Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 44 (28.10.1904)
- Date
- 1904-10-28
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 44 Dr. Llocb's MocbenscbrM. Sette 713 Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Robert Nußbanm: Von Leopold Winter K10.—, Albert Löw L 4.—. Zusammen K14.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Ferdinand Fuchs: Von Alois Lemberger K 20.—, Professor Dr. Spi-gler K 20.—, Dr. L. Wiener K 10 —, S. Heit K 10.—, F. H. K 10.—, Familie Schwarz K 10.—. Zusammen K 80.—. Spende: Von „Unbekannt" K 5.—. Wien. (Geburtstag des Sultans.) Anläßlich des Geburtstages des Sultans fand im Tempel der türkischen Gemeinde am 25. d.M. ein Festgottesdienst statt. Es erschienen in Vertretung des Botschafters Botschaftsrat Mustapha Assim Bey samt Gefolge, ferner Generalkonsul v. Dirsztay, Konsul Bondi, Bezirksvorsteher Niebauer, Polizeirat Kende, Baurat Ritter von Goldschmidt, kaiserlicher Rat Dr. Lieben, der Vorstand der türkischen Gemeinde Licco A d u t t und der Vorstand der griechischen Gemeinde. Die Feier begann mit einer Hymne, vorgetragen vom Oberkantor I. Bauer. Die Rede hielt Rabbiner Papo. Mit Abfingung der Sultanhymne schloß die Feier. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien.) Am Montag den 31. Oktober um 7*8 Uhr abends findet im großen Saale des Hotel Guth, II., Stefaniestraße 14 eine Versammlung des Vereines mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht des Vorstandes; 2. „Stellungnahme zu der bevorstehenden Kultuswahl", eingeleitet von dem Präsidenten des Vereines; 3. Freie Diskussion. Die Kandidaten für den Kultusvorstand werden um ihr Erscheinen freundlichst ersucht! Damen und Gäste willkommen! Baron Hirsch-Stiftung. In der am 15. d. M. abgehaltenen Plenarsitzung des Kuratoriums wurde ein Schreiben des um die Stiftung hochverdienten Sektionschefs i. P. Eduard v. Gniewosz an den Präsidenten David v. Gutmann verlesen, in dem er mitteilt, daß er das ihm von der Regierung verliehene Mandat eines Kurators niedergelegt habe. Schon vor drei Jahren hatte Sektionschef v. Gniewosz die Absicht geäußert, mit Rücksicht auf sein hohes Alter und seine geschwächte Gesundheit von dieser Stellung zurückzutreten, hatte sich .jedtzch.yilf dringende Pitten des Kuratoriums bewegen lassen, sein Mandat noch ferner "beizübehälten. Der nunmehr vollzogene Austritt des Herrn v. GniewoSz bedeutet für die Baron Hirsch-Stiftung einen schweren, kaum ersetzbaren Verlust. An seiner Stelle wurde der von der Regierung ernannte Kurator Sektionschef Dr. Ludwig Cwiklinski in das Präsidium gewählt. Wien. (Verlobung.) Fräulein Paula Hofmann, Tochter des Herrn Adolf Hofmann, Präses des Tempelvereines für den V. und VI. Bezirk, hat sich mit Herrn Hermann Schlesinger, Gesellschafter der Firma Gebrüder Schlesinger, Wien VI., verlobt. Wien. (Trauung.) Dienstag den 1. November l. I. um 7,1 Uhr mittags findet im Saale des Hotel Guth, II., Große Sperlgasse Nr. 2, die Trauung des Fräulein Sidonie Poll ak, Tochter der Frau Rabbiner M. Pollak, mit Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner David Rudolf er aus Amstetten, statt. Wien. Der Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder des XII., Xltl., XIV. und XV. Bezirkes hält die zweite Generalversammlung am 2. November d. I. im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde, XV., Tnrnergasse 22, präzise 5 Uhr Nachmittag ab. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht; 2. Kassabericht; 3. Anträge und Interpellationen; 4. Wahl des Vorstandes. Die Präsidentin: Regine Landeis. Die Schriftführerin: Johanna Stern. Wien. Samstag den 22. d. M. beging Herr Jonas A b e l e s, ehemaliger Kaffeehausbesitzer, Bürger von Wien, Besitzer der großen goldenen päpstlichen Medaille bans werenti, verliehen vom Papst Pius IX., Besitzer der Kriegsmedaille, Jubiläumsmedaille, des Dienstkreuzes, seinen 70. Geburtstag. Eine Deputation des Vorstandes der Chewra - Kadischa, bestehend aus den Herren Kultusvorsteher Dr. Spitzer, S. H eit, Adolf S t i a ß n y, Jakob Kann, 5. Steiner und Simon; eine Deputation des Vereines „Obeseä sebsl Eines“, dessen Ehrenmitglied der Jubilar ist, der Präsident Herr Siegfried Beer und Schriftführer Herr Jakob W a ch s l e r beglückwünschten den Jubilar in seiner Wohnung. Wien. (Theologischer Verein der Hörer an der isr.-theol. Lehranstalt in Wien.) Das Er- . gebnis der am 30. d. M. stattgefundenen Wahl des Ausschuffes ergab folgendes Resultat: Dr. K u r r e i n, Präses; A. Frankfurter, Vizepräses; I. A l k a l a y. Kassier;H. Schwenger, I. Schriftführer; M. L 6 v y, II. Schriftführer. Wien. Der sett 4 Jahren bestehende Jüdisch - humanttäre Hilfsverein „Treue Brüder", der sich bisher auf die alleinige Unterstützung seiner Mitglieder beschränkte, hat sich in Anbetracht der in Wien derzeit herrschenden abnormen ökonomischen Lage der Juden entschloffen, seine Tätigkeit zur Linderung des allgemeinen Elends, namentlich der verschämten Armut, zu erweitern, besonders in Fällen von Erkrankung, großer Notlage und insbesonders bei drohender Delogierung helfend einzugreifen. Die edlen Intentionen dieses Vereines, an dessen Spitze Herr Dr. Siegmund Kopfstein. Hof- und Gerichtsadvokat, steht, verdient die weitgehendste Förderung, damit es demselben gelinge, in der von ihm angestrebten Richtung ersprießlich zu wirken. — Der Sitz des Vereines ist II., Taborstraße 36. Wien. Dienstag den 11. d. M. fand unters zahlreicher Beteiligung die Beerdigung des Herrn Max Adler statt. Derselbe gehörte dem Vorstande des Tempelvereines im VIII.» Bezirke an. Der Gesamtvorstand dieses Tempelvereines hatte sich unter Führung seines Präsidenten Herrn Hermann Beck eingefunden. Die Leichenrede hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Bauer, welcher in eindringlichen Worten die Verdienste Max Adler's hervorhob Die kantorale Funktion versahen Oberkantor Kwartin und Kantor Edelmann. Bevor der Sarg aus dem Zeremoniensaale getragen wurde, hielt das Vorstandsmitglied Herr Dr. Sigmund Goldberger dem Verstorbenen einen warmen Nachruf und erwähnte in demselben, daß Max Adler durch nahezu ein Menschenalter dem Josesstädter Tempelvereine als aufopferungsvolles Vorstandsmitglied angehörte. Der Josesstädter Tempelverein veranstaltet für den Verstorbenen am Dienstag den I. November 1904, um halb 5 Uhr abends, im Tempel, VIII., Neudeggergaffe 12, ein feierliches Requiem. Wien. Bei der am 9. d. M. stattgefundenen Generalversammlung des Mädchen- und Frauenvereines „Bikur Chaulim" wurden in den Vorstand gewählt: 1. Präsidentin Frau Rosa Stranski, II. Präsidentin Fräulein Mimi Berliner, I. Schriftführerin Fräulein Emma Trommer, II. Schriftf. Frl. Gisela Feld, 1. Kassierin Frau Frida Wittmann, II. Kaffierin Fräulein Jeny Breiner. Ausschuß: Fräulein Lea Bondi, Fräulein Helene Halberthal, Frau Salomea Kohn, Frau Erna Brück, Frau Anna Wollner, Frau Julie Schwarz. Ergänzungskomitee: Fräulein Valerie Fränkl, Fräulein Elisabeth Stern, Iran Viktoria Porges, Frau Netti Weiß, Frau Klara Lawetzky, Frau Johanna Spitzer. Revisoren: Herr Wilhelm Morgenstern. Herr Sigmund Kornmehl. Da die Tätigkeit des Vereines umfangreich und oft schwierig ist, müsse eine Verstärkung der Arbeitskräfte angestrebt werden. D obrisch. Die Meldung, daß die hiesige israelitische Kultusgemeinde dem Herrr Rabbiner Dr. Link tausend Kronen jährlich Gehaltszulage in Aussicht stellte, ist unrichtig. Der Kultusvorsteher: M. Bondi. Ludbreg. In Ihrem geschätzten Blatte ist schon mehrmals und öfter über den jüdisch-religiösen Jndifferentismus in Kroatien berichtet worden. Um dieser Verdächtigung en generali entgegen zu treten, gestatte ich mir diese Zeilen. In der hiesigen Gemeinde, die auch eine Gemeinde in Kroatien bildet, stehen dir jüdischen Verhältnisse aus solcher Stufe, wie sie besser und schöner in keiner orthodoxen Gemeinde stehen können. Um Sie hievon zu überzeugen, will ich die hiesigen religiösen Institutionen erwähnen. Die hiesige Gemeinde hat ihre ausschließlich „koschere" Fleischbank, die unter verläßlicher Aufsicht steht. Ein Wohltätigkeitsverein für die Armen und Notleidenden in Jerusalem; Zedocke und Gemiluth Chassodim, wird in des Wortes edelster Bedeutung geübt. Für Tempel und Schule wird hier über die Kräfte geleistet. Verstummen muß aber erwähnte Verdächtigung mit dem Hinweis auf das Beth-Hamidrasch, das hier vor kurzem errichtet wurde und in welchem allabendlich Pentateuch mit Kommentar vorgetragen wird. Die Herren Wilhelm Scheyer, Samuel Scheyer, Alb. Schlesinger, welche über schönes jüdisches Wissen verfügen, gestalten die Vortragsabende durch ihre verständnisvollen Diskussionen sehr lebhaft und auch die Damen und Herren unserer Gemeinde beteiligen sich mit vollem Interesse an diesen Borträgen. Isch Jori Jassy. Der Besuch der königlichen Familie hat auch die Wische Bevölkerung in Atem gehalten. Leider wurde keine jüdische Institution besucht. Ein freudiges Ereignis war es aber, daß unser Rabbiner Dr. Niemirower zur Hoftafel geladen wurde. In seiner Unterredung mit König und Kronprinzen lenkte der Rabbiner das Gespräch auf die Emigrationsftage und betonte auch die Notwendigkeit eines Gemeindegesetzes. Auch eine jüdische Delegation, der Audienz bewilligt wurde, hat durch ihre Sprecher Dr. Burstin und Schnürer ein Kommunitatengesetz verlangt. Der König sprach von einem Projekt, das alle nichtorthodoxen Kirchengemeinden regeln würde. Im Theater wurde 'ein Stück der Königin gespielt, das unser Glaubensgenoffe, der gefeierte