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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-07-15 · 29 (15.7.1904) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
29 (15.7.1904)
Date
1904-07-15
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 29 Dr Dlocb s Mlocbenscbritt. Seite 473 und von der Regierung zahlreiche wichtige Privilegien zu erhalten. Auch die Eisenbahngesellschaft gewährte den zukünftigen Kolonisten wesentliche Konzessionen hinsichtlich der Frachttarife. Die Kolonie ist im Norden der Provinz aus einem Plateau gelegen und hat völlig ebenen Boden, der sich zum Getreidebau vortrefflich eignet. Jeder Kolonist erhält ein Haus, Ackergeräte und Vieh, sowie Saaten und 25 Hektar guten Getreideboden nebst einer eigenen Waldparzelle. Letztere darf er nur zu Heizzwecken benutzen, niemals aber abholzen. Schon seit April 1895 sind zahlreiche Arbeiter damit beschäftigt, den Boden zu ebnen und Zufahrtsstraßen zu der zukünftigen Kolonie auszubessern, die Kolonie „Philippson" ist für 80 Familien berechnet. Vermischtes. Wien. Der Jfr. Kindergarten in der Brigittenau, welcher den armen jüdischen Kindern dieses Bezirkes eine Stätte der Bewahrung und Erziehung bietet, ist infolge der vennehrten Anforderungen, die an ihn gestellt werden, genötigt, sein Lokal zu verändern. Die Schwierigkeit, Räumlichkeiten zu finden, welche den Anforderungen entsprechen, und dabei doch die Mittel, welche dem vom Vorstande der isr. Kultusgemeinde und vom Vorstande der Isr. Kinderbewahranstalt in der Leopoldstadt subventionierten Kindergarten zur Verfügung stehen, nicht zu sehr in Anspruch zu nehmen, läßt die Anstalt an die jüdischen Hausbesitzer der Brigittenau mit der inständigen Bitte herantreten, ihr in dieser Richtung und unter Betätigung der bekannten jüdischen humanen Gesinnung behilflich zu sein und gütige Anträge an den Isr. Kindergarten, XX., Klosterneuburgerstraße 14 oder an den Vorstand der Isr. Kinderbewahranstalt, IJ., Schiffamtsgasse 15, richten zu wollen. Wieu. (Auszeichnung.) Der Kaiser hat dem Präsidenten des „Österreichischen Fachschriftstellerv.rbandes" Adolf Lichtblau in Wien den Titel eines kaiserlichen Rates verliehen. Wien. Wir bringen zur höflichen Mitteilung, daß der Beil,nusverein „Achdns Israel", Wien, II, Rembrcmdtstraße 32, am Sonntag den 17. d. M. um 6 Uhr abends einen Trauergottesdienst für den verstorbenen Herrn Dr. Theodor H e r z l veranstaltet und die Trauerrede der Herr Rabbiner Moritz K r a m m e r halten wird. Dobrisch. Der hiesige Rabbiner Se. Ehrwürden Herr Dr. S. W. Link ist an die israelitische Kultusgemeinde in Pilsen berufen worden. Derselbe hat nebst dem Religionsunterrichte an den öffentlichen Schulen den Rabbiner im Verhinderungsfälle bei allen Casualien zu vertreten. Die Kultusgemeinde Dobrcsch hat es an Mühe nicht fehlen lasten, Herrn Dr. Link znni Verbleiben im Amte zu bestimmen, hat ihm eine bedeutende Gehaltszulage in Aussicht gestellt; doch wie verlautet, faßte Dr. Link den festen Entschluß, nach Pilsen zu gehen und wird schon Mitte Oktober sein neues Amt antreten. Herr Dr. Link hat sich bei allen Schichten der Bevölkerung der größten Wertschätzung erfreut und wird ihm die Kultnsgemeinde stets ein warmes ehrendes Andenken bewahren. Dobrisch. (T