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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-07-08 · 28 (8.7.1904) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
28 (8.7.1904)
Date
1904-07-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Sir. 28 Dr. Blocb's Mocbenscvrtkt. Seite 447 sagen und öffentlich einbekennen. Das Eine ist gewiß, daß die jüdische Moral sich nicht deckt mit der des Herrn Bergani, und wenn das nicht ihm zu Gute kommt, so ist es nicht die Schuld der jüdischen Moral. Wir gedenken nicht, in die Fußtapfen Herrn Vergani's zu treten, und nun die christliche Moral zu schmähen, um auf solche Art die jüdische zu erheben. Darum ist es aber notwendig, ausdrücklich festzustellen, daß die christliche Moral und die des Herrn Bergani zwei vollständig zu trennende Begriffe sind. Es hätte keinen Zweck, Herrn Bergani Vorlesungen zu halten über die Entwicklung des Moralbegriffes. Wir werden nicht versuchen, dort Erkenntnisse zu vermitteln, wo alle Erkenntnis absichtlich und gewaltsam ferngehalten wird, weil, wo sie Licht hinbringt, der ganze Spuk in nichts verfliegt, der dem Volke das angenehme Gruseln lehrt und der den unschätzbaren Vorteil für sich hat, daß die Verbreitung des Glaubens an ihn den Verbreitern ein angenehmes und sorgloses Dasein sichert. Man wird doch den Ast nicht absägen, auf dem man sitzt. Betreibe also Herr Bergani immerhin sein Geschäft weiter, das ihn so gut nährt, nur rede er nicht von christlicher oderjüdischer und von Moral überhaupt. Wenn er schon in der Taferlklasse seinen Katecheten aufmerksani zugehört hat, muß er wissen, daß die christliche Moral im Wesentlichen nichts Anderes ist als die jüdische, und daß, wenn er, wie er vorgibt und was noch zu beweisen wäre, die christliche Moral hochhält, er kein Recht hat, geringschätzig aus die jüdische herabzublicken. Was haben sich seine Gesinnungsgenossen vom Schlage des notablen Mechanikers Schneider für Mühe gegeben, um irgend einen Flecken auf dem blanken Schilde jüdischer Moral zu entdecken, und was ist dabei herausgekommen?! Nichts Anderes, als was jetzt herausgekommen ist bei dem läppischen Versuche, den Ton und die Logik der Gassenjungen leitartikelsähig zu machen, — eine unglaubliche Blamage. Da hinaus, wo diese Fragen entschieden werden, reicht Herr Bergani nicht. Whig. Der erste Sklavenbefreier — ein Jude. Judentum und Sklaverei schließen einander aus. Ein Jude konnte nicht zum Sklaven gemacht werden oder sich als Sklave verkaufen, und ein Sklave erlangte mit der Annahme des Judentums seine vollständige Freiheit. ..Die Kinder Israel, sprach Gott, sollen mir Knechte sein, meine Knechte sind sie. die ich aus dem Lande Egypten geführt habe." DagU bemerkt der Talmud: Meine Knechte und nicht die Knechte von Knechten, d. h. einer der Knecht des Anderen. Demjenigen Israeliten, der durch ungünstige Verhältnisse in ein dienstliches Verhältnis gelommeu war und langer als sechs Jahre in demselben blieb, wurde das Ohr durchbohrt, weil das Ohr an Sinai gehört. Die Israeliten sollen Knechte Gottes sein und nicht Knecht Anderer; darum soll das Ohr das Zeichen der Braudmarkung tragen. (Kiddnschin 226). Wenn ein Jude einen heidnischen Sklaven erworben und ihn die Philokterien hat anlegen oder drei Verse aus der Thora lesen lassen, so wurde das als giltige Willenskundgebung angesehen, dem Sklaven die Freiheit zu geben und er mußte ihn ans seinem Dienste entlassen (Gittin 40 l>). Schon das Lesen der Thora mit Einwilligung seines Herrn hat also den Sklaven frei gemacht. Eine Religion, welche zu allererst die Einheit des ganzen Menschengeschlechtes gelehrt, zu deren vornehmsten Einrichtungen der wöchentliche Ruhetag für Knecht und Magd, für Alles, was Arbeit verrichtet, selbst für das arbeitende Tier, gehört, hat die gänzliche Aushebung der Sklaverei als Ziel hingestellt und den Weg zu diesem Ziele gebahnt. Kein Wunder daher, wenn Bekenner der jüdischen Religion immer gerne die Hand dazu boten, wenn es galt, Gefangene auszulösen und Sklaven frei zu machen. So war es auch bei der Freigebung der Negersklaven auf den westindischen Inseln im Jahre 1838. Ein jüdischer