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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-08-12 · 33 (12.8.1904) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
33 (12.8.1904)
Date
1904-08-12
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 536 Dr. Dlocb's Mlocbenscbritt. Nr. 33 Wien. Aus Anlaß des Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers finden Donnerstag den 18. August d. I. im Stadttempel, 1., Seitenstettengasse 4, um 9 Uhr vormittags und im Leopoldstädter Tempel, um 10 Uhr vormittags, feierliche Gottesdienste statt. Wien. Donnerstag den 18. August l. I., 10 Uhr vormittags, findet in der Synagoge des Vereines „Beth Israel" 11.. Leopoldsgaffe 29, anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers ein feierlicher Gottesdienst statt. Wien. (Stiftungen bei der israelitischen Kultus gemeinde.) Es gelangen zur Verleihung: 1. Die Klara Krasnopolski-Stiftung für Arme, insbesondere Verwandte, zusammen K 100. 2. Die Josef und Cäcilie Adler-Stiftung für Wohnungsmiete-Beiträge in Beträgen von K 40 bis 60. 3. Die Heinrich S. Reitlinger-Stiftung für eine verarmte, würdige, religiöse Familie; Verleihungsbeitrag K 200. 4. Die Heinrich Stern-Stiftung für Brautausstattung im Betrage von K 260. Die näheren Bestimmungen über diese Stiftungen sind aus den in der vorigen Nummer unseres Blattes enthaltenen Ausschreibungs-Kundmachungen, sowie an den Kundmachungstafeln der Gemeindebethäuser zu ersehen. Wien. (Internationales Schwimm-Meeting.) Hauptinteresse des vom Wiener Athletiksport-Klub am Sonntag den 7. August im Kommunalbade veranstalteten Meetings konzentrierte sich auf der „Meisterschaft von Oesterreich über die englische Meile". Als Sieger aus dieser mit größter Spannung erwarteten Konkurrenz ging in prachtvollem Stil Leopold Mayer hervor; aber auch der zweite und dritte Platz fiel an die jüdischen Sportbcflissenen S. Orlik und Bernhard, während der gefürchtete ungarische Meisterschwimmer Kiß, die Aussichtslosigkeit seiner Anstrengungen erkennend, bald aufgab. Wien. Der- „Theologische Verein der Hörer an der i sr.-th e o l o g. Le h r a nst a lt in Wien" erlaubt sich hiemit die P. T. Gemeinden auf seine Mitglieder als Prediger für die hohen Feiertage aufmerksam zu machen und Ihnen diese bestens zu empfehlen. Anfragen sind zu richten an den Präsidenten cand. theol. & pbil. Heinrich Alperin, Klosternenburg-Kierling, Lenaugasie 7. Wöslau. (Einweihung eines neuen Bethauses in Vöslau.) In feierlicher Weise und in Gegeliwart eines sehr zahlreichen, distinguierten Publikums fand am 31. Juli die Einweihung des vor Kurzem neu gegründeten Bethauses in Vöslau statt. Unter den Anwesenden bemerkten wir viele hochangesehene Bürger der Stadt, sowie den Gesamtvorstand der israelitischen Kultusgemeinde Boden mit dem Präses Herrn Lettner an der Spitze. Eingeleitet wurde die Feier durch Oberkantor Seifert aus Baden, der mit seinem Chor das „ma tauwu“ in trefflicher Weise zu Gehör brachte. Hierauf hielt der Obmann des Vereines Herr Dr. B r ö s l e r in schwungvollen Worten eine mit großem Beifalle aufgenommene Begrüßungsrede, in welcher er zunächst der Vöslauer Stadtgemeinde für deren humanes Entgegenkommen bei diesem Werke, wie namentlich dem Bürgermeister Reiter, welcher die Einleitung des elektrischen Lichtes in das neue Bethaus, sowie die Beistellung der Gasluster rc. gratis veranlaßte, namens des Bethausvereines besonderen Dank -um Ausdrucke brachte. Ferner sprach Redner der edlen Wohltäterin Frau Rosa Marmore k,. welche die wahrhaft schöne, innere Einrichtung des Gotteshauses, wie auch eine prachtvolle Schulchandecke spendete, sowie den Herren Restaurateur M. Schwarz und Witrofsky für deren besondere Opferwilligkeit im Interesse des Vereines besonderen Dank aus. Sodann hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Reich aus Baden in der ihm eigenen, meisterhaften Weise die Einweihungsrede, worauf derselbe das Anzünden des ewigen Lichtes vornahm. Mit dem Absingen der Karserhymne schloß diese überaus würdige Feierlichkeit. Zum Schluffe müssen wir noch erwähnen, daß das Verdienst, dieses schöne, echt religiöse Werk ins Leben gerufen zu haben, der Jnftiative des Herrn Aron Weil, Hausbesitzers in Vöslau. zuzuschreiben ist, welcher mit Tatkraft und Opferwilligkeit im Interesse dieser heiligen Sache zum größten Teile zur Entstehung dieses schönen Gotteshauses beigetragen hat. 0. 8. 