Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 50 (9.12.1904)
- Date
- 1904-12-09
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 50 Dr. Blortz's Wochenschrift. Seite 911 Zrrnrinneusaale in Anwesenheit des Vorstandes und Sr. Ehrtvürden des Herrn Rabbiners M. Mayersohn an das Brautpaar und an die Festgäste mit Bezug auf die Feier des Tages eine schwungvolle patriotische Ansprache, die zur Liebe, Treue und Anhänglichkeit für das erlauchte Kaiserhaus aufforderte und mit einem dreimaligen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser schloß, in welches die Anwesenden begeistert einstimmten, worauf Herr Oberkantor M. Scharr unter Mitwirkung des Chorpersonales in vortrefflicher Weise die Kaiserhymne intonierte. In der hell erleuchteten Synagoge vollzog dann Se. Ehrwürden Herr Rabbiner M. Mahersohn den Trauungsakt und damit fand diese würdige Feier ihren Abschluß. Wien. Für den Brigittenauer israelitischen Unterstützungsverein sind folgende Spenden eingegangen, wofür ich im Namen des Gesamt- Vorstandes den innigsten Dank abstatte. Der Obmann Adolf Schreiber. Dr. Jos. Kohn 20 X, Moritz Traube 20 K, Julius Bellak 20 K, Simon Heller 10 K, Wiener Israel. Knltusgemeinde 100 K, Jos. Jnwald Edl. v. Walttren 10 X, Med.-Dr Jos. Breuer 20 X, Heinrich Birnbach 5 K, Heinrich Böhm 10 K, Theodor Ritt. v. Taussig 10 K, Em. Aufrecht 2 K, Georg Ticho, Boskowitz 5 X, Philipp Gomperz 20 K, Philipp Thorsch 20 K, S. Heit 10 X, Dr. Alfred Berger X 10, Anton Beck 10 K, Simon Mandler 5 K, M. u. I. Mandl 25 8 mit der Erklärung, mit einem Jahresbeitrag von 25 X beizntreten, Willi. Zierer 20 X, Hansi K. 4 X, Redakteur Fröhlich 5 K, I. May. Ung.-Ostra 10 X, Adolf Ambor 2 K, Hofrat S. Ritter v. Hahn 20 K, Rudolf Auspitz 50 K, Carl von Auspitz 50 X, Sam. F. Goldberger u. Söhne 5 X. Baden. Aen 1. d. M. starb hier im 71. Lebensjahre Frau Bettina Schreiber, Gattin des Weinproduzenten Moriz Schreiber, Beirates im Vorstande der hierortigen israelitischen Kultusgemeinde. Die Verblichene erfreute sich wegen ihres hervorragenden Wohltätigkeitssinnes, den sie gegen Hilfsbedürftige ohne Unterschied der Konfession in großem Maßstabe betätigte, des höchsten und wohlverdienten Ansehens der ganzen Satdtbevölkerung. In ihrer besonderen Tätigkeit als langjährige Präsidentin des Franen-Wohltätigkeits-Bereines in Baden, dessen Mitbegründerin die Verstorbene war, zeichnete sie sich durch Herzensgüte und Zuvorkommenheit gegen jede Bittstellerin aus und ging nicnland von ihr unerfüllten Wunsches weg. In dem von Ehrwürden Rabbiner W. R e i ch an der Bahre gehaltenen Nachrufe wies derselbe auf die edlen Charakterzüge der Verstorbenen hin und pries hauptsächlick. wie sie blos durch ihre treue Mutterliebe auf die Erziehung ihrer Kinder wirkte, die auch als eine Zierde in ihren Kreisen dastehen. Zn ihrem Andenken stiftete ihr Gatte bedeutende Legate und zwei Fenster für den Gemeindetempel. Im Trauerhause wie in der Leichenhalle übte Oberkantor M. Seifert mit dem Chore die gesangliche Funktion aus. An Kranzablösungsspenden, da Kränze im Sinne der Verblichenen abg lehnt wurden, sind nachstehende Beträge zu verzeichnen : Kultusgemeinde Baden X 10.—, Israelitischer Frauen- Wohltätigkeitsverein X 10.