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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-12-16 · 51 (16.12.1904) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
51 (16.12.1904)
Date
1904-12-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 51 Dr Blocb a Mocbenscbrilt. Gelte 82a schloß, worauf die Volkshymne gesungen wurde. Zwei beschenkte Kinder sprachen Dankesworte. Herr Dr. R o s e n f e l d erläuterte die Ziele des „Rudolfsbund", zu dessen Würdigung der Bezirks- Obmann-Stellvertreter Q u i x und Armenrat Obmann I u n g- Hofer das Wort ergriffen. Es sprachen ferner Herr Isidor Schwarz, Herr Tobias P ö ck und Herr Professor Nascher. Mit dem herrlichen Schlußchoral einer Sülze r'schen Komposition, vorzüglich reproduziert durch Oberkantor Bauer und seinem Chor, unter der Leitung des Dirigenten L ö w i t, war die Feier zu Ende. Der Cafetier Herr Krämer bewirtete nach beendeter Feier die beschenkten Kinder mit einer Jause. St. Pölten. (Jüdischer Literaturverein.) Am Samstag de» 17. Dezember, 8 Uhr abends, spricht Herr Rabbiner Dr. Adolf Schächter im Populorum - Saale über: Moses Mendelssohn. Nikolsburg. (Leichenbegängnis) Am 20. November l. I. wurde die hochbetagte Frau Esther T e l t s ch e r, die Mutter des hier allseits geschätzten Herrn Bernhard L. Teltscher, Knltusvorsteher-Stellvertreters und Mitgliedes des israelitischen Humanitäts- Vereines „Moravia" B'nai Brith zu Brünn, zu Grabe getragen. Am Leichenbegängnisse beteiligten sich die Honoratioren der Kultus- und Stadtgemeinde in ansehnlicher Zahl nebst einer dreigliedrigen Abordnung des oberwähnten Vereines B'nai Brith, die der teuren Hingeschiedenen das letzte Geleite bis zum Grabe gaben. In der Friedhofshalle hielt Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Lewin der Verklärten einen wohlverdienten Nachruf, indem er in gediegener Rede die Frömmigkeit und Bescheidenheit der im Wohlstände lebenden Witwe hervorhob und sie als treue, wackere Gattin des ihr im Tode vorangegangenen Mannes s. A. und als liebevolle zärtliche Mutter ihres einzigen Sohnes pries. F. I. A. Nikolsburg. Am Vorabend des 2. Dezember l. I. fand wie alljährlich zur Erinnerung an das 50jährige Regierungsjubiläum Sr. Majestät die Bekleidung armer Schulkinder aus der „Kaiser Franz Josef-Stiftnng" statt. Hierauf wurden dieKinder ins „Hotel Spitzer" geführt, wo ihrer ein treffliches Mahl wartete, das durch die Anwesenheit des Rabbiners, des Kultusvorstandes, des Ortsschnlrates und des gesamten Lehrkörpers der israelitischen Gemeinde glänzte. Der Rabbiner Herr Dr. Lewin hielt an die Schuljugend eine der Feier entsprechende patrioAsche Ansprache, welche mit einem begeisterten „Hoch" auf Seine Majestät schloß, worauf die Volkshymne angestimmt wurde. Wieliczka-Klasno. Der hiesige Frauen- und Mädchenverein „Miriam" veranstaltete am 10. d. M. im Vereinslokale den zweiten Unterhaltungsabend. Die Präsidentin Frau S. Templer begrüßte die Anwesenden und hielt einen Vortrag über „Religion und Zionismus". Der so lehrreiche und interessante Vortrag erregte bis zum Schluffe die Aufmerksamkeit des zahlreich erschienenen intelligenten Publikums. Nicht minder fand ein überaus interessanter Vortrag des Herrn Ad. Hirsch über die „Makkabäer" allgemeinen Beifall. Es folgten Vorlesungen, Deklamationen und Gesang, bei denen sich insbesondere Frau Vizepräsidentin H e r s ch t h a l, Frl. Kassier F. L a x und Frl. Zins ihre Lorbeeren holten. Klattau. Der hiesige israelitische Chorgesang- und Geselligkeitsverein, der unter der bewährten Leitung des Herrn Rudolf Fleischer steht, veranstaltete anläßlich des Chanukafestes am 10. d. M im Saale des „Hotel Meneik" eine Unterhaltung, die sehr frequentiert war. Sämtliche Gesangspiecen