e m p e l w e i h e.) Die hiesige Kultnsgemeinde wird ihr neuerbautes Gotteshaus schon in einigen Wochen seiner Bestimmung übergeben und wird die Einweihung desselben, die ganz besonders feierlich sich gestalten dürfte, Ende August d. I stattfiiiden. Um das herrliche Gotteshaus hat sich Herr Kultusvorsteher Alfred B o n d y ganz besondere Verdienste erworben. Zum Tempclbau gingen noch folgende Spenden ein. Sammlung durch Herrn Simon Oppenheimer, Dobrisch: Herr Popper Karl, Prag K. 40.—; Herr Sigmund Ascher, Prag K 10.—; Herren Brüder Perutz, Prag K 20.; Herr Rudolf Stransky, kgl. Weinberge L 10.—; durch Herrn Alexander Frankl und Josef Glück unter den Dobrischer Gemeindemitgliedern zur Beleuchtung K 320.—; Fräulein Elvire Steiner, Langlhote K 20. -; Herr L. Sternschuß, Reichenberg K 10.—; wofür den edlen Spendern der beste Dank ausgesprochen wird. Krems a. d. Donau. Die achtzigjährige Geburtsfeier unseres hochgeehrten Herrn Rabbiners Dr. Weiß gestaltete sich zu einer besonderen Kundgebung. Von Nah und Fern erhielt der Jubilar Glückwnnschdepeschen, Briefe und Adressen, für sein langjähriges Wirken als Seelsorger. Unter anderem gratulierte Eminenz Probst und Stadtpfarrer Herr Dr. Kerschbanmer. Der Kultusvorstand beglückwünschte den greisen Seelsorger, dankte für seine Tätigkeit und sein Wirken. Er sagte am Schluffe seiner Ansprache: Der heutige Tag ist ein Freudentag für die Kultusgemetnde, welchen wir feierlich begehen, und überreichte dem Jubilar eine künstlerisch ausgestattete Adresse. Bisenz. Am 5. Juli fand in Anwesenheit des gesamten Vorstandes und zahlreicher Gaste die Religions- und hebräische Prüfung an der hiesigen Kaiser Franz Josef-Volksschule statt, die von 9—*/.12 Uhr dauerte und von allen mit gespannter Aufnierksamkeit verfolgt wurde. Wenngleich man gewohnt ist, bei diesen Prüfungen nur gediegene Leistungen kennen zu lernen, werden die Besucher dennoch von Jahr zu Jahr überrascht. Ter unermüdliche Eifer, mit dem Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Hoff, als Leiter des Religionsunterrichtes, seiner schwierigen Aufgabe obliegt, erweckt in den Schülern eine solche Liebe zum Studium der heiligen Schrift und namentlich des Pentateuch, daß Erfolge erzielt werden, die bet der karg zugemessenen Unterrichtszeit nahezu unglaublich erscheinen. Die rasch und präzis gegebenen Antworten der Kleinen fanden allgemeine Anerkennung. Kultusvorsteher Herr Alexander Frankl, sowie Herr Siegmund Glaser und Paul I u h n als Vorstandsmitglieder dankten Sr. Ehrwürden für die rastlose Sorgfalt, die er stets dem Religionsunterricht widmet, sowie für die außerordentlichen Resultate. Gräfenberg. Wie alljährlich versammeln sich auch Heuer hier Kurgäste aus allen Ländern, besonders aus Preußen, Polen und Rußland, welche zum großen Teile der israelitischen Konfession angehören. Für die armen jüdischen Kurgäste wird durch wohltätige Intervention genügend gesorgt. So verdient Herr Emanuel Schwarz aus Napagedl in Mähren lobend hervorgehoben zu werden, dem es ein Vergnügen macht, für arme kranke Kurgäste israelitischer Konfession wohltätig zu sorgen. TroPPttU. Der Landeshauptmann von Schlesien, Graf Heinrich L a r i s ch - M ö n n i ch, hat dem Israelitischen Bethausverein von