Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 30 (22.7.1904)
- Date
- 1904-07-22
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Sette 488 Dr. Mocb's Mlocbenscbrm. Nr. 30 den Doktortitel erworben und seit dem Jahre 1893 im Distrikt Columbia als Anwalt praktizirt. Er beherrscht die englische, deutsche, spanische und französische Sprache. St. Louis. In der am 1. Juli stattgefundenen Schlußsitzung des Jahres-Konvents der National Educational Assoziation in der Festhalle auf der Weltausstellung wurde das einleitende Gebet von Rabbiner Leon Harrison von St. Louis gesprochen. Kardinal Satolli, der seit Montag hier weilt, war als Ga st zugegen und wurde den versammelten Delegaten vorgestellt, die ihn mit lebhaften Applaus begrüßten. In einer kurzen Ansprache gab der Kirchenfürst seiner freudigen Genugtuung, einer Sitzung amerikanischer Pädagogen beizuwohnen, Ausdruck. Im Verlaufe der Sitzung hielt Professor Leopold Bahlsen von der deutschen Erziehungsabteilung auf der Ausstellung einen Vortrag und beschrieb eingehend die Unterrichtsmethoden auf den verschiedenen deutschländischen Schulen. Fräulein Margaret A. Haley von Chicago, Präsidentin der National Federation of Teachers, hielt gleichfalls einen Vortrag. vermischtes. Krauzablösungsspenden zu guusten der Chewra - Kadischa Wien, I-, Seiteustetteugasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sel. Lea I a i t e l e s: Von Jgna Bäck K 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Otto S l a n s k y: Von Heinrich Slansky K 6.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Max Schlesinger: Don Eugen Brüll K 10 —. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn David Steinhardt: Von Dr. I. L. L 2.-. M. L 2.—; zus. K 4.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Edmund Burger: Von Ferdinand Haag K 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. H rrn Paul Spitzer: Von Adolf Fried K 10 —, Jacques Kcllermann K 10.—; zus. K 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel Herrn Max Fischer: Von Sigmund Fischer K 10.—, Rudolf Gala K 2.—, Eduard Weil K 2.—; zus. K 14.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Rudolf Koller: Von Karl Heller K 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Dr. Theodor H e r z l: Von Josef I. Leinkauf K 50.—. ZVierr« („Tomeeh Ewjonim^SBerein.) Dieser seit elf Jahren bestehende und ob seiner ersprießlichen Wirksamkeit wohlbekannte Humanitätsverein zur Ausspeisung und Unterstützung armer durchreisender Israeliten hat sein bisher in der Leopoldsgaffe bestandenes Speiselokal aus Erfordernis-Rücksichten in die Große Schiffgasse 17 verlegt und steht nunmehr die rituelle Verwaltung des Vereines unter Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners S. Fürst. Wie«. (Mädchen-Unterstützungs-Verein.) Au den Privatschulen dieses Wobltätigkeits-Vereines wurde das Schuljahr am 15. d. M. geschlossen. Die Schulen, an welchen der Unterricht durchwegs unentgeltlich erteilt wird, waren im verflossenen Schuljahre von 196 mittellosen Mädchen — denn nur solche finden daselbst Aufnahme besucht. Sie gliedern sich in: FortbUdungsschule, Handels-Lehrkurs, Fachschule für Weiß- (Hand- und Maschin) Nähen. Kleidermachen, Weiß- und Kunststicken, und ein großer Perzentsatz ihrer Zöglinge hat es auch heuer wieder zur Erwerbsfähigkeit gebracht. Die Einschreibungen und Anfnahmsprüsungen für das nächste Schuljahr werden Mitte September d. I. in den Schullokalitäten II., Kaiser Josefsstraße 32 vorgenommen werden. Wie». Die Jüdisch-akademische Lesehalle teilt uns mit, daß ihre Mitglieder, die Herren Albert und Max Reich, die Söhne des bekannten Herrn Rabbiner W Reich in Baden, am 19. d M. au der k. k. Universität zu Wien zu Doktoren der Philosophie promoviert wurden. Wie«. (Promotionen.) Im großen Festsaale der k. t Universität fand Montag den 18. d. M. die Promotion des Herrn Karl Feri zum Doktor der gesummten Heilkunde, Donnerstag den 21. d. M. die Promotion des Herm Leo