Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 25 (17.6.1904)
- Date
- 1904-06-17
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 25 Dr. Dlocb's TKHocbenscbritt, Seite 403 Wien. (Verlobung.) Fräulein Paula Weiler, Tochter des Herrn Sigmund Weiler, Präses der „Chewra- Kadischa" des XVl. und XVII. Bezirkes, hat sich mit Herrn Hugo Angemahr verlobt. Wien. (Verlobung.) Fräulein Charlotte Schön, Tochter des Herrn Leopold Schön, dienstältesten Amtsdieners der israelitischen Kultusgemeinde, hat sich mit dem Reisenden Herrn Simon Dicker verlobt. Wien. (Trauung.) Sonntag, den 26. Juni l. I. findet die Trauung des Fräulein Elise Kugel, Tochter der Frau Bertha Kugel, mit Herrn Karl Fröhlich statt. Czernowitz. Der Reichsratsabgeordnete Dr. S t r a u ch e r wurde zum Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde gewählt. Preßburg. (Verlobung.) Fräulein Regine Grünsfeld, Tochter des Herrn Wilhelm Grünsfeld, Sekretär der hiesigen israelitischen Gemeinde, hat sich mit Herrn Salomon L ö w y, Religionslehrer der Volks- und Mittelschulen in Graz, verlobt. Preßbirrg. (Verlobung.) Fräulein Fanny W agner hat sich mit Herrn Max Margulies aus Wien verlobt. Prag-Smichow. Unter allgemeiner Teilnahme aller Schichten der Bevölkerung beging Herr Gemeindevorsteher Rudolf Grab seinen 50. Geburtstag. Von allen Seiten ergriff man den Anlaß, um dem verehrten Jubilar, der wegen seiner Wohltätigkeit und seines humanitären Wirkens allgemeiner Beliebtheit sich erfreut, Zeichen der Sympathie und Verehrung darzubringen. Zahlreiche Deputationen erschienen, sowie die Honorationen, um zu gratulieren. Man bemerkte unter Anderen Statthaltereirat Ritter v. H e r g e t, Ritter v. Z e i l e i s e n, Abordnungen zahlreicher Humanitätsvereine. Die Gemeinde überreichte ein prachtvolles Ehrendiplom und im Namen der Beamtenschaft beglückwünschte Herr Dozent Dr D. Herzog im Vereine mit Herrn Oberkantor Otto Goldbaum und Herrn I. Goldberger den Jubilar. Am Tage vorher fand in der Synagoge vor zahlreich versammelter Gemeinde eine Feier mit Festespredigt statt, nach welcher Herr Grab Gegenstand zahlreicher Ovationen gewesen. Dobrisch. (VII. Spendenverzeichni s.) (Sammlung durch Rabbiner Dr. Link.) Frau Rosa Borges, Dobrisch, zum Andenken an ihre in Gott ruhenden Eltern Josef und Anna Bondy X 200; Wilhelm Salz, Staab K 50; Leo und Wilhelmine König, Großhof X 20; JUDr. Ludwig Bendiener. Prag X 10; Ignatz Schwarz, Weinberge X 20; Frau Leonore Lewinsky, Prag-Weinberge X 10; Siegmund Fleischmann, Gießen K 11.60; Karl Pick, Pribram X 10; N. Frankl. Pribram X 11.—; M. Hecht, Pkibram X 8; Emanuel Pollack, Pribram X 4; Alois Fröhlich. Pribram X 3; Reichner u. Weil, Pribram X 10.40; Moritz Beck, Kolin, außer den bereits veröffentlichten X 30 weitere X io; Moritz Bondy, Prag X 10; Rudolf Pasch, Brüx K 4; Ludwia Reick, Darle X 6; Jakob König, Neöin, nebst den bereits veröffentlichten X 200 weitere X 50; Jakob Herrman, Neuhof, zum Andenken an seine Gattin und Tochter Marie, und Amalie Herrman außer den bereits veröffentlichten X 200 weitere K 400; Josef und Eugenia Bondy, Rossovitz. zum Andenken an ihre verstorbenen Eltern Alexander-Marie Bondy. Joachim und Rosalie Federer nebst den bereits veröffentlichten X 200 weitere X 400; JUDr. Gustav Pick, Prag X 30; Kultusgemeindevorstand Litte« X 20; N. Rubin, Mezkitz X 22; Fräulein Elvira Steiner, Langehote X 22; Karl Strauß, Jiein X 10; Mühlenbesitzer Kräse, Pribram X 5; Regimentsarzt Dr. Friedrich RuLicka, Krakau X 10; Leopold Beständig, Pribram X 20; Karl Schmolka, Jablone X 10; Langer u. KolLk, Prag X 10; Max Kellner, Dobrisch X 40; — Es spendeten ferner über Veranlassung Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Link: Bernhard und Emma Fischmann in Prag außer den bereits veröffentlichten X 200 2 große Altarfenster mit kostbarer Glasmalerei und Frau Louise Weinmann zur „Helios"-Beleuchtung außer den bereits veröffentlichten X 2000 weitere X 400, wofür den edlen Spendern der beste Dank ausgesprochen wird. (Fortsetzung folgt.) Ledeö Auf Grund unseres Aufrufes in der vorigen Nummer, betreffend eine arme Witwe mit fünf kleinen Kindern, sind dem hiesigen Rabbinate zugekommen von den Herren: Max Lilling, Deutschbrod X 6.