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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-05-20 · 21 (20.5.1904) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
21 (20.5.1904)
Date
1904-05-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 310 Dr. JSlocb’s TKHocbenscbrtft rrrr-TT rnmww»gTTrniiriiiriirw~~iiiTinMmn<ii^fTiniii n Gatte die beiden Seitenschiffe und die grauen die Galerie des Tempels - Nach dem einleitenden Choralgesang des „Ma-towu", den Kantor Silbermann mit der sämtlichen? chnljugend einstudiert hatte, begann die Prüfung, die etwa eine Stunde dauerte und von dem großen Fleiße und dem pädagogischen Können der beiden erwähnten Lehrer ein beredtes Zeugnis ablegtc. Tie höchste Weihe aber erhielt diese erhebende Feier, als Se. Ehrwürdeu Herr Rabbiner Dr. D. F e u ch t w a n g an die Kinder und deren Eltern eine Ansprache von tiefer Wirkung und seltener Beredtsamkeit richtete. Der Prüfung haben beigewohnt Herr Vorsteher Em. Ho ff mann. Herr Inspektor Prof M. Kanitz, Herr Prof. Dr. Adolf Weiß, Herr Julius S i m o n, Vorstandsmitglied des IX. Bezirkes, Herr P o l l a k als Vertreter der Bibelschule des XVII Bezirkes, mehrere Leiter von Lese- und Bibelschulen und einige Religionslchrer. Mit der Absingung des Pricstersegcns schloß die erhebende Feier. Unter Leitung des Herrn. M. Zeckendorf besichtigten Herr Inspektor Prof. Dl. Kanitz, Herr Dr. Weiß u. a. die für die Währinger isr. Schuljugend neuerrichtcte Schülerbibliothek, deren Anlage mit ihrer inhaltsreichen Sammlung großen Beifall gefunden hat Ei« Journalistenjubiläum. Dieser Tage beging der Präsident des Oesierreichischen Fachschriftstcllerverbandes Adolf Lichtblau seinen 60. Geburtstag »ach einer nahezu 40jährigeu publizistischen Tätigkeit, nachdem er im Jahre 1864 anläßlich des schleswig-holsteinischen Krieges in der illustrierten Wochenschrift „Die neue Welt" eine Novelle, welche später als Theaterstück unter dem Titel „Der Sohn aus dem Volke" im Josefstädter Theater niit Leuchert aufgeführt wurde, veröffentlichte. Da sich der Jubilar jede besondere Veranstaltung verbeten hatte, fand diese Feier nur im intimen Kreise des Verbandes österreichischer Fachschriftsteller statt. Als Gäste waren erschienen: Der Präsident der ^.ssoeintion de Presse, des Reich-verbandes österreichischer Journalisten- und Schriftstellervereine und des österreichischen Journalistenbundes Chefredakteur Wilhelm Singer als Ehrenmitglied des Verbandes, ferner in Vertretung des Deutschen Journalisten- und Schriftstellervereincs für die österreichischen Alpcnländer Redakteur Oskar Reichenauer aus Graz; Reichsratsabgeordneter Kommerzialrat Fritz Hanisch, für den österreichischen Ziveigverein des Deutschen Schriftsteller Verbandes, Direktor S. Lehr und das gesamte Redaktions- und Administrationspersoual der vom Jubilar herausgegebenen Journale. Deputationen seitens des Tempel- und Synagogenbau-Vereines für den IV. und V. Bezirk bestehend aus den Herren Obmann Adolf Hofmann, Kommerzialrat Hacker und Franz Frankl, überreichten eine prachtvolle Mappe und brachten die Glückwünsche der Bezirks-Gemeinde dar. Aus der großen Anzahl der eingelangten Glückwunschtelegramme und Zuschriften seien hier erwähnt: die des Geheimen Hofrates Bürgermeisters