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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-06-03 · 23 (3.6.1904) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
23 (3.6.1904)
Date
1904-06-03
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 372 Dr. Mocb s Mocvenscvrttt. Nr. 23 Jefchiwa — war er jederzeit bereit, dem Wohle seiner Glaubensbrüder zu opfern. Frühzeitig hat er sein Auge auf die Kolonisation Palästinas gerichtet, er war eine der ältesten und festesten Stützen der „Chowewe Zions" in Rußland und war Teilnehmer am bekannten Kattowitzer Kongreß. Seine Idee war es, vor allem in Palästina eine Industrie zu gründen, er unterstützte mit reichen Mitteln alle jüdischen Wohltätigkeitsanstalten und alle jüdischen Schulen im heiligen Lande. Allein auch der jüdischen Literatur hat er sich jederzeit als ein großherziger, opferwilliger Gönner und Beschützer gezeigt, und es war für ihn ein Leichtes, für ein literarisches Unternehmen etwa 10.000 Rubel zu spenden. Mit W i s s o tz k i ist einer der edelsten Repräsentanten des russischen Judentums zu Grabe gebracht worden. Jüdische Krieger in den Kämpfen am Halu. Aus Liaojan werden interessante Züge aus den Kämpfen am Ialu dem „Rußj" telegraphiert: Der an beiden Füßen verwundete Kapellmeister des 11. Regiments, Loß, erzählte, beim Angriff habe sein Musikkorps einen Marsch und dann die Nationalhymne gespielt. Als der Kapellmeister getroffen zu Boden stürzte, verblieben bei ihm, ungeachtet des furchtbaren feindlichen Feuers, zwei Hoboisten, Lew in und Schmidt. Das aus 31 Mann bestehende Orchester ftchr fort zu spielen, bis es auf 15 Mann zusammengeschmolzen war. Diese ergriffen die Gewehre verwundeter Soldaten und stürzten sich auf den Feind. Ein Sanitätsunteroffizier verließ, obgleich er drei schwere Wunden erhalten hatte, das Schlachtfeld nicht früher, als bis er den verwundeten Kompagniechef einen Verband angelegt hatte. Ein Bombardier von der 3. Artilleriebrigade erzählte von dem Heldentod des Batteriekommandanten Obersten Murawski, der verwundet in der Batterie blieb, obwohl von allen Seiten die Japaner sie umringten. Die Soldaten und Offiziere flehten ihn an, die Stellung zu verlassen, doch er rief: „Geht fort, laßt mich in Ruhe." Verwundet hielt er Stand, bis er von einer Kugel in den Kopf getroffen wurde. Ein Schütze des 11. Regiments berichtete, er habe gesehen, wie die Japaner einem verwundeten Hauptmann einen Verband anlegten. Jahreskonvention des Unabhängigen Ordens B'rith Abraham. Die 18. Jahres-Konvention des Unabhängigen Ordens B'rith Abraham, einer der größten und einflußreichsten jüdischen Organifltwnen in den Vereinigten Staaten, fand unlängst im Terrace Garden statt. Mehr als 700 Delegaten, 71.157 Mitglieder vertretend, waren anwesend. Dem umfangreichen Jahresbericht des Groß-Sekretärs Jakob Schoen zufolge wurden im Jahre 1903 an Lebensversicherungen, meistens an Witwen und Waben, 203.150 Dollars ausbezahlt. Die Logen zahlten an Krankengeldern 100.413 Dollars aus. Bedürftige Mitglieder des Ordens, wurden mit 4702 Dollars unterstützt, 1500 Dollars flössen in den Unterstützungsfonds für die Ueberlebenden der Maffakres in Kischenew, 500 Dollars wurden den infolge des Riesenbrandes in Baltimore Notleidenden bewilligt und 785 Dollars zur Linderung der Not unter den Opfern der Ueberschwemmten im Paffaic-Tale. Das Gesamtkapital der in allen Landesteilen bestehenden 353 Logen beläuft sich auf 330.688 Dollars Der Reservefonds beträgt 160.325 Dollars, der Krankenunterstützungsfonds 9588 Dollars Als Vormund für die Kinder verstorbener Mitglieder verwaltet die Exekutive des Ordens 10.826 Dollars zugunsten von 57 Kindern. Die Zahl der im letzten Jahre aufgenommenen Ordensmitglieder beläuft sich auf über 9000. Die Verwaltungskosten betrugen! 3.680-33 Dollars oder 19 Eents per Kopf. Vermischtes. Krauzablösurtgsspende» zu Gunsten der CHewra-Kubischa Wien, I., Seitenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Lea I a i t c l e s: Von Jakob und Maria Kann K 20.—, Josef Fuchs K 5 —, Albert Winterberg K 10.—, Adolf Rosenbaum K 20.—, Fritz Rosenbaum und Frau K 10.—, C. H. Hirsch L 100.—, Martin Zehden K 10.—, Pauline Kary K 20.