—; Karl Stein, Zwittau X 6.—; I. Zuckermann, Eger X 2.—; Dr. Jakob Arnstein, (Hof- und Gerichtsadvokat, Wien, XI., Hauptstraße 94) X 10.—; Wilhelm Kafka, Melnik X 3.—; Josef Stransky, Sadska K 10.—; zusammen X 37.— Feuilleton. Alle Rechte Vorbehalten. Jüdische Krrlturkttder. Bon Dr. Armin Schnitzer, Oberrabbiner in Komärom. (Fortsetzung.) „Als ich ein junger Mann war", erzählte er mir, „trug man mir zur Frau die Tochter einer reichen Witwe aus angesehener Familie in Preßburg an, welche nebst bedeutender Mitgift mir die Zusage machte, ein eigenes L6tk-ba.inillra.86k (Lehrhaus) für mich auf bauen zu lassen. Ich verhielt mich ablehnend diesem Anträge gegenüber, denn das Mädchen war nichts weniger als schön. Der Vater hätte diese Heirat sehr gerne gesehen, aber er sprach mit mir darüber nicht, weil er wahrscheinlich keinen Zwang auf mich ausüben wollte. Da schickte er Reb Mendel Kohen, den wegen seiner Frömmigkeit und unbegrenzten Gastfreundschaft allgemein geachteten Notär der Gemeinde, zu mir, um mich auszuholen. Dieser stellte mir die Vorteile des Antrages ins glänzendste Licht und hob besonders das aufzubauende Loss-Kami drasch hervor; ich aber schwieg beharrlich. „Nun", fragte er, „was soll ich dem Rebbe für Antwort geben?" Sagen Sie ihm: im puga hoch mennwol seh, moschekekuk lebess hamidrasch.lt man rrnb lnawo nt bv:a -p p» bk d. h. wenn dir was Häßliches begegnet, so sollst du es ins Bess-hamidrasch ziehen. Meint der Vater das? —" Es ist das ein talmudischer Satz (Sukka 526), dessen eigentlicher Sinn ist: Wenn die häßliche Sünde verlockend an dich herantritt, so nimm sie ins Lehrhaus, und das Thoralernen wird den Sündenreiz vernichten. „Ich heiratete", fuhr der Rabbi fort, „ein Mädchen aus Görlitz (Galizien) und der Schwiegervater bestritt sechs Jahre hindurch meinen Haushalt. Vor dem Ablauf der sechs Jahre kam ich zum Vater klagend: „Was werden wir im siebenten Jahre zu essen haben?" (III. Buch Mos., XXV, 20.) Da erhob sich der Vater h“i von seinem Sitze und rief mir erregt zu: Willst Du denn, daß ich schon heute von meinem Sitze aufstehen soll, um Dich auf denselben setzen zu lassen? Warte, es gibt ein „morgen", welches bald, und eines, welches später eintritt." „Tieferschüttert hörte ich die strengen Worte des Vaters und Tränen stürzten mir aus den Augen. Ist es doch mir nie in den Sinn gekommen, daß ich würdig sei, den Platz dieses Heiligen je einzunehmen! — Nach einem Monate — am 25. Tischri 5600 (3. Oktober 1839) — ward er von Gott abberufen und ich nahm feinen Platz ein. Das von ihm vorhergesagte „morgen" ließ leider nicht lange auf sich warten." Diese merkwürdige Episode seines Lebens wird in der Vorrede zum X’ssav sofer mit einigen Abweichungen erzählt, doch habe ich sie aus dem Munde des Rabbi selber gehört, und sie ist authentisch. Eines Tages äußerte der junge Schreiber, der Sohn des Rabbiners, den Wunsch, eine Rede von mir zu hören. Ich nahm die Gedenkrede auf Szschönyi, die ich mit hatte und wir gingen ins Freie, da ich es nicht angezeigt hielt, den Rabbiner im Nachbarzimmer zum unfreiwilligen Zuhörer einer „Predigt" zu machen. Kaum aber hatte ich mit der Vorlesung begonnen, da stand schon der Rabbi hinter uns; er war uns auf den Fuß gefolgt. Ich steckte rasch das Manuskript ein; er aber sagte: „Fangen Sie nur von vorne an, aber lesen Sie so, wie man predigt; habe ich doch noch nie im Leben predigen gehör t." Ich „predigte" also meine Rede ab, und als ich fertig war, machte er einige sehr richtige Bemerkungen und tat die höchstinteressante Aeußerung: