Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 5 (3.2.1905)
- Date
- 1905-02-03
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 Dr. Mocb's MocbenscbrLtt. Seite 75 eigenen Gefühlen und Dankesempfindungen und denen seiner Kollegen rührenden Ausdruck. Als Zeichen der Erinnerung übergab er dem geliebten Lehrer einen schönen silbernen Lorbeerkranz mit einer passenden Widmungsinschrift. Auf den Blättern des Kranzes sind die Namen der Hörer eingraviert. Die leitende Kommission der Landes-Rabbinenschule war vertreten durch die Herren: Präsident Martin Schweiger, Sekretär königl. Rat Dr. Josef Simon, Rabbiner Dr. Samuel Kohn, Rabbiner Dr. M. Kayserling,, Hofrat Sigmund Cohner, Prof. Dr. Ignaz Goldziher, Samuel Deutsch und Jakob Boschan. Dr. S. Kohn feierte den verdienten Jubilar in einer schwungvollen, tief empfundenen Ansprache, in der er der Anerkennung der leitenden Kommission für die großen Leistungen Moses Bloch's Ausdruck verlieh. Herr Martin Schweiger überreichte ein schönes Ehrengeschenk. Im Namen der Pester israelitischen Religionsgemeinde, vertreten durch deren Präsidenten Hosrat Sigmund Kohner, Herrn Ludwig Adler, Sekretär Professor Dr. Ignaz Goldziher und die Seelsorger der Gemeinde, begrüßte Herr Hosrat Kohner mit zündenden und zu Herzen gehenden Worten den Helden des Tages, dem er die Adresse und eine Ehrengabe der Gemeinde überreichte. Den Dank und die Gefühle der gegenwärtigen Schüler der unteren Abteilung der Landes-Rabbinenschule verdolmetschte der Schüler der 5. Klasse S. Berger in einer die Liebe und Verehrung der Jünger für ihren Meister ausdrückenden Ansprache. Als äußeres Liebeszeichen überreichte er ein silbernes Schreibzeug und eine goldene Feder. Den Verdiensten des Jubilars um den Unterstützungsverein der Landes-Rabbinenschule gab Herr Berthold Herzmann, der in Begleitung der Ausschußmitglieder Julius Adler und I. Em. Weiß erschien, Ausdruck. Der Verein der ungarischen israelitischen Jünglinge (Magyar izraelita ifjak egylete) sandte eine vielgliedrige Deputation unter Führung des Herrn Dr. Bokor. Der Sprecher war Herr I. Eisenberg. Sämtliche Ansprachen erwiderte der Jubilar in extemporierten, für seine wunderbare Geistesfrische und Schlagfertigkeit zeugenden Antworten. Adressen sandten zahlreiche Körperschaften, darunter der Pester Heilige Verein, der XIII. ungarische israelitische Gemeindebezirk, der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Herman-Mestec (Böhmen). Telegraphisch beglückwünschten den Jubilar zahlreiche Gemeinden des In- und Auslandes, die Professorenkollegien der Rabbinenseminare in Wien und in Breslau, zahlreiche Rabbinen und Private, darunter Magnatenhausmitglied Generaldirektor Sigmund Kornfeld, Regierungsrat M. Kulka (Wien), Sigm. L. Breitner, Max Grünbaum und noch sehr viele Andere. Samstag. 28. v. M. fand um 10 Uhr Vormittags ein feierlicher Dankgottesdienst im Tempel der Landes-Rabbinenschule unter Leitung des Oberkantors Professors A. Lazarus statt. Die Festrede hielt Herr Dr. Ed. Neumann, Oberrabbiner in Nagy-Kanizsa, in welcher er den greisen Gelehrten feierte. Nach dem Gottesdienste bereiteten die Versammelten dem Jubilar große Ovationen. Am Abend fand zu Ehren des Jubilars ein Bankett statt, das von dessen früheren Hörern arrangiert wurde. Vermischtes. Wien. (Vortrag.) Donnerstag den 9. Februar d. I., präzise halb 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Jngenieur- und Architektenvereines, I., Eschenbachgasse 9 ein Vortrag aus der Geschichte der Juden statt. Der Vortragende und das Thema werden durch die Tagesblätter bekanntgegeben werden. Eintritt frei ohne Karten. Wien. (Verhütung einer Panik.) Samstag, den 21. Jänner vormittags kam es während des im großen Leopoldstädter Tempel stattgehabten Jugendgottesdienstes für Knaben der Volks- und Bürgerschulen zu einer aufregenden Szene, die schwere Folgen hätte haben können. Nachdem nämlich der Exhortator, Herr Religionslehrer Wilhelm Steuer, die Kanzel bestiegen und die einleitenden Worte gesprochen hatte, ertönte plötzlich im linken Seitenschiffe ein durchdringender Schrei. Ein Schüler der Bürgerschule in der Weintraubengasse war, von epileptischen Krämpfen ersaßt, ohnmächtig in der Bankreihe zusammengestürzt. Sofort erhoben sich die erschreckten