Gutsbesitzer auf der J'-sel Jamaika machte am 28. Juni, dem Krönungstage der Königin Viktoria, zu deren Reich Jamaika gehörte, den Anfang. Der Bericht des Jamaika Oespatch and Kingston Chroniclo vom 6. Juli des genannten Jahres über die aus diesem Anlasse veranstaltete Feierlichkeit und die Reden, welche der Gutsbesitzer Herr Daniel Hart und der Pfarrer Herr Atkins gehalten, verdienen wohl in unserer Zeit, wo man Juden alle guten Eigenschaften abspricht und alles Gute, das die Welt ihnen verdankt, vergessen machen will, reproduziert zu werden, zumal gerade in dieser Woche der 66. Jahrestag des bedeutungsvollen Ereigniss-'s sich wiederholt h->t. Den Bericht in dem genannten Blatte lautet: Um halb zwei Uhr versammelten sich die Neger auf der Piazza des Herrenhauses von Bvwden, und nachdem sie regelmäßig aufgestellt waren, richtete ihr menschenfreundlicher Gutsherr folgende Rede an sie: „Ihr seid heute hier zusammenberufen worden, da dieser Tag der Krönungstag unserer jungen, tugendhaften und geliebten Königin Viktoria ist, um von meiner Absicht, euch mit vollständiger Freiheit zu krönen, unterrichtet zu werden. Ich mache euch aufmerksam auf die Pflicht der Dankbarkeit gegen das löbliche Versammlungshaus, welches euch vom ersten August an die Freiheit zu geben beschlossen hat. Ich finde mich veranlaßt, euch euere Freiheit vier Wochen vor der gesetzlichen Zeit zu geben; dies geschieht zu Ehren Ihrer Majestät, da ich unter ihrer Regierung nichts von einem System wissen möchte, welches für Tausende die Quelle so vielen Elends gewesen ist Von nun an besitze ich weder ein Eigentumsrecht auf euere Person, noch irgend ein Recht der Oberherrschaft oder Aufsicht über euch; sollte es jedoch euch gefällig sein, bei euerer bisherigen Arbeit zu bleiben, so bin ich bereit, euch den Lohn dafür zu bezahlen, nach dmt Maßstabe, der späterhin vom Kirchspiel festgesetzt werden wird. Zugleich habe ich euch anzeigen wollen, daß euere sämtlichen Angehörigen, welche blind, kränklich oder gebrechlich sind, durchaus nicht gehalten sein sollen, sich von dem Gute zu entfernen, daß sie vielmehr sehr gerne im Besitze ihrer gegenwärtigen Häuser, Grundstücke u. s. w. bleiben können und von mir auch jederzeit verpflegt werden sollen, selbst in dem Falle, wo mehrere von euch mich verlassen würden. Ferner möchte ich euch auch die Notwendigkeit des Unterrichtes und der Religion ans Herz legen. Es würde mir angenehm sein, wenn ihr euere Kinder wenigstens drei Tage in der Woche in die Schule schicken wolltet, und wenn ihr dann für gut fändet, sie die andern drei Tage leichte Arbeiten auf diesem Gute verrichten zu lassen, so bin ich bereit, sie dafür gehörig zu bezahlen. Um euch meine Bereitwilligkeit bei diesem Gegenstände ferner zu beweisen, ersuche ich hiermit euren Pfarrer, den ehrenwerten Herrn James Atkins, welchen ich zum Zeugen üud Teilnehmer dieser Zeremonie eingeladen habe, sobald es seine Zeit erlaubt das Gut mit mir zu umgehen, um einen zweckmäßigen Platz (zur Anlegung einer Schule) auszuwählen. Eure Wohlfahrt kann durchaus nicht gründlich verbessert werden ohne die Religion, und ich wünsche vor allen Dingen, daß eure Kinder eine religiöse Erziehung erhalten. Mit vielem Vergnügen bemerke ich auch die -Anwesenheit eures letzten Spezial-Gerichtskommissärs, des Herrn Major Baines, welcher bei jeder Veranlassung, wo Gegenstände vor ihn zur Entscheidung gebracht wurden, euch und mir gleiche Gerechtigkeit zugewandt hat. Ich glaube, Bowdeu hat weniger Züchtigungen gesehen als jedes andere Besitztum in diesem Kirchspiel Zum Schluffe habe ich noch zu erwähnen, daß, da die Sklaverei und Alles, was dazu gehört, nunmehr aufgehört hat, ich auch wünsche, daß alle alten Benennungen mit ihr begraben werden, da sie in den Ohren freier Männer, wie ihr jetzt alle seid, ungemein übel klingen würden. Laßt uns daher aus diesem Gute niemals mehr den Namen Treiber (driver) vernehmen, nehmen wir dafür den Namen Inspektor, und ich stelle euch hiermit Herrn Skerret vor, welchen ich als solchen zu eurem Leiter gewählt habe, möge iese Benennung beständig hier

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