Orlau den Betrag von 2000 Kronen zum dortigen Tempelban gespendet. Brünn. (Maturitätsprüfung.) Am hiesigen I. deutschen Staatsgymnasium fand die Reifeprüfung vom 4—9. Juli statt. Unter den 36 Schülern der 8. Klasse befanden sich 13 Israeliten, von denen 6 die Prüfung mit Auszeichnung ablegten. Im ganzen gab es 10 Auszeichnungen. Das für die israelitischen Schüler so erfreuliche Resultat gibt ein glänzendes Zeugniß ab für deren wissenschaftlichen Eifer und unermüdlichen Fleiß. So kam es auch, daß kein Israelit reprobiert wurde. Teplitz. (P r i v a t - M ä d ch e n g y m n a s i u m O l g a Popper.) Die Einschreibungen sowohl für die erste als auch für die höhere Abteilung finden am 15. und 16. Juli und am 14. und 15. September zwischen 10 und 12 Uhr statt. Tabor. Am 10. Juli um 2 Uhr nachmittags fand eine öffentliche Prüfung der die hiesige zweiklassige Talmnd-Thora-Schule besuchenden Kinder statt. Zn derselben hatte sich eine sehr große Anzahl von Gästen, Herren und Damen, eingefunden, von denen besonders genannt seien die Herren: Kultusgemeinde-Piäies Dr. Friedrich Guttmann, Vorstandsmitglieder: Schulaufseher Leopold Fink, David Fuhrmann. Heinrich Guttmann, Schulanfseher Karl Mendl, Eduard Stern, ferner kais. Rat Philipp Guttmann, Lanoesgerichtsrat Wilhelm Koeser Schüler und Schülerinnen der 1. Klasse wurden aus Hebräisch-Lesen, Uebersetzen aus Bondr's „kümmle 8edgasednim", hebräische Grammatik geprüft. Bei den Knaben und Mädchen der Oberklasse erstreckte sich die Prüfung auf Hebräisch-Lesen. Uebersetzen der Bibel und des Gebetbuches und auf hebräische Grammatik. Die Schüler antworteten in hebräischer Sprache. Die Prüfung ergab ein glänzendes Resultat, die Leistungen der Kinder wurden allgemein bewundert Herr Präses Tr. Friedrich Guttmann sprach dem Lehrkörper. Herrn Rabbiner N. Weiß loviö und Herrn Lehrer Adolf Fried, die vollste Anerkennung ans. Smichow. Vorige Woche fand hier das Leichenbegängnis der Frau Rosa von Portheim, geb. Goldschmidt, Gattin des Präsidenten des deutschen Kammermusikvereines, statt. Die außerordentliche Verehrung, die der Heimgegangenen Wohltäterin der Armen und Notleidenden von allen Seiten entgegengebracht wurde, kam in der großen Beteiligung von Trauergästen aus den ersten Kreisen der deutschen Gesellschaft und in einer erdrückenden Fülle herrlicher Kranz- und Blumenspenden zum Ausdruck. Nachdem der Smichower Rabbiner Herr Dozent Dr. Herzog der Heimgegangenen einen warmen Nachruf gewidmet und Mitglieder des Chores des Deutschen Landestheaters und des Deutschen Münnergesangvereins Trauergesänge zum Vortrage gebracht, wurde der Sarg in den bereitstehenden vierspännigen Glasgalaleichenwagen der Stadt Smichow gehoben, worauf sich der imposante Zug in Bewegung fetzte. Denselben eröffneten zwei mi: Blumenspenden über und über bedeckte Kranzwagen. Hinter den'. Sarge schritten außer den Hinterbliebenen und nächsten Ver wandten Herr Rabbiner Doz. Dr. Herzog, der Präses der Präge: Kultusgemeinde-Repräsentanz Dr. Arnold Rosenbacher und de: Vizepräses Dr. Bendiener, Abg. Alexander Richter, Regierungsrat Generaldirektor Dr. Alexander Baudiß, der Präsident des Handelsgremiums Forchheimer, der em. Direktor des Prager

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