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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-06-24 · 26 (24.6.1904) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
26 (24.6.1904)
Date
1904-06-24
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 420 Dr. Mocb's MocbenscbrM. Sir. 26 Vermischtes. Krauzablösungsspcttdcn zu guusteu der Chewra -Lkadischa Wien, I., Seiteuftettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Professor Dr. Theodor T h e u m a n n: Von Jakob Theumann K 5.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Adele Tolczyner: VonI. S. Tolczyner Warasdin K 2.-, Sigmund Friedmann K 2.—, Henriette Friedmann K 2.—; zusammen K 6.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Rosa H o ch n e r: Von Jacques Feitler K 10.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Rosalia H e i t l e r: Von Dr. Leopold Libitzky K 20.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Rosa Großmann: Von Ferdinand Pikler K 4.—. Spende: Frau M. L. statt eines Kranzes auf die Gruft des Herrn Ignaz Lustig K 10.—. Wien. Folgende Stiftungen sind bei der israelitischeu Kultusgemeinde Wien zu verleihen: 1. Josef Spitzer'sche Stiftung für drei oder vier in Wien wohnhafte, des Ernährers beraubte, jüdische Familien. Verleihungsbctrag zusammen K 240.—. 2. Andreas Feigl'sche Stiftung, 8 Plätze ä K 100.— für jüdische Witwen. 3. Fanny von Hofmannsthal-Dormitzer Stiftung. Zu verteilen K 820.— an höchstens vier jüdische Familien. 4. Rosalia Pollak'sche Stiftung für eine jüdische blsiide Frauensperson. Ein Platz ü K 70.-. 5. Max Ritter von Pfeiffer-Stiftung für einen Hörer der Rechte im 2. oder einem höheren Jahrgange der Wiener Universität. Ein Platz ä K 400.-. Endlich ist von dem Magistrate zu verleihen: Die Katharina und Lazar Goldstein'sche Witwen-Stiftung. 3 Plätze a K 400.—. für jüdische Witwen, deren Gatte in der Zeit zwischen den 16. Juli 1903 bis 15. Juli 1904 verstorben ist. Die näheren Bestimmungen über diese Stiftungen sind ans den vollständigen, in der vorletzten Nummer unseres Blattes enthaltenen Ausschreibungen, sowie an den Kundmachungstafeln der Kultusgemeindcbethäuser zu ersehen. Wie«. (S ch u l s ch l u ß f e i e r.) Der jüdische Schulverein des X. Bezirkes veranstaltet Samstag den 9. Juli, 2 Uhr nachmittags, im Tempel, X., Humboldtgasse 27, seine diesjährige Schulschlußfeier, zu welcher seitens des Vorstandes an alle Freunde und Gönner dieser Schule die höfliche Einladung ergeht. Wie«. (T r a u u n g.) Mittwoch den 29. Juni l. I. um 3 Uhr nachmittags findet im Tempel, IX., Müllnergasse die Trauung des Fräulein Margarethe K o h u, Tochter des Herrn Theodor Kohn, mit Herrn Alois Weinberger statt. Wie«. (Verlobung.) Fräulein Therese Pick hat sich mit Herrn Martin Mühsam, Sohn des Herrn Rabbiner Dr. Mühsam aus Graz, verlobt. Wie». (Verlobung.) Fräulein Mimi Berliner hat sich mit Herrn Kaufmann Siegfried Lindenfeld verlobt. Wie«. Der Kantor der israelitischen Kultusgemeinde Wien Herr Leopold Serebrenik wurde mittelst Plenarbeschlusses zum I. Kantor für den Gemeindetempel, XVIII., Schopenhauerstraße 39 ernannt. Wie«. Der Obmann des Vereines „Tefilas hauorim“, Herr Joachim Goller st epper in Wien, vollendet am 28. d. M. sein 80. Lebensjahr. Der Genannte, ein Schwiegersohn des in hohem Ansehen gestandenen Reb Jsak Weinberger aus Nikolsburg, hat vor 3 Jahren den überaus segensreich wirkenden Verein gegründet und mit jugendlicher Begeisterung deffen Zwecke gefördert. Leider ist der wackere Mann, der sich allgemeiner Wertschätzung erfreut, an die Krankenstube gefesselt. Wir wünschen ihm eine aufrichtige „Refuo schlemo“. Wie«. (Ein 500 Jahre alter Grabstein.) Durch die Güte des Ortsschulrates Herrn Med. Dr. Ignaz Weis erhielt ich die Photographie eines jüdischen Grabstein- Fragmentes, das derzeit eine Kellerstufe in Ober-Waltersdorf, unweit von Baden und Wiener-Neustadt, bildet. Der Name Jizchak ist deutlich zu lesen, wie auch die Jahrhundertzahl „Kuph“ und dürfte das Alter mit den in Steiermark gefundenen jüdischen Grabsteinen (vergl. E. Baumgarten: „Juden in Steiermark" Wien, Löwit) in den Hunderten übereinstimmen und etwa aus der Zeit von 1350 zu bemessen sein. Ein Leichtes wäre es, diesen Stein für das Wiener jüdische Museum zu acquirieren, und ein frommer Wunsch wäre es, die Inschriften aller alten bisher gefundenen jüdischen Grabsteine vom flachen Lande in Niederösterreich und von Steiermark zusammen veröffentlicht zu sehen. Moritz Antscherl. Wien. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. D. Weiß in Krems a. D. begeht am 3. Juli 1904 seinen 80. Geburtstag. Da er nebst seinem Rabbinatsamte jahrzehntelang Religionslehrer der Volks-, Bürger- und Mittelschulen in Krems war, so wollen wir hiermit die große Schar seiner gewesenen Schüler aufmerksam machen, den 80. Geburtstag ihres großen, ehrwürdigen und verdienstvollen Lehrers und Meisters nicht bedeutungslos vorübergehen zu lassen. Floridsdorf. (Religionslehrerkonferenz.) Am 20. d. M. fand im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde unter Vorsitz des ehrw. Herrn Bezirksrabbiners Dr. M Rosenmann die diesjährige Schlußkonferenz der Religionslehrer dieses Bezirkes statt, an welcher teilnahmen: als Vertreter des Kultusvorstandes die Herren Max N e u m a n n und Simon C z u ck a, ferner die Herren Religionslehrer Ignaz L ö w, Adolf E h r e n f e st, Jonas Eibenschütz, Floridsdorf, Z e l i n k a, Korneuburg, Eigner, Gr -Enzersdorf, W e r d i s h e i in, Stockerau, L o i n g e r, Gänserndorf. Nach Eröffnung der Konferenz begrüßte der Vorsitzende die erschienenen Vertreter des Kultusvorstandes und erteilte dem Herrn Neligionslehrer Eigner als Referenten über das Thema „Abfassung eines Andenkens an die Schulzeit für die ans der Schule tretenden israelitischen Kinder" das Wort. Der Referent besprach in einem längeren Vortrage eingehend den Uebelstand, daß die Kinder mit dem Austritte aus der Schule zumeist die Uebung und Betätigung des religiösen Lebens als abgeschlossen erachten, infolgedessen dieselben in späterer Zeit dem Judentum entfremdet werden. Es sei daher an der Zeit, an die Schaffung eines Mittels zu denken, das gleichsam als ein Band dienen möge, welches das austretende Kind mit seiner Schulzeit fürs ganze Leben verbindet. Der Referent, ausgehend von dem Grundsätze: „sollen die Lehren der Schulzeit treffliche Führer des Menschen auf der Reise durchs Leben sein, so wäre es zweckmäßig, wenn auch die Schulzeit oft dem Menschen in Erinnerung gebracht würde", zeichnete nun ausführlich den Plan zur Verfassung eines entsprechenden Werkes, welches geeignet wäre, den angedeuteten Zweck zu erfüllen. Ueber Antrag des Vorsitzenden, der dem Referenten Anerkennung und Dank für seine bemerkenswerten Ausführungen ansgedrückt, wurde nun beschlossen, sich diesbezüglich mit mehreren Religionslehrer-Verbänden ins Einvernehmen zu setzen. Prerau. Die Trauung des Herrn Karl Zwillinger. Lederfabr'ikanten aus Napagedl, mit Frl. Charlotte Zwillinger, Schwester des um Holleschan verdient gewesenen Bürgermeisters, fand hier feierlichst statt. Das Diner wurde von Herrn Daniel Haas in opulenter Weiw im Restaurant „Hotel Haas" beigestellt, wobei die Herren Rabbiner Dr. I. Freimann, Dr. Jakob Tauber. Herr E. Markus aus Ukenda (Ostafcika) herrliche Tischreden hielten. Budapest. (Zum H a up tm a n n befördert.) Se. Majestät hat den ungarischen Reichstagsabgeordneten Husaren- Oberleutnant a. D. Theodor W o l f n e r zum Husarenhauptmann befördert. Ledco. Auf Gruud unseres Aufrufes, betreffend eine arme Witwe mit fünf kleinen Kindern, sind dem hiesigen Rabbinate zugekommen von den Herren: Heinrich Glücksmann, Mähr.-Kromau K 1.75; von Ungenannt, Alt-Lengbach K 6.-; M ... A ... in © ... K 5.—; Leopold Kraus, Arbesau bei Karbitz K 4.—; Moses Pick. Privatlehrer, Wien, III., Untere Viaduktgasse 15 K 2.; Jakob Kaiser, Bisenz, Mähren K 2.—; zusammen K 20.75. Früher ausgewiesen K 37.—. In Summa K 57.75. Allen Spendern wird der Dank ausgesprochen. Ingolstadt. Eine interessante Beleidigungsklage kam in der letzten Sitzung der Eichstätter Strafkammer zur Verhandlung. In einem vor dem hiesigen Amtsgericht verhandelten Zivilprozeß, welchen der Spediteur Hopp in Germersheim gegen den Rittmeister Röder in Landshut angestrengt hatte, vertrat Rechtsanwalt Rudolf Freiherr Schenk von Geyern den Beklagten und verlor. Das Urteil hatte Amtsrichter Lang, ein Jude, gefällt. Der Anwalt schrieb mit Bezug darauf an seinen Mandanten n. A.: „Der erstrichterliche Entsheid scheint überhudelt zu sein, der Scharfsinn Jerusalems würde bei einem hebräischen Dackel kritischer sein; es scheint, daß man in Ingolstadt das blaue Tuch nicht gerne sehe, gegen Sympathie und Antipathie läßt sich nicht streiten." Dieser Brief kam zu den Akten und bei der Kostenfestsetzung zu Händen des beleidigten Amtsrichters, welcher den Brief deni Landgerichts-Präsidenten in Eichstätt vorlegte. Es wurde Strafantrag gestellt und Rechtsanwalt v. Geyern hatte sich wegen Berufsbeleidigung zu verantworten. Der Staatsanwalt beantragte gegen den schon vorbestraften Angeklagten eine Gefängnisstrafe von 1 Monat, das Gericht erkannte auf 600 Mark und die Kosten.

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