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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-12-30 · 53 (30.12.1904) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
53 (30.12.1904)
Date
1904-12-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 53 Dr. JSlocb s Moebens^öritt. Sette 859 sind gesammelt erschienen. Hervorragend sind auch seine Abhandlungen auf dem Gebiete der talmudischen Medizin, von denen einzelne sogar in deutscher Uebertragung vorhanden sind. Dr. Katzenelsohn ist Mitglied des Komitees der I. C. A. in Petersburg, sowie des „Vereines zur Verbreitung der Aufklärung unter den Juden in Rußland". An der bevorstehenden Feier werden zweifellos auch die weitesten jüdischen Kreise des Auslandes teilnehmen. Eventuelle Anfragen, Glückwünsche rc. sind an Seine Exzellen; I. M. Holpern, St. Petersburg, Molagä Moskowskaja 2, zu richten. New - Aork. (Jahresbericht des Baron Hirsch-Instituts.) Der 41. Jahresbericht des mit dem Jüdischen Wohlfahrtsverein von Montreal in Kanada vereinigten Baron Hirsch-Instituts hebt hervor, daß die jüdische Einwohnerzahl von Montreal sich um fast das Zehnfache vermehrt hat, seitdem vor 15 Jahren Baron Hirsch zum erstenmal Mittel für die nach Kanada kommenden jüdischen Einwanderer zur Verfügung stellte. Damals lebten in Montreal 2000 Juden, jetzt nahezu 20.000. Die Hilfstätigkeit des mit dem Hirsch-Institut verbundenen Vereins ist im Berichtsjahre nach einem besseren System durchgeführt worden. Die von der Verwaltung verhandelten 5458 Fälle betrafen 1491 Ansässige und 3967 Eingewanderte. Mit der alleinigen Ausnahme der von der I. C. A. gestellten Einwanderungs-Kontrollbeamten wird alle Arbeit freiwillig und unbesoldet von den Vorstandsm'tgliedern geleistet. Im ersten Halbjahr des Berichtsjahres haben 2227, im zweiten Halbjahr 1690 neu Eingewanderte den Rat und den Beistand des Vereines nachgesucht. Es ist keine geringe Aufgabe, diese neuen Ankömmlinge teils mit geeigneter Arbeit zu versorgen, sie entweder in Montreal selbst oder an anderen Plätzen Kanadas unterzubringen oder sie zu ihren bereits in den Vereinigten Staaten ansässigen Verwandten oder Freunden zu schicken. Da nicht alle, wenn auch die meisten Einwanderer in die Bureaus des Vereines kommen, ist keine genaue Ziffer der in Montreal eingewanderten Juden festzustellen; von den vom Verein im Berichtsjahr Beratenen respektive Unterstützten sind 2606 in Montreal geblieben, während 818 nach anderen Teilen Kanadas gegangen, 533 nach verschiedenen Plätzen übersiedelt und 10 nach Europa zurückgekehrt sind. Der Unterricht im Hirsch-Institut umfaßt Tages- und Abendkurse. Im abgelaufenen Schuljahr haben 446 Knaben und 437 Mädchen den Tagesunterricht besucht. Der Zweck der Schule, die fremdsprachigen Kinder in verhältnismäßig kurzer Zeit zum Besuch der öffentlichen Schulen vorzubilden, ist vollständig erreicht worden. Zu den Abendklassen sind im letzten Winter 352 Hörer, 246 männliche und 106 weibliche, zugelassen worden. Die Lehrkräfte werden von der Provinzialregierung, die Bücher zum Teil von den städtischen Behörden bezahlt, aber alle mit der Erhaltung des Schulgebäudes verbundenen Ausgaben, Beleuchtung, Heizung rc. müssen vom Verein getragen werden. VermLscbtes. Wien. (Vortrag.) Donnerstag den 5. Jänner 1905, präzise l/^8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Vereines, I., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Dr. M. Grunwald statt. Thema: „Simon von Trient." Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei ohne Karten. Wien. (V e r m ä l u n g.) Fräulein Melanie I a i t e l e s, Tochter des Herrn Jakob I a i t e l e s, des Chefs der Firma Straßer, Jaiteles & Komp., hat sich mit Herrn Arnold Nowak vermählt. E. B. Wien. (Verlobung.) Fräulein Melanie S ch w a r z m a n n, Tochter der Frau Antoinette Schwarzmann, Inhaberin der Kleiderfabriksfirma D. Schwarzmann L Co., und des verstorbenen Großindustriellen David Schwarzmann, hat sich mit dem bekannten Med.-Dr. Adolf Weiß in Wien verlobt. Wien. In der am 25. d. M. stattgehabten Ergänzungswahl der türkisch-israelitischen Kultusgemeinde wurde der langjährige Präses Herr Markus M. R u s s o wiedergewählt und Herr Mosco de M a j o als Beirat neugewählt. Wien. (Spende n.) Für den Brigittenauer israelitischen Unterstützungsvereill sind eingegangen von den Herren: Sigmund Kauders K5.—, Jos. I. Lein kauf l< 20.—, David Fanto L Co. K2.—, Jos. Bruckner & Söhne K 10.—, Gottlieb Taussig K 10.—, Arthur Karg K 5.