Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 41 (7.10.1904)
- Date
- 1904-10-07
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021547-3021589--13960-3038641- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 41 Dr. Dlocd s Mocbens irrrr. Cf eite 667 ein Stündchen mit ihr geplaudert. Doch wie gebannt, wie von einer höheren Macht zurückgehalten, blieb er auf der Schwelle stehen, wagte es nicht, seinen Fuß darauf zu setzen. Lange stand Jakob Schwarz in der kalten Winternacht vor der Türe, die ihm für immer verschlossen war, bis ein kalter Schauer ihn durchrieselte und erinnerte, daß er sein Zimmer aufsuchen müsse. Unruhig wälzte er sich auf seinem Lager hin und her und schmiedete Zukunftspläne und als der Morgen graute, war sein Entschluß gefaßt, er müsse, ehe die Scheidung ausgesprochen, Rieke verheiraten, damit das Kind vor dem Schmerze bewahrt bleibe, den grellen Konflikt zwischen Vater und Mutter mitanzusehen. Er nahm sich vor, dem Regierungsassessor, der ja, wie es den Anschein hatte, in sein Kind ganz verschossen war, auf halbem Wege entgegenzukommen, damit er bald mit ihr ins Reine komme. (Fortsetzung folgt.) Neue Bücher. Dr. M. Margel. Deutsch-Hebräisches Wörterbuch. Vollständig in 40 Heften, Heft 8 und 9. Preis 50 Heller. Subskriptionspreis 15 Kronen 15 Mark. Preis des vollständigen Werkes nach Erscheinen 20 Kronen 20 Mk. Kommissionsverlag von Leopold Klein, Pozega 1904. Unsere Hoffnung, Monatsschrift für die reifere jüdische Jugend. Redaktion und Administration: Wien, 111/2, Untere Viaduktgasse 25. I. Jahrgang. Heft Nr. 7, Oktober 1904. Inhalt: M. Heues: Laubhütten. Ernst Müller: Die Berufe für den Zionismus. I. Wolowsky: Der Zionismus in Rußland. Professor Dr. H. P. C Hajes: Hebräische Namen. Ben-Schefer: Kinder. Hugo Zucker mann: Die Saat. Die jüdische Nation. D. Rothblum: 1)6 xrokuuclls. M. B.: Im leeren Kinderzimmer. Bücherschau. Rundschau. Preisrätsel. Kriefkasterr. I. Biedermann, Linz a. D. Die hebräischen Inschriften im Passauer Domhof sind nicht die einzigen ihrer Art, vielmehr auch anderwärts zu lesen. Die Texte sind bekannte Falsifikate und stammen aus einer sehr späten Periode. Weder Rabbi Simon den Jochai, noch Rabbi Jonathan den Usiel hat jene Aussprüche geäußert, welche diesen beiden zu gunsten der Trinität in den Mund gelegt wird. K. L. 100. Anonyme Zuschriften werden nicht berücksichtigt. H. Sie haben recht. Die Juden sollten bei der Lueger-Feier nicht zurückstehen und Ihr Vorschlag zur Stiftung eines Lueger- F o n d e s rst sehr beachtenswert, eines jüdischen Lueger-Foudes, aus dessen Mitteln jene armen Juden unterstützt würden, die infolge der antisemitischen Aera geschädigt werden. Die Amtswirksamkeit des gegenwärtigen Bürgermeisters ist dadurch gekennzeichnet, daß Reisestipeudien, die von Juden für Lehrer gestiftet wurden, konseqnent und ausschließlich nicht etwa nur christlichen Lehrern, sondern direkt christlich-sozialen Hetzern verliehen wurden. Da haben wir. einen jüdischen Lueger-Fond Wohl nötig. S. K. Die Truppenmusterung hätte der russtsche Kaiser in Odessa und K i s ch e n e w vornehmen sollen. Die Ratgeber des Zaren vermieden jedoch, die Erinnerung an die traurigen Vorgänge in der Seele des ohnehin erregten Monarchen wachzurufen, und so hat denn die Besichtigung der Truppen in T i r a s p o l stattgefunden. B. Die Herren A n g e r e r u. Sohn in Ottakring sind waschechte Arier und gute Antisemiten; diese betrieben die Weinfälschungen als ein arisches Privilegium, an welchen Herr Demel keinen Anstoß nimmt. C. F. in Fiume. Auch wenn der betreffende Feiertag auf einen Samstag fällt, findet die Seelengedächtnisfeier nach dem Ritus vieler Gemeinden statt. Dr. T. In der „Neuen Deutschen Rundschau", Heft 10, Oktober 1904, lesen Sie in dem Aufsatz: „Im Brakwasser der Kulturen, von Alexander Ular": „Irgendwo, unweit des Stromes, der Selenga, ist da eine klägliche Quelle; ihr Wasser stinkt nach Schwefel — wie das vieler Brunnen der Gobi. Ein paar Dutzend krüppliger, von Stürmen gebeugter Kieftrn fanden den Mut, hier auf dem Grunde des Sandmeeres zu wachsen; gelbe schwindsüchtige Flechten überwintern auf großen Steinen. Und einige dieser Steine zeigen inschriftartige Ritzen : bekannte Züge, Hebräisch... manlliest mit Mühe: „Ledlowm", „Jussuf“, Spuren von Bibelversen, doch nirgends Zahlen. Ein Judenfriedhof, von wann, von wo? Wie kamen die Unglücklichen bis hierher? Aus den jüdischen Kolonien in China, aus Kai-föng, aus Lan? Unmöglich, denn dort sind sie Chinesen geworden und rufen Jehovah einsilbig an. Seit Dschingis gar, oder Khubilai, von den großen Mongolenkaisern, wie soviele andere, unbeschadet des Glaubens und der Rasse, als Beamte und Kaufherrn ins Land gezogen? Oder einfach vor hundert Jahren von den so arisch zivilisierten Russen barbarisch über die Grenze gejagt und nach trostlosem Wüstenleben zugrunde