Schulkinder von ihren Sitzen und wollten im ersten Augenblick den Ausgängen zueilen. Der Exhortator besaß die Geistesgegenwart, mit lauter Stimme den Kindern zuzurufen: „Es ist nichts geschehen! Ihr werdet ruhig auf euren Plätzen bleiben! Der Gottesdienst dauert fort!" Die Kinder leisteten der an sie ergangenen Aufforderung sofort Folge. Mehrere Tempeldiener und Lehrer hatten sich unterdes um den ohnmächtigen Schüler bemüht und ihn aus dem Tempel getragen, worauf Herr Breuer seine Exhorte fortsetzte. Bedenkt man, daß etwa 1000 Kinder dem Jugendgottesdienste beiwohnten, dann muß es als ein glücklicher Fall betrachtet werden, daß eine Panik mit ihren unberechenbaren Folgen vermieden werden konnte. Wien (Die vom israelitischen Kultusvorstand zu Mitgliedern der Bezirkskommissionen berufenen Vertrauensmänner aus der allgemeinen Kurie III und XI.) Zu den vom israelitischen Kultusvorstand berufenen Vertrauensmännern für den III. und XI. Bezirk zählt auch Herr David Schwarz, Schildermaler, III., Radetzkystraße 10, welcher auch in der abgelaufenen Wahlperiode als Mitglied der Bezirkskommiffion fungierte. Wien. (Trauung.) Sonntag den 5. Februar l. I., um 2 Uhr nachmittags, findet im Tempel, XV., Turnergasse 22, die Trauung des Herrn Adolf N e u f e l d, Sohn des Herrn Heinrich Neuseld, Präses der Chewra-Kadischa in Fünfhaus, mit Fräulein Rosa Sensky statt. Jüdische Toynbeehnlle. Sonntag, 5. Februar. Dr. Heinz Kohn: Vom Urquell des Rechtes. — Montag, 6. Februar. Dr. Josef Jerusalem: Oesterreichische Verfaffung. — Dienstag, 7. Februar. Dr. Alexander H a u sm an«: Das Geld. — Mittwoch, 8. Februar. Prof. Dr. I. P o l l a k: Ban und Verrichtung der Sinneswerkzeuge. — Donnerstag. 9. Februar. Max Racher: Gerhart H a u p t m a n n. — Freitag, 10. Februar. Bibelcrklärung. — Samstag, 1). Februar. Konzert Wien. Samstag den 28. v. M. fand in der Schiffsynagoge die Konfirmation des Bela Spitzer, Sohn des Herrn Gabriel Spitzer, Inhaber des Theaterkarten-Bureaus, statt. Der Konfirmand, vom Herrn Lehrer B u x b a u m vorbereitet, sprach die Hafthora laut und verständlich zur Freude aller Anwesenden, ebenso hielt er am Nachmittag im Elternhause eine sinnreiche Ansprache, die bei allen Besuchern ungeteilten Beifall erntete. Kranken-, Witwen- und Waisen-Unterstütznngsverein „Gbesed schel emesu. Die Leitung dieses Vereines, welche von dem Gesichtspunkte ausgeht, daß Stillstand Rückschritt bedeutet, geht eben daran, seine Statuten, welche in Hinblick ans den nun fünfundzwanzigjährigen Bestand des Vereines schon etwas veraltet sind, der Neuzeit und dem Fortschritte entsprechend anzupassen und seinen Mitgliedern im Rahmen des Möglichen die weitgehendsten Benefizien zu gewähren. Es werden Aenderungen in den Statuten von einschneidender Bedeutung zugunsten der Mitglieder beantragt und ist mit der Ausarbeitung der Statuten ein achtgliedriges Komitee aus dem Vorstande betraut, welches mit Gewissenhaftigkeit und Eifer diese nicht leichte Aufgabe zu lösen trachtet und wäre diesem ehrwürdigen Vereine, welcher seit mehr als einem Menschenalter segensreich wirkt, nach wie vor ungeminderte Prosperität herzlichst zu gönnen. Wien. Der „Israelitische Krankenunterst ü tz u n g s - V e r e i n des IV. und V. Bezirkes"' hielt am 26. Jänner d. I. in Diamant's Gasthaus., V., Margarethenplatz 5 seine 44. Generalversammlung ab. Bei derselben wurde der sich um den Verein so viel verdient gemachte langjährige Obmann Herr Simon Spitzer mit Akklamation wieder zum Obmann, Herr Ludwig Z e i n e r zu dessen Stellvertreter, Herr Leopold W e i ß k o p f zum Kassier und Herr Jakob F r i e d b e r g zum Schriftführer gewählt. Bei der Versammlung machte der Obmann dem Plenum die Mitteilung, daß die Erben nach weiland Jacob Fischer dem Vereine eine lebenslängliche namhafte Stiftung gewidmet haben. Ebenso hat Herr Adolf H o f f m a n n, Obmann des Tempelvereines :m IV. und V. Bezirk, aus Anlaß der bevorstehenden Vermählung seines Fräulein Tochter und Fabrikant Herr Philipp Weiß anläßlich seines 60. Geburtstages dem Vereine eine größere Spende übermittelt. Zum Schluffe konnte der Vorsitzende die erfreuliche Mitteilung machen, daß dem Vereine eine große Anzahl junger Männer aus den besten jüdischen Familien der Bezirke als Mitgliedes beigetreten sind.