Ascher zum Doktor zur. statt. Herr Herzog als Gemeinderat. Die Badener hatten bekanntlich den guten Geschmack, den gerichtlich gebrandmarkten Denunzianten Herzog in den Gemeinderat zu wählen. Der Mensch, der mit den Ehrlosigkeiten seiner Vergangenheit nicht genug hat, benützt nun seine Immunität dazu, andere Leute straflos zu beschimpfen und auch körperlich zu mißhandeln. Daß noch nicht alle Leute in Baden so tief gesunken sind, den Herzog zu achten, ist selbstverständlich. Herzog ist nun gemein genug gewesen, den städtischen Buchhalter Badens, Herrn Kaiser, den er schwer beleidigt hatte, anzuzeigen, weil der Beamte ihn nicht gegrüßt hat. In der gestrigen Sitzung des Badener Gemeindeausschusses erstattete der Disziplinarausschuß, der die Angaben Herzog's untersucht hatte, den Bericht, der darin gipfelt, daß kein Anlaß zur Einleitung einer Disziplinaruntersuchung gegeben sei. Der Gemeindeausschuß hatte sich auch noch mit einem zweiten städtischen Beamten zu beschäftigen, den Herzog beleidigt hatte. Es lag das Pensionierungsgesuch des Badener Baudirektors Hofer vor. Herr Hofer begründete es damit, daß er die Angriffe, die Herzog seit Monaten gegen ihn richtet, nicht länger dulden könne. Herzog für seine Unwahrheiten gerichtlich zu belangen, sei gar nicht möglich, da er als Abgeordneter immun sei. So bleibe dem Beamten keine andere Möglichkeit, sich Satisfaktion zu verschaffen, als das Pensionierungsgesuch. Natürlich bewilligte der Gemeindeausschuß die Pensionierung nicht. Ischl. Hier hat eine Vereinigung von Kurgästen sich zur Aufgabe gestellt, einen regelmäßigen Gottesdienst an Freitag- Abenden und Samstagen, sowie bei vorkommenden Jahrzeiten auch während der Woche abzuhalten. Zu diesem Behufe wurde ein Lokal, bestehend aus zwei Räumlichkeiten im „Hotel Erzherzog Franz Karl" gemietet und hat der Eigentümer Herr Sonnenschein seine Sefer-Rollen wie bisher dem Unternehmen zur Verfügung gestellt. Um das Zustandekommen dieser Gottesdienste haben sich die hier zum Sommeraufenthalte weilenden Herren Max Adler, Vorstandsmitglied des Tempelvereines im VIII. Bezirk in Wien, und Emanuel Zuckermann aus Wien, sowie einige beherzte Spender besonders verdient gemacht. Vielen hier weilenden jüdischen Familien wird diese Gelegenheit für die kommenden hohen Feiertage sehr willkommen sein. Aus Teplitz. Ich würde nicht der hier stattgehabten Herzl-Feier erwähnen, wenn ich nicht eine Manifestation zu verzeichnen hätte, die von einer gegnerischen Kleinseite ausging und zu ihrer Erfolglosigkeit ungeteilte Indignation bei allen ruhig denkenden und rechtfühlenden Menschen hervorrief. Als der Wunsch laut wurde, daß dem Andenken des Zionistenführers Theodor Herzl eine Trauerandacht gewidmet werde, beschlossen einige Herren, die das große Wort führen und sich gerne reden hören wollen, beim Tempelvorstand vorstellig zu werden, das Gotteshaus zu dem beabsichtigten Zweck zu verweigern. Der Vorstand hatte die Besonnenheit und die Pietät, aus diese engherzige Zumutung nicht einzugehen und die Trauerfeier fand unter sehr lebhafter Beteiligung am 12. d. M. in sehr würdiger Weise statt, wobei Rabbiner Dr. Kurrein in sehr beredten Worten dem allgemeinen Schmerze ob des großen Verlustes Ausdruck gab, den das jüdische Volk durch den frühen Heimgang Herzl's erlitten. Ich stand im Leben Dr. Herzl ziemlich fern; ich habe oft in dieser Zeitschrift sein Vorgehen bekrittelt und namentlich seine erste Idee, von der Schaffung des Judenstaates auf ehemals heimatlicher Erde, die gegenwärtig jedoch nicht nur von den Türken, sondern auch von allen christlichen Staaten sorgsam gehütet wird, als Utopie erklärt — nichtsdestoweniger muß ich anerkennen, daß Herzl sich unvergängliche Verdienste um die Juden erworben, die bis zu seinem mannhaften Auftreten, teils auf dem Wege zur Taufe, teils auf dem Wege zur gänzlichen Assimilation, teils zu völliger Mutlosigkeit und Verzweiflung waren. Herzl gewann die Jugend und weckte in ihr das nationale