0s—r. Zuaim. Am 28. August feiert unser langjähriges Vorstandsmitglied der „Chewra-Kadischa" Herr Jakob Weil seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar erfreut sich allgemeiner Verehrung, und seine Freunde rüsten sich, ihm neuerlich Beweise ihrer Sympathien aus Anlaß dieser Feier zu bieten. Komotau. Herr Rabbiner Dr. Karl Thieberger aus Komotau (Böhmen) ist als zweiter Rabbiner der israel. Gemeinde in Kopenhagen gewählt worden. Proßnitz. (Das goldene Jubiläum der Präsidentin des Proßnitzer Frauen-Wohltätigkeits- Vereines.) Aus den Kreisen des hiesigen Frauen-Woliltätigkeitsvereines wird uns die Mitteilung, daß die Präsidentin desselben, Frau Johanna L a s u s demnächst die seltene Feier ihrer fünfzigjährigen Wirksamkeit in diesem Amte begehen wird. Wir nehmen hievon mit umso größerer Freude Notiz, als die Jubilarin zu jenen ausgezeichneten jüdischen Frauen gehört, welche auf dem Gebiete der Humanität und Nächstenliebe sich große Verdienste erworben haben. So verdankt speziell Proßnitz dem unermüdlichen Eifer dieser Frau das Bestehen des von ihr nach den modernsten Prinzipien geleiteten Frauen-Wohltätigkeitsvereines, welcher, in sich vereinigend die Elite der jüdischen Frauen, auch über reichliche Mittel und konstante materielle Zuflüsse verfügt, wodurch die vielfachen, edlen Vereinszwecke im ausreichenden Maße erfüllt werden können. Wohl in keiner jüdischen Gemeinde dürste für die unentgeltliche Krankenpflege der Armen, die Erweisung der letzten Liebesdienste bei Sterbenden und Todten, die Unterstützung Bedürftiger und die Versorgung von Witwen und Waisen bessere Vorsorge getroffen werden, als es hier mit Hilfe dieser Vereinigung jüdischer Frauen der Fall ist. Allen voran leuchtet die nunmehr 78 Jahre alte Präsidentin, welche in voller Rüstigkeit die Mitglieder zu edlem Tun anfeuert. So ist auch ihr Haus zu einem Mekka °der Notleidenden von Stadt und Land geworden und niemals hat ein der Unterstützung Würdiger dasselbe ohne Hilfe verlaffen. Speziell die vielen verschämten Armen erblicken in der Jubilarin den ihnen von Gott gesandten guten Engel, welcher unauffällig, mit Schonung und Takt, wie es dieses Ressort der Armenpflege erheischt, waltet und so die erhaltenen Wohltaten doppelt empfinden läßt. Von ihrem Opfermute und ihrer Unerschrockenheit in Betätigung humanitärer Bestrebungen zeugt die noch im Gedächtnis der älteren Generation der Gemeinde frisch lebende Erinnerung ihres Wirkens während zweier Eholeraepidemien, von denen namentlich jene im Kriegsjahre 1866 die Bevölkerung verheerte. Mehr als es Orden, Ehrengeschenke und Adressen vermögen, befriedigen sie die Segenswünsche der Armen und Unglücklichen, denen sie Hilfe gebracht, das treue Gedenken all Jener, die jemals ihren Rat und Zuspruch genossen haben. Bad Hall. („KaiserFranzJosephs-Ferienh e i m" in Tischnowitz-Vorkloster.) Die Leiterin unserer Kolonie in Bad Hall, Frau Dr. P o l l a k, Gattin des langjährigen Badearztes Doktor Wilhelm Pollak daselbst, veranstaltete im hiesigen Kurtheater eine Vorstellung, deren Reinerträgnis unserer Kolonie zugeführt wurde. Zur Aufführung gelangte Johann Strauß' Operette „Die Fledermaus". Vor total ausverkauftem Hause, wie noch nie in dieser Saison, fand am 7. d. M. die Vorstellung statt. Se. k. u. k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Otto mit seinem Obersthofmeister Freiherrn Dlauhowesky v. Langendorf beehrte die Vorstellung mit seinem Besuche und ließ dem Vereine einen namhaften Betrag gütigst zukommen. Das distinguierteste Publikum des Kurortes füllte das Haus bis auf das letzte Plätzchen, und mußten noch Stühle zu Sitzplätzen requiriert werden. Dies ist ein Beweis, welcher Sympathien sich der Verein im hiesigen Kurorte unter den Kurgästen erfreut. Dank der Bemühungen der Frau Dr. Pollak, die sich für den Kartenverkauf eifrigst bemühte, dürfte ein namhafter Betrag dem Vereine zufließen. Die Aufführung der Operette war eine tadellose und ernteten die Sänger, sowie der Kapellmeister des Theaters, das bis aufs letzte Plätzchen besetzt war, bei jedem Aktschluß reichen Beifall. Trenesin-Teplitz. An Stelle des 44 Jahre hindurch bestandenen, bereits baufällig gewordenen isr. Tempels errichtete unsere kaum aus 40 Mitgliedern bestehende Kultusgemeinde mit großen materiellen Opfern eine neue, moderne Synagoge, deren feierliche Einweihung am 3. August vor sich ging. Zur Feier, welche vormittags 10 Uhr stattfand, hatten sich die offiziellen Vertreter der Verwaltungsbehörden eingefunden, welche vom Präsidenten Armin Fried begrüßt wurden Der Oberstuhlrichter öffnete sodann in Begleitung einer schönen Ansprache die Tore der Synagoge, worauf der Einzug der Gäste und Gläubigen erfolgte. Der Jllavaer Rabbiner David L e w i n zündete das „ewige Licht" an, worauf unter Leitung des Kantors Adolf Benedikt der Umzug mit den Thorarollen vor sich ging. Dann folgte die ungarische Festpredigt des Neutraer Oberrabbiners Dr. Max Himmler, welche auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Rabbiner L e w i n hielt eine deutsche Predigt, worauf die Feier mit dem Absingen des „Himnusz“ ihr Ende fand. Klagenfurt. Das Ableben der Frau Jenny Stößt hat in den weitesten Kreisen unserer Gemeinde aufrichtige Teilnahme erlveckt. Eine Tochter des Lackenbacher Rabbiners David Ullmann und eine Enkelin des Rabbiners Scholem Charef, bewährte sie in ihrem Leben die traditionelle Frömmigkett und

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