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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-05-13 · 20 (13.5.1904) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
20 (13.5.1904)
Date
1904-05-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 318 Dr. Dlocb's MocbenscbrLN. Nr. 20 Auslande haben kommen lassen, so daß dieselben jetzt Waren liefern, die den Wettbewerb mit den ausländischen, speziell den französischen Erzeugnissen sehr wohl bestehen können. Wie wir aus dein Berichte des Odessaer Generalkonsuls gesehen haben, gehen russische Konserven nach der Türkei, Griechenland und den Balkanländern. Ein bedeutender Abnehmer für Gemüsekonserven ist der nächste Nachbar Palästinas — Egypten. Die österreichisch-ungarische Handelskammer in Alexandria berichtet über Egyptens Einfuhr von Gemüsekonserven, wie folgt: Die Einfuhr von Gemüsekonserven nach Egypten stellte sich in den Jahren 1897-1901 in Doll. E 26 Frcs. wie folgt: 1897 1898 1899 1900 1901 1902 yerkunslSlanoer Doll.E Doll.E Doll.E Doll. E Doll.E Doll.E England.8.817 11.300 Deutschland. . . 572 860 Oesterreich-Ungarn. 938 864 Belgien .... 165 205 Frankreich . - - . 10.524 11.717 Griechenland . . 4.502 6.571 Italien. .... 1.831 2.710 Türkei. 11.342 9.826 Andere. . . 196 241 Zusammen 38.887 45.794 6.446 7.230 6.310 7.437 270 565 470 681 513 463 671 535 112 49 103 266 8.481 9.942 9.036 9.546 8.264 8.474 13.051 14.613 2.932 2.958 3.703 3.733 9.335 11.241 9.838 6.977 255 435 482 762 86.6 8 41.357 43.v64 44.570 Hiernach hat die Einfuhr von Gemüsekonserven nach Egypten im großen und ganzen in den letzten Jahren nur eine geringe Zunahme erfahren; sie weist aber eine nicht unbedeutende Verschiebung der Lieferungsverhältnisie auf. Vor allem sind die großen Fortschritte der griechischen Einfuhr zu erwähnen, welche fast ausschließlich auf Kosten des türkischen und französischen Imports erzielt wurden. Die griechischen Lieferungen bestehen zum weitaus größten Teile aus schwarzen und grünen Oliven, welche in Egypten ein sehr beliebtes Nahrungsmittel sind und an die einheimische Bevölkerung sowohl als auch an die armen europäischen Klassen zu sehr billigen Preisen abgesctzt werden. Auch Italien hat seinen Absatz in beträchtlicher Weise erhöht; cs liefert hauptsächlich Tomatenkonserven und verschiedene Gemüse in Essig. Dagegen hat die Einfuhr aus Frankreich und England abgenommen, wenngleich sie auch noch immer bedeutend ist. Frankreich importiert Gemüsekonserven in Blechschachteln oder in Flaschen. Die Schachteln werden zu je 100 in einer Kiste geliefert; die beliebteste Größe wiegt 7, Kilogramm. Essigkouserven liefert Frankreich in Kisten, enthaltend 12 Flaschen mit je 7» 1 oder 24 Flaschen mit je \U 1 Inhalt. Gurken und Piment werden in Fässern von 10 bis 25 Kilogramm geliefert. Die aus England stammenden Gemüsekonserven sind besserer Qualität, aber auch dementsprechend teurer als die französischen; sie werden hauptsächlich für Zwecke der englischen Besatzungstruppen bezogen Die englischen Essig- und Senfkonserven erfreuen sich auch allgemeiner Beliebtheit, namentlich Zwiebeln und Mixedpickles werden viel gekauft. Hierzu bemerkt freilich der Bericht, daß Egypten in der letzten Zeit immer mehr seine eigene Produktion an Gemüse steigert und somit auf keine Ausdehnung der Einfuhr von Gemüsekonserven gerechnet werden darf. Aber wenn man auch nur mit den vorliegenden Zahlen rechnet, d. h. einer Einfuhr von Doll. E. 44570, mehr als i.000 000 Frcs, jährlich, so muß man doch zugeben, daß Palästina noch die Möglichkeit bleibt, schon für Egypten allein, dank seiner bevorzugten Lage, Bedeutendes zu leisten. Es kämen aber auch ferner liegende Länder in Betracht. Der Zweck unserer Angaben ist, die Aufmerksamkeit jüdischer Kapitalisten auf diese Industrie in Palästina zu lenken. Es sei hierbei bemerkt, daß große Kapitalien hierfür nicht in Betracht kommen. Ei« Jugenieur-Oberst in der Kriegsmarine. In Pola wirkt seit einiger Zeit unter allgemeiner Anerkennung seiner Vorgesetzten der Elektrotechniker Moses B u r st y n im Oberstrange. Seine Leistungen auf dem Gebiete der Nutzbarmachung der Elektrizität für das Schiffswesen hat ihm auch den Franz Joseph-Orden eingetragen. Oberst Burstyn, ein treuer Jude, ist ein Schwager des Wiener Kultusvorstehers und Fabrikanten Gottlieb T a u s s i g. Ein jüdischer Korvettenkapitän. Der