von D ünchen Dr. Wilhelm Ritter von Borscht; der Pensionsanstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller in München; des Münchener Journalisten- und Schriftstellervereines : Dr. Georg Hirth, v. Schmädcl. W. Prager und Direktor G. Schaumberg; Präsidenten Edgar v. Spicgl, Präsidenten Eugen Rakosi („Otthon" in Budapest); Präsidenten Alfred Pappenheim, kön. Rates Geller!, für den Ungarischen Fachschriftstellerverband, Verbandes der Wiener Zeitungskorrespondenten, des Brauherrenvereins für Wien und Umgebung, des Zentralverbandcs der österreichischen Brauereiindustricllcnvereine; der Präsident des Ungarischen Branerverbandes, Reichstagsabgeordneter Dr. Aurel v. Münnich; der Präsident des Brau- und Malzmcistervereines für Oesterreich - Ungarn; Präsident Franz Schreiner (Graz); Redakteur Wilhelm Frey, Vizepräsidcut der Wiener ..Concordia"; Präsident Feller („Concordia" in Karlsbad); Präsident Prosl, Hofrat Reska, Generaldirektor Hofrat Dr. Alexander Ritter v. Eger, Hofrat Professor Dr. Winternitz. Reichsratsabgeordnetcr Dr. Stephan Licht, Dr. Ferd. Kronawetter, Dr. Theodor Lieben, kais. Rat Kleinert, kais. Rat Lichtenstadt, kais. Rat Skreiu, Direktor Alfons Erhard (A. Drehers Brauerei Schwechat), Direktor Ranzcnhofer, Dozent Dr. Sonndorfer. Chefredakteur Julius Löwy, Professor Albert Sturm (Budapest), Dr. Franz Zweybrück, Redakteur G. Frieberger, Friedrich Herrnfeld, Hamburger rc. Namens des Oesierreichischen Fachschriftstellerverbandes beglückwünschte der Obmann des Festkomitees, Direktor Robert W. E. Kulka, den Jubilar und überreichte demselben die von den Mitgliedern gewidmeten Ehrengeschenke, und zwar das Verbandsabzeichen, die Feder in Brillanten, und ferner die von Bildhauer Jllitsch wohlgetroffene Porträtplakette. Im Namen des Alpenländischen Journalistenverbandes überbrachte Redakteur Reichenauer ein Tableau sämtlicher Vorstandsmitglieder. Ehrenmitglied Präsident Wilhelm Singer beglückwünschte den Jubilar in seiner bekannten formvollendeten Weise und hob dessen Verdienste um die Förderung der Kollegialität unter den Staudesgenossen besonders hervor. Es sprachen ferner noch Direktor Lehr, Dr. Goldberger. Redakteur Münz, Abgeordneter Hanisch, Dr. Geza Winter, Spitz, Dr. Bauer, Tr. Karcll rc. Nach Schluß der offiziellen Toaste erfreute der bekannte Humorist Jacques Kowy, ein alter Freund Lichtblau's, die Anwesenden durch eine Reihe feiner trefflichen Vorträge. Bei den Klängen der Salonkapclle Carlo, welche die Tafelmusik besorgte, blieb die Gesellschaft, welche durch eine große Anzahl von Damen verschönert war, in ungezwungenster und fröhlichster Stimmung bis zum grauenden Morgen beisammen. Um Küche und Keller machten sich Hotelier Haagen und dessen Geschäftsführer Füßl ganz besonders verdient. Nr. 21 Prag. Der Verein zur Beschaffung von Passahbedürfnissen, der einzige in Prag, weicher cs seinen Mitgliedern ermöglicht, ihren Bedarf an streng rituell bereiteten Mazzos, Fleisch u. a durch wöchentliche Einzahlungen zu besorgen, hielt unter Vorsitz des Obmennes Herrn I. Perlitz am 12. d. M. seine Generalversammlung ab. Der vom Kassier Herrn Gabriel Lieben verlesene Kaffennd Geschäftsbericht, dem zu entnehmen war, daß der Verein heuer 161 Mitglieder zählte, wurde ohne Debatte