- , Fritz E. Bumm und Frau X 20.—, Dr. Bela Bach und Frau X 20.—, Pauline Brill und Kinder X 10.—, Karl und Marie Schneider X 10.— , Jlga Reich X 10—. Alfred Bumm und Frau X 20.—, Johann Bloch X 20.—, Josef Bloch K 10.—, Ludwig Ullmann X 20.—. Dr. Heinrich Bum X 20.—, Ernst von Back X 20.—. Karl Zilzen und Frau X 10.—. Friedrich Weil und Frau X 10.—, Karl Katz X 10.—, Dr. Ferdinand Reich!< 10.—, Dr. Löwenthal X 10 Ignaz Belai X 10.—. Adolf Straffer X 20.-, Gusti Egger X 20.—, Familie S. Reich X 50. , Direktor Josef Felber X 20. —, von Grimburg. X 20 - , Dr. Karl Klein X 12.—, Professor Dr. S. Handl X 10.—, Moriz Katz X 10.-. Protznitz Bei den Wahlen in die Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde wurden gewählt: In den engeren Ausschuß: Ignaz Brüll, Markus Neumann, Adolf Pollak jnn., Daniel Steinschneider, Emanuel Türkt, Friedrich Zweig, Moritz Altar, Eduard Blau, Moritz Fleischer sen., Jacques Mayer, Siegmund Reiner, Dr. Gustav Zweig; in den verstärkten Ausschuß: Alois Blümel, Dr. Ludwig Brüll, Philipp Freiberger, Max Gottlieb, Dr. Fritz Haas, Oberingenieur Jakob Rößler, Hermann Altar, Moritz Brüll, Heinrich Glas, Dr. I. Löwenthal, Siegmund Pollak sen., Siegmund Wolf. Jungbunzlan. Samstag den 3. d. veranstaltete der hiesige israelitische Gesangverein „Harmonia" anläßlich des Makkabäerfestes ein Konzert mit anschließendem Tanzkränzchen in den Lokalitäten „Hotel Kranz". Dasselbe war von hierortigen und auswärtigen Gästen sehr zahlreich besucht und fanden die aufgeführten Musikstücke der Kapelle „Modricky" ungeteilten Beifall. Nach der zweiten Musikpiöce trat Fräulein Else Eisler, Tochter des Präsidenten dieses Gesangvereines. als Solosängorin auf und erntete durch ihre anmutige Stimme und ihren mit vielem Chic vorgetragenen Gesang frenetischen Beifall, nicht minder fand, der sympathische Gesang der Frau RoLdalowitz mit ihrem Partner Herrn Beranek allgemeinen Beifall; beide Damen erhielten einen prächtigen Blumenstrauß als Ehrenpreis. Aber auch den vorzüglich eingeübten Gesangschören unter ihrem tüchtigen Dirigenten Herrn Oberkantor Singer'wurde großes Lob gezollt. Bemerkt sei noch, daß die Klavierbegleitung zu den einzelnen Gesängen Med.-Dr. Hoch und Med.-Dr. Mautner übernahmen und sich ihrer Aufgabe bestens entledigten. Zum Schluffe sei noch hinzuzufügen, daß das Reinerträgnis dieses Konzertes einem wohltätigen Zwecke, und zwar zur Bekleidung armer Schulkinder, zugewendet wurde. Triest. Der antisemitische Redakteur Anton Delfin stand vor dem Schwurgericht wegen Ehrenbeleidigung und Verleumdung. Kläger war Herr R. P r i st e r, welcher von dem antisemitischen Schandblatt beschuldigt worden ist, als Leiter des Stellenvermittlungsamtes des Triester Privatbeamten-Vereines nur jüdische Bewerber berücksichtigt zu haben. Der antisemitische Journalist Delfin wurde zu drei Monaten verschärften Kerkers verurteilt. Prag. (Trauung.) Am 4. Dezember d. I. hat hier im „Hotel Roubitschek" die Trauung des Wiener Arztes Dr. Marcus W ö l f l e r mit Frl. Fanny Reich, Tochter des vor wenigen Jahren verstorbenen, weit bekannten Pädagogen und und Oberlehrers Lazar Reich in Raudnitz, stattgefunden. Klattau. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde hat sich dieser Tage konstituiert. Zum Vorsteher wurde Herr Jur. Dr. Fleischer, Advokat, zu dessen Stellvertreter Herr I. Feigl zugleich als Kassier gewählt. Als zweiter Stellvertreter wurde Herr H. Singer, als Rechnungsführer - Herr A. Schütz designiert. Zu Synagogenvorstehern wurden die Herren L. Pollak und S. I. Krauskopf gewählt. Als Kassarevisoren wurden die Herren A. Pekarek und S. Weist bestimmt. Am 27. v. M. wurden von der sogenannten Chanukagruppe fünfzehn arme israelitifche Schulkinder mit vollkommenen Winteranzügen und Schuhbekleidung beteilt. Dem feierlichen Akte wohnte Herr Rabbiner Dr. S. Bret, der Lehrkörper der israelitischen Volksschule und andere Gäste bei. Der Obmann der genannten Gruppe Herr Heinrich Laschansky hielt an die Kinder eine passende Ansprache. In die hiesige Stadtvertretung wurden Herr Franz Löwy, Brauereibesitzer, als Verordneter und Herr Rudolf Fleischer, Getreideexporteur, als Ersatzmann gewählt. Herr Oberlehrer Alexander Baum feierte am 28. November das Jubiläum seiner dreißigjährigen Lehrtätigkeit. Am Abend des Chanukasestes sprach unser Rabbiner Dr. S. B r e t im hiesigen jüdischen Vereine über das Judentum und die Evangelien. Der freie, gediegene Vortrag, der 1^2 Stunden währte, fand bei den zahlreich anwesenden Mitgliedern und deren Damen ungeteilten Beifall. Nürnberg. Seit fünf Jahren besteht in Nürnberg ein Verein für jüdische Krankenpflegerinnen, dessen Schwestern sich einer stets wachsenden Beliebtheit sowohl in Familien als bei Aerzten erfreuen und deren soziale Stellung eine allgemein geachtete ist. Eine Oberschwester, die den ihr unterstellten Schwestern eine stets bereite Freundin und Beraterin ist, weiß es ihnen im Hause so gemütlich zu machen, daß bei allem Ernste und aller Schwere ihres Berufes jederzeit Frohsinn und Heiterkeit im Schwesternheim herrschen. Hier bietet sich Eltern Gelegenheit, ihre Töchter —sofern sie sich zur Krankenpflege eignen — einem sorgenfreien, ehrenhaften Beruf zuzuführen. Neben voller Verpflegung, Dienstkleidung, freier Wäsche und einem von Jahr zu Jahr sich steigernden Gehalte haben die Schwestern Anspruch aus Versorgung bei Jnvalididät und im Alter. Näheres siehe Inseratenteil. Berlin. (Der 70. Geburtstag des Professors Senator.) Dieser Tage beging einer der größten Kliniker, der Direktor der hiesigen dritten medizinischen Klinik und der Universitätspoliklinik, Geheimer Medizinalrat Professor Doktor Hermann Senator, seinen 70. Geburtstag und hat aus diesem Anlasse die Glückwünsche der gesamten medizinischen Fakultäten der deutschen Universitäten Oesterreichs, sowie zahlreicher Gelehrter unseres Vaterlandes 'empfangen. Der akademische Jubilar, dem zu Ehren anläßlich seines 70. Geburtstages auch eine eigene Festschrift erschienen ist, studierte in den Jahren 1853 bis 1857 in Berlin unter Johannes Müller, Schönlein und Traube und ließ sich nach seiner im Jahre 1857 erfolgten Promotion in Berlin als praktischer Arzt nieder. 1868 habilitierte sich Professor Senator an der Berliner Universität für Staatsarzneikm.de, 1870/71 wirkte er als Stabsarzt in der deutschen Armee und erwarb sich das Eiserne Kreuz. 1875 erfolgte die Ernennung zum Extraordinarius, 1888 wurde Pro-