gegangen? ... Es erhebt sich ein leichter, brennend kalter Südwind; das Datum der Nachtgleiche naht. Das bedeutet baldigen Schneesturm. Die Pferde drehen die Ohren. Wir wünschen Lueger und Drumont an diesen Ort . . . bloß um ihn zu sehen." X. Brünn. Wozu ihm das Herz schwer machen? Elise Fürst, Döslau. Der Präsident des Preßkongrefses, Herr Wilhelm Singer, ist konfessionslos. S. L., täglicher Leser. Sie können leicht in Wien nach jüdischem Ritus heiraten. Die ungarische Trauungsbewilligung erwirbt Ihnen rasch Herr Sekretär Jos. Fuchs, Wien, II., Ferdinandstraße 23, oder Herr Sekretär I. S t r a n s k y, Wien, I., Seitenstettengasse 4. Dr. Karl Bauer'sche Widmung für Stipendien. Vom Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde Wien wird hiemit bekanntgegeben, daß aus den Erträgnissen per K 1000.— der von Herrn Moritz Bauer zur Erinnerung an seinen am 9. Juni 1897 verstorbenen Sohn I ll. Dr. Karl Bauer errichteten Widmung mehrere Stipendien an würdige, unterstützungsbedürftige israelitische Absolventen der k. k. Wiener juridischen Fakultät zur Verleihung gelangen werden. Die Bewerber haben ihre Gesuche, welche l. mit dem Geburtsscheine, 2. dem Zeugnisse über die mit Erfolg abgelegte rechtshistorische Staatsprüfung, 3. dem Armutszeugnisse oder dem Nachweise, daß sie in dem letzten Studieusemester von dem Kollegiengelde befreit waren, endlich 4. dem Absolutorium der k. k. Wiener juridischen Fakultät belegt sein müssen, bis längstens 81. Oktober 1094 im Einreichungsprotokolle der isr. Kultusgemeinde Wien I., Seitenstettengasse 4,1. Stock, woselbst auch Gesuchsblaukette während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags unentgeltlich behoben werden können, zu überreichen. Kompetente Bewerber, welche sich in den juridischen Seminarübungen hervorragend betätigt haben, werden vorzugsweise berücksichtigt. Gesuche,welche nicht mit den oben angeführten Dokumenten belegt sind oder nach Ablauf des Konkurstermines überreicht werden, können nicht in Behandlung gezogen werden. Dr. Adolf Sacks'sche Stiftung für Techniker. Der Unterzeichnete Vorstand verlautbart hiemit, daß aus den Erträgnissen des Stiftungskapitales 14 Stipendien, jedes im Betrage von K 600 — jährlich, an Studierende der technischen Hochschulen der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder zur Verteilung gelangen. Kompetenzberechtigt sind ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses, solche Studierende der Technik, welche ihre Vermögenslosigkeit und die Armut ihrer Eltern nachzuweisen vermögen. Die ungestempelten Gesuche sind bis 31. Oktober 1804 im Einreichungs- Protokolle der isr. Kultusgemeinde Wien, I, Seitenstettengasse 4,1. Stock, woselbst Gesuchsblaukette während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags unentgeltlich ausgefolgt werden, zu überreichen und müssen mit nachstehenden Beilagen versehen sein: 1. mit Geburts¬ und Zuständigkeits-Dokumenten. 2. mit einem glaubhaften Nachweise der Armut der Eltern und der Vermögenslosigkeit des Bewerbers; hiebei ist auch der etwaige Genuß eines Stipendiums anzuführen, 3. mit einem Frequentationszeugnisse und den Studienzeugnissen. In dem Gesuche ist ferner anzugeben, ob der Bewerber sich im Genüsse eines Stipendiums befindet, bezw. auf welchen Betrag dieses Stipendium sich beläuft. Bewerber, welche bereits im Genüsse diesesStipendiums st ehe n, haben in der Regel den Vorzug. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Sterbematriken der isr. Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, sondern genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Jonas Freih. v. Köuigswarter'sche Stipendien für Theologen Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien bringt hiemit zur Kenntnis, daß am 11. Thebet dieses Jahres (das ist am 19. Dezember l904) zwei Jonas Freiherr vo» Königswarter-Stipendien ü L 820.— au Hörer jüdischer Theologie, welche gleichzeitig philosophischen Studien an der k. k> Universität Wien obliegen, zur Verleihung gelangen werden. Die Bewerbungsgesuche sind mit den nachfolgend angeführten Belegen, und zwar: 1. Dem Geburtsscheme. 2. dem Nachweise der österreichischen oder ungarischen Staatsangehörigkeit, 3. dem Maturitätszeuguisse, 4. dem Matrikenscheine der k. k philosophischen Fakultät in Wien, 5. Kolloquieuzeugnissen und 6. Zeugnissen über den dermaligen Betrieb theologischer Studien versehen, im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien (I., Seitenstettengasse 4, I. Stock), woselbst auch während der Amtsstunden zwischen 9 und! 2 Uhr vormittags Gesuchsblaukette unentgeltlich verabfolgt werden, bis längstens 31. Oktober 1884 zu überreichen. In den Gesuchen ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Bezüge eines Stipendiums steht, bezw. auf welchen Betrag sich dieses Stipendium beläuft. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt.