Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-11-18 · 47 (18.11.1904) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
47 (18.11.1904)
Date
1904-11-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021547-3021595--14054-3038741
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 47 Dr. Dlocb's Wocbenscbrtft Seite 755 Der Vorsitzende gedenkt weiters in warmen Worten des dahingeschiedenen Religionslehrers und Bibliothekars der Wiener Kultusgemeinde, Herrn Samuel H a m m e r s ch l a g, welcher sich besondere um die Schaffung und Ausgestaltung der Gemeindebibliothek große Verdienste erworben hat. Der Vorsitzende bringt ein Schreiben der Familie zur Kenntnis, in welchem für die gelegentlich des Leichenbegängnisses zum Ausdrucke gebrachte Würdigung des Verewigten der Dank ausgesprochen wird, und macht weiters die Mitteilung, daß die Familie aus diesem Anlasse eine Spende von X 1000 für das Siechenhaus gewidmet hat. Der Vorsitzende verfügt unter Zustimmung der Anwesenden, welche sich von ihren Sitzen erhoben haben, die Einverleibung der Trauerknndgebungen in das Protokoll. Der Vorsitzende bringt zur Kenntnis, das er persönlich namens des Vorstandes die Witwe des ehemaligen Präsidenten der Knltusgemeinde und Reichsratsabgeordneten Dr. Ignaz Kuranda, Frau Regine Kuranda zu ihrem 80. Geburtstage beglückwünschte und daß ihn dieselbe ersuchte, hiefür, sowie auch für das vorausgegangene Glückwunschschreiben des Vorstandes diesem den wärmsten Dank auszusprechen. Im Präsidialberichte teilt der Vorsitzende mit, daß ein angesehenes Mitglied der Wiener Kultusgemeinde an den Vorstand das Ersuchen 'gerichtet habe, in geeigneter Weise zu den in der Sitzung des niederösterreichischen Landtages vom 5. November 1904 seitens des Landtags-Abgeordneten Schneider gebrauchten, vom Landmarschalle ungerügt gelassenen Aeußerungen gegen die Juden Stellung zu nehmen. Das Vertreter-Kollegium hat sich mit dieser Anregung befaßt und ist einhellig der Anschauung gewesen, daß in Ansehung der Person, welche die Ausfälle gegen die Juden gemacht hat. ferner angesichts des Umstandes, daß auch nicht eine Sitzung des Landtages und anderer Körperschaften stattfinde, welche den Juden nicht Anlaß zu Beschwerden geben würde, diese Beschwerden aber erfahrungsgemäß keinerlei Erfolg haben, über die Angelegenheit zur Tagesordnung überzugehen sei. (Allgemeine Zustimmung.) Der Entwurf des neuen Schulaussichtsgesetzes, welcher auch für die israelitische Religionsgesellschast ungünstige Bestimmungen enthält, hat dem Präsidium Anlaß gegeben, seine Beschwerden dem Ministerpräsidenten und dem Unterrichtsminister persönlich zur Kenntnis zu bringen. Außerdem hat es aber das Vertreterkollegium für entsprechend gefunden, daß diese Beschwerden auch schriftlich niedergelegt werden, was auch in einem an die genannten Minister gerichteten Promemoria geschehen ist. In der Plenarsitzung des Knltusvorftandes vom 5. November a. c. wurde berichtet, daß angesichts der bevorstehenden Einverleibung der Kultusgemeinde Floridsdorf zur Kultusgemeinde Wien ein Schreiben an die erstere gerichtet wurde, in welchem auf eventuell notwendig werdende Maßnahmen rücksichtlich der beabsichtigten oder bereits erfolgten Gehaltserhöhung von Angestellten der Floridsdorfer Gemeinde hingewiesen wurde. Hierüber ist inzwischen eine Antwort der Knltusgemeinde Floridsdorf des Inhaltes eingelaufen, daß tatsächlich Beschlüsse über Gehaltserhöhungen von Angestellten gefaßt wurden, daß diese Beschlüsse aber in keiner Beziehung zur bevorstehenden Einverleibung stehen und übrigens eine nennenswerte Belastung des Budgets hieraus nicht resultiere. Zur Besetzung der i. Kantorstelle in Ottakring wurde ein Konkurs ausgeschrieben. DerPräsident macht aufmerksam, daß am 15.November 1904 die feierliche Schlußsteinlegung des Merores'schen Waisenhauses fiattfindet und ersucht die Vorstandsmitglieder, sich an dieser Feier möglichst zahlreich zu beteiligen. Aus dem Finanzrapporte aus der Zeit vom 1. Jänner bis 31. Oktober 1904 hebt der Präsident hervor, daß die Kapitel „Kultussteuer und Jmmatrikulationsgebühren", „Beerdigungs- und Ueberführungstaxen", „Betsitze in den Gemeindetempeln", „Trauungstaxen" ein bis zum Schluffe des Jahres kaum mehr zu deckendes Minus gegenüber dem Präliminare pro 1904, die beiden letztgenannten Kapitel überdies ein Minus gegenüber dem Ergebnisse des Jahres 1903 aufweisen. Um der Unzulänglichkeit der Bureauräumlichkeiten teilweise abzuhelfen, wurden im Sinne eines seinerzeit gefaßten Beschluffes einige Wohnungen im Nachbarhaufe Seitenstettengasse 2 gemietet, welche im Laufe der nächsten Zeit der Benützung werden übergeben werden. Der für die Adaptierung erforderliche Betrag wurde vom Vertreter-Kollegium bewilligt. Entsprechend vielfach geäußerten Wünschen wurde in der Leopoldstadt, ferner im >X. Bezirke je eine neue Wahlsektion errichtet, so daß nunmehr im 11. Bezirk 3, im IX. Bezirk 2 Wahlkommissionen fungieren. Die von der Kultusgemeinde veranstaltete Wählerversammlung findet Samstag den 19. November 1904, 6 Uhr abends, im großen Saale des „Hotel Post" statt. An Spenden werden bekanntgegeben: Bon Frau Mathilde von Gntmann anläßlich der Barmizwahfeier ihres Sohnes Hans für die Aruienanstalt K 2000.— „ Herrn Max Ritter von Gntmann für Stipendien an Bibel- und Talmudschüler des Wiener Bcthamidrasch „ 400.— „ Herrn Präsidenten Dr. Alfred Stern für Arme . . „ 130.— Vom Bethausvorstande I. Bezirk aus einer Sammlung dem Präsidialfonde für Unterstützungen . - . „ 50.— Von Herrn Julius Braun zur Verteilung an Arme . - „ 40.— „ Herrn Dr. Wilhelm Pappenheim für den Erhaltungsfond der israelitischen Versorgungsanstalt . . „ 36.— „ Herrn Julius Wolf für die 2'taubstninmen und blinden Kinder des Leiser Graf .' . - . „ 20.— „ Herrn Dr. Emanuel Arnstein für fromme und wohltätige Werke.• „ 10.— „ Herrn Philipp Bak für das israelitische Blindeninstitut ,. 10.— „ Frau Betty Förster für den Brigittenauer Kindergarten ,. 10.— „ Herrn Frankl für arme israelitische Auswanderer . „ 10.— „ Herrn S. Schein für wohltätige Zwecke . „ 5.10 „ Frau Berta Kassier für den Verein zur unentgeltlichen Verpflegung Brustleidender auf dem Lande . - „ 4.— Einnahme der Sammelbüchse im Leopoldstädter Tempel: für die Armenansialt .K 21.91 für die Chewra-Kadischa •.. 22.37 für die Armen der österreichisch-ungarischen Gemeinden im heiligen Lande 11.02 K 55.30 Im Einlaufe befindet sich: Eine Zuschrift der Chewra-Kadischa, betreffend die Ernennung des Vorstandsmitgliedes derselben, Herrn Salomon Simon zum Delegierten für die Friedhofkommission des Kultusvorstandes an Stelle des verstorbenen Herrn Adolf Rosenbaum. Wird genehmigend zur Kenntnis genommen. Adaptierungen im Leopold st ä d t e r Tempel. Auf Grund einer im Frühjahre dieses Jahres vorgenommenen Feuerbeschau des Leopoldstädter Tempels wurden seitens der Behörde verschiedene Sicherheitsvorkehrungen angeordnet, welche, insoferne sie keine besonderen Kosten und Schwierigkeiten verursachten, sofort durchgeführt wurden, während zwei weitergehende Aufträge infolge der dam't verbundenen Schwierigkeiten bisher nicht ausgesührt werden konnten. Diese Aufträge betreffen die Herstellung von Ausgängen in der Mitte der beiden Seitenschiffe und die Isolierung der über dem Hauptschiffe bestehenden drei Zierlichten durch Aufführung feuersicherer Lichtschächte. Behufs Ausführung dieser Aufträge hat der damit beauftragte Architekt eine gründliche Besichtigung des ganzen Tempelgebäudes vorgenommen und hat diese Besichtigung Ergebnisse gezeitigt, welche über den Rahmen des behördlichen Auftrages hinausgehende Herstellungen notwendig machen. Die Untersuchung des Tempelgebüudes selbst, sowie der beiden anstoßenden Wohnhäuser ergab insbesondere Folgendes: Der hölzerne Dachstuhl des Tempels, namentlich der über dem Mittelschiffe befindliche Teil desselben ist derart, daß die Durchführung der von der Behörde geforderten Isolierung durch Aufstellung von Monierwänden nur dann möglich ist, wenn die in Betracht kommenden Teile des Dachstuhles vollständig rekonstruiert werden. Diese Rekonstruktion würde ziemlich bedeutende Kosten verursachen, ohne daß jedoch dem Uebelstande gründlich abgeholsen werden würde. Es hat sich daher das Vertreter-Kollegium der Ansicht des Architekten angeschloffen, daß es sich empfehle, wie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.