Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 51 (16.12.1904)
- Date
- 1904-12-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 51 Dr. Blocb s Wocbenscbrtft. Seite 823 Von Frau Emma Löwy zur Verteilung an Arme anläßlich des Ablebens ihres Gatten des Herrn Adolf Löwy „ Herrn Hermann Bauer zur Errichtung einer Salomon und Lina Pollak geb. Bauer-Widmung .... „ Herrn kais. Rat Friedrich Seligmann zur Errichtung einer Frau Betty Seligmann-Witwenstiftung . . Als Ergebnis einer Sammlung der Herren Dr. Alfred Berger und Heinrich Wiener für die Brigittenauer Schulküche. Von Herrn Rudolf Auspitz zur Ausspeisung armer Schulkinder . „ L B tu Breslau zur Ausspeisung armer Schulkinder des XX. Bezirkes.M. 100.- „ Frau Fanny Kann, anläßlich des Sterbegedächtnistages ihres sel. Gatten, Herrn Leopold Kann für das israelitische Altersversorgungshaus. Frau Sophie Edle von Borkenau zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder der Brigittenau . „ Herrn kais Rat Jonas Weil für Arme. „ „Anonymus Cottage" zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder der Brigittenau ...... „ Herrn Oskar Herz zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen. „ Herrn Präsidenten Dr. Gustav Kohn für Arme des Präsidialfonds. „ B. N. und O. M. für die Brigittenauer Schulküche . „ Herrn Dr. Leopold Drucker für die Brigittenauer Schulküche.. „ Herrn Friedrich Nadler für die Brigittenauer Schulküche . „ Herrn Ignaz Rumpler für die armen israelitischen Schulkinder in der Brigittenau. „ Herrn Friedrich Weiß für die armen israelitischen Schulkinder in der Brigittenau. „ D. K. für die Schulküche in der Brigittenau X 5.— „ den Waisenverein.. „ 5.— „ A. U. für die Brigittenauer Schulküche. „ T. T. für Arme auf Holz und Kohlen. „ Herrn Julius JllotvF, Jglau für die Brigittenauer Schulküche... „ Herrn Ing. Heinrich Socholler für die Brigittenauer Schulküche. „ Herren Ufer & Ettinger für die hilfsbedürftigen Kinder der Brigittenau. „ „Martha" für die armen israelitischen Schulkinder der Brigittenau.. . . . „ Herrn Herrn Heinrich Weiß für die Bristttenauer Schulküche. „ Herrn N. N. für die Schulküche der Brigittenau. . „ Herrn Vorsteher Salo Cohn ein lebensgroßes Bild des sel. Ober-Ingenieur Edlen von Mises für die israelitische Versorgungsanstalt. „ Herrn Siegmund Beer Zeitschriften für das Versorgungshaus. „ Frau Hedwig Kohn geb. Lieben Zeitschriften für das Versorgungshaus. „ Frau Kohn, durch Frau Rosa Zifferer, Wäsche für das Versorgungshaus „ Herrn L. Brettauer alte Kl tder und Wäsche für das Versorgungshaus. „ Frau Emma Kallir 21 Stück Wolltücher für das Versorgungshaus. X lr00.— 800.— " 500.— „ 280.— /# 200.— " 117.65 „ 100.- 50.- 50.— „ 30.- * 20.— 20.— » 20.— 10.— 10.— 10.- „ 10.— 10.— „ 7. » 6. — 5.- tr 5.- 5.— ,, 4. 2.— „ 2. _ Der Präsident verliest eine Zuschrift des „Israelitischen Rekonvaleszenten-Heimes für arme jüdische Frauen und Kinder", in welcher die Vorstandsmitglieder ersucht werden, in ihren Kreisen für die von dem genannten Vereine veranstaltete Wohltätigkeitslotterie Propaganda zu machen. Vor Uelergang zur Tagesordnung überreicht Herr kais. Rat Wilhelm Pollak einen Antrag, dahingehend, die Bethausvorstände und Bezirkskommissionen über ihre Meinung zu befragen: 1. ob es nicht praktisch wäre, in jenen Bezirken, wo dies ein zwingendes Erfordernis bildet, zweimal den Morgengottesdienst abzuhalten, und zwar den ersten um 7 Uhr, für jene Kreise, welche um 8 Uhr in ihrem Beruf sein müssen, und den zlveiten um 8 Uhr für Männer im vorgeschrittenen Alter, welche — des frühen Aufstehens nicht gewohnt — durch die frühe Ansetzung der Betstunde abgehalten werden, den religiösen Uebungen beizuwohnen, denen dies aber durch den späteren Beginn des Gottesdienstes ermöglicht würde. 2. ob es nicht in manchen Bezirken sich empfehlen würde, die Betstunde zu verschieben. Der Antrag wird der Kommission I zur Beratung zugewiesen. Hierauf wird in die Tagesordnung „Erledigung von Personalien" eingegangen und die Sitzung um halb 2 Uhr nachmittags geschloffen. Bethausspeuden Im Gemeindebethausei., Seitenstettengasse4. Von Herrn kais. Rat Moriz Hirsch X 100.