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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-09-09 · 37 (9.9.1904) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
37 (9.9.1904)
Date
1904-09-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 600 Dr. Dlocb's MocbenscbrM. Nr. 37 selbstherrlichen Tschinovniks warten will, weil dies gleichbedeutend^. Wie». (Auszeichnung.) Dem Generaldirektor für wäre mit der Hoffnungslosigkeit, sucht aus eigenen Kräften mit-M Oesterreich der Lebensversicherungsgesellschaft „New-Iork", Herrn zuwirken, damit das russische Heer geschlagen werde. Das magMJosef Karl Löwenberg in Wien, wurde das Offizierskreuz dem Westeuropäer ungeheuerlich klingen, ist aber eine Tatsache,Sudes Franz Josef-Ordens verliehen. die von allen Kennern Rußlands bestätigt wird und welche esM Wien« (Ernennung.) Der Unterrichtsminister hat zweifellos macht, daß die Unfälle, von denen die baltische Flotte * den Universitätsprofessor Hofrat Dr. Samuel G r ü n h u t zum in ununterbrochener Reihenfolge betroffen wird, das Werk der Präses der judiziellen Staatsprüfungskommission in Wien ernannt. Nchilisten sind. Las man doch kürzlich in den Zeitungen, daß!, Wien. (Bildungsanstalten für Kindereiner der nach der Ermordung Plehwe's verhafteten Männer gärtnerinnen und Kinderpflegerinnen.) An dabei betreten wurde, wie er eine Bombe in die Newa warf, den vorgenannten Anstalten in Wien, II., Schiffamtsgasse 1b, die zur Vernichtung eines russischen Kriegsschiffes im Hafen von werden Anmeldungen vom 1. bis 15. September entgegen- Kronstadt bestimmt war. Der Unglückliche ist gut aufgehoben. Aber genommen. Die durch das Gesetz vorgeschriebenen Aufnahmssein Werk wird von anderen besorgt und ein Beispiel ist der Prüfungen für die mit dem Oeffentlichkeitsrechte versehene Kinder- „Orel", der im Moment der Abfahrt stille stand, weil in seine gärtnerinnen-Bildungsanstalt finden am 16. und 21. d. M. statt. Maschine angeblich Sand und Kies geraten war. Wien. (Musikschule Professor Adler.) Der Zwischenfall beweist zweierlei: erstens die außer- Professor Adler beginnt den Unterricht in seiner Schule für ordentliche Kühnheit der Verschwörer und ihre weite Verbreitung, Damen, Herren und Kinder in Klavier, Violine und Perfektionsdie es ihnen ermöglicht, eine Schiffsmaschine in den: bestbewachten kurs (Korrekturmethode) am 15. September d. I. Schülerauf- Hafen der Welt unbrauchbar zu machen, und zweitens die Unnahmen finden täglich in der Musikschule, IX., Roßauerwahrscheinlichkeit, daß die baltische Flotte überhaupt in der Lage sein wird, in Ostasien eine Rolle zu spielen. Es ist heute noch nicht möglich, zu sagen, wie sich der Landkrieg in der Mandschurei gestalten wird; aber so viel ist sicher, daß die Macht zur See den Japanern durch nichts mehr entrissen werden kann und daß die baltische Flotte hoffnungslos wird nmkehren müssen, selbst wenn es ihr eines Tages gelingen sollte, wirklich die Fahrt nach dem fernen Osten anzutreten. Wird ihr dies aber gelingen? Das ist die Frage. Das Gespenst von Kronstadt hat bisher besser, als es die Japaner vermöchten, jede Aktion dieser Flotte verhindert und die russische Regierung hat kein Mittel, sich vor neuen Katastrophen, die im russischen Amtsstil „Zufälle" genannt werden, zu hüten. NeW-Uork. Mit dem dieser Tage an einem Herzleiden verstorbenen Dr. Joseph Wiener ist ein Mann dahingeschieden, der Jahrzehnte hindurch an vielen philanthropischen und wissenschaftlichen Bestrebungen hierzulande hervorragenden Anteil hatte. Dr. Wiener wurde am 5. April 1828 in Hauska, Böhmen, geboren. Er besuchte die Prager Universität und kam, nachdem er dort den Doktorgrad erhalten hatte, im Alter von 21 Jahren nach New-Dork, wo er frühzeitig unter seinen Kollegen eine geachtete Stellung einnahm. Durch einen Zeitranni von 35 Jahren gehörte er zu den bekanntesten und angesehensten Mitgliedern seines Standes. Mehrere Jahre hindurch hatte er mit dem verstorbenen Professor William Detmold das Lehramt für Kriegs- Chirurgie am „College of Physicans and Surgeons" inne Er war auch einer der Gründer des Departements für Pathologie an dieser Anstalt, ehe dieselbe mit der Kolumbia-Universit'ät vereinigt wurde. Vor etwa 20 Jahren zog sich Dr. Wiener von seiner Praxis zurück. Sein ganzes Leben hindurch war er ein leidenschaftlicher Liebhaber und Sammler von Werken der Kunst und Literatur. Als solcher war er Mitglied und Patron des kunst- und naturhistorischen Museums. Bilder aus seiner Galerie waren wiederholt auf Ausstellungen zu finden, und dem Metropolitan Kunstmuseum machte er wertvolle Zuwendungen, darunter eine große Bronzetafel von Michel Angelo, welche die Wand beim Haupteingang des Museums ziert. Vermischtes. Wie». (25 jähriges Amtsjubiläum des Herrn