Vizeadmiral z. D. Paaschen veröffentlicht in der „Deutschen Revue" Skizzen aus seiner Dienstzeit in der österreichischen Marine. Da heißt es: „Ich gedenke noch einer letzten Episode meiner österreichischen Dienstzeit. Der Herbst des Jahres 1866 brachte durch den Abzug der französischen Garnison aus Rom die Freiheit des Papstes in Gefahr. Man befürchtete eine Revolution, und Oesterreich entsandte zum Schutze des Papstes die Korvette „Erzherzog Friedrich", zu deren erstem Offizier ich ernannt worden war, nach Civitavecchia. Mit Hinblick auf die Heiligkeit des Zweckes, aber in der Eite und in den Wirren nach dem verhängnißvollen Kriege, war die Auswahl des Stabes bezüglich der Konfession in wenig sorgfältiger Weife erfolgt. Nur die Minderzahl bestand aus Katholiken, ja der Kommandant war — horribile dictu — glaubensfreudiger Jude, ich, der nächste, lutherisch, dann gab es noch mehrere Protestanten und einen Griechen. Wir geben uns indessen der Hoffnung hin, daß der Papst hiervon nichts bemerkt hat und sich im Falle der Notwendigkeit einer Flucht in unseren Armen vollkommen sicher gefühlt haben würde." Lebenslauf des kürzlich verstorbenen französischen Generals See. General See trat im 18. Lebensjahre in die bekannte französische Militärschule zu Saint Cyr ein, wurde 1842 Unterleutnant im 3. Linien-Jnfanterie-Regiment, 1847 wurde er dann zum Leutnant befördert, 1850 avancierte er zum Kapitän und trat in diesem Range in das 14. Zuaven-Regiment ein, das damals unter dem Oberst von Bourbaki in Algier stand. Er machte mehrere Kriegszüge ins Innere des Landes mit. 1854 wurde das Regiment nach der Krim beordert, dem Schauplatz des englisch-französisch-türkischen Krieges gegen Rußland. Hier im Krimkriege nahm er teil an den Kämpfen bei Alma sowie bei der Belagerung von Sebastopol und an den Schlachten von Jnkermann und Traktir. Er trug mehrere Verwundungen davon und wurde mit dem Kreuz der Ehrenlegion dekoriert. Bei dem Sturm auf den Malakowturm befehligte er das zweite Zuaven-Bataillon. Hier wurde er wieder verwundet, aber durch feine todesmutige Kühnheit half er anerkanntermaßen zu dem großen Erfolge des Tages, er war einer der Ersten, der die Festungswälle überstieg. Bald stieg er zum Bataillonschef im 96. Linienregiment auf und 1858 wurde er zum zweiten Grenadier-Regiment der kaiserlichen Garde nach Versailles versetzt. In dieser Stellung machte er den italienischen Krieg mit und nahm teil an der Schlacht von Magenta. 1863 wurde er Oberstleutnant, 1867 war er beteiligt bei der Besetzung Roms und 1868 avancierte er zum Obersten des 65. Linienregiments in Valenciennes. Auch den Krieg 1870/71 machte er mit, er kämpfte bei St. Privat und Gravelotte. In den Kämpfen vor Metz wurde er schwer verwundet und dann als invalid nach Paris zurückgesandt. Aber er hielt es dort nicht lange aus. Trotzdem die Wunden noch nicht geheilt waren, stellte er sich der National-Verteidigung zur Verfügung. Er wurde als Brigadegeneral mit der Verteidigung von Charenton betraut. Dann wurde ihm nacheinander das Kommando der Seine et Marne-Division, der Infanterie-Division in Langres und 1874 in Paris ein gleiches Kommando übertragen. 1880 erfolgte seine Ernennung zum Divisionsgeneral und im Jahre 1887 seine Zurdispositionsstellung. Daß die Zahl der Ehrenzeichen und Orden bei einem Manne, der so viele Kriege und Schlachten mitgemacht, eine sehr große war, bedarf wohl keiner Erwähnung. See nahm sich der jüdischen Interessen bei jeder Gelegenheit an und gehörte seit 1896 auch dem Zentral- Konsistorium der Juden Frankreichs an. Generalversammlung der Israelitische« Allianz zu Wien. Dienstag den 10. Mai fand im Saale der Israelitischen Kultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, die diesjährige zahlreich besuchte Generalversammlung der Israelitischen Allianz unter dem Vorsitze des Präsidenten Ritter von Gut mann statt. Dem interessanten Jahresbericht entnehmen wir folgende Daten: Aus Anlaß der Exzesse in Kischenew hat die Allianz einen Aufruf zur Spendensammlung publiziert, der 220.000 Kronen ergab, wofür allen Spendern der Dank ausgesprochen wird, vor allem dem Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde in Wien, der sich mit einer Spende von 10.000 Kronen an die Spitze der Liste gestellt, ferner dem Präses der Kultus-

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