dieses gütigsten ihrer Wohltäter, der sie fast täglich zur Speisestunde besucht hatte, durch lautes Schluchzen ergreifenden Ausdruck. Richard Schüler war ein edler, vortrefflicher Mensch von besonders vornehmen Charaktereigenschaften und erfreute sich deshalb der größten Wertschätzung Aller, die ihn kennen zu lernen das Glück hatten. Floridsdorf. Der Israelitische Frauen- Wohltätigkeitsverein veranstaltet Sonntag den 12. Februar 1905 in den Giselasälen, Floridsdorf, Pragerstraße 11 ein Wohltätigkeits-Kränzchen. Baden. In Bezug auf den Bericht in der letzten Nummer der „Oesterr. Wochenschrift", betreffend die Feier des 25jährigen Amtsjubiläums Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner W. Reich in Baden, erfahren wir, daß der israelitische Kultusvorstand von Baden im Laufe des Monates Februar eine diesbezügliche Feier zu veranstalten beabsichtigt, jedoch wird der Tag iuü> das Programm der Feier seinerzeit von dem hiezu eingesetzten Komitee mitgeteilt werden. Klasno. (Verlobung.) Herr Dr. Heinrich Perlberger, Sohn des Großindustriellen kais. Rates I. S. Perlberger, Direktors der Spiritusraffinerie in Klasno bei Wielica, hat sich mit Fräulein Rosa Fildermann aus Bacau verlobt. Austerlitz. Unter besonders reger Beteiligung der Gemeindemitglieder vollzogen sich am 29. v. M. die Wahlen in den Kultusausschuß unserer Gemeinde. Selbe wählte nach dem System der 3 Wahlkörper und - es wurden gewählt: Aus dem III. Wahlkörper die Herren Josef Strach, Heinrich Flesch und Joses Echler; aus dem II. Wahlkörper die Herren Ignaz Krampflieek, Michael Kaperl und Moritz Huß; aus dem!. Wahlkörper die Herren Sigm. Bachrich, Eduard Koritschau und Ad. Piovaty (neu). Zu Ersatzleuten wurden aus je einem Wahlkörper gewählt die Herren: Albert Lampl, Alexander Schön und Jakob Strach. Klattau. Der hiesige jüdische Chor- und Gesangsverein hielt am 21. Jänner seine Generalversammlung ab, die zahlreich besucht war. Der Obmann Herr Rudolf Fleischer entwarf ein Bild der Tätigkeit des Vereines im verflossenen Jahre und erteilte dann den einzelnen Funktionären das Wort behufs Berichterstattung ihres Ressorts. Sämtliche Ausführungeu wurden genehruigt und dem Vorstande das Absolutorium erteilt. In den letzteren wurden gewählt zum Obmann: Herr Rudolf Fleischer, zum Obmann-Stellvertreter: Leopold Schleißner, z»m Kassier: Fritz Laschanski, zu Schriftführern: Moses Berka und Viktor Vogl, zum Bibliothekar: Jakob Lederer, zum Hausverwalter: Richard Katz, zum Obmann des Vergnügungskomitees: M. U. Dr. Nathan Reiser. — Der Verein veranstaltet am 25. Februar im Saale „zur Rose" einen großen Maskenball unter der Devise „Auf der Weltausstellung in St. Louis". Die Dekorationen zu diesem Feste werden von einem akademischen Maler hergestellt. - Am 29. Jänner wurde die Schwester des hiesigen Ehrenvorstehers Herrn I. Borges und Gattin des verdienstvollen Syuagogenvorstehers Herrn L. Pollak, Frau Marie Pollak, unter zahlreicher Beteiligung beerdigt. Die Trauergesänge trug Herr Oberkantor L. Kornitzer mlt dem Chore vor; auf dem Fiedhofe hielt Herr Rabbiner Dr. S. Bret eine kurze, aber tief empfundene Grabrede. Wessely. Am Sonntag den 29. v. M. hat in Wessely in Mähren das Leichenbegängnis der nach kurzer Krankheit im jugendlichen Alter von 28 Jahren verstorbenen