Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 44 (28.10.1904)
- Date
- 1904-10-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 44 Dr. Blocb s MocbenscvrM. Sette 71t Von Herrn Alexander Popper Freiherr v. Podhragy. anläßlich der Barmizwah-Feier seines Sohnes Ernst: K 1000— „ 1000— . „ 1000.- . . 600. . - » 400— „ 500— . „ 300— - „ 200.- . „ 300— . .. 300— K 21.: K 1000— 600.— 600— ^00.— 400— für die Armenanstalt für das Versorgungs- und Siechenhaus für die Kinderbewahranstalt . . . für den Verein „Frauenhort". für den Theresien-Krenzerverein . . für das Blindeninstitut . . für den Handlungskrankenverein . für das Taubstummeninstitut . für die Armen der Gemeinde Hlinik für die 2lrmen der Gemeinde Kotesso Von Herrn Moriz Ritter v. Borkenau s für die israelitische Armenanstalt . . für die israelitische Speiseanstalt . „ für den israel. Mädchen-Unterstützungsverein» für den israelitischen Waisenverein - - » für das israelitische Taubstummen-Jnstitut „ Von Herrn L. Brettauer, anläßlich der hohen Feiertage zur Beteilung von besonders Bedürftigen . Von Herrn Karl Ausvitz Edl. v. Artenegg, anläßlich der Geburt einer Enkelin für den isr. Wöchnerinnenverband Entnahme des Inhaltes der Sammelbüchsen im Tempel des XVlII. Bezirkes: für die Chewra-Kadischa im XVIII. Bez. . X 250.69 für die Armen ... - - - - » 57.16 für den Frauenverein. - > - „ 16.46 Von Herrn Leopold Langer, aus Anlaß der Sulzerfeier für das Chorpersonal . . Von Herrn Ludwig Frankl, Landtagsabgeordneter, anläßlich des Ablebens seiner Mutter für 2lrme . Von Herrn Sigmund Herzfelder, anläßlich des Leichenbegängnisses seiner Gattin für arme Glaubensgenossen Von Herrn Friedr. Karbach. anläßlich der hohen Feiertage: für die Armenanstalt . . K 50.— für das Blindeninstitut. » 50.— für den Frauenverein - . . -.. 50.— für das Taubstummeninstitut . . . „ 50 — Von Herrn Moriz Edl. v. Kuffner, für die Armen der Bezirke XVI—XVII. .. Von Herrn Siegmund Mandl: für die Armenanstalt.• . . K 50— für den Verein zur Beförderung der Handwerke „ 30— für das Blindeninstitut - . . . „ 25 — für das Taubstummeninstitut 25— für den Waisenhilfsverein - .. 50— für die Speiseanstalt. » 20.— Von Anonymus: für die Chewra-Kadischa. . - .K 50— für die Armenanstalt . . - „ 50— Von Herrn Josef Kende aus Anlaß der Sulzerfeier für das Chorpersonal . . -. Von Herrn Präsidenten Dr. Gustav Kohn für den Präsidialfond zur Verteilung an Arme ....... Von Frau Louise Hechler, anläßlich des Sterbegedächtnistages ihres seligen Gatten Herrn Salomon Hechter: für das Altersversorgungshaus.K 10— für das Blindeninstitut - .... K für die Kinderbewahranstalt - . für die Volksküche.. für den Waisenhilfsverein. für den Handlungskrankenverein . . Von Herrn Dr. Jakob Engel für den Verein „Ferienheim" ..... . für das isr. Siechenhaus. . Von Herrn Siegfried Preis Wöchnerinnenverband . Von Herrn Dr. 2ldolf Arnstein noe. Fleischmann für eine arme Kranke... - . . , Von P. H. für Wohltätigkeitszwecke.- . - , Von P. E für die Armenanstalt . ... Von Herrn Fr. Berling zurVerteilung an arme Wöchnerinnen, Von Herrn Adolf Pollitzer, Triest, zur Ausspeisung jüdischer Sträflinge im k. k. Landesgerichte in Wien an den jüdischen Feiertagen . . - . . . , Von Frau Malvine Nadler für kranke Kinder...... Von Herrn Johann Böhmer für 2lrme . . . . , Von Herrn A. F. I. für 1 arme alte Kranke - - . Von Herrn Max Paschka ein Leichenversenkungsapparat. 10— 10— 10— 10— 10— 20.— . „ 30— für den israelitischen des Herrn Prof. 5600— 3000— 500— 400 — 324.31 300— 200— 2( 0 - 200— 200. - 200— 100— 100— 100— 60— 50— 40— 30— 20— 20— 10— 10— 6— 4— 1. - Prag. (Iüdisch-wissenschaftlicheVor träge.) Am 48. Oktober abends wurde die Reihe der jüdisch-wissenschaftlichen Vorträge im Hause Porte No. 6 eröffnet. Die Anwesenheit eines ansehnlichen Auditoriums legte für das Interesse, das die Ankündigung der Vortragszyklen im Publikum wachgerufen, beredtes Zeugnis ab. Der Vizeprüses der israelitischen Kultusgemeinde Herr Dr. Bendiener begrüßte die Erschienenen und legte die Bedeutung des Unternehmens für bie Hebung des religiösen Bewußtseins im jüdischen Nachwuchse dar. In früheren Jahrzehnten habe man an die jüdische Jugend