—, Ludwig Medak L 10.—, Moriz und Henriette Heller K 50.—, Isidor Elias L 20.—, Arnold Nowak K 10.—; zusammen K 285.—. Wien. (Verlobung.) Frl. Martha Witrofsky, Tochter des Herrn Sigmund Witrofsky, Großhändler in Prag-Smichow, hat sich mit Herrn Med.-Dr. Leopold L i n d n e r aus Wien verlobt. Wien. (Trauung.) Sonntag den 5. Juni l. I. findet in Ratibor die Trauung des Fräulein Rosa Pinezower, Tochter des Herrn L. Pinezower in Ratibor, mit Se. Ehrwürden dem Herrn Rabbiner Dr. Ludwig Lazarus aus Göding statt. Wien. (Trauung.) Dienstag den 14. Juni l. I. um Uhr mittags findet im Tempel der Seitenstettengasse die Trauung des Fräuleins Clara Fränkel, Tochter der Frau Cäeilie Fränkel, mit dem königl. Baugewerkschul-Oberlehrer Herrn Alfred Grotte aus Posen statt. Wien. Die Professoren Ignaz Goldzieher, Mitglied der ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest, und Theodor Gomperz, Mitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien, sind von der Universität Cambridge zu Ehrendoktoren ernannt worden. — Professor Georg Landsberg aus Heidelberg ist als Professor der Mathematik an die Universität Straßburg berufen worden. Skole. Am 19. d. M., abends, hatte der hiesige israelitische Leseverein „Dorschei Mada“ seine Thora unter der üblichen Zeremonie in der großen Synagoge eingeweiht. Bei dieser Gelegenheit hielt das Vereinsmitglied Herr M. Singer eine hebräische Ansprache. Die Schlußrede hielt das Vereinsmitglied Herr A. Katz, Lehrer der Baron Hirsch-Stiftungsschule, in deutscher Sprache. Der Leseverein „Dorschei Mada“ fühlt sich verpflichtet, den geschätzten Rednern den Dank öffentlich auszudrücken. Marienbad. (Verlobung.) Frl. Louise Schneider, Tochter des bekannten Herrn Sigmund Schneider, Chef der Firma Gebrüder Schneider und Kassier der Ortsgruppe Marienbad des Galizischen Hilfsvereines, hat sich mit dem Rabbiner Herrn Dr. Philipp Goldberger verlobt. Tachau. Sonntag den 22. Mai l. I. fand die Trauung des Fräulein Olga Adler, Tochter des Großindustriellen Herrn Heinrich Adler, mit dessen Fabriksleiter Herrn Jakob Monat hier statt. Bei dieser Gelegenheit zeigte es sich, welcher Sympathien sich Herr Adler in allen Schichten der Bevölkerung erfreut. Das alte ehrwürdige Gotteshaus in Tachau war dicht gefüllt; alle Schichten der Bevölkerung waren hier vertreten. Kopf an Kopf gedrängt lauschte die Menge den Ausführungen Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Moritz Wohl, der den Traunngsakt vollzog und hervorhob, daß die Brauteltern. die eine hervorragende Stellung in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben einnehmen, bei allen Anlässen sich als Juden fühlen und zeigen, im Hause ebenso wie außerhalb desselben. Posen. (Synagogenbau.) Bei der letzten Sitzung des Preisgerichts, dem Geh. Baurat Professor Dr. Otzen, Präsident der Akademie der Künste zu Berlin, Geh. Baurat Prof. Dr. Wallot, der Erbauer des Reichstagsgebäudes, Geheimrat Schmineden-Berlin, Bawat, Grüder als technische, Ziegeleibesitzer Moritz Victor, Mitglied des Vorstandes der Synagogengemeinde und Vorsitzender der Baukommiffion, Stadtrat Schleyer und Kaufmann I. Friedländer, Mitglieder der Repräsentantenversammlung, als Laienrichter angehörten, wurden die Projekte der Herren Architekten Cremer und Wolffenstein-Berlin, Höniger und Sedelmayer-Berlin, Prof. Levy-Karlsruhe, Architekt Kerwien- Potsdam, Architekt C. Friedenthal-Berlin, Architekt und Oberlehrer Grotte und Baumeister Oskar Hoffmann-Posen vorgelegt. In engste Wahl kamen die Entwürfe der Herren Cremer und Wolffenstein und Höniger und Sedelmayer-Berlin, in die zweite engere Wahl die der Herren Karl Friedenthal-Berlin und Grotte- Posen. Preisgekrönt wurde schließlich das Projekt der Herren Cremer und Wolffenstein, nach welchem die Synagoge nunmehr zur Ausführung kommen wird. Franzensbad. Hier verschied im Alter von 66 Jahren nach kurzem Krankenlager der Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde Herr Jsak L ö w u s. Der Verblichene waltete hier viele Jahre seines Amtes und erfreute sich ob seiner vorzüglichen Herzenseigenschaften bei jedermann der größten Wertschätzung.

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