Frau Lotte Rosenblatt, Gattin des Holzhändlers Herrn Adolf Rosenblatt, stattgefunden. Wie sehr sich die Verewigte der Sympathie und Wertschätzung aller Kreise erfreute, bewies die ungewöhnlich zahlreiche Beteiligung an dem Leichenbegängnisse, bei welchem nicht nur unsere Glaubensgenossen, sondern auch die bäuerliche Bevölkerung aus den mehrere Stunden entfernten Ortschaften Welka, dem Geburtsorte, und Jawornik, dem früheren Wohnorte der Verblichenen erschienen waren. Der Rabbiner von Nngarisch-Ostra Herr Dr. Simon Friedman n und Oekonom-Herr M. Haas aus Welka hielten der Verstorbenen ehrende Nachrufe, welche auf die Anwesenden einen ergreifenden Eindruck ausübten Traulenau. Die Repräsentanz der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde hat sich nachstehend konstituiert: Kultusvorsteher Herr Moriz K o h n, Stellvertreter Dr. Alfred T a u s s i g, Tempelvorsteher Alois F l e i s ch n e r, Stellvertreter Jakob K o h n, Kassier Emanuel Nowak, Rechnungsführer Sigmund Müller; Vorstandsmitglieder: Josef Pfefferkorn, Ernst Popper. Beerdigungssektion: Obmann Alois F l e i s ch n e r, Stellvertreter Ernst Popper. Brody. Vergangenen Freitag wurde Herr Lazar Bloch, der bei der Feier des 90. Geburtstages seines in den weitesten Kreisen allverehrten Vaters in Budapest anwesend war, hier wieder einstimmig zum Präsidenten der Handels- und Gewerbekammer gewählt. Es ist dies ein Ehrenposten, dessen Herr Bloch in jeder Beziehung nur als würdig erscheint; überhaupt werden alle Ehrenämter, denen er vorsteht, mit der g ößten Pflichttreue, Genauigkeit und Pünktlichkeit aufs Gewissenhafteste versehen. Er ist Kultuspräsident, Schulinspektor, Gemeinderat und Verwaltungsmitglied fast aller hiesigen humanitären Anstalten. Sein biederer Charakter, seine unbeugsame Ehrlichkeit erwerben ihm hier nur allgemeine Sympathie, sowohl bei Juden, wie auch bei den Christen. M. M. Die Sonntagsruhe in Belgien. Die Sonntagsruhe für die Angestellten des Handelsgewerbes, die auch von den: projektierten Gesetze über die allgemeine Sonntagsruhe profitieren sollen, hat das Zentralkonsistorium der Israeliten Belgiens beunruhigt. Das Konsistorium hat an die Kammer eine Petition eingereicht, der sich die Israeliten Antwerpens angeschlossen haben. Sie heben hervor, daß die meisten von ihnen an der Heilighaltung des Sabbats festhalten und in ihren Interessen schwer geschädigt würden, wenn sie durch Gesetz gezwungen würden, auch noch an: Sonntag die Geschäfte ruhen zu lassen. Feuilleton. Eine Geschichte aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. (Fortsetzung.) Ich dankte dem guten alten Manne aus vollem Herzen. Das war es, was ich wünschte. Nun war ich mein eigener Herr und konnte mein Glück probieren. Ans der Stelle ließ ich mir Bänder, Tücher, Papier, Federn, Garn und Nadeln im Betrage von zwei Pfund geben, schnürte es in ein Bündel und zog wohlgemut ins Land hinaus. Ich durchstreifte die Insel von Dublin bis nach Killarney und von Killarney bis nach Londonderry; so oft mein Vorrat auf die Neige ging, zog ich nach Dublin, bezahlte meine letzte Schuld und nahm neue Waren, allmählich bis zum Betrage von sechs Pfund — höher freilich kam ich nicht. In dieser Weise trieb ich den Handel zwei, drei

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