genehmigt. Die statutengemäß scheidenden Vorstandsmitglieder d'e Herren S. Flaschner, I. Schickler und N. Weidmann wurden mit Stimmeneinhelligkcit wiedergewählt. Ebenso wurden als Rechnnngsrevisoren die Herren S. Dewidels, S. Knina und JUDr. N. L Kohner per Akklamation wiedergewählt. Bei der konstituierenden Versammlung wurden Herr I. Perlitz als Obmann, Herr Lieben als Obmannstellvertreter und Kassier des Vereines wiedergewählt, Olmütz. Herrn Malzfabrikant Wilhelm B r i e ß wurde durch die Allerhöchste Verleihung des Franz Josef-Ordens für seine unermüdliche Wirksamkeit als Eisenbahnrat ausgezeichnet und zum Vizepräsidenten der Handelskammer fast einstimmig gewählt. Jude von ganzem Herzen, betätigt er seine Anhänglichkeit und Treue durch reges Interesse an unserer Gemeinde, ihrer Entwicklung und ihren Institutionen. Triest. Zu dem Mai-Avancement sei Ihnen noch mitgeteilt, daß auch Landesgerichtssekretär Viktor Garcon zum wirklichen Landesgerichtsrat befördert wurde. Herr Landesgerichtsrat ist Mitglied des Triester Vorstandes der israel. Kultusgemeinde, ist ein religiöser Jude, der fast jeden Tag in den Tempel kommt, häufiger Zuhörer bei den Vorträgen des Dr. Brettholz ist und mit.Inte, esse und Verständnis denselben folgt. A. Feuilleton. Alle Rechte Vorbehalten Jüdische Kultirrbilder. Von Dr. Armin Schnitzer, Oberrabbiner in Komärom. (Fortsetzung.) Kösm-rk. VI. Kesmärk, am Fuße.der hohen Tatra gelegen, ist eine der sechzehn Städte, lvelche König Siegmund im Jahre 1412 an den Polenkönig Wladislaus Jagello verpfändet hatte und die bei der Teilung Polens wieder an Ungarn zurückfielen. Die Stadt zählt wohl kaum mehr als 4000 Einwohner, aber diese sind intelligent, arbeitsam und entfalten eine rührige gewerbliche Tätigkeit. Sowie ein großer Teil der Einwohner des Zipfer Komitates aus Deutschen besteht, pflegen sie bei all ihrem glühenden Patriotismus deutsche Kultur und bringen die größten Opfer für die Erhaltung eines deutschen Obergymnasiums und anderer Lehranstalten. Die ersten Juden ließen sich erst gegen Ende der Vierziger- Jahre in Kesmärk nieder, und als der Vater im Jahre 1855 hinzog, waren kaum mehr als zehn Juden dort, und dennoch hatten sie schon ein recht hübsches Gotteshaus, und zwar zeitgemäß erbaut, denn der Almemor (Estrade für den Kantor und Thoravorleser) war unmittelbar vor der heiligen Lade und nicht der alten Tradition gemäß in der Mitte der Synagoge, und zur Einweihung hatten sie den Lipt6-Szt.-Mikloser deutschen Prediger berufen. Der Vater hatte nun ein menschenwürdiges Dasein. Er hatte nur achtstündigen Unterricht täglich, wobei ihm ein Unterlehrer aushalf. Die Schule war eine gesetzlich konzessionierte, we'che unter der Aufsicht des katholischen Pfarrers stand, trotzdem die Katholiken nur einen verschwindend kleinen Bruchteil der zumeist aus Evangelischen bestehenden Einwohnerschaft bildeten. Aber es war die Zeit des absolutistischen Bach'schen Regimes und des Konkordats, wo die Schulaafsicht in der Hand des „gutgesinnten" katholischen Klerus war. Eben um die Zeit, als ich nachhause kam, erwartete der Vater den Jnspektionsbesuch des Pfarrers, und der arme Vater war in der peinlichsten Verlegenheit darüber, was er von dem

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