mm-ten über stürmisches Verlangen wiederholt werden; dies gilt insbesondere von dem Damenchore, sowie von den nlusterhaften Leistungen des Dirigenten Herr Oberkantor Leo Kornitzer und seiner Gattin, die unzähligemale gerufen wurden; auch die exakte Pianobegleitung des Fräuleins Malta Weisl muß rühmend hervorgehoben werden. Ein kleines Lustspiel ward ebenfalls aufgeführt und war das Ensemble ein sehr gutes. Die Hauptrollen hatten Fräulein Krauskopf und Steiner, ferner die Herren Katz und Tauffig inne; alle entledigten sich vorzüglich ihrer Aufgabe. Nach der Vorstellung wurde Terpsichoren bis zum Morgengrauen gehuldigt. Der bedeutende Reinertrag der höchst gelungenen Unterhaltung wird einem wohltätigen Zwecke gewidmet. Olmütz. In unserer Gemeinde wurde dieses Jahr das Chanukafest besonders feierlich und in herzerfrenender Weise begangen. Am Freitag-Abend-Gottesdienste, bei welchem Herr Kantor Stößler in würdiger Weise fungierte, hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Oppenheim eine Predigt über die Bedeutung des Festes und das Heldentum der Makkabäer, für unsere Zeit. Hierauf veranstaltete im Gemeindesaale der israelitische Frauenverein unter vorzüglicher Leitung seines Präsidiums der Damen Sophie Zweig und Sophie Kaufmann und in Anwesenheit sämtlicher Ausschußdamen einen Wohltätigkeitsakt durch Beschenkung 28 armer Kinder mit warmen, guten Winterkleidern. Demselben w. Hilten die Herren Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Dr. I. Eben und Josef Löw an, welche namens der Gemeinde in herzlichen, anerkennenden Worten dankten. Herr Rabbiuer Doktor Oppenheim richtete eine ermahnende Ansprache au die Kinder und beleuchtete vom religiösen Standpunkte die segensreiche Wirksamkeit des Vereines. — Am Sabbath-Nachmittag fand zu wohltätigen Zwecken ein großes Chanuka-Kinderfest statt, welches einen glänzenden, erziehlichen, moralischen und auch pekuniären Erfolg zu verzeichnen hat. Einer Anregung, welche Herr Rabbiner Dr. - Oppenheim in einer Predigt gab, folgend, bildete Frau Josefine Zweig ein Komitee, bestehend außer dem Rabbiner und dessen Frau aus den Damen Adele Bermann, Sophie Kaufmann und Zweig und Herrn und Frau Wilhelm Spitzer, welche alle den ihnen zugewiesenen Pflichten mit Eifer und Hingebung nachkamen In gewohnter Liebenswürdigkeit übernahm das Protektorat die allseits hochgeachtete Frau Adele Hamburger, die stets bereit ist, alles Gute und Edle zu fördern. Das Gelingen des Festes ist ihr sowohl als auch der Komiteepräsidentin Josefine Zweig zu verdanken Aus dem reichhaltigen Programme sei erwähnt der Prolog, verfaßt von Frl. Julie Winter, vorgetragen von der Handelsschülerin Dora Grünwald. Hierauf wurde ein Singspiel „Des Kindes Traum" von Schülern zur Aufführung gebracht. Dasselbe, verfaßt von Dr M. E. Zweig, veranschaulicht in echt kindlicher Weise die Erzählung des Chanuka- und Pvrimfestes und verdient in jüdischen Kreisen die weiteste Verbreitung. Das Stück sowohl als auch die flotte gute Aufführung, um welche sich Frl. Julie Winter und Schauspieler Jung das größte Verdienst erworben haben, erntete rauschenden, nicht ende »wollenden Beifall. Nach einigen gelungenen musikalischen und heiteren Produktionen bildete den Schluß ein farbenprächtiges lebendes Bild, darstellend die Kaiserhuldigung, bei welcher die ganze Versammlung in stürmische Hochrufe aus unseren geliebten Kaiser ausbrach. Reichbeschenkt mit Fahnen, Kopfbedeckungen und gut gefüllten Bonbonniöceu gingen die Kinder freudestrahlend nach Hause. Der große städtische Redoutensaal, welchen die Stadtvertretung in liebenswürdiger Weise fast unentgeltlich zur Verfügung stellte, war überfüllt. Als Gäste waren erschienen: eine Abordnung des Weißen- und Roten Kreuzes, des städtischen Frauenvereines, das Präsidium der Kultusgenieinde, die Direktoren und Leiter der Schulen, Gemeinderat Direktor Föhner mit den Zöglingen des städtischen Mädchenpensionates „Elisabethiunm", die Stadträte rc. Nach Schluß des Kinderfestes begann ein Tanzkränzcheu für die Erwachsenen, welches sehr animiert verlief und bis in die Morgenstunden sich ausdehnte. Das Reinerträgnis betrug K 1000.—, welcher Betrag wie folgt zur Verteilung gelangte: zur Entsendung Olmützer jüdischer Ferienkolonisten (in Verwaltung des Komitees) K «00.—, dem israelitischen Frauenverein Olmütz K 200.—, dem Fonde znr Versorgung der Waisenkinder Dr. Theodor Herzl's K 200.— Pozega. Herr Oberkantor Josef Weißmann hat im Einvernehmen mit unserem Herrn Bezirks-Rabbiner Dr. Margel, sowie dem Kultusvorstande einen „Freiwilligen Tempelchorverein" ins Leben gerufen. der aus 24 wirkenden Mitgliedern, jungen Damen und Herren, sich zusammensetzt. Herr Juwelier Philipp Stern wurde znm Obmann dieses Vereines gewählt. Der Vorstand der Gemeinde beschloß, ein neues Harnionium für den Tempel zu kaufen. Am 4. d. M. wurde im festlich beleuchteten Tempel eine erhebende Chanuka-Feier abgehalten. Herr Oberkantor Weißmann, mit dem gut geschulten Chore, trug eine eigeneKomposition„L1i2ivo3-sebir-0balluIras"vor, sowie das„Uoos-2ur", was ihm und dem Chore verdienten Beifall einbrachte. Mit Recht hob unser Herr Rabbiner Dr. Margel in seiner schönen Rede hervor, daß die Gründung dieses Tempelchores ein wahres Chanuka für die Zukunft unserer Gemeinde bedeute. Mistelbach. Adolf Rapport, k. k. Gerichtsadjunkt in Z i st e r s d o r f ist gemäß Dekrets der k. k. Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf vom 9. Dezember 1904 aus der israelitischen Religionsgenoffenschaft ausgetreten. Hannover. Am Mittwoch den 7. Dezember beging die israelitische Erziehnugsaiistalt Ahlem (für Gartenbau, Handwerk und Hauswirtschaft) vor einem zahlreichen Publikum die Chauukafeier in festlicher Weise. Begrüßt wurden die Gäste durch einen von dem vorzüglich geschulten Knabenchor a capella zu Gehör gebrachten Gesang, dem sich ein Prolog anschloß. Die hierauf folgenden gesanglichen und darstellerischen Aufführungen der Knaben und Mädchen fanden von allen Seiten wohlverdiente lebhafte Anerkennung. Den Glanzpunkt des Abends bildeten indes die turnerischen Künste der Knaben. War es schon eine Genugtuung, solch stämmige, breitschulterige Gestalten nur antieten zu sehen, so erschienen manche ihrer Leistungen einfach verblüffend; spielend wurden die schwierigsten Uebungen am Barren, wie Handstand, Rolle u. s. w. auf eine Weise ausgeführt, die jedem Turner zum Stolze gereicht hätten. Es zeigt sich wieder, daß die Juden, die richtige Erziehung vorausgesetzt, ein auch körperlich tadelloses Menschenm terial repräsentieren und den Aiiern keineswegs nachstehen. Daß die Ahlemer Anstalt sich mit ihrer Erziehungsmethode zu Hauswirtschaft, Handwerk und Bodenkultur auf sozialem Gebiete besonders verdient macht, ist eine unbestrittene Tatsache. Die Gärtnerei hatte sehr dekorativ wirkende Blumenkörbe und gärtnerische Zeichnungen ausgestellt; die Schuhmacherei elegante Stiefel für Herren und Damen (auch ein Paar Brautschuhe); die Bäckerei Weiß- und Schwarzbrot, Kuchen und Torten, die sogleich ihre Käufer fanden. Die Kinder beteiligten sich an der Ausstellung durch kunstvoll ausgeführte Holznno Papparbeiten, die allgemeine Bewunderung erregten. Nachdem die Vorstellungen beendet, die Lichter entzündet und das Chanukalied vom gemeinsamen Chor abgesungen worden, fand der wohlgelungene Abend seinen Abschluß in der Bescherung von etwa 140 Zöglingen, die von dem Damenkomitee unter Vorsitz der Frau

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