—, von Herrn Emanuel Baumgarten 30.—, von Herrn Bernhard Mocsari 100.—, von Herrn Siegfried Löwy 60.— , von Herrn Adolf Nußbaum 20.—, von Herrn Ludwig Wolf 50. - . Im Gemeindebethause II., Tempelgasse 3. Von Herrn Philipp Friedmamr K 20 —, von Herrn Isidor Frisch Ir.—, von Herrn Simon Menzeles 20.-, von Herrn k. k. Regierungsral Dr. Julius Schlag 60.—, von Herrn Isidor Schwarz 150.—, von Herrn Jacques Karpeles 50.—. Im Gemeindebethause XVIII., Schopenhauerst r a ß e 39. Von Herrn Dr. David Feuchtwang X 15.—, von Herrn Josef Peterselka 10.—, von Herrn Moriz Zeckendorf 4.—, von Herrn Dr. David Feuchtwang 6.—, von Herrn Joachim Sametz 2.— , von Herrn Jakob Braßlow 7.—, von Herrn Israel Rosenberg 3.—, von Herrn Simon Friedmann 2.—, von Herrn Siegmund Licht 4.- . von Herrn Leopold Kreislisheim 3.—, von Herrn Arnold Möller 2.— von Herrn Joachim Sametz 20.-, von Herrn Simon Friedmann 2.— von Herrn Moriz Fürnberg 2 - , von Herrn Kaspar Spitzer 4.— von Herrn Jsak Münz 40.—. Ein Schreiben an Bürgermeister Dr. Lueger. Der Vorstand der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" hat an Bürgermeister Dr. Lueger folgendes Schreiben gerichtet: „Geehrter Herr Bürgermeister! Nach übereinstimmenden Zeitungsberichten haben sie an eine am 4. d. in der Volkshalle des Wiener Rathauses stattgefundene Versammlung des Vereines „Christliche Familie" folgende Apostrophe gerichtet: „Es ist Ihnen jetzt vielfach vorgepredigt worden, was Sie alles zu Weihnachten zu tun haben. Es ist gut, daß wir es schon soweit gebracht haben, daß sich jede Christin schämt, zu einem Juden hineinzugehen. Die Christen sollen bei Christen einkaufen und die Juden bei den Juden, dann werden wir sehen, wie sich die Geschichte ausgleicht. Jeder muß seinen Nächsten unterstützen und uns Christen find die Christen die Nächsten. Es ist in der letzten Zeit eine gewiffe Milderung in den Gegensätzen eingetreten. Diese Milderung wird von unseren Gegnern sofort dazu benützt, um unsere Position wenn möglich zu erschüttern. Es bleibt daher nichts anderes übrig, als auf den alten Katechismus zurückzugreifen und wieder jene Reden zu halten, die am Beginne unserer Bewegung gehalten worden find." Mit dieser Aeußerung haben Sie, Herr Bürgermeister, zur vollständigen wirtschaftlichen Trennung zwischen den christlichen und jüdischen Bewohnern dieser Stadt und zur Boykottierung der letzteren durch die ersteren aufgefordert. Sie haben damit nicht nur gegen die von Ihnen beschworenen Staatsgrundgesetze, die das gleiche Recht aller Staatsbürger gewährleisten, verstoßen, sondern auch jenen gerichtlichen Entscheidungen zuwidergehandelt, welche den Boykott als strafbar nach 8 302 des St.-G. erklären. Nach unseren Statuten dazu berufen, die auf Verschärfung der konfessionellen und Raffengegensätze gerichteten Bestrebungen zu bekämpfen, bezeichnen wir es als tief bedauerlich, daß der Bürgermeister der Reichshaupt- und Residenzstadt, der Chef der Verwaltungsbehörde erster Instanz, durch die Nichtachtung der Gesetze ein solches Beispiel gibt. Noch bedauerlicher aber ist es, daß Sie, Herr Bürgermeister, in Verkennung der Pflichten Ihres Ehrenamtes so sehr Parteimann geblieben find, daß Sie, statt das friedliche Zusammenleben aller Bürger dieser Stadt und damit die reiche Entfaltung aller wirtschaftlichen Kräfte der Gesamtbevölkerung zu fördern, Haß und Zwietracht säen und jenen Raffenkampf, der ganz Oesterreich dem wirtschaftlichen Verfalle entgegenführt, in die Reichshauptstadt verpflanzen. Der Boykott ist unter allen Umständen eine verdammenswerte Waffe im politischen Parteikampfe. Er ist aber auch für den Angreifer nicht minder gefährlich als für den Angegriffenen. Es kann unmöglich zum wirtschaftlichen Gedeihen der Gesamtbevölkerung Wiens beitragen, wenn der zehnte Teil derselben in Notstand versetzt, wenn einer Bevölkerungsklaffe von 160.000 Seelen, die durch ihren Gewerbefleiß, ihren Patriotismus und nicht zuletzt durch ihre Steuerleistung eine gewichtige Stütze