—. Wien. Der hebräische Konversationsklub „Jvria" veranstaltet Samstag den 31. d. M, präzise */,8 Uhr abends, in Oppers Weinstube, II., Obere Donanstraße 57 eine Rambam-Feier mit einem Referate Sr. Ehrwürden Rabbiner Dr. A. Kaminka. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten! Wien. (Spende.) Der Mädchen- und Frauenverein „Bikur Chauiim" (Krankenbesuch) erhielt in Würdigung seiner außergewöhnlichen humanen Bestrebungen von Herrn Baron Gustav Springer für seine VereinsNvecke 200 Kronen als Subvention. — Dieser so wackere Verein betätigt die Frauen-Emanizipation im edelsten Sinne des Wortes. — Furchtlos treten junge Mädchen und Frauen in die Spitalssäle und forschen in unauffälliger Weise nach jüdischen Patienten. Treten daun mit freundlicher, teilnehmender Art an die Lagerstätten der Einsamen, als ob sie alte Bekannte der Leidenden wären und knüpfen in harmlos leichter Art ein kurzes Gespräch an, wo sie sich bereit erklären, etwaige kleine Wünsche oder Besorgungen nach Außen zu übernehmen. Legen für alle Fälle eine kleine Erfrischung zum Bette und tun beim Sche'den als wären sie alte Bekannte. Beim nächsten Wiederkommen freut sich der verlassene Kranke; denn nun erblickt er wirklich schon ein bekanntes Gesicht und mancher sehnliche Wunsch, manch heimliche Sorge wird vom Herzen gewälzt. Daß dies ein wesentlicher Faktor bei einem Kranken ist und zur rascheren Genesung beiträgt, wird in den Spitälern anerkannt. Es wäre nur zu wünschen, daß ein auf so edler Basis beruhender Verein vielseitige Gönner und Förderer hätte. Die Bereinsleitung nimmt auch dankend für seine Schützlinae abgelegte Winterkleider und Wäsche entgegen. Aviso: II., Schiffamtsgasse 10. Frau Julie Schwarz. Sitz des Vereines: II., Negerlegaffe 2. Wien. Mittels Dekretes des Bezirksschulrates der Stadt Wien, Nr. 8262, vom 14. November 1904 wurde dem Bolksfchullehrer an der allgemeinen Volksschule für Knaben im V. Bezirke, Matzleinsdorferstraße 23, Leopold Guttmann, auf Grund der Jnfpektionsberichte des k. k. Bezirksschulinfpektors Herrn Habernal „in Anbetracht der besonders ersprießlichen Dienstleistungen" die belobende Anerkennung ausgesprochen. Wien. (Jüdische Toynbee-Halle, XX. Bezirk Karajangaffe Nr. 20.) Vortragsordnung: Sonntag 1. Jänner. S. Abraham: Die Juden und der Alkoholismus. Montag 2. Jämrer. Dr. A. Hausmann: Der moderne Landkrieg II. Dienstag 3. Jänner. S. Bergmann: Kulturhistorische Streifzüge durch zwei Erdteile. Mittwoch 4. Jänner Diskuffion. Donnerstag 5. Jänner. Dr. I. Sam ne ly: Japan, Land und Leute. II. Freitag 6. Jänner. Bibelerklärung. Samstag 7. Jänner. Konzert. Brody. Die Verwaltung des Schulbekleidungsfondes hat auch heuer, wie es alljährlich geschieht, den höchst ausgezeichneten Woltätigkeitsakt vollzogen. Es wurden 150 Mädchen und mehr als 150 Knaben mit warmer Fußbekleidung ausgestattet, was einen Wert von 1800 Kronen ausmacht. Unser verdienstvoller Kultuspräsident und Senior der Schnlinspektion, Herr Lasar Bloch, ließ es sich nicht nehmen und wohnte trotz seiner vielseitigen Beschäftigung dieser hervorhebenden Humanität bei, er reichte selbst jedem vor Freude und Kälte zitternden Knaben sein paar Stiefel. An der Spitze der Verwaltung befindet sich der langjährige Schulinspektor Herr Dr. Leonhard Groß, der mit Liebe und Sorgfalt dieses Amt versieht; ihm zur Seite stehen die verehrlichen Damen: Frau Friedrika Hurwitz, Frau Miranda Schapira, Frau Karolina Loewenherz, Frau Salomea Halpern und Frau Fanni Kitz, die sich bemühen, die Agenden des Bekleidungssondes auszuführen und zu besorgen. Leider find die Fondsmittel und die gesammelten Spenden viel zu gering, um bei der schrecklich zunehmenden Verarmung der hiesigen Bevölkerung sämtliche Hungerleider dieser Schule selbst mit der notdürftigsten Fußbekleidung versorgen zu können. Die armen kleinen der ersten Klassen werden kaum nur mit winzigen Beträgen bedacht, und wegen mangelnder Beschuhung bleiben dieselben vom Schulbesuche meist weg. Dank der väterlichen Fürsorge des Herrn L. Bloch werden auch heuer für 600 Kronen Mäntel für die ganz armen Schulkinder angeschafft. Wie herzzerreißend und mitleiderregend ist es, diese armen Schulkinder, mit einer spärlichen Fußbekleidung versehen, in der Strenge des Winters in leichten zerfetzten Mäntelchen zur Schule eilen zu sehen, wo viele, ja sehr viele hungernd, sogar bis zum Frühstück ohne Mittag weilen und erst dann in der hiesigen Volksküche ihren eingefchrumpften leeren Magen durch eine warme Mahlzeit laben und stärken. Ich appelliere hiemit an alle

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