ErstenKantors Moriz Blatt.) Den ersten Tag Losob haschonoh werden es 25 Jahre, seitdem Herr Moriz Blatt, Erster Kantor der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, sein verantwortungsreiches Amt am Leopoldstädter Tempel antrat. Es genügt vollständig, um die kantorale Bedeutung des Jubilars zu kennzeichnen, daß er es kraft seiner Tüchtigkeit und anerkennenswerten Pflichterfüllung vermochte, sich neben einen Oberkantor von der Bedeutung eines Josef Goldstein dauernde Anerkennung und Wertschätzung zu verschaffm. Herr Moriz Blatt begeht nun am 8. Oktober Schobot bereschis seinen 25jährigen Jubeltag und wir sind überzeugt, daß all diejenigen, die dem Jubilar jemals im Leben näher gestanden, insbesondere der wohllöbliche Kultusvorstand, sowie der Vorstand des Kantorenvereines, dessen langjähriges, überaus verdienstvolles Mitglied der geehrte Jubilar ist — Gelegenheit nehmen werden, diesen Tag mit ihm zu feiern und würdig zu begehen. 8. gaffe 4 statt. Wien. (M i l i t ä r g o t t e s d i e n st.) Das k. u. k. II. Korpskommando in Wien hat an die ihm unterstehenden Truppen solgenden Befehl erlassen: „Auf Ansuchen der israelitischen Kulusgemeinde in Wien bewilligt das Korpskommando, daß die Mannschaft israelitischen Glaubens der in Wien dislozierten Truppen und Anstalten Freitag und Samstag, den 9. und 10. September, von halb 6 Uhr nachmittags bis halb 9 Uhr abends, sowie Samstag und Sonntag, den 10. und 11. September von 6 Uhr früh bis 12 Uhr mittags, der Feier des Neujahrsfestes, weiters Sonntag den 18. September von 5 Uhr nachmittags bis halb 9 Uhr abends und Montag den 19. September von 6 Uhr früh bis 8 Uhr abends der Feier des Versöhnungsfestes nach Zulässigkeit des Dienstes beiwohne. Die Einjährig-Freiwilligen israelitischen Glaubens sind am Tage des Versöhnungsfestes, am 18. und 19. September l. I. tunlichst von jedem Dienste, jedenfalls aber von der Prüfung zum Reserveoffizier zu entheben. Die betreffende Mannschaft ist jedenmals geschlossen in die Heumarktkaserne führen zu lassen, wo in dem vom Kasernkommando zugewiesenen Lokale, Transporthaustrakt, Zimmer Nr. 43, die Andachtsübungen abgehalten werden." Wien. In der „H a z e f i r a h" von 26. August d. I. wird erzählt, daß ich eine Zeitschrift „Antizionist" gegründet habe. Ohne näher untersuchen zu wollen, ob und welchen lichtscheuen Zwecken diese Mitteilung dient, erkläre ich sie als mutwillig und gewissenlos erfunden. Ich stehe der angeblichen Zeitungsgründung völlig ferne. Wien, am 1. September 1904. Dr. Nathan Birnbaum. Groß-Enzersdorf. (S ch u l e i n w e i h u n g.) Donnerstag den 1. September wurde die mit großem Aufwande neuerbaute allgemeine Volksschule eingeweiht und die Feier der Schlußsteinlegung abgehalten. Es ist sehr erfteulich, konstatieren zu können, daß an der Feier die Gesamtbevölkerung ohne Unterschied der Konfession sich gemeinsam beteiligte. Die Schuljugend — christliche und israelitische Kinder — wie auch die Festgäste versammelten sich gegen 9 Uhr früh im alten Schulgebäude, von wo sich der geordnete Zug in die neue Schule begab. Stadtpfarrer Geppert hielt nach vorgcnommener Einweihung eine Predigt, worin er unter Anderem betonte, daß an dieser neuen Stätte den Kindern nicht nur Wissenschaft gelehrt, sondern deren Charakter auch gebildet werden möge, was mir durch ein harmonisches Zusammenwirken der weltlichen mit den Religionslehrern erzielt werden kann. Bei dem Akte der Schlußsteinlegung wurde die U'künde verlesen und dieselbe von den Vertretern der Behörde, der Stadtgemeinde, dem Lehrkörper, sowie auch vom Obmann des Minjan-Vereines Herrn Josef Winkler und dem Religionslehrer, Herrn Sam. Eigner unterfertigt. Zu dem hierauf von der Gemeindevorstehung veranstalteten Festbankette ergingen Einladungen an die Herren Gemeindevertreter Moritz Mandl, Obmann des Minjan- Vereines I. Winkler, Stadtarzt Dr. G. Werner und Religionslehrer Sam. Eigner, welche auch biezu erschienen. Unter den vorgebrachten Toasten ist der des k. k. Bezirkshauptmannes BaLaut, dem Stadtpfarrer geltend, besonders erwähnenswert. Derselbe hob hervor, daß es ihm besondere Freude bereitet hat, zu sehen, in welch idyllischem Frieden und harmonischer Eintracht hier die Bevölkerung zusammenlebe, was größtenteils auf das edle Wirken der Geistlichkeit in dieser Beziehung zurückzuführen sei. Bemerkenswerte Toaste wurden unter Anderem noch gesprochen von den Herren M. Mandl auf die Gemeindevertretung, Josef Winkler auf die beim Baue tätig gewesenen Gewerbetreibenden und Religionslehrer Eigner auf Herrn Oberlehrer Pabcschitz. Das Fest verlief schön ohne die mindeste Disharmonie und hat wieder bewiesen, daß der Antisemitismus in Groß-Enzersdorf noch keinen Einlaß fand.

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