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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-06-10 · 24 (10.6.1904) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
24 (10.6.1904)
Date
1904-06-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 386 Dr. Dlocb s MocbenscbrM. Nr. 24 mit den Zinsen zwei jüdischen Studenten die Vollendung ihrer Studien erleichtern sollte. Diese Stiftung führt den Namen „Chief-Rabbis Subvention". Petersburg. Am 2. Mai wurde vor dem Senat die Kassalionsklage gegen das Urteil der Odessaer Strafkammer im Kischenewer Prozeß verhandelt, die von den Hauptangeklagten Gertschin und Morosück und von der Zivilpartei (das heißt den geschädigten Juden) eingelegt worden war. Das Urteil lautete dem Antrag des öffentlichen Anklägers gemäß auf Verwerfung der Berufung. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft war der Ansicht, die Berufung der Angeklagten könne schlechtweg abgewiesen werden, da das Urteil völlig rechtmäßig sei und den Anforderungen des Gesetzes entspreche. Was hingegen den Einspruch der Zivilkläger anbetrifft, so könne nicht bestritten werden, daß ihnen gegenüber einige Rechtsverletzungen stattgefunden hab^n, jedoch seien diese „nicht von Belang". Infolgedessen ersuche er den Gerichtshof, die Berufung der Zivilpartci ebenfalls zu verwerfen. Während der Verhandlung fanden zwischen dem Vorsitzenden (Senator Repinski) und den Vertretern der Zivilpartei heftige Auseinandersetzungen statt, so daß zwei von ihnen (im ganzen waren ihrer drei), die Herren Karabtschewski und Sarudny, ihre Vollmachten niederlegten. Paris. Baron v. Rothschild kam am 6. Mai mit großem Gefolge in Adis Abeba (Abessinien) an. Schon am folgenden Tage wurde er, begleitet von dem französischen Minister Lagarde, vom Kaiser Menelik, an dessen Seite sich Minister Jlg befand, empfangen. Der Kaiser begrüßte ihn aufs freundlichste und ließ sich mit ihm in ziemlich lange Unterhandlungen ein. Nach der Audienz begab sich Baron v. Rothschild mit Minister Lagarde und einem großen europäischen Gefolge in die Billa des Ministers Jlg, eines geborenen Schweizers, wo er sich längere Zeit aufhielt. Abessinien wird es nur zum Nutzen gereichen, wenn sich Finanzmänner vom Range eines Rothschild darum interessieren. Seine Schätze sind unerschöpflich: zu ihrer Hebung bedarf es aber des Kapitals. Vermischtes. Kranzablösungsfpenden zu gunsten der Chelvra - Kadischa Wien, I., Settenstetteugafse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Lea I e i 1 e l e s: Von Berthold Weiß und Frau K 10.—, Max Hirsch und Frau L 10.—, Adolf Fleischmann und Frau K 10.—; zusammen K 30.-. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Adolf S ch e r m e r: Von kais. Rat Jonas Weil und Frau L 20.—, Benno Goldschmidt K 20.—; zusammen K 40.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Berta Davids witsch: Von Hermann Hauser L 5.—, Ludwig Davidowitsch K 2.-; zusammen K. 7.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Franziska M e d a k: Vom Verein der Eterhändler K 10.—, S. L. Schoßberger L 6.—; zusammen L 16.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Max K i r s ch b a u m: Von Jakob Morgenstern K 10.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Charlotte Reich: Von Familie Reich K 25.—. Wien Folgende Stiftungen sind bei der israelitischen Kultusgemeinde Wien zu verleihen: 1. Josef Spitzer'sche Stiftung für drei oder vier in Wien wohnhafte, des Ernährers beraubte, jüdische Familien. Verleihungsbetrag zusammen K 240.—. 2. Andreas Feigl'schc Stiftung, 8 Plätze ü K 100.— für jüdische Witwen. 3. Fanny von Hofmannsthal-Dormitzer Stiftung. Zu verteilen K 820.— an höchstens vier jüdische Familien. 4. Rosalia Pollak'sche Stiftung für eine jüdische blinde Frauensperson. Ein Platz ä K 70.—. 5. Max Ritter von Pfeiffer-Stiftung für einen Hörer der Rechte im 2. oder einem höheren Jahrgange der Wiener Universität. Ein Platz ä K 400.—. Endlich ist von dem Magistrate zu verleihen: Die Katharina und Lazar Goldstein'sche Witwen-Stiftung, 3 Plätze ä K 400.