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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-11-18 · 47 (18.11.1904) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
47 (18.11.1904)
Date
1904-11-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 756 Dr. Blocb’s Mocbenscbrttr. Nr. 47 dies auch in dem Sachverständigen-Gutachten des Zimmermeisters ausgcdrückt ist, einen vollständigen Ersatz des Dachstuhles über dem Mittelschiffe durch einen eisernen Dachstuhl herzustcllen; bei den beiden seitlichen Dachstühlen würde die Vornahme von Reparaturen genügen. Die Aufstellung der Monierwände könnte dann entsallen. Es hat sich weiters die Notwendigkeit ergeben, einen Teil des hölzernen Fußbodens in den Seitenschiffen neu herzustellen, ferner hat sich als zweckmäßig herausgestellt, die in: Tempelgebäude befindlichen tapezierten Spieltüren durch durchsichtige Glastüren zu ersetzen. Die dekorativen Fenster im ganzen Hause, welche seit Errichtung des Tempels nicht renoviert wurden, sind in derart schadhaftem Zustande, daß namentlich auf den Gallerien durch die Lücken der Fenster eine sehr fühlbare Zugluft erzeugt wird. Es sollen, um diesem Uebelstande abzuhelfen, die alten Fenster, insoweit dies möglich ist, repariert, bezw. durch neue ersetzt werden. Wichtiger als alle die vorangeführten Arbeiten erscheint jedoch, dem bisherigen Zustande, daß die Besucher der 1. und 2. Gallerte eine gemeinsame Stiege benützen und im Parterre auch mit den aus demselben kommenden Besuchern Zusammentreffen, abzuhelfen. Zu diesem Zwecke ist die Errichtung separater Stiegen und Ausgänge aus der 1. und 2. Gallerte geplant, welche in, zwischen dem Tempel und den beiden Wohntrakten herzustellenden Zwischenbauten untergebracht werden sollen. Bei diesem Anlasse würde auch durch die Errichtung von Klosets einem fühlbaren Mangel abgeholfen werden können. Endlich hat sich die Notwendigkeit ergeben, eine Adaptierung der beiden Wohngebäude, insbesondere eine Ausbesserung der Dächer vorzunehmen. Das Vertreter-Kollegium hat nun nach wiederholten Beratungen unter Genehmigung der vom Architekten Marmorek vorgelegten Pläne und Kostenvoranschläge Folgendes beschlossen: 1. Die Schaffung je eines Notausganges in der Mitte der beiden Seitenschiffe. 2. Der Ersatz des bisherigen hölzernen Dachstuhles über dem Mittelschiffe durch einen eisernen Dachstuhl und Reparatur der Dachstühle oberhalb der Seitenschiffe. 3. Die Errichtung von Zubauten an den beiden Seitentrakten behufs Schaffung separater Stiegen aus der 1. und 2. Gallerie. 4. Ersatz der durch den Umbau beschädigten Fußböden und Umwechslung der tapezierten Spieltüren in Glastüren. 5. Die Schaffung neuer Eisenfenster und Verglasung. 6. Adaptierung der beiden Wohngebäude und Ausbesserung der Dachstühle derselben. Nach längerer Debatte, an welcher sich die Herren Baurat Stiaßny, Hermann Eltbogen, Wilhelm Kuffner, Ritter von Taußig, Hoftat Taußig, Ritter von Goldschmidt, Salo Cohn und Wilhelm Pollak beteiligen, werden die Anträge des Vertreter-Kollegiums einhellig angenommen und Architekt Oskar Marmorek mit der Durchführung der in Rede stehenden Arbeiten betraut. Bei diesem Anlasse spricht der Präsident unter lebhafter Zustimmung der Versammlung dem Herrn Baurat Max Fleischer für seine in dieser Angelegenheit in einem früheren Stadium betätigte uneigennützige Mühewaltung den Dank aus. Nach Gewährung von Subventionen an verschiedene Wohltätigkeitsvereine und -Anstalten wird die Sitzung um 1 Uhr nachmittags geschlossen. Bethausspenden Im Gemeindebethause I., Seiten st ettengasse 4. Von Herrn Josef Paunzen K. 40.— : von Herrn Jonas Abeles K 30.—; von Herrn Julius Wolf R 6C0.—; von Herrn Jakob Kellermann R 20.—; von Herrn Jakob Hirsch R 10.—; von Herrn kais. Rat Paul Lemberger K 20.—; von Herrn Karl Lemberger R 20.—; von Herrn Dr. Emanuel Ornstein R 10.—; von 7 Personen R 650.—. Im Gemein debethause II. Tempelgasse 3. Von Herrn Jakob Smilowici R 10.—; von Herrn Gustav Libesny R 20.—; von Herrn Isidor Leuchtag R 10.—; von Herrn Moriz Groß R 80.—; von Herrn Josef Mandl R 30.—; von Herrn Dr. Alfred Berger R 200.—; von Herrn Ignaz Gutmann R 50.—; von Herrn Wilhelm Pappenheim R 60.—; von 8 Personen R 450.—. I m Ge meindebet hause XV. T u r n e r g a s s e 22. Von Herrn Ignaz Sonnenfeld R 875.—, Herrn Heinrich Sonnenfeld 270.—, Herrn Michael Sonnenfeld 330.—, Herrn Isidor Gelbart 2.—, Herrn Jakob Silberstern 8.—; von 5 Personen K 1485.—. I m Gemei nde beth ause XVIII., Schopenhauerstraße 39: Von Herrn Dr. David Feuchtwang R 1.—, Arnold Klein 30.—, Dr. Arthur Fantl 50.—, Heinrich Glücksthal 70.—, Theodor Offer 10.—, Dr. David Feuchtwang 12.—, Samuel Offer 40.—, Eduard Gassinger 16.—, Karl Grün 60.—, Josef Hoffmann 2.—, Heinrich Paschkes 2.—, Siegmund Kohn 40.—, Emanuel Hoffmann 25.—, Siegmund Witrofsky 30.—, Adolf Spitzer 60.—, Friedrich Pick 10.—, Siegmund Fraenkel 8—, Jakob Adler 15.—, Ignaz Fantl 40.—, Jakob Kinnsbrunn 6. , Alexander Endewelt 12.-, Leopold Löwy 1.—, Wilhelm Heller 16. - , Max Liffauer 6.—, Samuel Gerstmann 1.—, Josef Klein 4.—, Alexander Winterberg 1.—, Simon Weiß 2.—, Emanuel Hoffmann 20.—, Ignaz Katz 24.-, Jakob Jokl 9.— , Wilhelm Redlich 10.—, Mendl Pordes 20.—, Jakob Grotte 9.—, Jakob Stern 4.—, Josef Nossig 12.—, Moriz Bratmann 18.—, Heinrich Weißenberg 10—., Heinrich Paschkes4.—, Mendl Strach , Eduard Freund 15.—, Guttmann Knepler 1.—, Berthold Löwenstamm 9.—, Alfred Löwenstamm 12.—. XL. Bei der im letzten Tempelspendenverzeichniffe ausgewiesenen Spende: „H e inri ch G rü n hnt R 70.—" soll es richtig „Heinrich Glücksthal K. 70.—" heißen. Nachruf gehalten an der Bahre des Prof. S. H a m m e r s ch l a g am 11. November 190 t vom Oberrabbiner Dr. M. Gndemann. „Nicht von berufswegen, sondern als Freund ergreife ich an dieser Bahre das Wort, und die genauere Kenntnis des Dahingeschiedenen, die ich als solcher mir erworben habe, läßt mich mit vollem Rechte von ihm sagen, was Isaak in dem diesmaligen Wochenabschnitte von seinem Sohne sagt: „Er wird ein Gesegneter bleiben." Nicht bloß seine Frau und seine Kinder, nicht bloß seine einstigen Schüler und seine Freunde, sondern alle werden sein Andenken segnen, die jemals in nähere Berührung mit ihm gekommen sind. Denn er war ein seltener Mensch, ich könnte mich darauf beschränken, zu sagen: er war ein Mensch, wenn nicht die Natur dieses auszeichnende Prädikat so vielen in die Wiege legen würde, die gar nichts damit anzufangen wissen. Er hat es zu Ehren gebracht, indem er sich immer dessen bewußt blieb, wozu dieses Prädikat verpflichtet, und dieses Bewußtsein wurde nicht am wenigsten dadurch belebt und gestärkt, daß er ein überzeugter und begeisterter Jude war. Seine Berufstätigkeit war eine bescheidene, er war Religionslehrer in unserer Gemeinde. Man kann zwar für den Lehrberuf niemals genug mitbringen, immerhin würde seine gründliche und umfassende Bildung, wie seine große Belesenheit ihm eine bedeutendere Laufbahn eröffnet haben, wenn in seiner Jugendzeit die Verhältnisse der Juden andere gewesen wären, als sie tatsächlich bestanden. Aber er hat es nie bedauert, daß ihn die Verhältnisse auf den Lehrberuf angewiesen hatten, denn er besaß etwas, was für die segensreiche Ausübung dieses Berufes das Unerläßlichste und Wertvollste ist, was aber auch im Stande ist, diesen schweren Beruf angenehm zu machen, ein tief angelegtes Gemüt, reiche Herzensbildung und die Freude an dem Verkehr mit der Jugend. Den mit solchen Gaben ausgestatteten Lehrer haben unsere Weisen mit den Sternen verglichen, die mit ihrem milden Glanz die Nacht erleuchten, und ein solcher Lehrer ist der Dahingeschiedene gewesen. Er ging ganz in seinem Berufe auf, und wie seine religiöse Ueberzeugung und seine Bildung sich zu einer schönen Harmonie abgeklärt hatten, so konnte er, indem er die Religion lehrte, sich lehren und dieser gewinnende persönliche Eindruck ist in keinem seiner Schüler jemals von der Zeit verwischt worden. Was ihn aber immer mit neuer Freude an der Ausübung seines Berufes erfüllte, das war seine Häuslichkeit. Dieses Hintergrundes kann kein Lehrer und am wenigsten der Lehrer der jüdischen Religion entbehren, die eigentlich nichts anderes als die Lösung des Problems ist, in dem Hause das wahre Gotteshaus und eine Welt von Seligkeit zu begründen. Dies Glück hat ihm seine edle Gattin und er ihr bereitet. Wie sie in ihm aufging, wie ihre Liebe und Fürsorge ihn umgab, wie sie bei seiner zunehmenden Schwerhörigkeit ihn vor Vereinsamung zu bewahren wußte, das läßt sich in Worten nicht schildern, das muß man,

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