Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 38 (16.9.1904)
- Date
- 1904-09-16
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Sette 614 Dr. Llocb's MocbenscbrM. Nr. 38 hundertfünfzig junge jüdische Sozialisten trafen mit Revolvern bewaffnet in Smil ein. Durch die Drohung, von der Waffe Gebrauch zu machen, schüchterten sie die Menge ein. Als am nächsten Tage die Polizei einschreiten wollte, drohten fünfzehnhundert Arbeiter der benachbarten Eifenbahnwerkstätten, sich den Exzedenten anzuschließen. Bis 5 Uhr nachmittags dauerten die Ausschreitungen an diesem Tage fort, bis endlich 400 Mann Militär erschienen und die Menge zerstreuten. Unter anderem wurde auch ein Universitätsstudent arretiert, welcher den Exzedenten die Juden bezeichnet hatte, welche geschlagen werden sollten. Einige während der Ausschreitungen Verwundete wurden ins Spital gebracht, einer derselben ist seinen Verletzungen bereits erlegen. Vermischtes. Ztauzarblöfuugsfpendcn zu gunsten der Chewra - Kadischa Wie«, Seitenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sei. Herrn Oskar K u f f l e r: Von 9t. Schein K 5.—, Olga Schütter K f>.—, zusammen K 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Rudolf Goldschmidt: Von der F.nnilie Goldschmidt K 50.—, Hugo Perutz K 20.—, zusammen K 70 —. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Bernhard Beer: Von M. Reichenfeld K 20.—, Herz & Strauß K 20.—, zusammen K 40.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Larßra Rappoport, Edle von Porada: Von I. Z. K IO.—, Familie Sturm K 5.—, zusammen K 15.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Pauline Fürth: Von Gottlieb Bettelheim K 10.— Max Oberländer Kl'.-, M. Wiener K 4.—, Ernst Fürth K 20.—, Familie Donreich K 6.-, zusammen K 50.—. * Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Moritz Ritter von Borkenau: Von Sophie von Borkenau K 25.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Rosa Recht: Von Moriz Recht K 2.—, Wilhelm Eltbogen K 2.—. zusammen K 4. - . Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Regine R o s e n t h a l: Von Dr. Moritz Hellmann K 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Dr. Moriz Renner: Von Ernst Singer K 20.—, Gabriel Bader K 20.—, Arnold Mandl K 20. -, Julie Mandl K 20.-, Berta Boudi K4.—, Ludwig Rosen - zweig K 10.— S. G. K 20.—, zusammen K 114.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Amalia Horner: Von Moriz Rosenblatt K 5.—, Isidor Horner K 5.—. Schwiegersohn K 4.—, Anatol und Jenny Halprin K 10.—, S. Heit K 10.—, Isidor Vierer K 10.—, Bernhard Stein, Lnndenburg K 20.—, Salo Fried, Trebitsch K ft. , Emil Horner K -0.—, Dr. Otto Horner K 20 —, zusammen K 1<>9.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herm Carl Feilendorf: Von Rosa und Eduard Gottlieb K 20.—, Leopold Eisenschimmel und Frau, Friedland K 50.—, zusammen K 70.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Therese K 0 l l i s ch: Von Dr. Emil Pius K 40.—. Spenden: Salomon Simon, als Enthebung von den Neujahrsgratulationen K 15. -, N. Osser K 2O.—, Johanna Wolf K 10.-, zusammen K 45. Wie«. (Enthebung von Neujahrs-Gratulationen.) Bon Herrn Salomon Simon,!., Neuthorgasse 20 sind für obigen Zweck zu Gunsten der Chewra - Kadischa K 15.— zugekommen. Wie». (Stiftungen bei der israelitischen Kultusgemeinde.) Es gelangen zur Verleihung: Die „Siegmund und Regine Kauders'sche Stiftung" für Brautausstattung; Verleihungsbetrag K 220. . Die „Samuel M. Klinge r'sche Stiftung" für Wöchnerinnen; vier Plätze a K 88.—. Die „M a x M a r m 0r 0 s ch'sche Stiftung" für Handelsakademiker; zwei Plätze a K 340.—. Die „Freiherrlich von Roths childffche Künstler-Stiftung" im Mindestbetrage von K 800.—. Die „Ettel Goldschmidt'sche Stiftung für Lehrerswitwen; Verleihungsbetrag K 200.—. Die „D r. Adolf Jelinek-Widmung für Talmudschüler; Verleihungsbetrag K 100.—. Die „Rabbiner Dr. Schmiedl- Widmung" für Talmudschüler; zwei Plätze ä K 100.—. Die „Samuel Süfserman n'sche Stiftung für Talmud schüler; zwei Plätze ä K 200.—. Die näheren Bestimmungen über diese Stiftungen sind aus den in der heutigen Nummer unseres Blattes enthaltenen Ausschreibungskundmachungen, sowie an den Kundmachungstafeln der Gemeindebechänser zu ersehen. Wien. (M ä d ch e n - U n t e r st n tz u n g s v e r e i n.) An den Privatschulen dieses humanitären Vereines werden die Einschreibungen für das neue Schuljahr am 20. September ihren Anfang nehmen. Zur Ausnahme zulässig sind arme israelitische Mädchen, welche das 14., für den Handels-Lehrkurs und die Fachschule für Schneiderei das 15. Lebensjahr bereits vollendet haben. Die Bewerberinnen können sich in Begleitung ihrer Eltern oder Obsorger unter Beibringung ihres Geburts- und Schulentlassungszeugnisfes am 20. September in der Schulkanzlei, II., Kaiser Josefstraße 32 melden. Wien. DiePrivat-Religionsschule der „Adaß Jisroel" hat am 14. September das fünfte Schuljahr begonnen Die Frequenz hat im abgelaufenen Schuljahre die Zahl von 183 Schülern und Schülerinnen betragen. Der Unterricht findet statt: An jedem Sonntag von 8 bis 12 Uhr vormittag, an jeden Mittwoch von 2 bis 6 Uhr nachmittag. Aufnahme finden Kinder beiderlei Geschlechts von 7 bis 14 Jahren. Es wird ersucht, die Einschreibungen baldigst vorzunebmen, da im Interesse des Unterrichtes nach dem 5. Oktober keine Schüleranfnahme stattfinden kann. Linz a. D. Am 7. l. M. wurde der eines plötzlichen Todes verschiedene Herr Michael W 0 l l n e r, Adjunkt der k. k. Staatsbahndirektion in Linz, zu Grabe getragen. Derselbe fungierte viele Jahre als Stations-Vorstand in Marchtrenk und in Mauerkirchen (Oberösterreich) und war seines bescheidenen, gefälligen Verhaltens wegen sehr beliebt, insbesondere bei seinen Amtskollegen, welche von hier und auswärts in stattlicher Anzahl — fast sämtliche in Gala-Uniform — dem Sarge folgten. Ganz besonders ehrend war es, daß an der Spitze der?. T. Beamten der k, k. Staatsbahndirektion der oberste Chef, der k. k. Hofrat Herr Dr. Messerklinger, bis znnl Grabe den Verstorbenen geleitete. An der Bahre dielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner M. Friedmann eine ergreifende Rede, welche auf alle Anwesenden tief und eindrucksvoll wirkte. Budapest. Es sind gegenwärtig 40 Jahre, daß Universitätsprofessor Hofrat Dr. Berthold Stiller als Assistent ins israelitische Spital eintrat. Im Empfangssaal des Spitals versammelten sich seine Schüler, um dem verehrten Meister gegenüber ihrer Verehrung und ihrem Dank Ausdruck zu geben. Hofrat Stiller dankte ergriffen für die Ovation. Ungarisch-Brod. Unter zahlreicher Beteiligung der Bewohnerschaft und auswärtiger Gäste fand die Einweihung des seit Jahren projektierten Neubaues der hiesigen vierklassigen deutschen Volksschule statt. Die Feier begann mit einem Festgottesdienste im Tempel. Rabbiner Dr. Jung würdigte in vollendeter Rede die Bedeutung des Tages für die Gemeinde und die Jugend. Ein Gebet für den Kaiser und das Herrscherhaus schloß die Feier im Tempel würdig ab. Hierauf setzte sich der Festzug, flankiert von einer Anzahl Ordner, durch die reich beflaggte Straße zu dem dekorierten Festplatze vor dem Schulhause in Bewegung, dessen Front mit Reisigguirlanden und Fahnen reich geschmückt war. Bürgermeister Schön, dessen Verdienste um das Zustandekommen des würdigen Baues nicht genug gewürdigt werden können, begrüßte die erschienenen Festgäste, vor allem den Amtsleiter der Bezirkshauptmaunschaft Ung.-Brod Statthaltereisekretär R e m e s ch, die Deputation der Schwestergemeinde Ung.-Brod, wie sämtliche Vertreter der erschienenen Korporationen. Sodann brachte der Kasinochor unter Leitung des Vereinsobmannes Dr. Krebs den Chor „Die Ehre Gottes" stimmungsvoll zum Vortrage. Nun begann Oberlehrer Riesenfeld seine nach Inhalt und Form gediegene Festrede. Reicher Beifall lohnte die Ausführungen des Redners. Ein Schulmädchen drückte in sinnigen Worten dem Bürgermeister den Dank der Schuljugend aus und überreichte ihm einen Blumenstrauß. Es folgte hierauf die Uebergabe des Schulhauses an den Oberlehrer, der gelobte, das neue Schulgebäude als Pflegestätte der Bildung, Gesittung und des Patriotismus zu betrachten. Er schloß mit einem Hoch auf den Kaiser, in das die Festversammlung begeistert einstimmte; der Chor sang die Volkshymne. Der Leiter der Bezirkshauptmannschaft würdigte in kernigen Worten die Opfer, die der Gemeinde durch Errichtung des Gebäudes erwachsen waren, und wies darauf hin, daß die Gemeinde durch den Schulbau ein bleibendes Denkmal ihrer Schulfreundlichkeit geschaffen habe. Mit der Besichtigung des Schulhauses endete die Feier. Zu erwähnen wäre noch, daß zahlreiche Glückwunschtelegramme und Schreiben eingelangt waren. All jenen, welche — sei es durch Spenden oder auf irgend andere Weise — dem Werke Förderung angedeihen ließen, sei auf diesem Wege der innigste Dank ausgesprochen. Proßnitz. (T e m p e l w e i h e.) In schlichter Weise, jedoch unter Teilnahme der ganzen Bevölkerung unserer Stadt wurde am 8. September der neue Tempel der hiesigen Kultusgemeinde eingeweiht. Derselbe ist ein schöner, gefälliger, im Innern durchaus licht gehaltener Bau, der im Sezessionsstyle gebaut, in der Front von zwei kleinen Kuppeln gekrönt wird. Der Hochaltar erscheint mit seiner, einem Bienenkörbe ähnlichen Kuppel, wie ein getreues Abbild des Wiener Sezessionshauses. Die Pläne zu dem Baue hat der bekannte Wiener Architekt Herr Gärtner entworfen. Ermöglicht wurde derselbe zunächst durch eine Stiftung des verstorbenen Herrn Salomon