große Anforderungen gestellt; der Konfirmand mußte im Stande feilt, eine These zu verteidigen. Später sei dann eine Reaktion eingetreten: die scheinbare Gleichberechtigung der jüdischen Religion mit den anderen Religionen zeitigte im Judentum eine Gleichgültigkeit für religiöse Fragen. Aber die Erkenntnis des Irrtums muß das Interesse an der vernachlässigten Religion in weiten Kreisen wieder beleben, und dazu sollen in erster Reihe die geplanten Vorträge beitragen. — Sodann ergriff der Oberrabbiner Dr. N. Ehrenfeld das Wort zu seinem Bortrage über jüdische Religionsphilosophie. Er führte unter anderem aus: Jedes Nachdenken und tiefere Nachsinnen ist ein Philosophieren. Dieses Nachsinnen erwachte im Judentume sehr bald und wurde durch einen seltenen Freisinn in religiösen Fragen wesentlich gefördert: Neser Freisinn erklärt sich durch den festen Glauben an die Wahrheit der Religion und deren endlichen Sieg. Darum war auch die Skepsis gestattet. Aber zum Ausbau von Systemen schwang sich dieses Philosophieren erst nach der Berührung des Judentums mit dem Griechentum empor. In den letzten Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung entstand in Alexandrien eine große Zahl bedeutsamer philosophischer Werke. Das hervorragendste ist zweifellos das Buch des Philosophen Philo. Sein schwungvoller griechischer Styl wurde vielfach mit dem Platos verglichen und war von großem Einfluß auf den Leser. Philo huldigte der allegorischen Schristauslegung und propagierte sie durch die gefällige Form seiner Darstellung erfolgreich. So wirkte er unbewußt und gegen seinen Willen auch nachteilig; man sagte sich, wenn die Gesetze nur Hüllen von Ideen sind, dann genüge es, diese in sich aufzunehmen. Vergebens versuchte Philo später gegen diese Auffassung zu protestieren. Nach Philo ist der der Mittler zwischen Gott und Welt. Aus unbegrenzter Ehrfurcht vor der Majestät Gottes konstruierte er eine Art Untergott und erschütterte so die Grundlage der Religion, die Einheitlichkeit. Diese Jrrtümer hatten zur Folge, daß bei den Juden Palästinas eine Aversion gegen griechische Kultur und Philosophie sich geltend zu machen begann. Der Vortragende, der schließlich darauf hinwies, daß die Kirchenväter bei Begründung der christlichen Religion dieser Logoslehre Philos große Bedeutung beigelegt haben, erntete stürmischen Beifall. Berlin. Vom „Hilfsverein der Deutschen Juden" erhalten wir nachstehende Mitteilung: Wiederholt hatten wir auf die großen Unzuträglichkeiten hingewiesen, welchen die auswandernden Glaubensbrüder aus Rußland an der preußischen Grenze ausgesetzt sind. Der „Hilfsverein der Deutschen Juden", welcher unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Zustände an der Grenze Verhandlungen mit den Direktionen der Hamburg- Amerika-Paketfahrt-Aktiengesellschaft und des Bremer Lloyd ein> leitete, hat dieselben erfreulicherweise zu einem günstigen Abschluß gebracht. Die mannigfachen Schwierigkeiten, welche sich bei den Verhandlungen dieser vom wirtschaftlichen und politischen Gesichtspunkte aus außerordentlich komplizierten Frage entgegengestellt hatten, wurden endlich in einer Konferenz, welche im „Hilfsverein der Deutschen Juden" zwischen dem Generaldirektor Ballin und den Präsidenten des „Hilfsvereines der Deutschen Juden", den Herren James Simon und Dr. Paul Nathan, stattgesunden, in befriedigender Weise beseitigt. Durch ein umfassendes Tatsachenmaterial, welches Herr Dr. 'Paul Nathan in den wichtigsten Grenzorten in Ostpreußen persönlich gesammelt hatte, konnte die Sachlage bis ins Detail geklärt werden. Dank dem freundlichen und sachlichen Entgegenkommen des Herrn Gendraldirektors Ballin, welcher vorübergehend von der Presse für die sattsam bekannten Zustände an der Grenze persönlich verantwortlich gemacht wurde, sind nun die Mißstände als beseitigt zu betrachten. Das Uebereinkommen zwischen dem „Hilfsverein der Deutschen Juden" und den deutschen Schiffahrtsgesellschaften ist im Interesse unserer auswandernden Glaubensgenossen als ein außerordentlich günstiges zu bezeichnen. Dieser Erfolg, der fast ausschließlich den persönlichen Besprechungen zwischen dem Präsidium des Hilfsvereines und der General-