—, für jüdische Witwen, deren Gatte in der Zeit zwischen dem 16. Juli 1903 bis 15. Juli 1904 verstorben ist. Die näheren Bestimmungen über diese Stiftungen sind aus den vollständigen, in der heutigen Nummer unseres Blattes enthaltenen Ausschreibungen, sowie an den Kundmachungstafeln der Kultusgemeindebethäuser zu ersehen. (W a i s e n - S t i f t u n g.) Die Gesuche um Aufnahme in das Waisenhaus der „Charlotte Merores Jtzeles-Waisenhaus- Stiftung" sind, an das Kuratorium zu Händen des Herrn Dr. Felix K a tz a u, Wien, 7., Schottenbastei 3, zu richten. Näheres im Inseratenteile. Wie». (T r a u u n g.) Dienstag den 14. Juni l. I., um 3 Uhr nachmittags, findet im israelitischen Tempel in Dolna-Tuzla die Trauung des Fräulein Lella L i ß k a mit Sr. Ehrwürden dem Herrn Rabbiner Dr. David Spitzer statt. E.B. 3Vien. (T r a u u n g.) Am 12. d. M. findet in Hietzing die Trauung des Herrn Egon G o l d s ch m i d t, Fabriksbesitzers, mit Fräulein Jella D o c t o r, Tochter des k. k. Kommerzialrates Herrn Eduard D o c t o r, statt. KB. Wien. (Trauun g.) Am 19. Juni d. I. findet im Tempel der Seitenstettengasse die Trauung des Herrn Hugo K o e r t i n g mit Fräulein Lotte T i r n i g, Tochter des Exporteurs Herr Victor T i r n i g und Enkelin weiland des Großindustriellen Herrn David S ch w a r z m a n n, statt. Wie». Die Religionsprüsungen für Schüler an Mittelschulen finden für das >1. Semester dieses Schuljahres Montag den 20. Juni 1904 von 4—6 Uhr n a chmittags in der R e l i g i o n s s ch u l e der israelitischen Kultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 2) durch den k. k. Professor Herrn Dr. H. P o l l a k statt. Wien. Die durch ihre Rechtschaffenheit und menschenfteundliches Wirken bestbekannten Herr und Frau Bernhard Grünfeld feierten am 1. Juni d. I. im engsten Familienkreise das Fest ihrer silbernen Hochzeit, aus welchem Anlässe ihnen aus vielen Kreisen die verschiedenartigsten Sympathien bewiesen wurden. Wien. (S p e n d e.) Für die armen Juden in Kischenew sind uns von Frau Cäcilie Kühner in Tulln X 6.— zugekommen. Baden. (T r a u e r f e i e r.) Am Montag den 30. Mai, 4 Uhr nachmittags, fand am israelitischen Friedhofe in Baden eine sehr erhebende Feier statt. Die Vorsteher des Vereines zur Hebung der Gewerbe in Wien setzten nämlich ihrem langjährigen, 1899 verstorbenen Vereinsmitgliede Architekt und Stadtbaumeister Adolf Goldenberg, dessen Grabstätte bis jetzt unbeachtet geblieben, da er keine Familie und Verwandte zurückgelassen, aus eigenen Mitteln einen herrlichen Denkstein. Derselbe wurde in mnnificenter Weise von dem Schöpfer der Aktion Architekten Friedrich Schön entworfen und von der Steinmetzfirma W u l k a n u n d N e u b r u n n in tadelloser Weise ausgeführt. Der Gesamtvorstand der Badner Kultusgemeinde, an der Spitze Präsident L e i t n e r, Vizepräsidenten Nausnitz und Schneider, sowie die Ausschußmitglieder F l e i s ch m a n n und Klauber hielten es für ihre Pflicht, die Wiener Gäste in liebenswürdigster Weise zu begrüßen und dieselben zu dem Grabe des Gefeierten zu geleiten. Auch Herr Bau- und Gemeinderat Wilhelm S t i a ß n y, dessen Schüler der Verstorbene gewesen, besuchte die Grabstätte und besichtigte den Denkstein. Die eigentliche Trauerfeier begann mit dem Vortrage des Nonuebo Rsellojuo-Gebetes, welches von einem Funktionär der Chewra-Kadischa vorgetragen wurde. Sodann richtete der Vereinspräsident B r o d an die andächtige Zuhörerschaft folgende Worte: Meine sehr verehrten Herren! Wir Juden halten alle, mehr oder weniger, mit ungeteiltem Sinne, mit ganzem Herzen und all unseren Kräften an einem Grundgedanken fest und dieser Grundgedanke er lautet: Das ganze Weltensystem ist auf drei mächtigen Pfeilern basiert und der mächtigste derselben, er nennt sich Humanität. — Alle Völker und Nationen, alle Religionsgenossenschaften der ganzen Erde, sie mögen uns an Glanz, an Macht und Einfluß nach außen weit, weitaus überragen, ihre Bekenner, sie mögen

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